3x H

Alle Jahre wieder hieß es im September auch für mich, auf zum Sherry-Cup, auf ans andere Ende des Sees zum Yachtclub Schorfheide. Gespannt war ich vor allem darauf, wie sich das Wetter und insbesondere der Wind heute entwickeln würde. Die Vorhersage versprach 2 Bft, diese allerdings aus Nordwest. Eigentlich also recht perfekte Bedingungen für ein entspanntes Rennen mit zwei nicht zu schweren Personen an Bord der Dochnoch.

Als zweiten hatte ich Hans anwerben können, der mir auch gleich half, die Dochnoch über den See zu treiben. Beim Treiben mußte uns allerdings der Motor immer wieder helfen, denn immer wieder schlief der Wind so weit ein, daß wir nicht einmal einen halben Knoten über Grund schafften.

Erinnerungen an das letzte Jahr wurden wach, wo die Hinfahrt ähnlich zerstückelt verlief, dann den gesamten Nachmittag aber nicht einmal so viel Wind kam, daß gestartet werden konnte und wir am Abend zwar satt, aber ohne eine Wertung wieder nach Hause fuhren. Immerhin kam für die Rückfahrt aber noch so viel Wind, daß wir ein Stück segelten.

In diesem Jahr kam es aber zum Glück anders. Es gab zwar zunächst eine Startverschiebung, dann frischte es aber etwas auf und eine leichte und halbwegs konstante Brise aus westlicher Richtung baute sich auf. Und mit ca. 15 Minuten Verspätung schickte Ron uns auf die Reise.

Wie auch in den letzten Jahren wurde in zwei Startgruppen gestartet. Zuerst alles ohne Kiel, dann alles mit Kiel. Für uns mit dem 20er Jollenkreuzer sind das natürlich gute Voraussetzungen, da wir die größten im Ohne-Kiel-Feld sind und dementsprechend wenig Probleme mit den Abdeckungen anderer Schiffe zu kämpfen hatten.

Unser Start verlief allerdings nicht optimal. Irgendwie kam er für unser zusammengewürfeltes Team dochnoch etwas zu früh. Neben Hans war nämlich auch noch Hardy an Bord, der kurz vor dem Ablegen auf dem Steg stand und meinte, er suche noch eine Planke. Die beiden benötigten noch eine Weile, ehe sie sich halbwegs koordiniert hatten. Dadurch war schon das Ablegen nicht ganz so, wie geplant und so zog es sich durch die halbe Startkreuz. Wir kamen trotzdem halbwegs aus dem Feld heraus und hatten auf Höhe des Fischers die Jollen komplett hinter uns gelassen und nur noch unsere schärfsten Konkurrenten neben bzw. vor uns.

Nachdem wir nochmal am Großfall gespielt und das Großsegel wieder etwas hochgezogen hatten, kam langsam etwas Routine in unsere Manöver, alles lief etwas flüssiger und wir konnten wieder an Angriff denken. Durch die Spielerei hatten wir zwar verloren aber auch freien Wind und freie Entscheidungsmöglichkeiten. Dadurch konnten wir den leicht um die Ecke gegenüber von Michen drehenden Wind optimal nutzen und uns an unsere Gegner wieder mehr heranschieben und unter ihnen wenden.

Ab hier lief es für uns immer besser. Unsere beiden Gegner lagen zwar zunächst noch etwas über uns, aber gleichzeitig auch etwas zurück und beharkten sich zudem gegenseitig. Ich versuchte bei möglichst gleichem Speed immer wieder etwas Höhe zu ziehen und so allmählich eindeutig vor die beiden anderen zu kommen. Nachdem dies geschafft war, hatte ich volle Handlungsfreiheit. Bei der jetzt herrschenden Windrichtung war das allerdings nicht mehr so entscheidend, da der Streckbug extrem lang war und wir fast einen Anlieger zur Boje hatten.

Unser Vorsprung wuchs allmählich auf dem Weg zur Boje, die heute auf Grund des geringen Winds nur vor Altenhof lag. Am Ende hatten wir ca. 10 Bootslängen herausgearbeitet und konnten frei runden. Der Wind blies für uns hier immer noch günstig und so konnten wir mit guter Geschwindigkeit die Rückfahrt antreten. Dazu trimmten wir das Schiff ordentlich auf den Kopf und ließen es einfach laufen.

Es ging mitten durch das Feld der aufkreuzenden Gegner und parallel dazu wuchs unser Vorsprung immer mehr. Irgendetwas mußte da hinten bremsen, denn als wir auf Höhe der Wasserskibucht waren, war unser Vorsprung auf mehr als 500 Meter gestiegen. Die Bilder zeigen das vielleicht ganz gut:

Das erste Bild wurde mit einer Brennweite von 27mm, das zweite von 300mm aufgenommen. Näher ging nicht mehr.

Ab da schien alles sicher. Aber es schien auch nur so. Nachdem wir nur noch ca. 1 Kilometer bis zum Ziel zurückzulegen hatten, schlief bei uns der Wind fast komplett ein und wir mußten mit ansehen, wie unser schöner Vorpsrung einfach so dahinschmolz. Erinnerungen an einen früheren Sherry Cup wurden wach oder auch an die letzte Werbellinseeregatta, wo wir eine eigentlich ausreichend großen Vorsprung wieder einbüßten und am Ende viele Gegner vorbei lassen mußten …

In diesem Jahr kam es zu unserem Glück allerdings anders. Der Wind setzte so rechtzeitig ein, daß wir mit immer noch fast fünf Minuten Vorsprung auf Ecki ins Ziel kamen und somit auch das erste Schiff im Hafen waren. In Bildern sah das dann so aus:

Hinten hatte sich alles zusammengeschoben und es wurde noch etwas gewürfelt.

Am Ende wurden wir dann auch gerechnet bei den Jollenkreuzern mit Vorsprung 1. vor Ecki, Ulf Ploschenz und Pinki und die Kombination der 3 H (Hans, Hardy und Hendrik) hatte sich bewährt.

Bei den Jollen siegte Schmidti mit der Ixylon und bei den Kielbooten die Oldtimer auf der Nessi und die kompletten Ergebnisse gibt es hier: Sherry Cup 2012

Werbellinseeregatta 2012

Auch 2012 lockte die Werbellinseeregatta wieder einige auswärtige 20er Jollenkreuzer auf den See und vergrößerten so das Feld auf insgesamt 18 Boote. Den 7 vom See (6 von Stahl Finow, 1 vom SWVW) standen 11auswärtige gegenüber, die aus Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und natürlich auch aus Brandenburg kamen.

Dominiert wurde die Regatta von den neuen Renn-20ern. Während die Touren-20er, zu denen alle vom See und ein Boot vom SC Märkischer Adler gehörten, meist in der zweiten Hälfte des Feldes segelten.

Die kompletten Ergebnisse sind auf der Vereinsseite zu finden (stahl-finow-segeln.de), weshalb ich hier nur erwähnen möchte, daß der Erste (GER 1400) die Regatta mit 3 ersten Plätzen souverän gewann, auch wenn die jeweils Zweitplatzierten nie so richtig weit weg waren. Im zweiten Lauf lagen z.B. nur 6 Sekunden zwischen 1 und 2.

Für uns spielten die Fähigkeiten der vorne liegenden 20er aber nur selten eine Rolle, da sie normalerweise spätestens nach dem Ende der Startkreuz nicht mehr einhol- oder überholbar waren.

Der Sonnabend war geprägt von stark drehendem und vor allem auch in der Stärke schwankendem Wind und so kam es, daß nach der ersten Wettfahrt zwar noch mehrfach gestartet und sogar eine Wettfahrt zu 70 Prozent gesegelt wurde, es aber bei nur einer gewerteten Wettfahrt blieb.

Und diese eine Wettfahrt verlief für uns zwar eigentlich recht gut. Wir fanden immer wieder Anschluß an die vorderen Schiffe und lagen lange Zeit vor den anderen Touren-20ern. Der Wettfahrtabschluß ging aber deutlich daneben. Ca. 200 Meter vor dem Ziel parkten wir so ab, daß 3 eigentlich sicher geglaubte 20er noch vorbei fuhren und wir nach gerechneter Zeit dann 13. wurden …

Am Sonntag gab es dann endlich etwas stabilere Windverhältnisse, so daß auch die zwei geplanten Wettfahrten ohne große Warterei zügig durchgezogen werden konnten.

Den ersten Start erwischten wir wieder ganz gut und kamen gut über die Startkreuz. Aber auch schon hier zeigte sich, was uns den Rest der Wettfahrt beschäftigen sollte: wir kamen zwar immer wieder an Lommel (R529) heran, lagen dann aber meist auf dem falschen Bug und der letzte Meter zum internen Sieg fehlte. Im Ziel waren es dann 5 Sekunden, die wir hinter ihm waren. Trotzdem war dieser 10. Platz aber unsere beste Einzelwertung.

Die zweite Tageswettfahrt vom Sonntag begann dann wieder vielversprechend. Guter Start mit freiem Wind, auch Entscheidungsmöglichkeiten waren nach dem Start noch vorhanden. Aber da hakte es bei mir, denn obwohl ich zunächst eher für die linkE Seite war, blieb ich auf der ersten Hälfte der Kreuz rechts und merkte dann irgendwann, daß es absolute Ka..e war, aber da war es schon zu spät. Und im weiteren Verlauf der Wettfahrt mußten wir mehr nach Hinten verteidigen, als das wir nach vorne angreifen konnten. Dann riß noch der Rückholgummi der Steuerbordwinsch und wir bastelten eine halbe Kreuz und auch die Zielkreuz lief wieder so, daß es zum nächsten knapp wurde. Am Ende war das ein 14. Platz und damit unsere schlechteste Wertung.

Mit den Plätzen 10, 13 und 14 wurden wir insgesamt 13, womit ich nicht wirklich zufrieden war, da ja eigentlich mehr drin gewesen war

Bei einer so großen Veranstaltung sollte es natürlich auch von anderen ein Feedback geben. Am umfangreichsten war die Berichterstattung auf der Vereinseite, die sogar schon während der Regatta begann:
SV Stahl Finow: Werbellinseeregatta

Auch bei raceoffice ist einiges zu finden, neben den Ergebnissen sind auch immer noch die Meldelisten online:
raceoffice.org: 60. Werbellinseeregatta

Vor Ort war auch das ODF: Fernsehen für Ostbrandenburg und auf deren Seite fand ich u.a. diesen Beitrag mit Film 60. Werbellinseeregatta / Nachwuchssportler Paul Pinkau testet neue Bootsklasse

Einen kurzen Bericht gab es auf der Seite des SWV Werbellinsee: R 309 und die 60. Werbellinseeregatter und einen Bericht erwarten können wir vielleicht noch hier: R1390-Fivestars Blog

Und als letzer Link soll noch der von der Klassenvereinigung folgen, vielleicht gibt es auch da noch irgendwann einen Bericht: Deutsche Klassenvereinigung der 20qm Jollenkreuzer e.V.

Bootsbau

In den letzten Wochen war es hier recht ruhig, was vor allem daran lag, daß ich kaum aufs Rad gekommen bin. Eine Ursache waren die Probleme mit meinen Knien, die sich scheinbar aber endlich gelöst haben, die andere sind umfangreichere Arbeiten an der Dochnoch.

Hier gab es alte Baustellen, die noch zu Ende gebracht werden mussten und es taten sich auch noch neue Baustellen auf. Dazu kommen auch noch die normalen Winter- / Frühjahrsarbeiten.

Blick ins Vorschiff

Eine der alten Baustellen war die Verklebung zwischen den Seitenwänden und den Kojen. Die Schwierigkeit bei der Arbeit bestand vor allem in der Enge im Vorschiff, im vorherigen Putzen der angestrichenen Polyesteraußenwand und zum Schluß in der richtigen Dosierung von Harz beim Antupfen des Abreißgewebes. Von letzterem stammen die auf dem Bild erkennbaren Unebenheiten im Vordergrund.

Vorschiff

Eine neue Baustelle tat sich nach eingehender Begutachtung von Verklebungen rund um den Mast auf. Wie auf dem folgenden Bild zu sehen, sind die alten Polyesterverklebungen nicht mehr wirklich aktiv. Zudem war die Matte teilweise gerissen.

alte Verklebung

Nach der Demontage zeigte sich auch noch, daß das alte Schott wesentlich zu klein war und außerdem im unteren Bereich faulig. Ein kompletter Neubau mußte also her. Dieser wurde dann in ein Spachtelbett geklebt, es gab oben drauf Hohlkehlen aus Spachtelmassen und schließlich einen Streifen Diagonalgewebe und für das Finish wieder Abreißgewebe.

Nach dem Abreißen des Abreißgewebes sah es dann so aus:

neue Verklebung / neues Schott

Jetzt muß nur noch etwas geschliffen und schließlich lackiert werden.

Impressionen von der Werbellinseeregatta

In diesem Jahr hat es bei uns mit einer Teilnahme an der Regatta leider nicht geklappt, zum Nachmittag konnten wir aber noch kurz aufs Wasser und erlebten den Start der 3. Wettfahrt für die 20er Jollenkreuzer. Das Feld war weiter gewachsen, die Leistungsunterschiede aber auch. Oder lag es am Wind in diesem Jahr?

Schon nach der recht kurzen Startkreuz ist das Feld extrem auseinander gezogen und der erste ist bereits um die 2 gegangen und auf dem Bild nicht mehr zu sehen.

Neben den 20er waren noch Ixylon, Pirat und 420er bei der Regatta vertreten. Die Felder waren bei Pirat und Ixylon im Vergleich zu den Vorjahren aber relativ klein. Bei den Piraten mag es daran liegen, daß in dieser Woche noch die EM am Balaton stattfand, bei den Ixylon mag die Luft raus und Lust weg gewesen sein, nachdem am letzten Wochenende die IDM am Werbellinsee stattgefunden hatte.