Großer Kastavensee

Mich hatte schon lange interessiert, wie es beim Großen Kastavensee hinter der Ecke weiter geht. Und so war ich froh, daß jetzt einmal probieren zu können. Mein SUP kommt damit zum ersten mal außerhalb der heimischen Gewässer zum Einsatz.

Vom Ufer der Badestelle sieht es eigentlich so aus, als ob der See da nur eine schmalere Stelle und eine Kurve hat. Beim näher kommen, sehe ich aber, daß es nur noch eine schmale Rinne ist, die den nördlichen mit dem südlichen Teil verbindet.

Die Rinne ist vielleicht fünf bis acht Meter breit und knapp 50 cm tief. Dazu gibt es noch einen kleinen Knick und dann bin ich durch. Ich werde von relativ starkem Gegenwind empfangen. Denn heute weht Südwind mit 3 bis 4 Bft, manche Böen erscheinen mir sogar noch stärker. Für mich ist das eigentlich ungünstig, da sich der See in Nord-Süd-Richtung erstreckt.

Auch im nördlichen Teil des Hauptsees befinden sich am Ostufer zunächst noch Datschen auf dem hohen Ufer und Stege am See. Aber schon nach der nächsten Biegung bleibt das alles zurück und ich teile mir den Rest des Sees mit einigen Anglern auf Booten. Ich folge dem Ostufer und komme nach gut einer halben Stunde konzentrierten Paddelns an eine sehr einladende Badestelle und muß einfach anlanden und in den See springen.

Der See ist hier im Südteil absolut klar und ich genieße den Blick auf den Grund. Bekomme sogar einen Hecht und mehrere Bleie zu sehen. Am Südende fahre ich immer dicht am Schilfgürtel entlang und als das Ende erreicht ist, drehe ich das Board und fahre den gesamten See zurück.

Jetzt schiebt der Wind und ich scheine fast zu fliegen. Am Ende war ich 1 1/2 Stunden auf dem See und habe wohl mein neues Traumpaddelrevier gefunden.

3 über die Hügel

3 Freunde machten sich am letzten Sonnabend auf den Weg, die Hügel der Uckermark zu durchfahren – der Hügelmarathon stand auf dem Programm. Die Voraussetzungen und auch die Kondition waren verschieden und so wagten sie sich an die Bewältigung der mittleren Strecken. Ein altes Herkelmann und das Nishiki wollten die 111er Runde drehen, das schöne orange leuchtende Kona wagte sich auf die 75er Runde.


Bild von Mr. Brennabor

Es war eine Premiere für die 3 Freunde, denn zwei von ihnen hatten noch nie so einer Veranstaltung beigewohnt und auch der dritte kannte die Region noch nicht so genau. Der Tag begann mit wolkenlosem Himmel, an den Scheiben mußte gekratzt werden, aber es wehte auch kein Wind. Beste Bedingungen schienen es zu werden. Aber es sollte anders kommen …

Der Start erfolgte kurz nach 9.00 Ortszeit im Herzen der Uckermark in Prenzlau. Zunächst mußten sich unsere 3 tapferen Gesellen durch das Gewühl der Packtaschen- und Geradelenkerbewaffneten kämpfen, ehe sie sich im Feld der Krummhörner bewegten.

Das Tempo zog kurz darauf stark an und das Herkelmann verlor das schöne Kona aus den Augen, nur das Nishiki hatte sich im Windschatten gehalten. Gemeinsam versuchten die beiden, sich der Spitze mehr zu nähern, denn nur diese versprach eine klar strukturierte Gruppe. Dahinter zerfiel alles schnell.

Schnell mußten die Freunde jedoch erkennen, daß es aussichtslos war und so versuchten sie ihr eigenes Tempo zu finden. Der Gegenwind begann sie auszubremsen und immer wieder fanden sich auch vereinzelte Mitfahrer. Aber führen bei dem Wind wollte keiner von ihnen.

Dann zeigte sich, daß das Nishiki heute nicht so in Form war und so bat es wiederholt das Herkelmann, doch endlich alleine weiter zu fahren und nicht immer wieder zu warten. Nach ewigen Bitten hatte dann das Herkelmann ein Einsehen und zog von dannen:


Bild von Mr. Brennabor, wie es dem Nishiki weiter ergangen ist, wird hier erzählt: Hügel, Wind und hoher Puls

Das Herkelmann machte nun erstmal Dampf und zog an dem einen oder anderen Krummhörnigen vorbei und hoffte irgendwo vielleicht dochnoch einen Mitstreiter zu finden. Und richtig, kurz nachdem es wieder eine Gruppe hinter sich gelassen hatte, weil sie ihm zu langsam war, gesellte sich dochnoch einer aus ebendieser Gruppe zu ihm und so mußte es nicht mehr allein durch die Gegend rollen.

Andere Krummhörner trafen die beiden erst wieder in Kuhz, wo es eine Tränke und Futterstelle für alle gab. Hier hielten sie sich aber nicht lange auf, denn inzwischen war die Sonne verschwunden und statt dessen wehte ein eiskalter Wind durch die hier nur spärlich stehenden Bäume.

Nach dieser Pause haben sich plötzlich zwei weitere Mitfahrer hinzugesellt und so fahren neben dem Herkelmann ein Canyon, ein TrengaD und ein Bergamont. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten arbeiteten die vier auch gut zusammen, das Canyon kam gut die Berge hoch, das Bergamont und das TrengaD machten ganz brauchbaren Windschatten und immer wenn es dem Herkelmann nicht schnell genug ging, setzte es sich an die Spitze und versuchte Dampf zu machen.

Kilometer um Kilometer zogen sie so gemeinsam durch die Uckermark und auch durch Randgebiete von Mecklenburg-Strelitz. In Wrechen jedoch zerplatzte die Gruppe, das Canyon setzte sich auf der immer schlechter werdenden Straße durch sein Leichtgewicht ab und die 3 schwereren Brocken blieben zurück.

Erst in Fürstenwerder beim nächsten Kontrollposten kamen sie wieder zusammen. Ab hier schien das Canyon auch wieder Gesellschaft zu suchen, denn es wartete auf das Herkelmann und so zogen sie gemeinsam dem Ziel entgegen. Mal führte der eine mal der andere.

Die Straße nach Schönermark forderte noch einmal alles von den beiden. Ein eisiger Wind wehte über die fast baumlosen Hügel, kühlte die beiden aus und bremste sie ab. Und nur mit gutem Teamwork erreichen sie den Ort.

Ab hier rollt es zum Glück wieder besser, denn die Kälte, der Wind und auch die Paar Hügel gepaart mit dem für das Herkelmann hohen Tempo haben doch ganz schön an den Kräften gesaugt. Und am Ende werden ca. 3.45 Stunden vergangen sein, als das Ziel erreicht ist.

Epilog: Am Ende sind alle 3 angekommen und hatten an ihrer Fahrt auch Spaß. Allerdings bemerkten alle auch, daß der letzte Teil der Tour eher monoton bis langweilig war. Es wirkte fast so, als wären die längeren Touren auf möglichst direktem Wege abgeschnitten worden um die geplante Streckenlänge zu erreichen. Dabei wurde aber offensichtlich vergessen, eine schöne Route zu wählen. Mehr Informationen zur Veranstaltung: Hügelmarathon.

Rollen durch die Uckermark

Zum ersten Mal, seitdem wir aus dem fernen Canada zurück kamen, sollte heute kein Ostwind mehr wehen und der einsetzende Nordwind den beginnenden Wetterumschwung einläuten. Und so entstand bei mir die Idee, einen der letzten warmen Tage zu nutzen und auf dem il.pompino eine kleine Runde durch den nördlichen Barnim und vor allem durch Teile der Uckermark zu drehen.

Auf einer schon oft gefahrenen Straße verlasse ich Eberswalde, erklimme locker den Stich hinter dem Chausseehaus Mönchsbrück an der Ragöse und rolle dann auch bald wieder hinab nach Liepe. Liepe scheint wie ausgestorben, denn der sonst übliche Durchgangsverkehr fehlt heute. Noch immer befindet sich kurz vor Oderberg eine Straßenbaustelle mit Vollsperrung für den automobilen Verkehr. Das ermöglicht mir eine sehr entspannte Fahrt hoch zum Teufelsberg. Obwohl es garnicht so hoch hinauf geht, erscheint mir die Steigung ewig lang und ich hätte gerade mehr als den einen Gang.

Hinter Oderberg folge ich der alten Oder auf dem Südufer. Zunächst unterquere ich die alte Bahnlinie von Bad Freienwalde nach Angermünde und passiere dann die Oderberger Werft, die heutzutage zwar keine Schiffe mehr herstellt, aber immerhin mit Lukendeckeln für Seeschiffe am Markt besteht. Ab hier wird die Straße schmaler und löchriger. Vielleicht nicht unbedingt etwas für ganz schmale reifen, aber das il.pompino kommt gut durch.

Ab Hohensaaten folge ich dem Oder-Neiße-Radweg für ein Paar Kilometer. Der Weg führt mich östlich an der Westschleuse von Hohensaaten vorbei nach Norden. Dabei passiere ich zunächst eine Ruine und anschließend geht es einen kleinen Anstieg durch einen Robiniengruppe hindurch. Erst danach geht es relativ gerade entlang des Deichs. Der Nordwind bremst und die Geradlinigkeit des Weges langweilt, aber nach Osten geht der Blick über den hier schon relativ mächtigen Oderstrom über die Niederung bis zu den Hügeln auf polnischer Seite. Und es gibt viele Tiere zu beobachten. In erster Linie verschiedene Greifvögel und Schwäne sowie Enten.

Im Bereich von Lunow ist der Deichweg entlang des Stroms gesperrt, da nördlich von hier am Deich gebaut wird und so fahre ich über eine Staubstraße hinüber zur Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße (HFW). Dabei nervt mich ein Bau-LKW, der mich noch kurz bevor es wieder auf Asphalt geht, überholen und einstauben muss! Entlang der HFW fahre ich bis Stolzenhagen, treffe an der Brücke eine größere Gruppe von Radfahrern mit Packtaschen.

In Stolzenhagen verlasse ich die Oderniederung und erklimme auf bestem uckermärker Pflaster den Höhenzug. Bis Gellmersdorf folgt eine zermürbende Reihe von weiteren Pflasterabschnitten, die unterbrochen wird von Kies- bzw. Schotterabschnitten. Besonders das Pflaster saugt mir die Kraft aus den Beinen und so bin ich froh, dass es auf dem weiteren Weg nach Crussow wieder besser rollt, auch wenn der Nordwind immer noch bremst. Richtung Dobberzin wird er zum Kantenwind und bremst dadurch nicht mehr so stark.

Angermünde erreiche ich entlang des Mündesees und rolle entspannt durch die Altstadt. Bei St. Marien mache ich eine kurze Pause, erst dann geht es weiter nach Westen. Der Wind hat inzwischen etwas nachgelassen, was mich jetzt aber eher stört, denn ab jetzt könnte er als Rückenwind wehen.

Bis Gehegemühl südlich des Wolletzsees rollt es hervorragend, aber an dem folgenden Anstieg ist mir der eine Gang wirklich mal zu wenig und ich quäle mich ewig langsam hinauf. Es geht hinein in den Grumsiner Forst, der mit dem Telegrafenberg auch eine der höchsten Erhebungen der Region enthält. Nachdem ich dann aber endlich oben bin, rollt es bis Altkünkendorf recht gut. Die Straße führt bis da immer leicht bergab. Erst direkt hinter dem Ort folgt ein weiterer, wenn auch nicht ganz so hoher und ganz so steiler Stich. Auch hier quäle ich mich nochmal so richtig und wäre amliebsten schon viel viel weiter am Ziel.

Allerdings entschädigt die Landschaft für die Qual. Ich befinde mich jetzt schon eine Weile im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und hier wird auch wieder klar, warum diese Region geschützt werden muß. Denn der Wald ist nicht einfach eine Fläche mit Bäumen drauf, sondern ein ständiger Wechsel aus Vertiefungen und Kuppen. Und Dank des relativ umfangreichen Regens im Winter sind überall kleine Tümpel und die Hochmoore sind auch noch feucht. Mit dem kurzen Stich bei Neugrimnitz verlasse ich den Wald und komme zurück in den Barnim. Werde am Grimnitzsee von den vielen Gänsen empfangen.

Bis Altenhof bekomme ich fast schon Flügel. Denn nachdem ich in den Bereich der Werbelliner Berge gekommen bin und eine langgezogene Steigung erklommen hatte, geht es für einige Kilometer fast nur bergab. Dadurch kann ich auch einige Kräfte sammeln und mich auf den steilen Anstieg von Altenhof nach Süden vorbereiten. Die Straße erklimmt hier innerhalb weniger Meter das Werbelliner Plateau und fordert noch einmal alles.

Aber dann geht das Fliegen weiter. Der Nordwind ist zurück gekommen und so schieße ich die Allee südlcih von Altenhof entlang. Und als der Wind seinen Einfluß verliert, weil es wieder in den Wald geht, hilft mir die abschüssige Straße und so rolle ich weiter bis zum Fuß des Buckower Berges. Hier steigt die Straße noch einmal für gut einen halben Kilometer an. Aber auch hier läuft es wieder rund und so kann ich entspannt auf die KAP-Straße einbiegen und bis nach Hause rollen.

unterwegs auf dem Langlaufboot

Inzwischen könnten wir fast von einer Tradition sprechen, denn bereits im dritten Jahr in Folge verschlug es mich auf ein Langlaufboot und mit diesem und Eigner Schmidti am 29. September nach Prenzlau. Der (Segel-Club Rot-Weiß Prenzlau e.V.) lud einmal mehr zur Piraten- und Ixylon-Regatta auf den Unteruckersee nach Prenzlau, wobei in diesem Jahr der Schwerpunkt noch deutlicher in Richtung Pirat geschoben war. Das wurde bei der Zahl der gemeldeten Boote (20:3) aber vor allem auch bei der Eröffnung deutlich, die mit dem Piratenschlachtruf beendet wurde.

Seglerisch war es in diesem Jahr etwas anspruchsvoller, da sich der Wind im Lauf des Tages von 0 auf ca. 6 Bft steigerte und einige Teams arg an ihre Grenzen kamen, sowohl was das Material als auch die Bootsbeherrschung betraf. Der Kampf mit dem Gegner wurde dagegen leichter, denn es gab für uns eigentlich nur einen. Das zweite Schiff kämpfte mehr mit sich und dem effektiven Segeln, als dass es in die Entscheidung eingreifen konnte.

Da ich wusste, dass unser verbliebener Gegner recht schnell sein kann (offen sind allerdings die Mittel, denn so wie es schien, entsprachen die Segel – speziell der Spi – nicht ganz dem, was bei XY erlaubt ist), konzentrierte ich mich bei der ersten Wettfahrt voll auf ihn.

Der Start war sehr bojenbetont, und so versuchte ich gleich hier unseren Freund so zu bedrängen, dass für uns ein kleiner Vorteil herausspringt. Das gelang gut, auch wenn unser Start nicht optimal verlief. Gleich nach dem Start konnten wir so in die Manndeckung übergehen.

Richtig abhängen konnten wir ihn allerdings nicht, und so gingen wir zwar mit einem kleinen Vorsprung um die Eins, kurz danach hatte ich aber schon das Gefühl, dass er uns bis zur Drei noch mal richtig bedrängen wird.

Und so kam es auch, ca. 100 Meter bevor wir die Boje runden mussten, war er gleichauf und wir mussten hart kämpfen, um ihn nicht vorbei ziehen zu lassen. Unseren Kurs hatte ich vorher allerdings schon so gewählt, dass er, wenn er vorbei kommen sollte, in Luv wäre und wir außerdem auch die Boje in Innenposition anlaufen.

Beim Bojenrunden kam er uns dann so nahe, dass ich mich arg bedroht fühlte und massiv "Raum" fordern musste. Dabei kam es noch zu einer kleinen Berührung, und die Jungs kamen auch beim Spi runter nehmen durcheinander. So hatten wir gleich zwei Vorteile auf unserer Seite. Unser Gegner war allein durch die Bojenrundung schon zurückgefallen und musste zudem noch kringeln, das ihn weitere Meter kostete.

Den Rest der Wettfahrt passierte nicht mehr viel. Auf der langen Kreuz hoch zur Boje 1 wurde unser Vorsprung allmählich größer, unser Freund vergaß das Kringeln und so gingen wir relativ entspannt auf den verbliebenen Vorwindkurs. Unser Vorsprung schwand Vorwind zwar noch einmal etwas, war aber an der 3 noch so groß, dass wir locker ins Ziel kreuzen konnten.

Für die zweite Wettfahrt änderte ich die Taktik etwas. Der Start war noch immer sehr einseitig ausgelegt und die Boje bevorteilt. Ich hätte also genau wie bei der ersten Wettfahrt wieder auf Manndeckung fahren können. Da ich aber beobachtet hatte, dass unser Freund immer, wenn er auf unserem Bug und in unserer Nähe fuhr, am wenigsten abzuhängen war, konzentrierte ich mich mehr darauf, den für uns optimalen Kurs zu wählen, und so die wenigen taktischen Möglichkeiten, die der Kurs bot, effektiv zu nutzen.

Bis zur Eins fuhren wir auf die Art einen ordentlichen Vorsprung heraus und gaben von diesen im gesamten Verlauf der Wettfahrt nicht mehr viel ab. Unter Spinacker verloren wir etwas, auf der Kreuz holten wir aber noch mehr wieder heraus, und somit war unser zweiter Tagessieg nicht gefährdet.

In der dritten und letzten Tageswettfahrt sah es für uns dann aber schlecht aus, denn unmittelbar vor dem Start hatte sich die Fockschot gelöst, und das Schothorn schlug wild gegen den Mast. Durch die folgende Bastelei fuhr unser Gegner scheinbar uneinholbar davon, und uns blieb nur, ordentlich Gas zu geben.

Der Wind hatte allerdings etwas zugelegt, und durch kleine Trimmveränderungen machten wir das Schiff noch etwas schneller als zuvor. Dazu spielten wir aber auch den Vorteil unseres Kampfgewichts von mehr als 100 kg am Draht voll aus.

Um den Gegner kümmerte ich mich erst einmal wenig, stattdessen versuchte ich für die Kiste das Optimum an Höhe zum Wind und Geschwindigkeit zu finden und gleichzeitig die Dreher perfekt auszunutzen. Dies scheint gelungen zu sein, denn Schmidti meinte, so schnell wäre er noch nie mit diesem Schiff gefahren, und wir kamen bis auf ca. 30 Meter an den anderen heran.

Nach der Boje war dort wohl ruhiges Segeln angesagt und der Spi blieb unten. Vielleicht hatten die Jungs auch einfach etwas Angst? Ein Langlaufboot richtet sich ziemlich schlecht wieder auf, gerade auch
wenn der Spi oben ist.

Bei uns gab es allerdings keine Frage, ob oder ob nicht, und so zogen wir gleich nach Boje den Turbo und überholten die andere Ixylon zügig. Bis zur Boje zwei hatten wir so auch wieder einen kleinen Vorsprung herausgefahren. Das wurmte die Jungs dann aber doch etwas, und so zogen auch sie ihr blau-weißes Tuch. Es half aber nicht mehr viel, denn bis zur Drei verhinderten sie nur, dass der Vorsprung noch größer wird.

Ab hier war es dann ein leichtes. Wir achteten auf unseren Trimm und den optimalen Kurs, und so vergrößerte sich unser Abstand
immer mehr und betrug, als wir wieder oben an der Eins waren, über 200
Meter.

Jetzt war es aber an uns, nichts mehr zu riskieren. Der Wind hatte noch etwas zugenommen und da auch wir wenig Übung bei diesen Verhältnissen hatten, schauten wir erst, was die anderen machen. Aber dort wurde kein buntes Tuch mehr gesetzt, und so lullerten wir recht entspannt wieder runter zur Drei und dann ins Ziel. Fertig!

Denn mit diesem dritten Tagessieg hatten wir den Pokal erneut in der Tasche. Sollte morgen noch etwas gesegelt werden, wäre es egal, wo wir landen.

An Land klärten wir noch die Sache mit dem Protest, aber der Wettfahrtleiter meinte, lassen wir mal fallen, schließlich habt ihr doch alle drei Wettfahrten gewonnen… Wir überlegten aber auch, wie wir es morgen machen würden, und wir kamen zu dem Schluss, dass Schmidti mit seiner Familie zurückkommen wird und bei entsprechenden Bedingungen mitfährt und ich den Tag MissK schenke.

Am Sonntag kam für Schmidti eine kleine Überraschung – unsere Gegner tauchten nicht auf und der Wettfahrtleiter wollte den gerefften Langläufer nicht allein starten. Also segelte Schmidti mit seinen 3 Frauen eine Runde über den See und machte alle etwas nass. Aber die Kleinen schienen zumindest etwas Spaß zu haben.

Zur Siegerehrung wurde dann noch einmal deutlich, was wir in den vergangenen Jahren auch schon gemerkt hatten. Man wird hier als XY-Segler gerne mal vergessen. Denn bei der Siegerehrung fiel es plötzlich, nachdem die Piraten sich schon alle einen Preis genommen hatten, jemandem auf, dass es ja auch bei den XY einen Sieger und zwei Platzierte gab. Für die blieb dann gerade noch der Pokal übrig.

Und auch zum Ende gab es wieder ein Hacke: Peil!

Soll man also wieder nach Prenzlau fahren? Ich auf keinen Fall, denn für mich stand schon im letzten Jahr fest, dass es nur 3 Siege geben kann. Und der sportliche Wert der Regatta ist für mich relativ begrenzt, auch wenn so ein Sieg gut tut und das Revier sehr schön ist.

Schmidti überlegt noch, wenngleich auch ihn diese Vergesslichkeit sehr nervte, denn irgendwie will man mit seiner Klasse schon voll genommen werden, auch wenn es nur so wenige zum Start schaffen.

Lost under Pirates

Ich könnte fast sagen, alle Jahre wieder, aber in Wirklichkeit fuhr ich mit Torsten erst zum zweiten mal nach Prenzlau zum Saisonausklang, aber es war ja auch erst die zweite Veranstaltung. Die Beteiligung bei den XY war dafür in diesem Jahr noch bescheidener als im letzten, nur insgesamt 4 Schiffe versammelten sich an der Startlinie und fielen zwischen den 25 Piraten der anderen Startgruppe überhaupt nicht auf.

Auf dem Wasser waren die Bedingungen dann aber etwas besser als vor einem Jahr. Der Wind wehte zwar wieder aus südlichen Richtungen und auch relativ schwach, allerdings genau so viel stärker, dass die geplanten Wettfahrten auch wirklich gefahren werden konnten. Und zu allem schien auch noch die Sonne bei knapp 20°C.

Der erste Start erfolgte fast pünktlich und mit knapp zwei Windstärken und glattem Wasser waren es für unser Schiff sehr gute Bedingungen. Torsten hatte inzwischen auch einen Spinnaker an sein Schiff gebaut und so mussten wir nicht so stark um unsere schlechte Vorwindgeschwindigkeit bangen, wie im letzten Jahr. Mit gutem Timing legten wir einen 0-Start hin, zwar nicht direkt am Schiff, was bei der Windrichtung noch besser gewesen wäre, aber mit so viel Fahrt, dass wir gleich die Führung übernehmen konnten.

Unter Spi konnten wir die Führung weiter ausbauen, da sich Boot zwei und drei gegenseitig beharkten, statt uns anzugreifen. Mit sattem Vorsprung kamen wir zur Boje 3 und auch wieder hoch zur 1 – allerdings war unser Vorsprung da auch schon wieder kleiner geworden. Der Wind hatte nachgelassen und wir mussten uns mühen, den Zweiten nicht vorbei zu lassen. Der Zweite kam uns allmählich immer näher und ich hatte keinen Schimmer, was wir auf einmal falsch machten, vielleicht war einfach zu wenig Wind fürs Schiff.  So ging es noch mal runter zur 3 und wieder hoch und nur knapp retteten wir uns als Erste ins Ziel.

Zur zweiten Wettfahrt blieb der Wind so schwach wie zum Ende der ersten und wir hatten von Beginn an mit Speedproblemen zu kämpfen, während der Erste  unbeirrt seine Bahn zog und uns nicht den Hauch einer Chance lies. So wurde es in dieser Wettfahrt ein Zweiter.

Bei der dritten Wettfahrt war der Wind dann wieder mit uns, er wehte so stark, dass Torsten teilweise sogar nach Luv kommen musste und wir konnten schon bald nach dem Start einen kleinen Vorsprung heraus fahren, den wir diesmal auch nicht wieder abgaben.

Highlight des Abends sollte das Essen und eine nicht näher bezeichnete Darbietung werden. Das Essen wurde jedoch ein großer Reinfall, da es schon eine halbe Stunde nach Beginn nichts mehr gab und wir somit leer ausgegangen waren. Der Caterer war sogar schon wieder weg, als wir eintrudelten. Zum Glück gab es aber vom Verein spontane Aushilfe und so bekamen wir immerhin eine Wurst mit Salat und mußten nicht verhungern.

Die Darbietung war dafür ein wirklicher Höhepunkt, denn zwei junge Piratinnen (die angeblich extra aus Hamburg in die Uckermark geholt wurden) jonglierten überaus geschickt mit brennendem Zeugs herum. Im zweiten Teil sogar auf einem kleinen Ponton im Hafenbecken. Und krönender Abschluß war dann noch ein Feuerwerk!

Am Sonntag war alles wieder ähnlich wie im letzten Jahr. Der Wind wehte fast nicht, nur vereinzelte Windfelder trieben langsam über den See.  Nach über einer Stunde Startverschiebung an Land hieß es zwar – alle raus aufs Wasser, aber dort warteten wir weiter und schließlich wurde abgebrochen und wir durften wieder an Land treiben – waren dadurch aber erneut ohne Sonntagskampf Sieger und konnten den Wanderpokal mit nach Hause nehmen.

Bilder gibt es hier: http://www.teamdochnoch.de/MIXED/news/06_aug_okt/06a_o0111.html und auf der homepage des Vereins: http://www.segelclub-prenzlau.de

Segeln auf dem Unteruckersee

Am letzten WE war ich in Prenzlau auf dem Unteruckersee etwas segeln. Ein Regattabericht soll noch folgen, hier vorab aber der Track-Log unserer ersten Wettfahrt.

Der Kurs war nicht besonders trickreich. Der Wind drehte kaum und so ließ das Revier wenig Raum für taktische Spielchen. Wichtiger war gut zu starten und den Speed zu halten, was uns auch halbwegs gelang, so daß wir den 1. Lauf mit knappem Vorsprung ins Ziel retteten.

Spielbälle, Helden und die Uckermark

Eigentlich wollte ich euch etwas von den Helden des ESK erzählen, die beim Jedermannrennen der Sachsentour mal wieder sehr gut abgeschnitten haben und auch etwas von meiner eigenen Tour, die vielleicht nicht ganz so heldenhaft, dafür aber sehr schön war.

Statt dessen werden meine Gedanken aber immer wieder in Richtung Naher Osten gezogen, wo Menschen sterben (Leben in Trümmern), weil sie als Spielball der Politik herhalten müssen. Also nur ein Paar Bilder und freut euch, daß es uns noch gut geht.