Ein kleines Adventure auf dem Finowkanal

Ist noch Winter oder doch schon Frühling? Das relativ milde Wetter lockt mich auf den Finowkanal von der Schleuse Schöpfurth bis zum Messingwerkhafen ….

… und wieder zurück. Eine gute Stunde hat es gedauert und ich musste wieder einmal feststellen, dass ich links viel entspannter paddeln kann.

Ich hatte …

… im Plagefenn noch eine Rechnung offen. Dabei traf ich einen Dachs, scheuchte das Graveldingsda über kräftiges Pflaster und tiefen Schlamm, hörte die Kraniche und sah den zunehmenden Mond und die Venus.

Und erst der Orion kurz vor dem Schluss der Tour erinnert daran, dass eigentlich noch Winter ist.

3 Seen abloipen

Es gibt wohl mindestens 3 Typen von Langläufern. Fa wären zunächst die entspannten Tourengeher, die den ganzen Tag auf den Brettern stehen und wo Geschwindigkeit eigentlich keine Rolle spielt. Dann wären da noch die Sportler, die sich so locker auf den Brettern bewegen, als wären sie ein Teil von ihnen. Und dann sind da noch die, die in ihrer Jugend wahrscheinlich stundenlang den skandinavischen Helden der Loipe wie Thomas Wasberg, Gunde Svan oder Harri Kirvesniemi am Fernseher zugeschaut haben und dann einmal im Jahr auf die Loipe gehen ….

Stand-up-Paddling im Winter

Ich hatte die letzten Jahre ordentlichen Respekt vor der kalten Jahreszeit. Im letzten Winter gab es aber einige Tage, wo ich dachte …. man könnte einfach mal lospaddeln.

Ich musste dann an früher denken. Hier bin ich öfter bei Temperaturen um 0°C gesegelt. Letzte Helden in Hamburg war so ein Event, wo am Morgen ab und zu alle Leinen im Boot gefroren waren und in einem Jahr bin ich nicht hingekommen, weil unsere Straßen massiv verschneit waren. Und auf dem Werbellinsee bin ich in leichtem Schneetreiben sogar 505 gesegelt und da wird man eigentlich schon beim normalen Segeln nass.

Beim Paddeln ist es aber so, dass ich doch einiges steuern kann. Z.B. riskante Manöver weglassen, ruhig paddeln und nicht hektisch. Und z.B. ein Brett wählen, das die nötige Sicherheit gibt.

Das hat auch so ein bisschen meine Suche nach einem Ersatz für das alte ViaMare geprägt. Nach einiger Suche bin ich jetzt auf einem RedPaddle unterwegs. Der Voyager ist 30″ breit, also ca. 76cm (wie das Naish von vorletzter Woche übrigens) und liegt ziemlich sauber und stabil im Wasser. Richtig brenzlige Situationen habe ich noch nicht erlebt.

Im Winter, aber natürlich auch im Rest des Jahres, ist immer auch das Wetter zu berücksichtigen. Bei ordentlich Wind, vielleicht noch entsprechenden Wellen bin ich im Sommer schon kaum gepaddelt und wenn nur auf windgeschützten Revieren. Wie im Bild zu sehen, war es hier mehr oder weniger windstill. Ab und zu kam ein Windhauch mit vielleicht 1 Bft durch. Nichts aufregendes.

Eine Frage ist noch, was man anzieht. Viele von den Experten im Netz empfehlen Trockenanzüge, die dann auch locker bis an 800,- € kosten können.

Davon halte ich nichts. Denn schon beim Regattasegeln war die Feuchtigkeitsentwicklung recht stark, obwohl der letzte Trockenanzug auch atmungsaktiv war. Vorteil ist beim Trockenanzug nur, das die Suppe da drin zuerst noch warm ist und mit dem richtigen Schichtensystem die Haut auch lange trocken bleibt. Beim Paddeln bewege ich mich aber doch etwas intensiver. Gehe gleichzeitig aber auch davon aus, dass ich vielleicht doch nicht reinfalle…. Meine Strategie ist im Grunde genommen, weitgehend in Ufernähe zu paddeln und wenn ich doch baden gehe, schnell ans Ufer und im Laufschritt zurück!

Was sonst noch Sinn macht, sind eine Schwimmweste, vielleicht ein Ersatzpaddel (oder einfach nicht mit dem unerprobten Super-Leicht-Paddel losfahren) und eventuell Ersatzsachen in einer wasserdichten Tasche mitnehmen.

Ansonsten kann ich nur sagen. Geht raus. Genießt es. Es gibt kaum etwas schöneres als an einem klaren frostigen Morgen die erste Spur durchs Wasser zu ziehen und zu sehen, wie der Tag erwacht.

Honky Inc. Saison eröffnet

Vor zwei Tagen war Frühlingsanfang, das Fatbike machte mir gerade etwas weniger Freude und auf schmalen Reifen ist das Fahren sowieso schneller. Der Wetterbericht hatte Schnee angesagt, gleichzeitig aber auch Temperaturen über 0°C. Eigentlich nicht das Richtige für schmale Reifen. Aber am Dienstag gab es eine vergleichbare Wetteransage und dort waren die Bedingungen über den gesamten Tag ganz akzeptabel.

Heute sollte es aber anders kommen. Am Morgen lief die Hinfahrt bei 2°C über trockene Wege locker und angenehm, dann begann aber der große Schneefall und die Schneedecke blieb bis zum Abend im Norden Brandenburgs weitgehend erhalten. Eberswalde bzw. der Oberbarnim bildete die Grenze. Die Straßen waren frei, im Wald lag aber noch ordentlich Schnee bzw. Schneematsch.

Ich ließ mich davon aber nicht beeindrucken und schwenkte auf die üblichen Waldwege ein. Aber schon bald mußte ich doch feststellen, daß die Grand Prix Four Season wohl doch eher nur Three Season sind und die Idee, durch den Wald zu fahren, wohl doch nicht die beste war. Es galt zunächst aber noch einen Weg nach draußen zu finden. Spurrinnen standen dem etwas entgegen oder sehr tiefer angetauter Boden.