le Hinterland

Während der Tour schwirrten mir die verschiedensten Namen durch den Kopf… Auf der Suche nach dem richtigen Druck …. Sandiger als Brandenburg … Platt im Médoc …. Am Ende blieb aber der Begriff Hinterland im Kopf hängen. Denn was mir in den letzten Jahren schon auf den schmalen Reifen bis hinüber zur Gironde aufgefallen ist: sowie man den Strand verläßt, wird das Médoc leer, sehr leer. Und im Wald muss man nicht einmal so weit fahren, um das zu spüren. Es gab einige Spuren von MTB-Reifen, zum Anfang sogar fatte, aber gesehen habe ich die Menschen nur da, wo auch Asphalt war.

Die Idee zur Tour ist einfach erklärt. Ich wollte mit dem Wo einige der höheren Punkte im Hinterland der Küste erkunden, dann diese von mir in den letzten Jahren immer ignorierte Piste von Montalivet Richtung Le Pin Sec fahren, in einem Bogen zurück nach Montalivet, dort noch Kleinigkeiten einkaufen und geradlinig zurück.

Klappte auch alles zum Anfang recht gut. Von Le Gurp fuhr ich zunächst nach Osten und erklomm den mit 40m über dem Meer höchsten Punkt der Dunes de Labaio. Hier war ich im letzten Jahr schon mal von Süden herangefahren, in diesem Jahr von Norden klappte es aber besser.

Nach der Abfahrt kam ich wieder an den beiden kleinen Seen vorbei, die auf der Karte keinen Namen haben. Die Feuerwehr nennt den größeren Wasser-Punkt #57. Von da geht es am Rand von L’Hôpital entlang und weiter Richtung Süden. Teilweise fahre ich dabei auf ausgewiesenen VTT-Routen. Frage mich aber, wie der normale MTB-Fahrer mit den immer wieder auftauchenden Tiefsandpassagen klarkommt.Bei Montalivet fahre ich dann über einige Kilometer netten Singletrail, der bei etwas höherem Tempo bestimmt einen Flow auslösen könnten.

Weiter geht es zwischen Wald und Sumpf (Marai). Anfänglich noch auf Singletrail wird es langsam tiefsandiger, gleichzeitig werden meine Beine weicher und ich streiche den Abstecher nach Le Pin Sec. Suche stattdessen einen Weg Richtung Montalivet und will noch eine letzte Höhe erklimmen.

Die Dune du Negre bietet sich an, da zwischen meinem Umkehrpunkt und Montalivet liegt. Aber schon an den ersten kleinen Anstiegen gehe ich in die Knie. Der Sand ist fein und tief. Und zwingt mich vom Rad.

Und als ich gerade mal wieder am Ventil fummle, raschelt es drei Meter neben mir im Gebüsch und ein Hirsch stiebt davon. Etwa so groß wie Damwild bei uns, aber ein sehr dunkles rotbraun. 10 Meter vor mir quert er (oder sie? Ein Geweih sehe ich nicht) den Weg, hält kurz inne und verschwindet dann elegant im Busch.

Ich lasse mal wieder den Druck aus dem Reifen, gerade so viel, daß der Reifen noch nicht platt ist, und „rolle“ weiter durch den Tiefsand. Mal wird der Boden fester, dann rollt es wirklich, mal wird er weicher und ich stehe fast.

Dann habe ich den Querweg hoch zum „Gipfel“ erreicht. Hier rollt nichts mehr, sondern ist harte Arbeit. Der Reifen findet kaum Halt und als der 4.7er bis zur Felge einsinkt und nur noch Sand schaufelt, ist klar dass es vorbei ist. Schieben ist mal wieder angesagt.

Aber schieben ist hier harte Arbeit und ich bin kurz vor dem Ende. Die Beine sind weich, weicher noch als der Boden und ich schleppe mich mühsam voran. Wenn es flacher wird, fahre ich auch wieder. Am nächsten Anstieg wiederholt sich das Spiel aber wieder und ich muss innehalten.

Zum Glück weht ein leichtes Lüftchen und es gibt keine Fliegen oder Mücken oder so. Und so genieße ich das Erreichen des „Gipfels“ und mache das verdiente Gipfelfoto vom Wo. Zu sehen ist leider nur, wie der Weg kurz abfällt und sich dann zur nächsten Erhebung hinaufschwingt. Ich mache aber eine 90°-Wende und fahre abwärts und dann weiter nach Montalivet und anschließend geradlinig zurück.

Dunkel, dunkel

Die Jahreszeit bringt es mit sich, dass viele meiner kleinen Touren im Dunklen beginnen oder enden. Und prinzipiell bin ich dafür auch gut ausgerüstet. Helmlampe, Chinastrahler am Lenker und eine Dynamolampe als Backup sollten eigentlich auch reichen. Blöd ist es nur, wenn die Helmlampe nach Astkontakt den Dienst quittiert und kurz danach der Chinastrahler von grün über blau nach orange wechselt und dann einfach verlöscht…. Wobei zur Ehrenrettung der Dynamolampe Supernova E3 gesagt werden muss, dass sie, nachdem meine Augen sich umgewöhnt hatten, zumindest für normale Waldwege ausreichend ist.

Quer durch das Médoc

In diesem Jahr fand ich auch im Sommerurlaub etwas Zeit, um ausgiebig auf zwei Reifen unterwegs zu sein. Von unserem Zeltplatz an der offenen Atlantikküste wollte ich einmal die Halbinsel des Médoc durchqueren und suchte mir als Ziel den Phare de Richard im Mündungstrichter der Gironde aus.

Ich starte zunächst durch lichten Kiefernwald auf schmalen zuwuchernden Trails. Dann öffnet sich die Landschaft, glättet sich aber auch gleichzeitig. Ich sehe eine fette Bisamratte, quere mehrere Entwässerungskanäle und sehe dann trocken gefallene Schlammhäfen. Und irgendwann ist nach einigen Umwegen der Phare de Richard erreicht.

Hier treffe ich auf einen RR-Fahrer, den ich schon mal auf dem Zeltplatz gesehen hatte. Wir quatschen etwas und dann geht es auf die Rückfahrt. Auf dem Hinweg wehte mich teilweise ein kräftiger Westwind durch die Landschaft. Auf dem Rückweg bremste dieser aber grandios und saugte mich aus. Ich lullerte bald nur noch kraftlos durch die Gegend und kam gerade so nach Saint-Vivien-de-Médoc. Eine große Packung Kekse und dazu eine Cola brachten mich wieder auf die Beine. Auf dem weiteren Weg sandete ich dann mehrfach ab, entdeckte dabei aber die Schönheit der Bodenpflanzen und einen Strand (ok, ich war nicht der Erstentdecker …)

… und war dann irgendwann völlig am Ende aber glücklich wieder zurück.

Eine kleine Klassikerausfahrt

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Heute unternahm ich eine meiner üblichen Fahrten auf meinem vor langer Zeit selbst aufgebauten Kona Lava Dome. Ob es sich dabei wirklich um einen Klassiker handelt, mögen andere vielleicht anders sehen. Aber egal.

Das Bike basiert auf einem 97er oder 98er Stahlrahmen von Kona mit der für die damalige Zeit typischen Konageometrie bei CC-Feilen. Das Oberrohr ist relativ lang, was gepaart mit der normalen Steuerrohrlänge eine gute Überhöhung ergibt. Neben den altmodischen Komponenten stempelt aber vielleicht noch ein anderes Detail dem Lava Dome den Beinamen Klassiker auf: es hat 26″-Räder und ist damit ja eigentlich unfahrbar in der heutigen Zeit.

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Centurion Rocky 2 – langsam wird es eng …

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Langsam wird es eng bei mir im Keller … nachdem mich egmont mit dem Thread Der Centurion mit Bildern Thread wieder an die Schönheit von alten MTB-Centurions erinnert hat, habe ich wieder einmal ein altes Teil ersteigert, daß nun einen Platz in meinem Keller eingenommen hat.

Das Neue ist ein Rocky 2, das sich zu großen Teilen im Originalzustand befindet. Neu sein dürften die Reifen und das Hinterrad und wahrscheinlich der Shimano-Zahnkranz. Der Rest scheint noch original zu sein inklusive der Roststellen.

Die Tagesbilder stammen übrigens nicht von mir und im Hintergrund stehen keine Centurions. Zu sehen sind ein selbst aufgebauter Kona Lava Dome-Stahl-Rahmen und ein mit einem Rennlenker aufgebautes MTB mit Fuji-Stahl-Rahmen.