Superschneematschquatsch

Als ich mich heute Morgen aufs Rad setzte, träumte ich eigentlich davon, nach der Arbeit durch eine schöne weiße Neuschneedecke zu fahren. Daraus wurde leider nix. 

Statt lockerem Schnee gab es abwechselnd Schneeregen, richtigen Regen und manchmal auch einige nasse Schneeflocken. Und so sah der Wald dann auch aus. Die Wege schwammen teilweise, teilweise gab es nasse Schnee und zwischendurch richtig fiesen Modder. 
Hier kam Jumbo Jim einige mal an seine Traktionsgrenze. Oder lag es nur daran, dass ich zu faul war, den Luftdruck anzupassen?

Egal, Spaß hat es trotzdem irgendwie gemacht, auch wenn ich sooooo langsam war…

Vintage Jahresabschluß 

Noch kurz vor dem Ende des Jahres komme ich zu einer kleinen Tour in der alten Heimat. Das Wo erscheint mir als die beste Wahl. Es wird zwar sehr viel über gut fahrbare Wege gehen, gleichzeitig erwarte ich aber auch einige sehr unwegsame Teilabschnitte. Die Wege verschwinden einfach, da immer weniger Menschen in den „wilden“ Wald zu gehen scheinen.

Ich bewege mich dabei auf Wegen, auf denen ich vor 25 Jahren meine ersten regelmäßigen Runden drehte. Damals Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts suchte ich lange nach der perfekten Runde um den Werbellinsee und zurück. Heute will ich dieser Runde weitgehend folgen auf der ersten Tourhälfte.

Ich starte nach Norden in Richtung Großer Buckowsee. Hier wird mal wieder Veränderung deutlich, der Bauer hat seine Weide bis kurz vor den See gezogen und der klassische Weg ist damit nicht befahrbar. Die Alternative führt tiefmatschig fast durch den See.

Nach dem Großen Buckowsee verschwindet der Weg über den Hügel allmählich. Den Weg bin ich früher öfter gefahren und habe in diesem Beitrag: Auf dem Unit durch den Schnee – Sand im Schuh, Wasser im Gesicht … den Track gezeigt.

Auf dem Wo ist das aber alles kein Problem und es geht weiter nach Nordosten.

Bei den Kienbergen westlich von Golzow verschwindet mein lange gesuchter und gefahrener Weg aber komplett und ich fahre einen großen Bogen, ehe ich zur Autobahnbrücke über die A11 gelange.

Nach der Autobahn fahre ich kurz auf der sogenannten Glasstraße, biege aber gleich wieder nach links ab in Richtung Diebelsee bzw. zu dem Weg, der östlich davon in einer S-Kurve hinab in die Niederung und anschließend wieder hinauf geht.

Hier frage ich mich, wie ich das früher gemacht habe, daß ich den Gegenanstieg mit vollem Druck wieder nach oben geschossen bin. Heute habe ich schon nach wenigen Metern Anstieg den Eindruck, ich würde gleich stehen … früher war doch irgendwie alles besser.

Dem Werbellinsee nähere ich mich durch eine Rinne, die ich oft als Anstieg in meine mit-der-Uhr-Seerunde eingebaut hatte. Auch hier hat sich einiges verändert, aber ich war bestimmt schon 10 Jahre nicht mehr da.

Es folgt der langsam verschwindende Weg am Ostufer, der definitiv kein Radweg ist. Vor meinem inneren Auge sah ich trotzdem den einen oder anderen mutigen E-Bike-Fahrer, der irgendwie doch hier durch will… Ich habe viel geschoben bzw. getragen, den Weg aber trotzdem genossen. Wer aber eine zackige Runde um den See drehen will, sollte ihn eher meiden.

Zum Ende geht es den bekannten Weg über Werbellin und dann parallel zur A11 zurück. Wieder ein Abschnitt, wo das Wo sehr gute Dienste leistet, auch wenn man mit einem MTB auch irgendwie durchkommen würde.

Für die Statistiker: Am Ende sind es knapp 29 km in zwei Stunden geworden. Nicht besonders schnell und nicht zu vergleichen mit meinen früheren Runden, wo ich in gut 2 Stunden den See „oben rum“ gerundet hatte. Aber früher hatte ich auch einen Fahrradcomputer am Lenker, der mich ständig daran erinnerte, daß ich doch schneller fahren wollte … und danach war ich meist völlig alle, der Tag war gelaufen.

Weihnachtstour 2017

Nach den Weihnachtsfeiertagen verspürte ich den Drang nach Bewegung und war froh, heute etwas Zeit zu haben. Und das Wetter meinte es auch gut mit mir. Um 0°C und dazu Sonne, ein kräftiger Südost schob mich an. Auf dem Unit durchstreifte ich die Kulturlandschaften im Norden Berlins bis hinein in das Grenzland zwischen Barnim und Oberhavel. Vorbei am Gorinsee bis hinter Basdorf ging es und dann über Mühlenbeck zurück.

Dabei gab es sogar noch einige neue Wege zu entdecken. Schön war es.

Stairway to Wo

Das WO hat mich an diesem kleinen Steilstück ganz schön beeindruckt. Der Hang ist eine der steilsten Stellen im Eberswalder Stadtforst, an der ich ab und an mal fahre, der Untergrund war überfrorener Altschnee. Und eigentlich fahren andere hier sonst mit dem Schlitten ab. Anhalten mußte ich nicht, weil die Traktion fehlte, sondern die Kraft und zu Fuß kam ich dann gerade so ganz nach oben.

Wo

Fatbikes gibt es inzwischen schon seit über 10 Jahren und ich träumte auch schon länger davon, eines zu besitzen. Aber irgendwas paßte bisher nicht oder es kam was dazwischen. Jetzt habe ich mir aber doch kurzentschlossen ein Kona Wo zugelegt. Mit dem Wo betrete ich nicht nur bezüglich der Reifen Neuland sondern auch mit dem Rahmen (es ist mein erster Alurahmen) und es ist mal wieder ein Rad von der Stange und es hat auch eine stinknormale Kettenschaltung.

Weshalb ich mich gerade für das Wo entschieden habe, ist schnell erklärt. Ich wollte die Option auf die fattesten am Markt erhältlichen Reifen haben (beim Wo sind 4,8er eingebaut und die haben noch Luft), ich wollte die Option eine Rohloff nachrüsten zu können (das Wo hat genau wie mein Unit verschiebbare Ausfallenden, ich wollte nicht zu viel Geld ausgeben und ich wollte auch nicht zu viel schrauben und möglichst schnell auf dem Bike unterwegs sein.

Das Wo kam in einer ziemlich beeindruckenden Kiste. Das Vorderrad, Sattel und Sattelstütze waren ausgebaut, der Lenker noch zu montieren und Pedalen hat es original auch keine. Bei den Pedalen machte ich keine Experimente und wählte Shimano Saint Plattformpedalen. Die waren auch schnell montiert. Kona hatte sogar Unterlegscheiben spendiert.

Obwohl das Wo in XL geliefert wurde, war ich mir nicht sicher, ob mir die vorgesehene Sitzposition zusagen würde. Dank eines Spacerturms war aber auch hier ein erstes kleines Tuning leicht absolviert. Die Sitzhaltung ist mir zwar immer noch etwas aufrecht. Aber ich könnte den Vorbau noch umdrehen und/oder einen geraden Lenker montieren oder auch einen längeren Vorbau. Das wird sich sicher alles im Lauf der nächsten Fahrten zeigen.

Heute kam ich zunächst nur zu einer kleinen Testrunde über 7 Kilometer mit einer kleinen Abfahrt, einem kleinen Anstieg, etwas Straße und viel Singletrack und verharschten Schnee mit Fuß- und Reifenspuren und auch auch etwas offroad.

Die Reifen kamen mit knapp 0,7 bar. Aus dem lesen verschiedener Fahrberichte, war mir aber klar, daß das auf jeden Fall zu viel sein wird und so reduzierte ich gleich zu Hause auf ca. 0,5 bar. Der Druck paßte dann auch ganz gut. Das Bike fuhr sich auf der kleinen Runde nicht so schwer, wie es manche beschreiben. Die jeweils 0,5 bar scheinen für heute gepaßt zu haben. Auf der Straße wurde die Fuhre allerdings etwas unrund und schaukelte sich auf.

Richtige Nachteile zum Unit spürte ich eher nicht. Vielmehr setzte sich die Überzeugung fest, daß ich mich mit dem Unit mehr gequält hätte. Ich war zwar nicht besonders schnell unterwegs, das Wo fühlte sich dabei aber recht leicht an. Glatteis hatte ich nicht. Auf dem festgefahrenen Schnee unternahm ich aber einige Brems- und Beschleunigungsversuche und die liefen problemlos. Das Rutschverhalten war unauffällig bis gutmütig. Der Grip erwartungsgemäß super.

Jetzt bin ich gespannt, wann ich das nächste mal auf die Kiste komme und wie es sich in etwas anspruchsvollerem Gelände benimmt.

Auf dem Unit durch den Schnee

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Nachdem ich am Donnerstag etwas auf ‚the brave‘ durch den Barnim gestolpert war, ging es heute nochmals auf die Piste. Ich hatte geplant, die klassische Werbellinseerunde zu fahren. Der Start erfolgt in Finowfurt, über den Oder-Havel-Kanal geht es auf der Steinfurther Brücke und dann weiter nach Norden durch diesen schönen Hohlweg.

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Die heutige Tour sollte auch ein Test für die Schwalbe Marathon Winter sein. Im Gegensatz zu den auf ‚the brave‘ montierten  NOKIAN HAKKA 300 WCS habe die Schwalbes nicht einmal halb so viele Spikes. Aber nach den recht guten Erfahrungen mit der 26″-Variante bei Oliver (Neue Schuhe für Oliver: Spikes) wollte ich sehen, wie die Trekkingradvariante funktioniert. Etwas mehr Breite hätte mir gefallen, aber die Reifen in der Dimension 42-622 standen zum Test gerade zur Verfügung.

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Für den Winter perfekt ist auch die Rohloff. Und auch die Scheibenbremsen machten sich gut.

Die klassische Werbellinseerunde fahre ich inzwischen seit mehr als 25 Jahren immer wieder einmal. Früher war es meine Standardausfahrt, heute komme ich leider nur noch selten dazu. Spannend ist es daher auch, wie sich alles im Lauf der Jahre verändert. Rund um den Großen Buckowsee zum Beispiel werden die Wege immer schlechter oder verschwinden in einigen Jahren wahrscheinlich.

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Der Blick bei der alten Schäferei Margaretenhof am Koppelpfuhl ist aber immer noch schön. Und die Windräder, die irgendwo kurz  vor dem Horizont dazugekommen sind, stören kaum.

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Im Wald zwischen Golzow und Altenhof verlieren sich die in meiner Erinnerung gepeicherten Wege dann völlig und ich stehe irgendwann im weiß-grünen Nichts. Ein Quad knattert durch den Wald und zeigt mir den nächsten Weg. Ich folge ihm einige Hundert Meter und bin dann plötzlich in unmittelbarer Nähe der A11.

Dabei entdecke ich diesen Durchlaß und beschließe auch Plan B sein zu lassen und die Runde weiter abzukürzen. Ich bin inzwischen weit über 1 Stunde unterwegs und habe gerade mal ein Drittel meiner ursprünglich geplanten Runde hinter mir.

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Von dem Durchlaß fahre ich direkt Richtung Altenhof, lege mich dabei noch mal kurz auf den Popo, fahre dann über Werbellin zum Großen Buckowsee und komplettiere dabei die Runde. Den Rest des Weges folge ich dann meinen eigenen Spuren bis zum Ausgangspunkt, wo nach einer Dusche schon ein warmes Mittag wartet.

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Der Screenshot zeigt die Route vom Großen Buckowsee bis zum Großen Buckowsee, den Track über A11 und L238 muß man sich allerdings wegdenken.