Vintage Jahresabschluß 

Noch kurz vor dem Ende des Jahres komme ich zu einer kleinen Tour in der alten Heimat. Das Wo erscheint mir als die beste Wahl. Es wird zwar sehr viel über gut fahrbare Wege gehen, gleichzeitig erwarte ich aber auch einige sehr unwegsame Teilabschnitte. Die Wege verschwinden einfach, da immer weniger Menschen in den „wilden“ Wald zu gehen scheinen.

Ich bewege mich dabei auf Wegen, auf denen ich vor 25 Jahren meine ersten regelmäßigen Runden drehte. Damals Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts suchte ich lange nach der perfekten Runde um den Werbellinsee und zurück. Heute will ich dieser Runde weitgehend folgen auf der ersten Tourhälfte.

Ich starte nach Norden in Richtung Großer Buckowsee. Hier wird mal wieder Veränderung deutlich, der Bauer hat seine Weide bis kurz vor den See gezogen und der klassische Weg ist damit nicht befahrbar. Die Alternative führt tiefmatschig fast durch den See.

Nach dem Großen Buckowsee verschwindet der Weg über den Hügel allmählich. Den Weg bin ich früher öfter gefahren und habe in diesem Beitrag: Auf dem Unit durch den Schnee – Sand im Schuh, Wasser im Gesicht … den Track gezeigt.

Auf dem Wo ist das aber alles kein Problem und es geht weiter nach Nordosten.

Bei den Kienbergen westlich von Golzow verschwindet mein lange gesuchter und gefahrener Weg aber komplett und ich fahre einen großen Bogen, ehe ich zur Autobahnbrücke über die A11 gelange.

Nach der Autobahn fahre ich kurz auf der sogenannten Glasstraße, biege aber gleich wieder nach links ab in Richtung Diebelsee bzw. zu dem Weg, der östlich davon in einer S-Kurve hinab in die Niederung und anschließend wieder hinauf geht.

Hier frage ich mich, wie ich das früher gemacht habe, daß ich den Gegenanstieg mit vollem Druck wieder nach oben geschossen bin. Heute habe ich schon nach wenigen Metern Anstieg den Eindruck, ich würde gleich stehen … früher war doch irgendwie alles besser.

Dem Werbellinsee nähere ich mich durch eine Rinne, die ich oft als Anstieg in meine mit-der-Uhr-Seerunde eingebaut hatte. Auch hier hat sich einiges verändert, aber ich war bestimmt schon 10 Jahre nicht mehr da.

Es folgt der langsam verschwindende Weg am Ostufer, der definitiv kein Radweg ist. Vor meinem inneren Auge sah ich trotzdem den einen oder anderen mutigen E-Bike-Fahrer, der irgendwie doch hier durch will… Ich habe viel geschoben bzw. getragen, den Weg aber trotzdem genossen. Wer aber eine zackige Runde um den See drehen will, sollte ihn eher meiden.

Zum Ende geht es den bekannten Weg über Werbellin und dann parallel zur A11 zurück. Wieder ein Abschnitt, wo das Wo sehr gute Dienste leistet, auch wenn man mit einem MTB auch irgendwie durchkommen würde.

Für die Statistiker: Am Ende sind es knapp 29 km in zwei Stunden geworden. Nicht besonders schnell und nicht zu vergleichen mit meinen früheren Runden, wo ich in gut 2 Stunden den See „oben rum“ gerundet hatte. Aber früher hatte ich auch einen Fahrradcomputer am Lenker, der mich ständig daran erinnerte, daß ich doch schneller fahren wollte … und danach war ich meist völlig alle, der Tag war gelaufen.

Ein Morgen im Barnim 

In den letzten Wochen habe ich sehr oft mit dem Wetter gehadert, meist weil es mir einfach zu feucht war oder ich hatte keine Zeit für eine längere Strecke. Als ich heute Morgen aber die Sterne am Himmel gesehen hatte, beschloss ich meinen Arbeitsweg etwas zu verlängern und nicht den direkten Weg zu nehmen. 

Einen genauen Plan hatte ich noch nicht, wußte aber, dass ich Richtung Werbellinsee will. Ich starte also nach Westen statt nach Osten und habe zuerst noch den Berlinpendelverkehr neben mir. Ab der Kaiserwegbrücke Richtung Eichhorst geht es aber. Der Gegenverkehr ist gering und in meiner Richtung fährt die ganze Strecke niemand.

Oben auf dem Plateau zweifel ich daran, ob ich genug an habe. An den Knieen und Ohren wird es etwas kalt. Aber unten in Eichhorst ist alles wieder ok. Hier überlege ich kurz, Richtung Altenhof abzubiegen, fahre dann aber doch weiter auf dem westlichen Ufer des Werbellinkanals in Richtung See.

Alles ist ruhig unterwegs, ich bin aber erstaunt, wieviel Licht die Stege und Häuser beleuchtet. Ich fahre weiter am Nordufer entlang und freue mich über die Stille und den Blick durch die Bäume ohne Laub auf den See. Die wenigen Autos stören kaum. Nicht wie bei meiner letzten Fahrt auf dieser Straße, als drei Motorradfahrer meinten, die Kurven der Seerandstraße wären ihre private Rennstrecke und immer hoch und runter ballerten. 

Hinter dem alten Jugendtouristenhotel nervt und blendet etwas die Beleuchtung am Zeltplatz. Dahinter verschwinde ich im Wald und erklimme die Steigung nach Joachimsthal. Ich bin erstaunt, wie schnell ich oben bin. Abwärts geht es hier immer so zügig, da hätte ich mehr Gegenwehr beziehungsweise Schwierigkeiten erwartet. 

Ich fahre hinab nach Joachimsthal in Richtung Grimnitzsee, muss an der Schranke auf einen Triebwagen der NEB warten und vertue mich zwei mal bei der Suche nach dem Weg am See entlang. Die kleinen Umwege erhöhen mal wieder die Ortskenntnis.

Auf meinem Weg am Grimnitzsee entlang, herrscht plötzlich eine ziemliche Aufregung und wildes Geschnatter setzt ein. Irgendwo auf dem See, durch den Wald und den breiten Schilfgürtel nicht zu sehen, muss sich ein riesiger Wildgänseschwarm versammelt haben. Der Krach ebbt aber schnell wieder ab, als ich die ersten Ausläufer von Althüttendorf erreiche.

In Althüttendorf vertue ich mich erneut beim Weg, merke erst einige Hundert Meter nach überqueren der Autobahn, dass ich zu weit nördlich bin und drehe um. Ab hier wird es nun auch langsam heller und ich mache einige Fotos. 

Mein richtiger Weg ist dann sogar asphaltiert und schnell habe ich die B198 erreicht, die derzeit nach Osten eine Sackgasse ist. Verkehr herrscht trotzdem etwas. Aber es geht. Auf der Straße nach Senftenhütte überhole ich noch einen Radlader und lasse mich dann locker durchs Dorf rollen. 

Ab Senftenhütte merke einmal mehr, wie unterschiedlich der gleiche Weg wirken kann, wenn er mal in der Gegenrichtung befahren wird. Vor allem die Weite der Landschaft Richtung Süden beeindruckte mich. Das Eberswalder Urstromtal mit seiner dichten und auch hohen Bebauung bleibt unsichtbar. Der Blick geht gleich bis zum Barnimplateau mit seinen Wäldern und den Windrädern bei Tempelfelde östlich von Bernau. 

In Chorin mache ich noch einige Fotos vom Kloster mit Nebel und mache mich an die letzte Etappe. Es liegen jetzt noch gut 8 Kilometer vor mir und am Ende bin ich nach ca. 2 1/2 h und 50 Kilometern am Ziel. Schön war es.

Auf den Wegen der Zisterzienser

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Der Barnim ist gerade im Bereich zwischen Liepe, Chorin und Parsteinsee eine uralte Kulturlandschaft, die zuerst von Germanen, dann von Slawen und schließlich wieder von Germanen besiedelt war. Die deutlichsten Spuren hinterließen jedoch die Zisterzienser, die zunächst auf Peelitzwerder und schließlich in Chorin Ihr Zentrum hatten.

Heute waren nun einige ihrer Wege mein Ziel, insbesondere die Verbindung zwischen Liepe und Chorin. Aus dem ursprünglichen Plan entwickelte sich schließlich meine bisher längste Tour für 2016. Dabei verband ich einige Wege, die ich lange nicht mehr benutzt habe, zu einer Runde von Eberswalde über Hohen- und Niederfinow, Liepe, Brodowin, Serwest, Senftenhütte, Joachimsthal, Eichhorst, Finowfurt und zurück.

Die Wege waren nicht immer RR-tauglich,aber ich kam flüssig durch und hatte keine Panne. Nach drei Stunden war der Spaß aber leider vorbei.

Auf dem Unit durch den Schnee

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Nachdem ich am Donnerstag etwas auf ‚the brave‘ durch den Barnim gestolpert war, ging es heute nochmals auf die Piste. Ich hatte geplant, die klassische Werbellinseerunde zu fahren. Der Start erfolgt in Finowfurt, über den Oder-Havel-Kanal geht es auf der Steinfurther Brücke und dann weiter nach Norden durch diesen schönen Hohlweg.

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Die heutige Tour sollte auch ein Test für die Schwalbe Marathon Winter sein. Im Gegensatz zu den auf ‚the brave‘ montierten  NOKIAN HAKKA 300 WCS habe die Schwalbes nicht einmal halb so viele Spikes. Aber nach den recht guten Erfahrungen mit der 26″-Variante bei Oliver (Neue Schuhe für Oliver: Spikes) wollte ich sehen, wie die Trekkingradvariante funktioniert. Etwas mehr Breite hätte mir gefallen, aber die Reifen in der Dimension 42-622 standen zum Test gerade zur Verfügung.

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Für den Winter perfekt ist auch die Rohloff. Und auch die Scheibenbremsen machten sich gut.

Die klassische Werbellinseerunde fahre ich inzwischen seit mehr als 25 Jahren immer wieder einmal. Früher war es meine Standardausfahrt, heute komme ich leider nur noch selten dazu. Spannend ist es daher auch, wie sich alles im Lauf der Jahre verändert. Rund um den Großen Buckowsee zum Beispiel werden die Wege immer schlechter oder verschwinden in einigen Jahren wahrscheinlich.

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Der Blick bei der alten Schäferei Margaretenhof am Koppelpfuhl ist aber immer noch schön. Und die Windräder, die irgendwo kurz  vor dem Horizont dazugekommen sind, stören kaum.

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Im Wald zwischen Golzow und Altenhof verlieren sich die in meiner Erinnerung gepeicherten Wege dann völlig und ich stehe irgendwann im weiß-grünen Nichts. Ein Quad knattert durch den Wald und zeigt mir den nächsten Weg. Ich folge ihm einige Hundert Meter und bin dann plötzlich in unmittelbarer Nähe der A11.

Dabei entdecke ich diesen Durchlaß und beschließe auch Plan B sein zu lassen und die Runde weiter abzukürzen. Ich bin inzwischen weit über 1 Stunde unterwegs und habe gerade mal ein Drittel meiner ursprünglich geplanten Runde hinter mir.

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Von dem Durchlaß fahre ich direkt Richtung Altenhof, lege mich dabei noch mal kurz auf den Popo, fahre dann über Werbellin zum Großen Buckowsee und komplettiere dabei die Runde. Den Rest des Weges folge ich dann meinen eigenen Spuren bis zum Ausgangspunkt, wo nach einer Dusche schon ein warmes Mittag wartet.

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Der Screenshot zeigt die Route vom Großen Buckowsee bis zum Großen Buckowsee, den Track über A11 und L238 muß man sich allerdings wegdenken.