Neue Schuhe für Oliver: Spikes

Seit knapp zwei Wochen ist in Berlin Winter mit Schnee und tiefen Temperaturen und so wurde es Zeit, die für Oliver bereitstehenden neuen Schuhe aufzuziehen.

Der erste Entschluß Spikes zu kaufen entstand schon Mitte der 90er als es mehrere Winter gab, wo die Wege in meiner Heimat teilweise noch bis in den April hinein eisglatt und damit unpassierbar waren. Aber zu der Zeit waren mir die Reifen einfach zu teuer und anschließend gab es einige Winter, in denen kaum Schnee fiel und es auch nicht so glatt war.

Im Winter 2005/06 war es dann aber so weit und ich kaufte meine ersten Spikes. Zum einen hatte ich zum Winteranfang einen fiesen Sturz und wollte ab da kein Risiko mehr eingehen, zum anderen verwandelten sich schon früh die Nebenstraßen und Waldwege in Rutschbahnen.

Und so sammle ich jetzt schon seit 7 Jahren (Für die Sicherheit) Erfahrungen mit Spikes und bin begeistert vom Fahrverhalten auf Eis und festem Schnee und habe seitdem bei glatten Bedingungen nur noch das Bike mit den Spikes genutzt. Ich habe sie auch fast jeden Winter seit 2006 montiert und bin dabei bis zu 500 Kilometer pro Winter gefahren.

Diese ersten Reifen waren NOKIAN HAKKA 300 WCS. Die Nokians sind die ultimative Waffe im Kampf gegen bzw. mit Eis und Schnee, sind auf Asphalt allerdings auch deutlich zu spüren und ich fand mich mit diesen Dingern manchmal etwas overequipped in der Stadt. Gleichzeitig wollte ich auch für Allerweltsaufgaben nicht unbedingt mit dem „guten“ MTB fahren.

Für Oliver wählte ich daher etwas gemäßigtere Reifen (bei Komponentix gibt es eine schöne Übersicht zu Winterreifen). Eigentlich hätte ich gerne das Original (Nokian Mount & Ground 160) montiert, aber es war immer wieder nicht lieferbar und der vergleichbar gestaltete Schwalbe Marathon Winter schien mir eine gute Alternative.

Den Marathon habe ich jetzt ca. 70 Kilometer gefahren und bin sehr zufrieden. Er läuft leichter und leiser als der Nokian auf Asphalt, hatte bei Schnee und Schneemehl ordentlich Durchzug und war auch auf vermuteten glatten Stellen unauffällig. Allerdings muß ich dazu sagen, daß ich mit Oliver generell nicht so grenzwertig unterwegs war. Für mich ist er also bisher eine generelle Empfehlung wert.

Und ob Spikes jetzt sinnvoll sind, muß im Endeffekt jeder selbst entscheiden. Ich möchte aber im Winter auf Spikes bei glatten Bedingungen nicht mehr verzichten, da dies auch auf das Radfahren verzichten hieße und das will ich nicht, auch wenn ich nicht mehr so viel fahre …

il.pompino als Crosser

Von on-one wurde das il.pompino seinerzeit als Bike für alle Gelegenheiten beschrieben, in dem Reifen bis 35mm (jetzt nur noch 32mm) montiert werden können. So kam bei mir jetzt die Idee, den Aktionsradius des il.pompino etwas zu erweitern und einmal breitere und vor allem profilierte Reifen zu montieren.

Heute nun die erste Ausfahrt und schon nach kurzem bestätigte sich leider meine erste Ahnung, die Reifenfreiheit ist an der Gabel etwas knapp bemessen. Der Reifen läuft zwar sauber durch, aber schon kleinste Krümel, die vom Reifen mitgezogen werden, bleiben hängen und erzeugen zumindest eine nervige Geräuschkulisse.

Davon ließ ich mich aber nicht abhalten und setzte meine Offroadtour auf Wegen, die bisher immer den breitbereiften Gefährten vorbehalten waren, fort. Die Strecke führt mich südlich um den Schwärzesee und weiter am Samithsee vorbei zum Lehnssee.

Hier komme ich allerdings zum ersten mal richtig an die Grenzen des il.pompinos. Der Weg ist aufgewühlt durch Pferdehufe und der Sand dadurch sehr tief und außerdem locker. Die Reifen finden prinzipiell zwar Halt im Grund, aber bei einer 42/16er Übersetzung ist meine Kraft schnell am Ende und ich bin runter vom Rad. Schieben ist angesagt und ich habe ordentlich Sand im Schuh.

Nach dem Überqueren der Finow sind es nicht die Pferde, die den Weg aufgewühlt haben, sondern Autospuren und dazu fehlender Regen. Und so bin ich auch hier schnell wieder abgesandet. Ein etwas längeres Stück geht es nun zu Fuß und da der Weg im geplanten Verlauf weiter sandig bleibt, biege ich in den Wald, wo der Sand fester ist und mich wieder trägt.

So verpasse ich das kleine Stück Uferweg am Großen Wukensee und komme gleich zum Kleinen Wukensee. Von hier geht es an der Crossstrecke vorbei und rüber in den Wald Richtung Krumme Lanke. Hier rächt es sich, daß ich lange nicht mehr hier im Wald war und so verpasse ich den Abzweig zum Seeweg und komme stattdessen auf den Höhenweg und befürchte, wieder im losen Grund stecken zu bleiben.

Der Höhenweg wird regelmäßig vom Bauern weggepflügt, aber heute habe ich Glück. Der Boden ist hier so fett, daß der wenige Regen der letzten Tage reicht, um ihn zu einer auch mit den schmalen Reifen gut zu befahrenden Oberfläche werden zu lassen.

Von Lanke fahre ich über den Schwarzen Weg wieder in den Wald und weiter südwärts Richtung Schönow und dann weiter ans Ziel. Auch hier wieder Wege, die mit glatten Reifen oft nicht zu fahren gewesen wären, mit den 32ern mit Profil und der singlespeed-Übersetzung aber gerade so. Und obwohl der an der Gabel auftretende Krach etwas nervte, hatte ich durchaus Spaß im Wald mit dem il.pompino.

Abmontieren werden ich die Reifen aber trotzdem wieder, denn obwohl alles ganz gut funktionierte (bis auf den geringen Freiraum an der Gabel), fühlte sich die Fuhre auf glatten Strecken etwas lahm an, während auf sandigen Waldwegen alles schön zu rollen schien… Lag es daran daß die Reifen wirklich etwas schwerer laufen als die vorher montierten oder war es mehr eine psychische Sache, weil plötzlich auch auf dem il.pompino etwas Krach machte oder hatte ich einfach einen schwachen Tag?

Zahnvergleich

Nach knapp 11.000 Kilometern war es beim il.pompino so weit, daß der Antrieb komplett überholt werden mußte. Die Zähne am Zahnkranz waren sehr weit runter und die Kette schlackerte nur noch. Bei der Gelegenheit gab es auch neue Reifen.

Die Kenda Small Block Eight sind trotz größerer Breite leichter als die vorher montierten Schwalbe Stelvio und die Reifen stammten beide aus einer guten Charge. Ihr Gewicht liegt bei 342g und 344g.

Als Kette habe ich mich für ein HalfLink-Modell entschieden (Gusset Slink Chain Half Link 1/2×3/32“), weil es eine bessere Anpassung der Kettenlänge ermöglicht. Mit 372g ist die Kette allerdings ca. 80g schwerer als z.B. eine SRAM PC 59 9-fach.

Rennender Ralf

Heute habe ich zum ersten mal die neuen Schlappen für Fred auf einer Tour ausprobiert:

Ralf kommt in einer Dimension von 26 x 2.4" und ist dabei ähnlich breit und hoch, wie andere Reifen, die ich bisher gefahren war: 56 mm breit und 338 mm Außenradius im unbelasteten Zustand. Dabei wiegt er mit 536 g aber ca. 100 bis 150 weniger als seine Vorgänger.

Auch vom Fahren war er gut. Im lockeren Sand und auch im sandig-organischen Schlamm ging es gut voran und auch der Seitenhalt war gut. Auf Asphalt gab es bei bestimmten Trittfrequenzen aber ein starkes Surren.

Grenznutzungsdauer

Manchmal frage ich mich, wann die Nutzungszeit eines MTB-Reifens vorbei ist. Das ist ein IRC Notos XC, wie ich ihn seit ewigen Zeiten auf dem Centurion Stratos fahre. Bisher hatte ich mit diesem Reifen kaum Pannen und das Bike läuft perfekt und schnell durch den Wald. Und wenn irgendwas bremst, so bin ich das im Normalfall.

Ventilnerv und Reifenwechsel

Irgendwie nervt es mich schon, daß ich gestern erneut einen Schlauch wegen eines Ventilausrisses wegschmeißen konnte. Diesmal traf es allerdings Fred, mit dem ich am Sonnabend eine schöne Tour gefahren war und keinen Luftverlust spürte. Ärgerlich ist das auch, weil ich erst am Freitag den Mantel hinten gewechselt hatte und sicher war, daß alles korrekt saß.

Der Ventilausriß machte mir aber die Entscheidung, die Reifen am Fred erneut zu wechseln, wesentlich leichter. Das am Wochenende so schöne Winterwetter ist seit Wochenbeginn in eine unschöne um-Nullgrad-Modder-Periode übergegangen. Besonders gefährlich an der Situation war der leichte Regen von Gestern, der in den oberen Schichten noch gefrorene Boden und der zu erwartende Nachtfrost.

Ich montierte daher die schon einige Winter bewährten NOKIAN Spikes und kombinierte das am Hinterrad noch mit einem Latexschlauch. Der wird zwar die Luft bei weitem nicht so gut halten, wie die normalen Schläuche, aber da am Fred hinten eine Rohloff montiert ist und der Radwechsel wegen der langen Drehmomentstütze immer etwas nervig ist, nehme ich das in Kauf.

Die Reifen habe ich vor allem vorsorglich gewechselt, da ich heute auf jeden Fall mit dem Bike fahren wollte und die Untergrundentwicklung nur schwer vorherzusehen war. Ob ich sie wirklich gebraucht habe, ist dann auch schwer einzuschätzen. Am Morgen hatte es nochmal leicht geschneit und auf allen Flächen hatte sich eine gleichmäßig weiße Schicht gebildet. Eventuelle Eisflächen waren so nicht auszumachen. Andererseits habe ich an den vorgefundenen Fahrradreifenspuren auch nicht erkennen können, daß die Fahrer gerutscht sind.

Aber egal, nach meinem knockdown Weihnachten vor 4 Jahren bin ich vorsichtiger geworden und gerade bei den NOKIAN Spikes ist auf den meisten Untergründen ein Unterschied im Rollwiderstand kaum zu spüren. Auf festen Oberflächen werden die Reifen laut, aber das war es auch schon.

Gespannt können wir jetzt sein, was das Wetter die nächsten Tage bringt. Bisher gehen die Wetterfrösche davon aus, daß es um 0°C bleibt und immer wieder leicht regnet oder schneit. Besser wäre es jedoch, wenn sich die Temperatur etwas vom Nullpunkt wegbewegen würde, egal welche Richtung.

Winterbiken im Barnim

Für einen MTBiker stellt sich die Situation im Barnim derzeit dual dar. Der Schnee ist fast komplett verschwunden, die großen Straßen, die meisten straßenbegleitenden Radwege und auch Gehwege sind inzwischen auch eisfrei, im Wald herrscht dagegen noch der Eismann.

Viele der wichtigen Waldwege und auch Teile des Treidelwegs sind noch von einer dicken Schicht aus überfrorenem festgefahrenem Schnee bedeckt, manchmal verstecken sich auch nur mäßig zugefrorene Pfützen auf den Wegen:

Neben den Waldwegen sind auch noch viele der Nebenstraßen von Eis überzogen, wie hier im südlichen Teil von Finow:

Und so ist für mich nach wie vor mein finnischer Freund von großem Vorteil. Der Nokian Hakka WCS 300, den ich beim letzten großen Eisaufkommen vor 3 Jahren kaufte, vermittelt ein sehr sicheres Fahrgefühl auf fast jeglichem Untergrund.

Auch auf Asphalt fährt er sich für einen Eisspezialisten noch sehr gut und daran, daß er dafür nicht gemacht wurde, erinnert fast nur das laute Abrollgeräusch. Der Rollwiderstand ist als sehr gut zu bezeichnen. Auf Eis ist er am geringsten, aber auch auf Asphalt nicht weiter störend.

In der Bike von Februar 09 wurden Spikereifen getestet. Und welch Wunder, hier gewinnt wieder einmal ein Reifen von Schwalbe (Ice Spiker Pro 2.1) den Test. Der Reifen überzeugt die Redaktion mit der besten Traktion und Seitenhalt, zudem mit geringem Gewicht (knapp 700g).

Nach dem Kenda Klondike XT 2.1 rangieren die beiden von Nokian getesteten Modelle auf den Plätzen 3 und 4. Mich wunderte allerdings das beim Nokian Hakka WCS 2.1 (Nachfolger des WCS 300) angegebene Gewicht von 846g, da meine beiden Nokians jeder nur knapp über 700 (der leichtere 704) Gramm wiegen.

Daneben waren noch zwei Continental-Reifen im Test, die allerdings wegen zu kurzer Spikes auf den letzten Plätzen landeten, und der Schwalbe Marathon Winter. Der Marathon ist insofern sehr interessant, da er keine Spikes in der Mitte des Reifen hat, dadurch auf Asphalt gut rollt und trotzdem im Eis noch viel Traktion und Seitenhalt bietet. Vom Aufbau erinnert er sehr an den MOUNT & GROUND W160, einen der Klassiker von Nokian.