Kettenriß

Das Thema Kettenriß hat für mich bisher noch nie eine Rolle gespielt und ich wunderte mich immer über Berichte von gerissenen Ketten, verlorenen Rennen, abgebrochenen Touren. Heute war es aber auch bei mir so weit.

Nach längerer Zeit haben Lust, Zeit und Ort zusammengepaßt und ich bin mit dem Bike raus aus der großen Stadt gefahren. Entspannt durch Wälder und entlang von Seeufern. Ich war erstaunt, wie locker es trotz der langen Pause doch lief. Was mich aber wunderte, war dieses komische Geräusch …

Nach gut der Hälfte der geplanten Strecke wunderte ich mich noch über etwas anderes, die Kettenspannung hatte stark nachgelassen und die Kette war auch noch abgesprungen. Und als ich die Kette wieder aufgezogen hatte, sah ich das Malheur:

Eines der Außenglieder der Kette war gerissen!

Da ich irgendwo im nirgendwo war, schob ich den anstehenden Anstieg erst einmal hoch und ab da ging es mit stark reduzierter Geschwindigkeit weiter. Immer wenn ich eigentlich Gas geben sollte oder wollte, wurde sehr entspannt weiter gerollt oder sogar geschoben. Nur ja die Kette nicht zu stark belasten, war die Devise. Meine Fahrzeit vergrößerte sich dadurch zwar, aber so kam ich doch noch ans Ziel ohne weitere Probleme.

Morgens durch das Dunkel

Es ist zur Zeit noch das winterliche Einerlei, wenn ich kurz vor 6.00 Uhr das Haus verlasse, ist es noch stockfinster und scheint zum Wald sogar noch dunkler zu werden. Richtig hell wird es während der gesamt Fahrt nicht, zum Ende gegen 8.00 kann ich inzwischen aber schon ohne fetten Scheinwerfer fahren.

In Biesenthal habe ich heute einen kleinen Umweg genommen. Mir wurde dann aber auch bewußt, warum ich ihn so selten fahre – der Anstieg hoch zum Ort ist entweder eine Treppe mit langen Stufen oder eine oftmals rutschige Regenrinne – beides für mich nur bergab wirklich zu fahren.

Details am Wegesrand

Schöne Details am Wegesrand gab es heute zu entdecken, als ich gemeinsam mit meinem neuen Standartmitfahrer die zweite Hälfte des Supercommutingtages begann. Eigentlich ist ja Winter, aber da es immer noch keinen Schnee gibt, leuchtet das grün so schön, als würde der Frühling beginnen.

Mein Standartmitfahrer muß warten, ehe wir das Nonnenfließ weiter hinauf fahren können. Der Boden ist tief und saugt mir schnell die Kraft aus den Beinen und so spüre ich noch weit vor Bernau, daß es ein hartes Ende geben wird heute. Auch das Zuführen weiterer Kohlenhydrate hilft nicht viel, es will nicht mehr rollen und ich fühle mich ausgepowert.

Irgendwie kamen wir dann dochnoch im großen B an und zu Hause dauerte es dann noch über zwei Stunden, ehe ich die Tour halbwegs verdaut hatte …

Fahrt hinter die Stadt

Kurz vor dem Ende des Jahres zog es mich in den Wald hinter der großen Stadt. Der Zielort lag so, daß ich die große Stadt zwei mal durchqueren durfte und dabei meist oft befahrene Routen in der nachweihnachtlichen Trägheit erleben konnte.

Auf dem Hinweg kam ich zunächst zum ICC und von da weiter auf den Kronprinzessinnenweg parallel zur Avus. Im Gegensatz zum Sommer und zu Zeiten mit Tageslicht war es heute sehr leer aber nicht einsam, dies nicht nur wegen des neben mir strömenden Autoverkehrs sondern auch wegen einiger weniger Radfahrer im Gegenverkehr.

Mein Ziel lag südöstlich von Potsdam, so daß ich in Wannsee von der B2 Richtung Süden abbog, am Griebnitzsee vorbei und durch Potsdam Babelsberg fuhr und hier auf Neuland traf. Entlang einer Bahnlinie ging es auf schmalem Weg nach Süden weiter und schließlich durch Randgebiete von Langerwisch hinein in den Wald.

Die Rückkehr erfolgte ein Paar Stunden später und erstreckte sich Mitternacht. Und da es schon so finster war und ich keine Lust auf größere Umwege durch unbekannten Wald hatte, entschied ich mich für die Strecke durch Potsdam und dann immer auf der B2 entlang. Dabei kam ich auch über die berühmte Glienicker Brücke.

Dann kam die lange Steigung Richtung Wannsee, auf der ich mich auf dem Arbeitsweg schon das eine oder andere mal gequält hatte. Nach der Abfahrt ist schon Wannsee erreicht und gleich kommt die nächste Steigung. Erstaunlicherweise ist fast schon am Ende der Steigung eine Art doppelter Gipfeltunnel, aber es geht nur darum, die Radfahrer vom Straßenverkehr fern zu halten.

Mitternacht muß schon vorbei sein, als ich Steglitz durchquere. Außer ein Paar Taxis und einigen wenigen Autos sind die jetzt folgenden Unter den Eichen, Schloßstraße, Hauptstraße und dann auch die Potsdamer Straße sehr leer und es wird erst am Potsdamer Platz wird es wieder voller.

In Steglitz verläßt mich auch etwas die Kraft. Inzwischen sind über 80 Tageskilometer zurückgelegt und der Hinweg hatte einiges an Gegenwind zu bieten, der auf dem Rückweg aber nicht in Rückenwind umgemünzt wurde, sondern einfach verschwand …

Am Potsdamer Platz verlasse ich auch die B2 und fahre über die Wilhelmstraße zur Komischen Oper und weiter zum Palast der Republik … bzw. zum Standort des Palast der Republik. Hier bin ich etwas überrascht, ein Gebäude zu sehen. Die HumboldtBox soll wohl den Befürwortern eines Schloßaufbaus bei der Propaganda helfen.

Nach kurzer Betrachtung finde ich das Gebäude recht interessant, wenn auch etwas vorgewölbt und könnte es mir statt eines historisierenden Schloßnachbaus eigentlich ganz gut vorstellen, wobei die freie Palastfläche jetzt auch etwas hat und Ideen, dort ein Schwimmbad oder einen Yachthafen zu bauen einen noch größeren Reiz ausüben.

Die Tour endet nur kurz hinter der Volksbühne, allerdings ist dazu eine letzte Steigung auf den Prenzlauer Berg zu überwinden. Kraft ist eigentlich kaum noch vorhanden, die Oberschenkel fühlen sich absolut leer an und es geht nur zögerlich hinauf. Und als ich oben bin, rolle ich nur noch vor mich hin. Der Blick ist auf die Koje voraus gerichtet und die Uhr zeigt 1:53.

Durchs Alleenland

Es war wieder einmal Supercommutertag und ich hatte extra den Schmalspursinglespeeder gewählt, da ich eine unkomplizierte und zügige Fahrt wollte. Und so wählte ich für den Heimweg vom Büro einmal mehr die ehemalige B2, die heute L200 heißt, weil sie die glatteste und direkteste Verbindung nach Hause versprach. Durch die Umwidmung hat sich an der Straße aber leider nichts verändert, der Verkehr rollt nach wie vor massiv und das ganze nervte mich nach wenigen Kilometern schon so stark, daß ich beschloß, in Melchow vom direkten Kurs abzuweichen.

Also fuhr ich zunächst durch Nebenstraßen in Richtung Bahnbrücke und dann quer durch den Ort, so daß ich die Straße Richtung Grüntal erreiche. Schon hier ist die Entspannung zu spüren. Der Asphalt rollt leicht unter den Reifen ab und kaum noch ein Auto begegnet mir.

In Grüntal wieder die Frage, wo willst Du entlang fahren? Und ich entscheide mich heute für die nicht so häufig befahrene Straße nach Gratze. Nach Gratze führen die Reste einer ehemals schönen Allee, die aber gerade an einem sonnigen und leicht windigen Tag wie heute, den Vorteil einer richtigen Allee deutlich machen. Es gibt Sonnen- und Windschutz!

Gratze ist nicht einmal ein Ort, sondern ein altes Gut, daß heute zu Heckelberg-Brunow gehört. Ein Paar Häuser aus der Nachkriegszeit und dazu der Gutsbereich. Gratze ist unter Schmalspurern aber berüchtigt, da es hier noch für wenige hundert Meter dieses gnadenlose brandenburger Pflaster gibt:

Von Gratze fahre ich weiter nach Tempelfelde. Es gibt einen wirklich kleinen Stich hoch zum Friedrich-Wilhelms-Hof und dann die geradlinige Straße bis in den Ort. Normalerweise fahre ich von hier weiter nach Albrechtshof, heute entscheide ich mich aber für die Straße nach Schönfeld und komme zu einer Obstbaumallee. Im Gegensatz zur Allee nach Gratze bieten die Bäume hier kaum Sonnenschutz aber zur richtigen Jahreszeit wäre eine kleine Erfrischung möglich.

Von Schönfeld fahre ich mal wieder eine Straße, die ich noch nie oder zumindest nur vor ewig langer Zeit gefahren war. Aber was soll mich auch von Schönfeld nach Wilmersdorf treiben außer der Neugier? Die Strecke liegt für mich weit ab vom Schuß und quer zur wichtigen Routen.

Die Straße hat es aber in sich, denn hier folgt wieder eine Allee, wie sie kompletter in Brandenburg kaum anzutreffen ist. Die Bäume schließen das Dach über der Straße und obwohl außen die Sonne hell scheint, muß ich hier fast die Sonnenbrille abnehmen, so dunkel ist es.

Von Wilmersdorf komme ich nach Börnicke und damit wieder auf schon oft befahrenes Terrain. Ein letzter ausgiebiger Fotostop folgt beim Überqueren der A10 und dann geht es über Neulindenberg und Blankenburg direkt nach Hause.

11111

Dank klassischer Meßtechnik konnte ich mich heute morgen über eine schöne Kilometerleistung des il.pompino freuen. Es war wieder einmal auf dem Weg zur Arbeit auf der Telekomstraße kurz vor dem Finower Flughafen, der wohl bald vor allem ein Solarhafen ist.

Am Nachmittag hatte ich dann mit dem einen oder anderen lokalen heftigen Wetterereignis zu kämpfen, kam aber fast trocken durch und litt etwas unter der Schwüle, die durch die um mich kreisenden Gewitter wohl sogar noch verstärkt wurde.

Im Wald da ist es schön …

Von meiner heutigen Tour ist eigentlich kaum mehr zu berichten, als das sie verregnet war und ich nicht nur vor dem Regen sondern auch vor den Gewittern auf der Flucht war und mir zum Ende das rechte Knie mal wieder weh tat.

Ich startete wie so oft an einem Freitag von der Bürotür und wählte den kürzesten Weg in den nahegelegenen Stadtwald und von da ging es immer weiter Richtung Süd bis Südwest. Allerdings vernahm ich schon nach wenigen Minuten heftiges Donnergrollen, die Temperatur fiel rapide, immer Tropfen fielen durch das schon dichte Blätterdach und ich überlegte, wie ich dem am besten entgehen könnte.

So spurte ich mir einen Weg direkter nach Süden (die Gewitter sollten westwärts ziehen), statt wie zwischenzeitlich überlegt, am Nonnenfließ entlang zu fahren und andere Umwege einzulegen. Dadurch kam ich auch durch eine lange nicht besuchte Ecke der Barnimer Heide und sah am Brennengraben diese recht neu angelegte raue Rampe. Oberhalb wird der Graben in diesem Bereich auf größerer Strecke aufgestaut, eventuell ersetzt die raue Rampe ein altes Staubauwerk, genau weiß ich dies jedoch nicht.

Viel passierte auf dem weiteren Weg eigentlich nicht mehr. Ich fuhr immer wieder mal im leichten Regen durch den Wald, hörte Donnergrollen, überlegte, ob ich nicht doch lieber zum nächsten Bahnhof fahren sollte, saute mich untenrum ordentlich ein, ließ mich vom Rückenwind schieben, wunderte mich über den entgegenkommenden Rennradfahrer, der verbissen gegen den Wind kämpfte und dem wohl nicht klar war, daß er gleich ganz naß werden würde und war dann plötzlich in Albrechtshof und hatte den Regen ab hier abgeschüttelt. Das Gewitterband zog nach Westen weiter, hinter mir war es finster und grummelte, vor mir waren aber sogar kleine Fetzen blau am Himmel zu erkennen.

Zu dem Titel kam die heutige Geschichte südlich von Schönholz. Hier fuhr ich auch einen Weg, den ich lange nicht benutzt hatte. Zuerst quälte ich mich durch eine dicke Schicht von nur oberflächlich feuchtem Sandstaub und kam schließlich in dieses Waldstück, bei dem ich anhalten mußte und einen Rundumblick wagte und fotografierte. Im Wald da ist es schön …

Ursache für den Titelgedanken war der Blick nach Osten, und auch die anderen Seiten sahen nicht viel besser aus. Aber so muß ein Wald wohl aussehen, bei dem vor vielleicht 2 Jahrzehnten auf einer Kahlschlagsfläche Kiefern in Reih und Glied gepflanzt wurden. Etwas weiter östlich hätte ich dem oberen Abschnitt des Nonnenfließ folgen können, aber ich wollte ja nicht.

Die beiden letzten Tagesbilder stammen aus Berlin-Pankow, wo ich einmal die andere Brücke über die A114 nutzen wollte (die von der Burgwallstraße abgeht) und mich zum Abschluß wieder über dieses schöne Umleitungsschild für den Berlin-Usedom-Radweg freute.

Durchgebremst

Bei den letzten Fahrten mit ‘The brave’ bemerkte ich ab und zu beim Bremsen ein leichtes rubbeln und hatte schon die Vermutung, daß das was mit der Felgenflanke sein könnte. Eine optische Prüfung hat allerdings zunächst nichts verdächtiges ergeben.

Auf den letzten Kilometern heute morgen platzte die Felge dann aber doch und so wurde der Heimweg eine sehr geruhsame Fahrt. Jetzt heißt es Ersatz zu beschaffen, ehe der nächste Winter kommt. ‘The brave’ ist schließlich vor allem mein Winter- und Matsch- und Dunkelfahrrad.

Die verbaute Mavic X 217 hat ca. 13.500 Kilometer in 8 Jahren am Vorderrad zurückgelegt.