Üdersee

Nachdem ich letztens etwas weiter weg von zu Hause ein für mich neues Paddelrevier (Großer Kastavensee) entdeckt hatte, wollte ich heute ein mir eigentlich bekanntes, aber dann doch nicht so vertrautes Revier abfahren. Das Wetter war günstig und so machte ich früh Feierabend und war am frühen Nachmittag an einer fast menschenleeren Badestelle. Irritiert war ich nur, weil irgendwer (vermutlich der örtliche Angelverein) groben Kies an die Badestelle geschüttet hatte.

Mit dem Üdersee verbindet mich eine ziemlich lange Geschichte. Schon als kleiner Junge, kurz nachdem ich schwimmen konnte, verbrachte ich viele Sommernachmittage mit den Freunden auf dem Badeberg am Zeltplatz. In den Ferien teilweise auch ganze Tage und zum Mittag gab es immer Schlagersüßtafel. Dann kam irgendwann die Wende und der Zeltplatz bekam einen neuen Eigner und wollte Eintritt, was mich davon abhielt mal schnell zwischendurch hinzufahren, mein Baderevier war da aber schon der Werbellinsee. Irgendwann war ich sogar mal auf dem See segeln und irgendwann in den frühen Neunzigern zum Schlittschuhlaufen vor Ort. Damals hatte ich auch zum ersten mal den gesamten See gesehen.

Heute sollte es nun eine Paddeltour auf dem SUP werden. Ich parkte oben am Waldrand, das Board war schnell aufgebaut und schon ging es runter zum See. Was mich bereits da sehr irritierte und auch störte, war der Krach von der Autobahn. Der begleitete mich auch die gesamte Tour über und ich fragte mich, ob es da irgendwann Besserung gibt und ob die vielen Bungalownutzer das noch hören und es sie stört.

Auch heute wehte wieder ein ordentlicher Wind aus Süd und so paddelte ich zunächst kräftig gegenan. Nach der ersten Krümmung wechselte ich auf das Südostufer und hatte mit dem Wind erst einmal weniger zu tun. Im Gegensatz zum Grossen Kastavensee ist der Üdersee zu zwei Dritteln am Ufer bebaut und so reiht sich ein Steg an den nächsten. Manchmal gibt es kleine Bootsschuppen, manchmal sogar kleine Hütten oder Bungalows fast am Wasser und überall sind Menschen.

Überhaupt ist der gesamte See voller Menschen. Ich treffe auf die verschiedensten Wasserfahrzeuge, Segelboote ohne Mast, dafür mit E-Motor, Ruderboote (Typ Anker) mit Rudern oder auch mit E-Motor, Paddel- und Tretboote und am Ende des Sees sogar drei Frauen, die auf alten Surfbrettern SUPen und einzelne Schwimmer. Beruhigend ist dabei nur, daß die meisten wenig Krach machen. Nur am Zeltplatz höre ich schon von weitem das Schreien der Kinder. Und über allem liegt dieser Autobahnlärmteppich. Schade eigentlich, denn der See wäre sonst eines der Kleinode des Barnim, auch wenn es mir auf dem SUP nur mittelmäßig Spaß gemacht hatte. Aber von meiner letzten Tour war ich noch zu verwöhnt. Am Ende hatte ich fast genau 8 Kilometer gepaddelt, zwei mehr als auf dem Großen Kastavensee.

Stairway to Wo

Das WO hat mich an diesem kleinen Steilstück ganz schön beeindruckt. Der Hang ist eine der steilsten Stellen im Eberswalder Stadtforst, an der ich ab und an mal fahre, der Untergrund war überfrorener Altschnee. Und eigentlich fahren andere hier sonst mit dem Schlitten ab. Anhalten mußte ich nicht, weil die Traktion fehlte, sondern die Kraft und zu Fuß kam ich dann gerade so ganz nach oben.

Wo

Fatbikes gibt es inzwischen schon seit über 10 Jahren und ich träumte auch schon länger davon, eines zu besitzen. Aber irgendwas paßte bisher nicht oder es kam was dazwischen. Jetzt habe ich mir aber doch kurzentschlossen ein Kona Wo zugelegt. Mit dem Wo betrete ich nicht nur bezüglich der Reifen Neuland sondern auch mit dem Rahmen (es ist mein erster Alurahmen) und es ist mal wieder ein Rad von der Stange und es hat auch eine stinknormale Kettenschaltung.

Weshalb ich mich gerade für das Wo entschieden habe, ist schnell erklärt. Ich wollte die Option auf die fattesten am Markt erhältlichen Reifen haben (beim Wo sind 4,8er eingebaut und die haben noch Luft), ich wollte die Option eine Rohloff nachrüsten zu können (das Wo hat genau wie mein Unit verschiebbare Ausfallenden, ich wollte nicht zu viel Geld ausgeben und ich wollte auch nicht zu viel schrauben und möglichst schnell auf dem Bike unterwegs sein.

Das Wo kam in einer ziemlich beeindruckenden Kiste. Das Vorderrad, Sattel und Sattelstütze waren ausgebaut, der Lenker noch zu montieren und Pedalen hat es original auch keine. Bei den Pedalen machte ich keine Experimente und wählte Shimano Saint Plattformpedalen. Die waren auch schnell montiert. Kona hatte sogar Unterlegscheiben spendiert.

Obwohl das Wo in XL geliefert wurde, war ich mir nicht sicher, ob mir die vorgesehene Sitzposition zusagen würde. Dank eines Spacerturms war aber auch hier ein erstes kleines Tuning leicht absolviert. Die Sitzhaltung ist mir zwar immer noch etwas aufrecht. Aber ich könnte den Vorbau noch umdrehen und/oder einen geraden Lenker montieren oder auch einen längeren Vorbau. Das wird sich sicher alles im Lauf der nächsten Fahrten zeigen.

Heute kam ich zunächst nur zu einer kleinen Testrunde über 7 Kilometer mit einer kleinen Abfahrt, einem kleinen Anstieg, etwas Straße und viel Singletrack und verharschten Schnee mit Fuß- und Reifenspuren und auch auch etwas offroad.

Die Reifen kamen mit knapp 0,7 bar. Aus dem lesen verschiedener Fahrberichte, war mir aber klar, daß das auf jeden Fall zu viel sein wird und so reduzierte ich gleich zu Hause auf ca. 0,5 bar. Der Druck paßte dann auch ganz gut. Das Bike fuhr sich auf der kleinen Runde nicht so schwer, wie es manche beschreiben. Die jeweils 0,5 bar scheinen für heute gepaßt zu haben. Auf der Straße wurde die Fuhre allerdings etwas unrund und schaukelte sich auf.

Richtige Nachteile zum Unit spürte ich eher nicht. Vielmehr setzte sich die Überzeugung fest, daß ich mich mit dem Unit mehr gequält hätte. Ich war zwar nicht besonders schnell unterwegs, das Wo fühlte sich dabei aber recht leicht an. Glatteis hatte ich nicht. Auf dem festgefahrenen Schnee unternahm ich aber einige Brems- und Beschleunigungsversuche und die liefen problemlos. Das Rutschverhalten war unauffällig bis gutmütig. Der Grip erwartungsgemäß super.

Jetzt bin ich gespannt, wann ich das nächste mal auf die Kiste komme und wie es sich in etwas anspruchsvollerem Gelände benimmt.

Durch den Eberswalder Stadtwald und darüber hinaus

Unter Vielen, die ich aus Eberswalde und Umgebung kenne, scheint es schon fast zum guten Ton zu gehören, ständig zu betonen, wie doof und grau und gesichtslos Eberswalde doch ist und wie langweilig und wie wenig Möglichkeiten es für dies und das gibt und wie toll doch dieses super Berlin ist. Viele scheinen mir dabei aber zu vergessen, wie sich Eberswalde in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat (obwohl ich es auch früher nie so schlimm fand) und wie viel es heute bietet.

Sie vergessen dabei neben dem Wandel in der Stadt auch ganz gerne, welche fantastischen Freizeitmöglichkeiten es in und um Eberswalde gibt. Da wären zum einen unsere berühmten Sehenswürdigkeiten wie das Kloster Chorin und das (oder inzwischen die) Schiffshebewerk Niederfinow, den Finowkanal, den Zoo, der ja eigentlich ein Tierpark ist, den forstbotanischen aber auch den Familiengarten.

Sie vergessen dabei aber bestimmt auch die vielen Seen die zum baden oder einfach nur zum verweilen einladen, allen voran natürlich den Werbellinsee. Und nicht zuletzt vergessen sie wohl auch, daß Eberswalde eine (oder die) Waldstadt ist und der Wald quasi direkt neben dem Zentrum beginnt. Nur wenige Minuten mit dem Fahrrad und man kann eintauchen in einen Buchenwald, wie es ihn sonst nicht so oft gibt.

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Direkt in Stadtnähe gibt es ein umfangreiches System aus Trampelpfaden, Wanderwegen und einfachen Waldwegen so daß man sich sicher weit über eine Stunde hier mit dem Mountainbike tummeln könnte, ohne dabei wirklich jeden Weg gefahren zu sein. Ich wollte mich heute aber nicht nur hier tummeln, sondern noch etwas weiter nach Süden und Westen vorstoßen. Statt der üblichen Wege durch den Zainhammer und entlang der Schwärze fahre ich in kleinem Bogen nach Süden und Südwesten und komme dann doch wieder bei Spechthausen zum Nonnenfließ.

Wir haben ja fast den dunkelsten Punkt der dunklen Jahreszeit erreicht und so wird es schon kurz nach vier ziemlich finster im Wald. Ich lasse mein spärliches Licht trotzdem noch aus und ziehe die Dunkelheit in mich ein. Die Wege sind kaum zu erkennen, da in den letzten Tagen die Bäume massiv ihr Laub verloren haben. Und nicht nur einmal gerate ich kurz auf Abwege.

Kurz hinter dem Liesenkreuz muß ich fast durch einen See fahren. Hier ist schon länger ein Biber aktiv und scheint das Nonnenfließ wohl zu einem See aufstauen zu wollen. Der Damm ist inzwischen so hoch, daß der Weg in diesem Bereich teilweise mehr als knöchelhoch überflutet ist und auch sehr matschig war. Zum Glück hatte ich heute meine Neopren-LAKEs an, so daß ich trockenen Fußes durchgekommen bin.


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Von da geht es über Schönholz nach Melchow, wo es sich lohnt bei der Bäckerei Haupt eine kurze Rast einzulegen. Heute ist mir aber nicht danach. Es ist inzwischen schon stockdunkel und auch kalt geworden. Ich beginne trotz der Bewegung leicht zu frieren. Der Mond erleuchtet mir den Weg ab hier durch den Ort und weiter bis zu meinem Ziel.

Noch mehr Herbst 2016

Ich hatte vor längerer Zeit mal einen Beitrag über die Die Farben des Herbstes geschrieben. Damals war ich südsüdöstlich von Eberswalde unterwegs. Heute erkundete ich einige lange nicht gefahrene Wege rund um Spechthausen. Es war keiner dieser schönen sonnigen Herbstage, die in diesem Oktober ja sowieso fast komplett gefehlt haben. Einiges an Farbe hatte der Herbst aber dann doch zu bieten.

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