3 über die Hügel

3 Freunde machten sich am letzten Sonnabend auf den Weg, die Hügel der Uckermark zu durchfahren – der Hügelmarathon stand auf dem Programm. Die Voraussetzungen und auch die Kondition waren verschieden und so wagten sie sich an die Bewältigung der mittleren Strecken. Ein altes Herkelmann und das Nishiki wollten die 111er Runde drehen, das schöne orange leuchtende Kona wagte sich auf die 75er Runde.


Bild von Mr. Brennabor

Es war eine Premiere für die 3 Freunde, denn zwei von ihnen hatten noch nie so einer Veranstaltung beigewohnt und auch der dritte kannte die Region noch nicht so genau. Der Tag begann mit wolkenlosem Himmel, an den Scheiben mußte gekratzt werden, aber es wehte auch kein Wind. Beste Bedingungen schienen es zu werden. Aber es sollte anders kommen …

Der Start erfolgte kurz nach 9.00 Ortszeit im Herzen der Uckermark in Prenzlau. Zunächst mußten sich unsere 3 tapferen Gesellen durch das Gewühl der Packtaschen- und Geradelenkerbewaffneten kämpfen, ehe sie sich im Feld der Krummhörner bewegten.

Das Tempo zog kurz darauf stark an und das Herkelmann verlor das schöne Kona aus den Augen, nur das Nishiki hatte sich im Windschatten gehalten. Gemeinsam versuchten die beiden, sich der Spitze mehr zu nähern, denn nur diese versprach eine klar strukturierte Gruppe. Dahinter zerfiel alles schnell.

Schnell mußten die Freunde jedoch erkennen, daß es aussichtslos war und so versuchten sie ihr eigenes Tempo zu finden. Der Gegenwind begann sie auszubremsen und immer wieder fanden sich auch vereinzelte Mitfahrer. Aber führen bei dem Wind wollte keiner von ihnen.

Dann zeigte sich, daß das Nishiki heute nicht so in Form war und so bat es wiederholt das Herkelmann, doch endlich alleine weiter zu fahren und nicht immer wieder zu warten. Nach ewigen Bitten hatte dann das Herkelmann ein Einsehen und zog von dannen:


Bild von Mr. Brennabor, wie es dem Nishiki weiter ergangen ist, wird hier erzählt: Hügel, Wind und hoher Puls

Das Herkelmann machte nun erstmal Dampf und zog an dem einen oder anderen Krummhörnigen vorbei und hoffte irgendwo vielleicht dochnoch einen Mitstreiter zu finden. Und richtig, kurz nachdem es wieder eine Gruppe hinter sich gelassen hatte, weil sie ihm zu langsam war, gesellte sich dochnoch einer aus ebendieser Gruppe zu ihm und so mußte es nicht mehr allein durch die Gegend rollen.

Andere Krummhörner trafen die beiden erst wieder in Kuhz, wo es eine Tränke und Futterstelle für alle gab. Hier hielten sie sich aber nicht lange auf, denn inzwischen war die Sonne verschwunden und statt dessen wehte ein eiskalter Wind durch die hier nur spärlich stehenden Bäume.

Nach dieser Pause haben sich plötzlich zwei weitere Mitfahrer hinzugesellt und so fahren neben dem Herkelmann ein Canyon, ein TrengaD und ein Bergamont. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten arbeiteten die vier auch gut zusammen, das Canyon kam gut die Berge hoch, das Bergamont und das TrengaD machten ganz brauchbaren Windschatten und immer wenn es dem Herkelmann nicht schnell genug ging, setzte es sich an die Spitze und versuchte Dampf zu machen.

Kilometer um Kilometer zogen sie so gemeinsam durch die Uckermark und auch durch Randgebiete von Mecklenburg-Strelitz. In Wrechen jedoch zerplatzte die Gruppe, das Canyon setzte sich auf der immer schlechter werdenden Straße durch sein Leichtgewicht ab und die 3 schwereren Brocken blieben zurück.

Erst in Fürstenwerder beim nächsten Kontrollposten kamen sie wieder zusammen. Ab hier schien das Canyon auch wieder Gesellschaft zu suchen, denn es wartete auf das Herkelmann und so zogen sie gemeinsam dem Ziel entgegen. Mal führte der eine mal der andere.

Die Straße nach Schönermark forderte noch einmal alles von den beiden. Ein eisiger Wind wehte über die fast baumlosen Hügel, kühlte die beiden aus und bremste sie ab. Und nur mit gutem Teamwork erreichen sie den Ort.

Ab hier rollt es zum Glück wieder besser, denn die Kälte, der Wind und auch die Paar Hügel gepaart mit dem für das Herkelmann hohen Tempo haben doch ganz schön an den Kräften gesaugt. Und am Ende werden ca. 3.45 Stunden vergangen sein, als das Ziel erreicht ist.

Epilog: Am Ende sind alle 3 angekommen und hatten an ihrer Fahrt auch Spaß. Allerdings bemerkten alle auch, daß der letzte Teil der Tour eher monoton bis langweilig war. Es wirkte fast so, als wären die längeren Touren auf möglichst direktem Wege abgeschnitten worden um die geplante Streckenlänge zu erreichen. Dabei wurde aber offensichtlich vergessen, eine schöne Route zu wählen. Mehr Informationen zur Veranstaltung: Hügelmarathon.

Rollen durch die Uckermark

Zum ersten Mal, seitdem wir aus dem fernen Canada zurück kamen, sollte heute kein Ostwind mehr wehen und der einsetzende Nordwind den beginnenden Wetterumschwung einläuten. Und so entstand bei mir die Idee, einen der letzten warmen Tage zu nutzen und auf dem il.pompino eine kleine Runde durch den nördlichen Barnim und vor allem durch Teile der Uckermark zu drehen.

Auf einer schon oft gefahrenen Straße verlasse ich Eberswalde, erklimme locker den Stich hinter dem Chausseehaus Mönchsbrück an der Ragöse und rolle dann auch bald wieder hinab nach Liepe. Liepe scheint wie ausgestorben, denn der sonst übliche Durchgangsverkehr fehlt heute. Noch immer befindet sich kurz vor Oderberg eine Straßenbaustelle mit Vollsperrung für den automobilen Verkehr. Das ermöglicht mir eine sehr entspannte Fahrt hoch zum Teufelsberg. Obwohl es garnicht so hoch hinauf geht, erscheint mir die Steigung ewig lang und ich hätte gerade mehr als den einen Gang.

Hinter Oderberg folge ich der alten Oder auf dem Südufer. Zunächst unterquere ich die alte Bahnlinie von Bad Freienwalde nach Angermünde und passiere dann die Oderberger Werft, die heutzutage zwar keine Schiffe mehr herstellt, aber immerhin mit Lukendeckeln für Seeschiffe am Markt besteht. Ab hier wird die Straße schmaler und löchriger. Vielleicht nicht unbedingt etwas für ganz schmale reifen, aber das il.pompino kommt gut durch.

Ab Hohensaaten folge ich dem Oder-Neiße-Radweg für ein Paar Kilometer. Der Weg führt mich östlich an der Westschleuse von Hohensaaten vorbei nach Norden. Dabei passiere ich zunächst eine Ruine und anschließend geht es einen kleinen Anstieg durch einen Robiniengruppe hindurch. Erst danach geht es relativ gerade entlang des Deichs. Der Nordwind bremst und die Geradlinigkeit des Weges langweilt, aber nach Osten geht der Blick über den hier schon relativ mächtigen Oderstrom über die Niederung bis zu den Hügeln auf polnischer Seite. Und es gibt viele Tiere zu beobachten. In erster Linie verschiedene Greifvögel und Schwäne sowie Enten.

Im Bereich von Lunow ist der Deichweg entlang des Stroms gesperrt, da nördlich von hier am Deich gebaut wird und so fahre ich über eine Staubstraße hinüber zur Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße (HFW). Dabei nervt mich ein Bau-LKW, der mich noch kurz bevor es wieder auf Asphalt geht, überholen und einstauben muss! Entlang der HFW fahre ich bis Stolzenhagen, treffe an der Brücke eine größere Gruppe von Radfahrern mit Packtaschen.

In Stolzenhagen verlasse ich die Oderniederung und erklimme auf bestem uckermärker Pflaster den Höhenzug. Bis Gellmersdorf folgt eine zermürbende Reihe von weiteren Pflasterabschnitten, die unterbrochen wird von Kies- bzw. Schotterabschnitten. Besonders das Pflaster saugt mir die Kraft aus den Beinen und so bin ich froh, dass es auf dem weiteren Weg nach Crussow wieder besser rollt, auch wenn der Nordwind immer noch bremst. Richtung Dobberzin wird er zum Kantenwind und bremst dadurch nicht mehr so stark.

Angermünde erreiche ich entlang des Mündesees und rolle entspannt durch die Altstadt. Bei St. Marien mache ich eine kurze Pause, erst dann geht es weiter nach Westen. Der Wind hat inzwischen etwas nachgelassen, was mich jetzt aber eher stört, denn ab jetzt könnte er als Rückenwind wehen.

Bis Gehegemühl südlich des Wolletzsees rollt es hervorragend, aber an dem folgenden Anstieg ist mir der eine Gang wirklich mal zu wenig und ich quäle mich ewig langsam hinauf. Es geht hinein in den Grumsiner Forst, der mit dem Telegrafenberg auch eine der höchsten Erhebungen der Region enthält. Nachdem ich dann aber endlich oben bin, rollt es bis Altkünkendorf recht gut. Die Straße führt bis da immer leicht bergab. Erst direkt hinter dem Ort folgt ein weiterer, wenn auch nicht ganz so hoher und ganz so steiler Stich. Auch hier quäle ich mich nochmal so richtig und wäre amliebsten schon viel viel weiter am Ziel.

Allerdings entschädigt die Landschaft für die Qual. Ich befinde mich jetzt schon eine Weile im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und hier wird auch wieder klar, warum diese Region geschützt werden muß. Denn der Wald ist nicht einfach eine Fläche mit Bäumen drauf, sondern ein ständiger Wechsel aus Vertiefungen und Kuppen. Und Dank des relativ umfangreichen Regens im Winter sind überall kleine Tümpel und die Hochmoore sind auch noch feucht. Mit dem kurzen Stich bei Neugrimnitz verlasse ich den Wald und komme zurück in den Barnim. Werde am Grimnitzsee von den vielen Gänsen empfangen.

Bis Altenhof bekomme ich fast schon Flügel. Denn nachdem ich in den Bereich der Werbelliner Berge gekommen bin und eine langgezogene Steigung erklommen hatte, geht es für einige Kilometer fast nur bergab. Dadurch kann ich auch einige Kräfte sammeln und mich auf den steilen Anstieg von Altenhof nach Süden vorbereiten. Die Straße erklimmt hier innerhalb weniger Meter das Werbelliner Plateau und fordert noch einmal alles.

Aber dann geht das Fliegen weiter. Der Nordwind ist zurück gekommen und so schieße ich die Allee südlcih von Altenhof entlang. Und als der Wind seinen Einfluß verliert, weil es wieder in den Wald geht, hilft mir die abschüssige Straße und so rolle ich weiter bis zum Fuß des Buckower Berges. Hier steigt die Straße noch einmal für gut einen halben Kilometer an. Aber auch hier läuft es wieder rund und so kann ich entspannt auf die KAP-Straße einbiegen und bis nach Hause rollen.

unterwegs auf dem Langlaufboot

Inzwischen könnten wir fast von einer Tradition sprechen, denn bereits im dritten Jahr in Folge verschlug es mich auf ein Langlaufboot und mit diesem und Eigner Schmidti am 29. September nach Prenzlau. Der (Segel-Club Rot-Weiß Prenzlau e.V.) lud einmal mehr zur Piraten- und Ixylon-Regatta auf den Unteruckersee nach Prenzlau, wobei in diesem Jahr der Schwerpunkt noch deutlicher in Richtung Pirat geschoben war. Das wurde bei der Zahl der gemeldeten Boote (20:3) aber vor allem auch bei der Eröffnung deutlich, die mit dem Piratenschlachtruf beendet wurde.

Seglerisch war es in diesem Jahr etwas anspruchsvoller, da sich der Wind im Lauf des Tages von 0 auf ca. 6 Bft steigerte und einige Teams arg an ihre Grenzen kamen, sowohl was das Material als auch die Bootsbeherrschung betraf. Der Kampf mit dem Gegner wurde dagegen leichter, denn es gab für uns eigentlich nur einen. Das zweite Schiff kämpfte mehr mit sich und dem effektiven Segeln, als dass es in die Entscheidung eingreifen konnte.

Da ich wusste, dass unser verbliebener Gegner recht schnell sein kann (offen sind allerdings die Mittel, denn so wie es schien, entsprachen die Segel – speziell der Spi – nicht ganz dem, was bei XY erlaubt ist), konzentrierte ich mich bei der ersten Wettfahrt voll auf ihn.

Der Start war sehr bojenbetont, und so versuchte ich gleich hier unseren Freund so zu bedrängen, dass für uns ein kleiner Vorteil herausspringt. Das gelang gut, auch wenn unser Start nicht optimal verlief. Gleich nach dem Start konnten wir so in die Manndeckung übergehen.

Richtig abhängen konnten wir ihn allerdings nicht, und so gingen wir zwar mit einem kleinen Vorsprung um die Eins, kurz danach hatte ich aber schon das Gefühl, dass er uns bis zur Drei noch mal richtig bedrängen wird.

Und so kam es auch, ca. 100 Meter bevor wir die Boje runden mussten, war er gleichauf und wir mussten hart kämpfen, um ihn nicht vorbei ziehen zu lassen. Unseren Kurs hatte ich vorher allerdings schon so gewählt, dass er, wenn er vorbei kommen sollte, in Luv wäre und wir außerdem auch die Boje in Innenposition anlaufen.

Beim Bojenrunden kam er uns dann so nahe, dass ich mich arg bedroht fühlte und massiv "Raum" fordern musste. Dabei kam es noch zu einer kleinen Berührung, und die Jungs kamen auch beim Spi runter nehmen durcheinander. So hatten wir gleich zwei Vorteile auf unserer Seite. Unser Gegner war allein durch die Bojenrundung schon zurückgefallen und musste zudem noch kringeln, das ihn weitere Meter kostete.

Den Rest der Wettfahrt passierte nicht mehr viel. Auf der langen Kreuz hoch zur Boje 1 wurde unser Vorsprung allmählich größer, unser Freund vergaß das Kringeln und so gingen wir relativ entspannt auf den verbliebenen Vorwindkurs. Unser Vorsprung schwand Vorwind zwar noch einmal etwas, war aber an der 3 noch so groß, dass wir locker ins Ziel kreuzen konnten.

Für die zweite Wettfahrt änderte ich die Taktik etwas. Der Start war noch immer sehr einseitig ausgelegt und die Boje bevorteilt. Ich hätte also genau wie bei der ersten Wettfahrt wieder auf Manndeckung fahren können. Da ich aber beobachtet hatte, dass unser Freund immer, wenn er auf unserem Bug und in unserer Nähe fuhr, am wenigsten abzuhängen war, konzentrierte ich mich mehr darauf, den für uns optimalen Kurs zu wählen, und so die wenigen taktischen Möglichkeiten, die der Kurs bot, effektiv zu nutzen.

Bis zur Eins fuhren wir auf die Art einen ordentlichen Vorsprung heraus und gaben von diesen im gesamten Verlauf der Wettfahrt nicht mehr viel ab. Unter Spinacker verloren wir etwas, auf der Kreuz holten wir aber noch mehr wieder heraus, und somit war unser zweiter Tagessieg nicht gefährdet.

In der dritten und letzten Tageswettfahrt sah es für uns dann aber schlecht aus, denn unmittelbar vor dem Start hatte sich die Fockschot gelöst, und das Schothorn schlug wild gegen den Mast. Durch die folgende Bastelei fuhr unser Gegner scheinbar uneinholbar davon, und uns blieb nur, ordentlich Gas zu geben.

Der Wind hatte allerdings etwas zugelegt, und durch kleine Trimmveränderungen machten wir das Schiff noch etwas schneller als zuvor. Dazu spielten wir aber auch den Vorteil unseres Kampfgewichts von mehr als 100 kg am Draht voll aus.

Um den Gegner kümmerte ich mich erst einmal wenig, stattdessen versuchte ich für die Kiste das Optimum an Höhe zum Wind und Geschwindigkeit zu finden und gleichzeitig die Dreher perfekt auszunutzen. Dies scheint gelungen zu sein, denn Schmidti meinte, so schnell wäre er noch nie mit diesem Schiff gefahren, und wir kamen bis auf ca. 30 Meter an den anderen heran.

Nach der Boje war dort wohl ruhiges Segeln angesagt und der Spi blieb unten. Vielleicht hatten die Jungs auch einfach etwas Angst? Ein Langlaufboot richtet sich ziemlich schlecht wieder auf, gerade auch
wenn der Spi oben ist.

Bei uns gab es allerdings keine Frage, ob oder ob nicht, und so zogen wir gleich nach Boje den Turbo und überholten die andere Ixylon zügig. Bis zur Boje zwei hatten wir so auch wieder einen kleinen Vorsprung herausgefahren. Das wurmte die Jungs dann aber doch etwas, und so zogen auch sie ihr blau-weißes Tuch. Es half aber nicht mehr viel, denn bis zur Drei verhinderten sie nur, dass der Vorsprung noch größer wird.

Ab hier war es dann ein leichtes. Wir achteten auf unseren Trimm und den optimalen Kurs, und so vergrößerte sich unser Abstand
immer mehr und betrug, als wir wieder oben an der Eins waren, über 200
Meter.

Jetzt war es aber an uns, nichts mehr zu riskieren. Der Wind hatte noch etwas zugenommen und da auch wir wenig Übung bei diesen Verhältnissen hatten, schauten wir erst, was die anderen machen. Aber dort wurde kein buntes Tuch mehr gesetzt, und so lullerten wir recht entspannt wieder runter zur Drei und dann ins Ziel. Fertig!

Denn mit diesem dritten Tagessieg hatten wir den Pokal erneut in der Tasche. Sollte morgen noch etwas gesegelt werden, wäre es egal, wo wir landen.

An Land klärten wir noch die Sache mit dem Protest, aber der Wettfahrtleiter meinte, lassen wir mal fallen, schließlich habt ihr doch alle drei Wettfahrten gewonnen… Wir überlegten aber auch, wie wir es morgen machen würden, und wir kamen zu dem Schluss, dass Schmidti mit seiner Familie zurückkommen wird und bei entsprechenden Bedingungen mitfährt und ich den Tag MissK schenke.

Am Sonntag kam für Schmidti eine kleine Überraschung – unsere Gegner tauchten nicht auf und der Wettfahrtleiter wollte den gerefften Langläufer nicht allein starten. Also segelte Schmidti mit seinen 3 Frauen eine Runde über den See und machte alle etwas nass. Aber die Kleinen schienen zumindest etwas Spaß zu haben.

Zur Siegerehrung wurde dann noch einmal deutlich, was wir in den vergangenen Jahren auch schon gemerkt hatten. Man wird hier als XY-Segler gerne mal vergessen. Denn bei der Siegerehrung fiel es plötzlich, nachdem die Piraten sich schon alle einen Preis genommen hatten, jemandem auf, dass es ja auch bei den XY einen Sieger und zwei Platzierte gab. Für die blieb dann gerade noch der Pokal übrig.

Und auch zum Ende gab es wieder ein Hacke: Peil!

Soll man also wieder nach Prenzlau fahren? Ich auf keinen Fall, denn für mich stand schon im letzten Jahr fest, dass es nur 3 Siege geben kann. Und der sportliche Wert der Regatta ist für mich relativ begrenzt, auch wenn so ein Sieg gut tut und das Revier sehr schön ist.

Schmidti überlegt noch, wenngleich auch ihn diese Vergesslichkeit sehr nervte, denn irgendwie will man mit seiner Klasse schon voll genommen werden, auch wenn es nur so wenige zum Start schaffen.

Lost under Pirates

Ich könnte fast sagen, alle Jahre wieder, aber in Wirklichkeit fuhr ich mit Torsten erst zum zweiten mal nach Prenzlau zum Saisonausklang, aber es war ja auch erst die zweite Veranstaltung. Die Beteiligung bei den XY war dafür in diesem Jahr noch bescheidener als im letzten, nur insgesamt 4 Schiffe versammelten sich an der Startlinie und fielen zwischen den 25 Piraten der anderen Startgruppe überhaupt nicht auf.

Auf dem Wasser waren die Bedingungen dann aber etwas besser als vor einem Jahr. Der Wind wehte zwar wieder aus südlichen Richtungen und auch relativ schwach, allerdings genau so viel stärker, dass die geplanten Wettfahrten auch wirklich gefahren werden konnten. Und zu allem schien auch noch die Sonne bei knapp 20°C.

Der erste Start erfolgte fast pünktlich und mit knapp zwei Windstärken und glattem Wasser waren es für unser Schiff sehr gute Bedingungen. Torsten hatte inzwischen auch einen Spinnaker an sein Schiff gebaut und so mussten wir nicht so stark um unsere schlechte Vorwindgeschwindigkeit bangen, wie im letzten Jahr. Mit gutem Timing legten wir einen 0-Start hin, zwar nicht direkt am Schiff, was bei der Windrichtung noch besser gewesen wäre, aber mit so viel Fahrt, dass wir gleich die Führung übernehmen konnten.

Unter Spi konnten wir die Führung weiter ausbauen, da sich Boot zwei und drei gegenseitig beharkten, statt uns anzugreifen. Mit sattem Vorsprung kamen wir zur Boje 3 und auch wieder hoch zur 1 – allerdings war unser Vorsprung da auch schon wieder kleiner geworden. Der Wind hatte nachgelassen und wir mussten uns mühen, den Zweiten nicht vorbei zu lassen. Der Zweite kam uns allmählich immer näher und ich hatte keinen Schimmer, was wir auf einmal falsch machten, vielleicht war einfach zu wenig Wind fürs Schiff.  So ging es noch mal runter zur 3 und wieder hoch und nur knapp retteten wir uns als Erste ins Ziel.

Zur zweiten Wettfahrt blieb der Wind so schwach wie zum Ende der ersten und wir hatten von Beginn an mit Speedproblemen zu kämpfen, während der Erste  unbeirrt seine Bahn zog und uns nicht den Hauch einer Chance lies. So wurde es in dieser Wettfahrt ein Zweiter.

Bei der dritten Wettfahrt war der Wind dann wieder mit uns, er wehte so stark, dass Torsten teilweise sogar nach Luv kommen musste und wir konnten schon bald nach dem Start einen kleinen Vorsprung heraus fahren, den wir diesmal auch nicht wieder abgaben.

Highlight des Abends sollte das Essen und eine nicht näher bezeichnete Darbietung werden. Das Essen wurde jedoch ein großer Reinfall, da es schon eine halbe Stunde nach Beginn nichts mehr gab und wir somit leer ausgegangen waren. Der Caterer war sogar schon wieder weg, als wir eintrudelten. Zum Glück gab es aber vom Verein spontane Aushilfe und so bekamen wir immerhin eine Wurst mit Salat und mußten nicht verhungern.

Die Darbietung war dafür ein wirklicher Höhepunkt, denn zwei junge Piratinnen (die angeblich extra aus Hamburg in die Uckermark geholt wurden) jonglierten überaus geschickt mit brennendem Zeugs herum. Im zweiten Teil sogar auf einem kleinen Ponton im Hafenbecken. Und krönender Abschluß war dann noch ein Feuerwerk!

Am Sonntag war alles wieder ähnlich wie im letzten Jahr. Der Wind wehte fast nicht, nur vereinzelte Windfelder trieben langsam über den See.  Nach über einer Stunde Startverschiebung an Land hieß es zwar – alle raus aufs Wasser, aber dort warteten wir weiter und schließlich wurde abgebrochen und wir durften wieder an Land treiben – waren dadurch aber erneut ohne Sonntagskampf Sieger und konnten den Wanderpokal mit nach Hause nehmen.

Bilder gibt es hier: http://www.teamdochnoch.de/MIXED/news/06_aug_okt/06a_o0111.html und auf der homepage des Vereins: http://www.segelclub-prenzlau.de

Segeln auf dem Unteruckersee

Am letzten WE war ich in Prenzlau auf dem Unteruckersee etwas segeln. Ein Regattabericht soll noch folgen, hier vorab aber der Track-Log unserer ersten Wettfahrt.

Der Kurs war nicht besonders trickreich. Der Wind drehte kaum und so ließ das Revier wenig Raum für taktische Spielchen. Wichtiger war gut zu starten und den Speed zu halten, was uns auch halbwegs gelang, so daß wir den 1. Lauf mit knappem Vorsprung ins Ziel retteten.

Spielbälle, Helden und die Uckermark

Eigentlich wollte ich euch etwas von den Helden des ESK erzählen, die beim Jedermannrennen der Sachsentour mal wieder sehr gut abgeschnitten haben und auch etwas von meiner eigenen Tour, die vielleicht nicht ganz so heldenhaft, dafür aber sehr schön war.

Statt dessen werden meine Gedanken aber immer wieder in Richtung Naher Osten gezogen, wo Menschen sterben (Leben in Trümmern), weil sie als Spielball der Politik herhalten müssen. Also nur ein Paar Bilder und freut euch, daß es uns noch gut geht.




111 KM

Wohlige Müdigkeit durchdringt jetzt meinen Körper. Und sie geht aus von den Beinen, ergriff dann vom Rumpf und schließlich auch vom Kopf Besitz. Aber sie ist auch wohl verdient.

111 km waren es am heutigen Tag, davon weit über 100 nach einem vollen Arbeitstag. Aber es ging nicht anders. Schon seit Tagen drängelt das Wetter – komm fahr doch endlich, jedoch hatte ich immer einen Vorwand …

Heute jedoch hatte ich die Zeit und die Lust und drehte eine kleine Runde nach Osten bis an die Grenze, dann weiter nach Norden durch die Hügellandschaften der Uckermark. Dabei hatte ich aber auch immer noch einen weiten Blick hinab ins Odertal und auf die Hügel der polnischen Seite.

Erntezeit in der Uckermark

Blick übers Land – Stolzenhagen und das Odertal

Alleenland

Ab dem südlichen Tor zur Uckermark – Angermünde – tauche ich ein in die Wälder der Schorfheide. Die Kräfte schwinden allmählich und so werden die kleinen fiesen Stiche zur Qual. Erst vor kurzem hatte ich meinen il.pompino von 39:16 auf 42:15 umgebaut, weil ich dachte, es reicht endlich mit dem hochfrequenten Kurbeln. Aber heute hätte ich mir das liebendgerne zurück gewünscht.

Im Wald kam aber auch die Erinnerung an die geniale Tour, die wir am letzten WE gefahren waren zurück. Denn die von mir heute gefahrene Straße hatten wir da gekreuzt.

Den Abschluß bildet die fast schon übliche Runde um den schönsten See der Welt. Und plötzlich ist auch wieder Power da. Oder ist es nur das nahende Ziel, daß die Muskeln bis zum letzten ausquetscht? Der Speed steigt nochmal und ich fliege fast schon dem Ziel entgegen. Kurz nach 20.00 Uhr ist es erreicht und ich freue mich mal wieder damals diesen Rahmen gekauft zu haben.

Unterwegs im Auftrag des ESK

Der Morgen in Berlin verheißt erstmal nichts gutes, denn als ich ca. 40 min vor der entscheidenden Zeit am Gesundbrunnen eintreffe, verdichten sich die bis dahin nur mittelgrauen Wolken noch weiter und spucken urplötzlich Unmengen an Wasser aus, so daß meine Lust auf eine 150-km Tour mit diesen Verrückten mächtig sinkt!

Andererseits glaube ich natürlich an mein eigenes Wetterorakel, das ja sagt – weiter im Norden wird es nur leicht regnen und zum Abend sogar aufhören. Also warte ich noch etwas, aber nach 20 Minuten muß doch etwas passieren, noch immer pladdert es, als ob Babelsberg mitten in Berlin einen tropischen Regenguß simuliert und mein Esel liegt noch immer in Teilen verstreut im Auto.

Unter großen Verrenkungen baue ich alles zusammen, stürze mich todesmutig in den Wasserfall und eile mit Riesenschritten die 50 m bis zum Eingang. Treppe runter, kurze Orientierung und kurz darauf entdecke ich Rifli, der sich wohl auch denkt, was für’n Scheiß, jetzt kommt dochnoch einer! Kurz darauf kommen noch zwei weitere Recken in der Uniform des ESK und unser Zustiegskommando ist komplett.

Der Zug ist pünktlich und im letzten Waggon treffen auf den Rest der Horde. Es werden Vorbereitungen auf den großen Sturm getroffen und bei Jockel kreist ne Streußelschnecke und er erklärt kurz die Route. Dazu wird übers Wetter gefachsimpelt.

In Flotter Fahrt werden Bernau und dann auch schon Eberswalde passiert. Und siehe da, der Regen hat aufgehört und in Chorin besteigen wir bei mildem feuchtem Wetter die Esel.

Durch mir bekannte Gegenden geht es zunächst nordwärts und hinein in den Grumsiner Forst. Nachdem “Toni – Parole Erni und Bert” schon ausführlichen Kontakt mit den Brandenburger Pflasterstraßen genommen hatte und somit ein Teil des Mottos der Tour erfüllt war mußte auch der andere der heldenhaften liteville-Fahrer checkb nach einer kleinen Pause und einem Mechaniker rufen und so kamen wir mitten im Grumsiner Forst, einer der größeren Erhebungen des Joachimsthal-Choriner Endmoränenbogens zu einer kleinen Pause.

Eine der höchsten Erhebungen (Blocksberg mit knapp 140m über dem Meer) passieren wir östlich und verlassen dann den Wald um aber kurz nach Lusienhof gleich wieder im Angermünder Stadtwald zu verschwinden.

In rasanter Abfahrt geht es hinunter zum Wolletzsee, vorbei am Zeltplatz und einigen Datschen, aus denen uns leicht verdutzte Eingeborene hinterher sehen und auf einen kleinen aber feinen Singletrail, der das Feld mächtig auseinander zieht. Ein weiteres landschaftliches Highlight erreichen wir mit dem Bruchwald, der sich am Ausfluss der Welse aus dem Wolletzsee am Nordufer gebildet hat.

Ab hier geht es zunächst durch den Wald und das Tempo steigt im vorderen Teil wieder, während es weiter hinten, verdammt nachläßt – Rifli hat seine Schwäche jetzt vollends eingeholt, er faselt nur noch was von: “Dann fahr ich mal nach Anklam” und uns allen wird klar, daß es so nicht weiter gehen kann. Schweren Herzens wird der Kamerad auf den nächsten Asphaltweg gesetzt und ihm der Weg nach Angermünde gewiesen, was sicher leichter zu erreichen sein wird als Anklam.


Der Oberst

Weiter geht es durch den nördlichen Teil des Biosphärenerservates Schorfheide-Chorin und kurz vor Neuhaus passieren wir die erste Wildbrücke Brandenburgs und überqueren gleichzeitig die A11. Unten rauscht die Blechlavine Richtung Ostsee und oben stehen Überwachungskameras.


Wildbrücke


Immer wieder mal ein Regenschauer läßt den Wegen keine Chance zum Abtrocknen

Irgendwo im Nirgendwo zaubert Jockel plötzlich eine Scheune in den Wald und in der Scheune zaubert er auch noch eine alte Bierflasche. Zeit für eine kleine Riegelpause.

Bald schon verlassen wir den Wald und fahren durch herrliches Uckermärker Hügelland. Langsam aber beständig schrauben wir uns immer höher. Dazu sind die Wege teilweise so zäh, als hätten wir noch 10 Prozent Steigung mehr.

Groß Fredenwalde taucht wie aus dem Nichts auf und mich beschleicht das Gefühl, aus meinem Reifen schleicht die Luft. Und ich mache mich ans Nachpumpen. Wechseln wäre vielleicht auch nicht schlecht, aber cleverer Weise habe ich noch den RR-Schlauch im Rucksack.


Weg nördlich von Groß Fredenwalde

Nördlich von Gerswalde werden die Wege noch schmieriger und nicht nur bei mir beginnen die Reifen ein gewisses Eigenleben. Jeder ist derzeit nur mit seinem Vortrieb beschäftigt, der Oberst macht vorne Druck und hinten reißt allmählich alles ab.

Kurz vor Fleet ergibt sich nochmals die Möglichkeit eine kleine Pause einzulegen und vor allem die Ketten, die inzwischen alle einen sehr erbärmlichen Zustand angenommen hatten, mit neuem Öl zu versorgen.

Hinter Flieth geht es kurz hinab in Richtung Fergitzer Mühle, wobei die Ruine der Mühle nicht besucht wird und dann lang gezogen wieder hinauf und hinein in einen kleinen Wald. Als wir den Wald verlassen haben reicht die Zeit leider nicht (der Oberst hat es eilig ) um den Blick auf den Oberuckersee zu genießen, schön war es trotzdem fast 40 Meter über dem See auf einem Hügel zu stehen und den Blick weit ins Land schweifen zu lassen.

Nachdem wir wieder einmal den Wald erreicht haben, wird es überaus spannend und der Trail vollkommen anders, als es in Brandenburg zu erwarten war. Wir überqueren zunächst unbehellicht die B109 und anschließend die Eisenbahnbrücke der alten Bahnstrecke von Templin nach Prenzlau.

Die Strecke ist leider schon einige Jahre geschlossen, bereits zu DDR-Zeiten “glänzte” sie wohl mit geringem Personenverkehr und wurde Mitte der 90er (?) aus dem Netz genommen. Letzter Höhepunkt war der Abtransport von Castor-Behältern aus dem KKW Rheinsberg zum Zwischenlager in Lubmin bei Greifswald.

Was danach kam, war der Hammer an Sich und ich bin mir nicht sicher, ob ich, wenn ich die Gegend kennen würde, freiwillig diesen Weg nehmen würde. Unser Guide führte uns tief hinein in den Prenzlauer Stadtforst über überaus ausgefahrene Waldwege, die noch dazu von fast schon Kleinwagengroßen Schlammlöchern übersäht waren. Treffenderweise wurde hier angeordnet, die Bikes tauchfähig zu machen und das Sehrohr auszufahren.

Vom Prenzlauer Stadtforst war es bis Boitzenburg nicht mehr weit, hier gab es nochmals schöne Trails und kurz vor dem Kloster einen Knüppeldamm, bei dem unsere Fullyfahrer eindeutig im Vorteil waren.

Vorbei an den Ruinen des Klosters ging es hinein nach Boitzenburg wo wir von den Zeichen einer einstmals glorreichen Zeit der Chemieindustrie begrüßt wurden. Der Weg bis zum Schloß Boitzenburg war nicht mehr so weit, gleichzeitig drängte doch bei der Mehrzahl der Teilnehmer der Hunger, so daß beschlossen wurde, das Schloß zu belagern und die Herausgabe einer Stärkung zu fordern.

Die Karte ist sehr abwechslungsreich, aber trotzdem scheint die Meinung des ESK und seiner Freunde zu sein, daß die Orangen-Ingwer-Penne mit Nudeln das Beste wäre, um den kleinen Hunger zu stillen. Dazu gab es wahlweise alkoholfreies Weizen, Alster oder sogar richtiges Pils.

Das Schloß Boitzenburg ist übrigens für fast jede Aktivität bereit und bietet neben dem nicht nur gut aussehenden sondern auch gut schmeckendem Essen auch den Komfort eines Hotels, Kinderfreizeiten und den angemessenen Rahmen für eine Hochzeit.

Die Geschichte des Schlosses beginnt bereits im 13. Jahrhundert und ist wie die Geschichte vieler Orte östlich der Elbe sowohl von der früheren slawischen Besiedlung als auch der später erfolgten Neubesiedlung durch Germanen geprägt.

Die Ableitung des Namens „Boitzenburg“ ist sowohl slawisch als auch germanisch möglich.

Slawisch lässt sich der Name wie folgt erklären: Boitzenburg hat das Wort „Boi“ zur Wurzel, was mit „Kampf, Sieg, Kampfstätte“ übersetzt werden kann. Und die letzte Silbe ~burg ist die verdeutschte Form des slawisch ähnlich klingenden „Borju“ – besiegen, überwinden. (Schloss Boitzenburg)

Nach der ausgiebigen Mahlzeit, die zwar wie immer unter dem gewissen Druck der Zeit stattfand, aber trotzdem noch durch ein Stück Kuchen beendet wurde, ging es zurück in den Wald und südlich an Küchenteich, Krienkowsee und Hausse vorbei.

Hier gelingt es Jockel auch, die Strecke sehr abwechslungsreich aber auch so verwinkelt zu wählen, daß plötzlich zwei der Teilnehmer (ein Kader und einer der Freunde – Namen werden hier einmal nicht genannt) verschwunden waren.

Oder wollten die Kerle die günstige Gelegenheit nutzen und sich aus dem Staub machen, um dem, was Jockel noch alles mit uns vorhatte zu entgehen? Zumindest wurde später geäußert, einer von beiden hätte sträflicherwiese eine eigene Karte dabei und wollte diese auch noch benutzen!

Das half den Jungs jedoch wenig, denn der Oberst hatte wenig Gnade, fing die beiden ein und führte sie zurück auf den gelobten Weg. Der Rest der Truppe mußte inzwischen in Front dieser Eisenbahnbrücke (ehem. Strecke Templin-Fürstenwerder) die Zeit oder besser die ungezählten Angreifer totschlagen. Checkb holte da schon mal die chemische Keule heraus, was die Übrigen ihrer Verantwortung gegenüber unserer heimischen Fauna ablehnten.

Nachdem alle Schäfchen wieder auf dem richtigen Weg und in der richtigen Richtung unterwegs waren, zog der Oberst ein weiteres seiner vielen Asse aus dem Ärmel und scheuchte uns auf nicht gar zu einfach zu fahrendem Trail um den Carwitzer See. Die inzwischen gut 100 zurückgelegten Kilometer forderten Opfer und so legte ich mich einmal zwischen die Steine, weil ich einfach fand, so viel Gleichgewicht schaffe ich nicht mehr.

In Carwitz wurden dann neben Jockel auch von Ackebua Geschichten aus der Vergangenheit aufgetischt, die zumindest eine Ahnung davon entstehen ließen, wie man in einem doch so kurzen Leben zu solch garndioser Ortskenntnis kommen kann.

Nach einer weiteren Serie von überaus genialen Trails, wie sie nur die wenigsten in McPom erwarten würden (ja, inzwischen hatten wir durch Fahrt über die legendäre Blechbrücke unsere heimischen Gefilde verlassen), erreichen wir Feldberg bzw. die Außenbezirke davon. Ein letzter Trail über den Schloßberg und wir wenden die Pferdchen nach Westen und verlassen den Wald.

Das Tagesziel rückt langsam näher, aber noch immer kann der Oberst kleine feine Schmankerl aus der Tasche ziehen – da wären zum Einen die Durchfahrt durch einen kleinen verwilderten Schloßpark, dann zum anderen die Vorbeifahrt an der Bredenfelder Mühle mit anschließender Grasabfahrt. Hier scheuchte ich noch ein Reh vor mir her, daß gut für das Abendmahl geeignet gewesen wäre.


Hier sehen wir checkb, wie er etwas macht, was man nicht macht, weils großen Ärger bringt: siehe das Beispiel von proper

Die zurückzulegenden Kilometer werden immer weniger, aber gleichzeitig schwinden auch die Kräfte der Freunde des ESK. Denn der ESK selbst zieht ohne Gnade seine Spur. Tino trifft es ja schon lange, daß er immer der ist, der die kürzesten Pausen hat, aber nun sind auch checkb und ich betroffen. Sind wir solche Würmer, daß wir mit dem legendären ESK nicht Schritt halten können?

Inzwischen ist auch temporär die Sonne heraus gekommen und wir genießen Feldwegtrails, saftige Schotterabfahrten, die uns wieder die geologische Geschichte der Region näher bringen. Und wir lernen sie hassen, diese kleinen aber fiesen Anstiege. Immer gerade dann, wenn es wieder gut rollt.

Dann ein letztes kurzes Waldstück und noch einmal all das, was wir den ganzen Tag geliebt hatten. Wege triefend von Wasser und dabei so zerfurcht und schlammig, daß der Supermoto wohl seine liebe Not hatte. Ein letzter fieser Anstieg an dem ich gerade in Schwung kam, Carl aber dann doch meinte, er muß stoppen – und irgendwie waren bei mir dann die Pedalen zu fest (?!) oder sie hatten eine eingebaute Verzögerung und ich lag erneut unter dem Bike, dazu eine Pedale schmerzhaft gegen den Knöchel. In meinem Kopf kurz der Gedanke, was für ein Glück, daß Du keine klassichen Pedalen hast …

Die bevorstehende Eroberung der Burg von Stargard raffte mich aber doch schnell wieder hoch und ich stürmte den Kameraden hinterher, wollte ich ihnen doch schließlich nach erfolgreich vollendetem Feldzug die letzte Schlacht nicht alleine überlassen.


Es gab erneut das übliche Getränk, im Angesicht des nahenden Zuges glich es jedoch eher einer Druckbetankung. Die Knappen waren jedoch willens uns schnell den labenden Trank zu reichen und so reichte es sogar noch für eine Nachspeise, die einen gewissen Vitaminausgleich versprach.

Eine letzte Abfahrt hinab in die schnell genommene Altstadt von Burg Stargard, Schleichwege und schon standen wir vor dem … ach nein, zuerst mußten die Vorräte für die Fahrt mit original Mecklenburger Hopfenkaltschale aufgefüllt werden und rein gings in den Zug.

Aus dem Gedächtnis habe ich dann heute versucht, die Route nachzuzeichnen, aber irgendwo habe ich den einen oder anderen Haken wohl vergessen, denn ich komme nur auf ca. 135 km und 1440 Höhenmeter. In Wirklichkeit haben wir ca. 155 km und gut 1500 Höhenmeter absolviert und dazu reine Fahrzeit nur gut 8 Stunden benötigt (19er Schnitt)

Fazit:
Das ist für mich Mountainbiken, der Asphaltanteil lag nach subjektiver Schätzung weit unter 5 Prozent, Stimmung super, tolle Truppe und ein Guide, der den Blick für die schönen Strecken hat.

Dank an alle, vor allem an J-coop für den Schlauch – kriegste demnächst wieder und Jockel für die geniale Tour!

Mehr zu der Tour auf den Seiten des ESK