Spaß im Grunewald

2014-08-17 17.18.42

Ich pflege ganz gerne das Vorurteil, daß man in der großen Stadt nicht vernünftig biken kann. Genauso gerne lasse ich mich aber auch vom Gegenteil überzeugen und so nahm ich heute die Einladung zu einer kleinen Runde durch den Grunewald sehr gerne an.

Mein Bekannter wohnt nur wenige Minuten vom Auerbachtunnel entfernt und so ist die Anreise sehr schnell erledigt. Danach geht es meist im Zickzack nach Süden, dann über den Havelhöhenweg oberhalb des Wannsees und schließlich sehr geradlinig zurück zum Auerbachtunnel.

Die Runde war abwechslungsreich und kurz und teilweise knackig, dabei rollte es zwischendurch auch ganz gut und zum Ende stellte sich bei mir sogar noch ein leichter Flow ein. So soll es sein und so macht es Spaß und es ist wohl Zeit, mein Vorurteil endlich mal über zu Bord werfen.

Fahrt unter den Sternen

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Wie durch einen Zufall kam ich in diesem Jahr dochnoch zu einer kleinen MTB-Tour. Am Morgen erreichte mich eine e-mail mit der knappen Frage:

„Lust heute abend auf eine drei Stunden runde? 21 Uhr?“

Und ja, ich hatte Lust. Bei mir hatte es in diesem Jahr schon so oft nicht geklappt, aber heute am vorletzten Tag des Jahres paßte es dann zum Glück.

Also zunächst alle Lampenakkus ans Netz gesteckt und Ausrüstung zusammen gesucht. Und als die verabredete Stunde näher kam, wurde ich schon etwas nervös, ob denn auch alles klappen würde und ob ich bis zum Ende durchhalte.

Die Bedingungen waren für Ende Dezember recht günstig. Nachdem es die letzten Tage immer wieder geregnet hatte und auch bedeckt war, schien heute schon den gesamten Tag die Sonne und die Nacht brachte uns sternenklaren Himmel. Die Temperatur war auf ca. 0°C gefallen. Der Untergrund war mal richtig modderig, oft gab es auch eine dünne gefrorene Bodenkruste, die unter unseren Reifen zerbrach.

Die Tour ging durch weitgehend bekanntes Terrain. Es gab auch Abschnitte zum Laufen und einige zum richtig Einmoddern, meist rollte es aber gut. Schließlich landeten wir am Gorinsee, über dem ordentliche Wasserdampfschwaden hingen.

Von hier fuhren wir zügig wieder zurück und ich war erstaunt, wie gut es bei mir doch lief. Erst 5 Kilometer vor unserem Ziel merkte ich, wie die Kraft aus den Schenkeln wich. Leider waren aber auch wieder diese ominösen Schmerzen in der linken Kniekehle da … aber egal. Wir rollten nach gut zweieinhalb Stunden wieder am Startpunkt ein, genossen ein Abschiedsbier und wünschten uns einen guten Rutsch.

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Die Tour ist gleichzeitig auch Anlaß für einen kleinen Rückblick auf das letzte Jahr, daß als eines der bewegungsärmsten in meinem Kalender stehen bleiben wird. Denn zum ersten mal seit mehr als 20 Jahren habe ich weniger als 1.000 Kilometer auf dem Fahrrad zurück gelegt und entspannte Touren nur zum Zweck des Bewegens oder Erkundens / Wiederentdeckens gab es eigentlich nur 2 und beide waren bereits im ersten Quartal. Und auch mein aktuelles Bastelprojekt hat sich in eine komplette Sackgasse manövriert. Irgendwie war und ist der Wurm drin und ich bin gespannt, wie es im nächsten Jahr weitergeht.

Wintertour

Endlich kam der Winter ins Land und es gab etwas Zeit, diesen zu nutzen und auch lange nicht befahrenes Terrain nur aus Spaß zu besuchen. Da es allerdings nur der Vormittag zur Verfügung stand, sollte die Tour schon um 7.30 beginnen. Trotz der frühen Stunde fand sich aber doch ein Mitfahrer.

Von Pankow fuhren wir zunächst die bekannten Wege nach Norden bis zu den Karower Teichen. Auf dem Weg dahin ging ich allerdings schon schmerzhaft auf einer zugefrorenen Pfütze zu Boden und es wurde mir bewußt, daß es ja auch eine Rekonvalenzententour werden sollte. In den letzten Wochen hatte ich immer wieder Knieschmerzen am hinteren Bänderapparat, die ich auf Überlastung zurückführte und durch eine locker gefahrene Tour kurieren wollte. Naja, dies ist auf die Art etwas nach hinten losgegangen, weiterrollen konnte ich aber noch und der Spaß blieb angesichts des Wetters komplett erhalten …

Von den Karower Teichen kamen wir immer wieder durch Neuland, lange nicht befahrenes Gebiet oder aus anderen Richtungen auf bekannte Pfade und landeten schließlich am Mühlenbecker See, den wir umrunden und dabei vor allem die Wege auf der Westseite auf ihre MTB-Tauglichkeit bzw. Durchgängigkeit testen wollten. Openstreetmap behauptet ja, daß es dort eine Brücke über einen der Gräben gibt und dadurch ein Rundweg entsteht. Kurz nachdem wir allerdings zu dieser Brücke kamen:

und das Fließ tragend überquerten:

kamen wir immer tiefer ins Bruch und beschlossen, nicht weiter vorzustoßen und lieber eine Alternativroute zu suchen.

Im Sommer wäre der „Weg“ wahrscheinlich in trockenen Jahren gerade noch zu begehen, wohl aber nicht zu befahren.

Nach der Durchquerung der Sumter Randgebiete hatte ich noch kurze Orientierungsschwierigkeiten und führte uns zwei mal in eine Sackgasse. Weiter fuhren wir über Mühlenbeck nach Bergfelde und zum S-Bahnhof Schönfließ, wo wir noch eine S-Bahn abwarten mußten, ehe hinter Schönfließ ein weiteres Highlight der Tour folgte. Der Weg am Fließ entlang ist aber sicher nur bei gefrorenem Boden oder im trockenen Sommer problemlos zu fahren.

Zurück fahren wir von da auf bekannten Wegen und kommen relativ zügig und vor allem pünktlich wieder in Pankow an und haben dabei sogar noch ein Paar Punkte für den Winterpokal gesammelt.

il.pompino als Crosser

Von on-one wurde das il.pompino seinerzeit als Bike für alle Gelegenheiten beschrieben, in dem Reifen bis 35mm (jetzt nur noch 32mm) montiert werden können. So kam bei mir jetzt die Idee, den Aktionsradius des il.pompino etwas zu erweitern und einmal breitere und vor allem profilierte Reifen zu montieren.

Heute nun die erste Ausfahrt und schon nach kurzem bestätigte sich leider meine erste Ahnung, die Reifenfreiheit ist an der Gabel etwas knapp bemessen. Der Reifen läuft zwar sauber durch, aber schon kleinste Krümel, die vom Reifen mitgezogen werden, bleiben hängen und erzeugen zumindest eine nervige Geräuschkulisse.

Davon ließ ich mich aber nicht abhalten und setzte meine Offroadtour auf Wegen, die bisher immer den breitbereiften Gefährten vorbehalten waren, fort. Die Strecke führt mich südlich um den Schwärzesee und weiter am Samithsee vorbei zum Lehnssee.

Hier komme ich allerdings zum ersten mal richtig an die Grenzen des il.pompinos. Der Weg ist aufgewühlt durch Pferdehufe und der Sand dadurch sehr tief und außerdem locker. Die Reifen finden prinzipiell zwar Halt im Grund, aber bei einer 42/16er Übersetzung ist meine Kraft schnell am Ende und ich bin runter vom Rad. Schieben ist angesagt und ich habe ordentlich Sand im Schuh.

Nach dem Überqueren der Finow sind es nicht die Pferde, die den Weg aufgewühlt haben, sondern Autospuren und dazu fehlender Regen. Und so bin ich auch hier schnell wieder abgesandet. Ein etwas längeres Stück geht es nun zu Fuß und da der Weg im geplanten Verlauf weiter sandig bleibt, biege ich in den Wald, wo der Sand fester ist und mich wieder trägt.

So verpasse ich das kleine Stück Uferweg am Großen Wukensee und komme gleich zum Kleinen Wukensee. Von hier geht es an der Crossstrecke vorbei und rüber in den Wald Richtung Krumme Lanke. Hier rächt es sich, daß ich lange nicht mehr hier im Wald war und so verpasse ich den Abzweig zum Seeweg und komme stattdessen auf den Höhenweg und befürchte, wieder im losen Grund stecken zu bleiben.

Der Höhenweg wird regelmäßig vom Bauern weggepflügt, aber heute habe ich Glück. Der Boden ist hier so fett, daß der wenige Regen der letzten Tage reicht, um ihn zu einer auch mit den schmalen Reifen gut zu befahrenden Oberfläche werden zu lassen.

Von Lanke fahre ich über den Schwarzen Weg wieder in den Wald und weiter südwärts Richtung Schönow und dann weiter ans Ziel. Auch hier wieder Wege, die mit glatten Reifen oft nicht zu fahren gewesen wären, mit den 32ern mit Profil und der singlespeed-Übersetzung aber gerade so. Und obwohl der an der Gabel auftretende Krach etwas nervte, hatte ich durchaus Spaß im Wald mit dem il.pompino.

Abmontieren werden ich die Reifen aber trotzdem wieder, denn obwohl alles ganz gut funktionierte (bis auf den geringen Freiraum an der Gabel), fühlte sich die Fuhre auf glatten Strecken etwas lahm an, während auf sandigen Waldwegen alles schön zu rollen schien… Lag es daran daß die Reifen wirklich etwas schwerer laufen als die vorher montierten oder war es mehr eine psychische Sache, weil plötzlich auch auf dem il.pompino etwas Krach machte oder hatte ich einfach einen schwachen Tag?

Zahnvergleich

Nach knapp 11.000 Kilometern war es beim il.pompino so weit, daß der Antrieb komplett überholt werden mußte. Die Zähne am Zahnkranz waren sehr weit runter und die Kette schlackerte nur noch. Bei der Gelegenheit gab es auch neue Reifen.

Die Kenda Small Block Eight sind trotz größerer Breite leichter als die vorher montierten Schwalbe Stelvio und die Reifen stammten beide aus einer guten Charge. Ihr Gewicht liegt bei 342g und 344g.

Als Kette habe ich mich für ein HalfLink-Modell entschieden (Gusset Slink Chain Half Link 1/2×3/32“), weil es eine bessere Anpassung der Kettenlänge ermöglicht. Mit 372g ist die Kette allerdings ca. 80g schwerer als z.B. eine SRAM PC 59 9-fach.

Nachtfahrtsaison

Die Nachtfahrtsaison hat begonnen und inzwischen ist es schwierig, so früh das Büro zu verlassen, daß es mehr als meine Lampe ist, was den Weg da vor mir erleuchtet.

Ärgerlich ist es da aber, daß mein MTB-Standart-Licht in Form einer Sigma Power-LED und einer Karma auf einmal anfängt zu mucken. Denn die Karma gab schon nach 5 Minuten kein Licht mehr und die Power-LED fing schon nach 30 Minuten auf Stufe 2 an, mit der Warnleuchte zu drohen. Zum Glück hielt sie noch genau bis zur Haustür, sonst hätte ich mit meinen Lichtfunzeln aus der Urzeit, die ich immer noch als Notfallreserve mit mir herumschleppe, den Weg aus dem Wald suchen müssen.

Ärgerlich ist dies vor allem, da ich die Sigma erst vorgestern geladen hatte und die Karma vorletzte Woche.

Die Tour selbst war relativ entspannt. Zudem war es nach den letzten Touren knapp über dem Gefrierpunkt mit 10°C recht warm und ich konnte ohne Windstopper und Winterschuhe durch die Gegend rollen.

neues von Genesisbikes/UK und Salsa

Mein Pompino wird in Kürze die 10.000-km-Marke überschreiten und es macht mir immer noch sehr viel Spaß, mit nur einem Gang auf ihm über Asphalt oder glattere Waldwege zu fahren. Andererseits merke ich auch immer wieder und vor allem in der dunkleren Zeit, daß das gute il.pompino durch seine recht schmalen Reifen und dann auch den einen Gang Grenzen hat, die ich nicht immer akzeptieren will.

Alternativ zum il.pompino nutze ich natürlich auch meine diversen Mountainbikes mit geradem oder gebogenem Lenker, aber hier habe ich oft das Gefühl, als würde alles auf den meisten von mir gefahrenen Strecken schwerer laufen und nur ab leichtem Gelände Vorteile bringen. Dazu kommt, daß ich mir bei den Krummlenkermodellen mit ihren Felgenbremsen bei feuchtem Wetter oder im Winter oft eine bessere Bremsperformance wünschte. Und so schleicht schon seit längerem der Gedanke durch mein Hirn, breitere Reifen, größere Räder und einen Rennlenker zu kombinieren. Und seit neuestem soll auch noch eine Nabenschaltung ran.

Statt von Highend träume ich aber von bezahlbaren Bikes mit klarer Optik und dabei meist von Bikes mit einem Stahlrahmen und so freue ich mich immer wieder über Marken wie Genesisbikes von der Insel oder auch Salsa aus den Staaten, die genau so etwas anbieten.

Von Genesis gibt es immer noch das Croix de Fer, einen Crosser mit Scheibenbremse. Und es gab schon längere Zeit das DayOne als Singlespeeder und damit der einfachen Option, eine Nabenschaltung einzubauen. Beim Crosser störte mich dann aber wieder die normale Schaltung und beim DayOne, daß er keine Scheibenbremse hatte. Mit Erscheinen der 11-fach Alfine wurde das DayOne jetzt allerdings aufgebohrt und soll in der 2011er Version all das vereinen, was ich oben aufgezählt hatte, die Farbe ist weiterhin orange:

Die große Frage ist nur, sind mir die Reifen dann dick genug? Denn sonst bleibt mir fast nur der Gang zu Salsa, bei denen ich das Fargo sehr interessant finde. Beim klassischen Stahl-Fargo schreckt mich allerdings das hohe Gewicht des Rahmens etwas ab, denn mit gut 3kg ist er sogar schwerer als mein Centurion Stratos und weit entfernt von den gut 2kg Rahmengewicht beim "the brave". Und brauche ich für den fast alltäglichen Weg durch Wald und Flur 5 Flaschenhalter?

Aber auch hier wurden Neuigkeiten angekündigt. Das Stahl-Fargo wurde überarbeitet und zusätzlich gibt es noch ein Titan-Fargo. Allerdings ist dieses wieder weit weg vom bezahlbaren und für eine Nabenschaltung (dann könnte es ja auch eine Rohloff werden) ist der Rahmen nicht vorbereitet.

über
Eins für so ziemlich jeden Tag: Genesis Day One Alfine
Fargo – Go Far…er…Further.