Für die Statistik……

…. hatte ich mir heute wieder einmal die magische 100 vorgenommen. Die Richtung war klar, ich wollte erneut nach Süden beginnen und noch etwas weiter vordringen als im letzten Jahr. Hinter Carcans Plage fand ich auf der Karte auch einige Wege abseits der Straße und so machte ich mich auf den Weg.

Ich ließ es etwas lockerer angehen als beim letzten Mal, bummelte aber auch nicht. So kam ich nach einer guten Stunde bis Hourtin Plage. Weiter ging es auf glattem Asphalt durch den Dünenwald. Dabei ging es immer wieder etwas hoch und wieder runter. Ab Hourtin Plage herrscht auch reger Verkehr durch andere Radfahrer. Reiseradler und Familien vor allem, aber auch einige Rennradler.

Ab dem Leuchtturm von Hourtin wurde der Asphalt etwas rauer. Die Fahrt wurde etwas langsamer. Kurz danach kam aber auch schon der Abzweig Richtung Carcans Plage. Nach einem kurzen Stück auf Asphalt ging es für einige Kilometer auf einem schmalen Betonstreifen mit wechselnder Qualität weiter, bis Carcans Plage erreicht ist.

Hier riecht es nach Holzfeuer und ich sehe eine größere Gruppe Richtung Stranddüne laufen. Später höre ich eine Fahrzeugsirene. Scheint fast, als wäre dort ein Waldbrand gewesen.

Nach einer kurzen Pause fahre ich weiter nach Süden und betrete Neuland. Erneut fahre ich auf einem schmalen Betonstreifen entlang und es herrscht teilweise sehr starker Verkehr. Der Beton ist mal besser mal schlechter und manchmal klaffen größere Löcher in der Oberfläche.

Nach einigen Kilometern komme ich wieder auf einen breiteren Asphaltweg und richte meinen Kurs nach Osten. Es folgt ein nagelneuer Radweg, der mit großem Aufwand quer durch den Wald gebaut wurde, fast schon eine Fahrradautobahn. Gleichzeitig geht es in die „Berge“.

Was jetzt folgt ist ein ständiges Auf und Ab und würde zumindest für Hobbyfahrer eine passable Bergetappe ergeben. Die maximale Höhe ist laut Locusmaps nur 62 m, auf der gesamten Tour sollen aber gut 1250 Höhenmeter angefallen sein und das, obwohl die Anfahrt und Abfahrt bis Hourtin Plage fast topfeben ist. Ein größerer Teil entfällt also doch auf diesen Bereich.

Etwas übertrieben finde ich die Beschilderung in diesem Abschnitt. Immer wieder kommen aufgeregte Warnungen vor bevorstehenden Kurven mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 10 km/h und dem daran anschließenden Hinweis auf schlechte Wegstrecke. Zum Schluss ist der Weg aber dochnoch kurz etwas schlechter, denn mein Handy springt mir an einem Buckel aus seiner Tasche.

Ab Maubuisson durchquere ich noch eine in den Dünenwald gebaute Ferienhaussiedlung und sammle dabei weitere Höhenmeter, frage mich aber auch, welch Planer sich diesen Wegverlauf für die teilweise voll bepackten Strandfahrer ausgedacht hatte. Ich sah einige ihre Fahrräder schieben….

Kurz darauf war ich auf der Straße zwischen Carcans Plage und Hourtin Plage zurück und trat die lange Rückfahrt an. Auch bis Hourtin Plage kommen noch einige Höhenmeter hinzu, hier bremste aber noch mehr der inzwischen auf NW gedrehte Wind, der nur selten durch den Zikadenwald abgebremst wurde.

Der Wind stand eigentlich bis Montalivet mal stärker mal schwächer als Bremse an, Dutch Mountains habe ich letztens dafür gelernt. Die Rückfahrt wurde so zu einer ziemlichen Qual. Zur schwindenden Kraft kam eine Nackenverspannung und Schmerzen im unteren Rücken, aber irgendwie kam ich doch wieder zurück nach Le Gurp.

Kurz vor dem Ende wollte ich noch einen Waldweg erkunden, was aber zu einer 10-minütigen Wanderung führte, umdrehen geht schließlich nicht. Am Ende waren es dann also wirklich über 100 Kilometer in ca. 5h bei immerhin gut 1250 Höhenmetern, womit ich dann doch zufrieden war.

Tag der langen Geraden

Nach den 100 Kilometern vor einigen Tagen wollte ich heute etwas weniger weit fahren. Ich begann Richtung Süden durch Montalivet hindurch und weiter bis Hourtin Plage. Bis dort machte ich auch ganz gut Dampf. Ich kannte die Strecke und wollte wenigstens bis Hourtin Plage sehen, was aktuell geht. Dabei folgte eine Gerade auf die nächste, immer unterbrochen von kleinen Knicken.

Aufgelockert wurde die Tour vor allem durch den Weg über die Düne und kurz danach durch den Sumpf von Hourtin. Über einen extra Radweg geht es zunächst über die Düne, die höchste Stelle ist immerhin gut 30 Meter höher als die Umgebung, und dann weiter zunächst kurvig und später immer geradliniger durch den lichten Sumpfwald.

Kurz nachdem ich den Radweg verlassen hatte, sackt mein Vorderrad in ein tiefes Loch und anschließend der Reifen in sich zusammen, Platten. Etwas Fummelei und weiter geht’s. Wieder folgen lange Geraden aufeinander. In einem Dorf fahre ich an einer Hochzeitsgesellschaft vorbei, irgendwo sehe ich einen fetten Käfer. Der Rest verschwimmt. Busch, kleine Felder, kleine Siedlungen und wieder Busch.

Irgendwann ist Montalivet wieder erreicht und die letzten Geraden bringen mich wieder zurück.

Honky Inc. Saison eröffnet

Vor zwei Tagen war Frühlingsanfang, das Fatbike machte mir gerade etwas weniger Freude und auf schmalen Reifen ist das Fahren sowieso schneller. Der Wetterbericht hatte Schnee angesagt, gleichzeitig aber auch Temperaturen über 0°C. Eigentlich nicht das Richtige für schmale Reifen. Aber am Dienstag gab es eine vergleichbare Wetteransage und dort waren die Bedingungen über den gesamten Tag ganz akzeptabel.

Heute sollte es aber anders kommen. Am Morgen lief die Hinfahrt bei 2°C über trockene Wege locker und angenehm, dann begann aber der große Schneefall und die Schneedecke blieb bis zum Abend im Norden Brandenburgs weitgehend erhalten. Eberswalde bzw. der Oberbarnim bildete die Grenze. Die Straßen waren frei, im Wald lag aber noch ordentlich Schnee bzw. Schneematsch.

Ich ließ mich davon aber nicht beeindrucken und schwenkte auf die üblichen Waldwege ein. Aber schon bald mußte ich doch feststellen, daß die Grand Prix Four Season wohl doch eher nur Three Season sind und die Idee, durch den Wald zu fahren, wohl doch nicht die beste war. Es galt zunächst aber noch einen Weg nach draußen zu finden. Spurrinnen standen dem etwas entgegen oder sehr tiefer angetauter Boden.