Durch den Wald stolpern

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Im Wald zwischen dem Flugplatz Finow/Finowfurt, der Fliegersiedlung, der B167 und dem Fachmarktzentrum von Finowfurt gibt es ein kleines Singletrailnetz, auf dem ich wieder einmal das Vergnügen hatte, unterwegs sein zu dürfen. Allerdings war von meiner früheren relativ flüssigen Fahrweise wenig übrig geblieben.

Vielmehr stolperte ich durch den Wald und wurde an meine ersten Erkundungsfahrten aus den 1980er Jahren erinnert. Damals als ich auf dem Weg von der Schule nach Hause auf einem soliden Diamant-3-Gang-Tourenrad (immerhin mit 26″-Reifen, also eine Art Mountainbike) meine ersten Spuren abseits der bekannten und befestigten Wege hinterließ.

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Das Wegenetz habe ich in all den Jahren trotzdem nie komplett begriffen. Es entwickelt und verändert sich und wahrscheinlich wird es irgendwann wieder komplett überwuchert sein. Die Menschen scheinen heute weniger in den Wald zu gehen. Oder es sind einfach weniger Menschen in Eberswalde, Finow und Finowfurt.

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Klassische Runde auf neuem Untersatz

Einen meiner heutigen Etappenort hatte ich vor ca. 10 Jahren zum ersten mal auf schmalen Reifen angefahren. Das Bike ist ein anderes, aber auch der Untergrund von Straßen in der Umgebung und meine Form haben sich verändert. Die Runde beginne ich entlang des Finowkanals, hinter dem Schiffshebewerk geht es die gut 30 Höhenmeter hinauf und dann in den Wald nach Sandkrug. Im Wald geht es weiter beständig aber nicht steil bergauf, ehe vor Sandkrug eine lange Abfahrt beginnt. Richtung Chorin geht’s dann wieder hoch. Mittendrin ist eine Steigung, die mich nicht nur damals ordentlich forderte. Bis Senftenhütte geht es wieder leicht bergauf, was aber eigentlich kaum zu merken ist.

Hinter Senftenhütte hat sich die Straße gegenüber damals geändert. Dank Mitteln für den ländlichen Wege- und Straßenbau ist die Verbindung nach Golzow jetzt eigentlich komplett rennradtauglich. Kein ausgewaschener Feld- und Waldweg, der einem die Kraft aus den Beinen saugt. Es gibt auch keine langen Pflasterpassagen mehr. Das Rad rollt einfach bis Golzow durch.

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Erst danach wird es fahrerisch anspruchsvoller. Die Straße scheint von Jahr zu Jahr schlechter zu werden. Das Pflaster wird unebener, die Sandstücken tiefer und auch die Schlaglöcher vertiefen sich. Das Teilstück ist aber nur wenige Kilometer lang, ab kurz vor Blütenberg rollt es wieder. Schlechter geworden ist auch die alte KAP-Straße zwischen Buckow und Steinfurt. Aber noch ist der Zustand so, daß die relativ schmalen Reifen noch nicht an ihre Grenze kommen.

Bei der heutigen Tour fuhr ich mein individuell aufgebautes Kona Honky Inc., das mir wieder viel Spaß gemacht hat. Besonders gut macht sich der BROOKS C15. Weiterhin gibt es keine Sitzbeschwerden, der Sattel paßt einfach und funktioniert. Aber auch die AVIDs bremsen besser als erhofft und der Retroshifter tut zuverlässig seinen Dienst.

Oldschool fahren

Nachdem ich am letzten Wochenende beim il.pompino die linke Kurbel verloren hatte (das Gewinde der originalen Aluminium-Kurbelbefestigungsschraube war ab) und ich heute schon wieder Rad fahren wollte, wurde ‚the brave‚ angespannt. Mit diesem Bike bin ich seit fast genau 2 Jahren nicht mehr gefahren. Warum? Keine Ahnung, ich habe einfach keine Lust mehr gehabt und habe lieber das il.pompino, das Stratos und vor allem fred genutzt.

Heute war ich allerdings froh, daß es benutzbar an der Wand hing und einfach so funktionierte. Die Rückfahrt fand ich aber irgendwie anstrengend. Die Wege, die ich in den letzten Wochen relativ leichtfüßig auf dem il.pompino zurücklegte, zogen sich und es ging einfach nicht voran. Warum das so war, blieb mir ein Rätsel. Aber vielleicht ist ja wirklich etwas dran, daß diese Oldschool 26er Laufräder einfach nur langsam sind ……

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Gleiche Wege, gleiche Motive

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In den letzten Wochen komme ich wieder verstärkt dazu, mein il.pompino über altbekannte Wege zu führen. Die Strecken sind nicht lang, bringen aber ein großes Gefühl der Befriedigung zurück. Dabei kommt es durch die Fahrt über Strecken, die ich schon immer gerne gefahren bin natürlich auch zu Motiven, wie ich sie schon öfter aufgenommen habe. Dieses hier z.B. gab es schon einmal im März 2012 – Etwas Radfahren, ein Sturz, Wildbeobachtungen und dazu Neuland

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3 x 2×10

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Eigentlich hatte ich für den März größere Pläne, aber daraus wurde nichts. Und so bin ich froh, in dieser Woche wenigestens einen kleinen Start hingelegt zu haben und den verkürzten Arbeitsweg drei mal zurück gelegt zu haben. Die Route könnte kaum besser sein, denn es ging den größten Teil der Strecke am Finowkanal entlang.

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Nach …

Nach drei Kilometern fand ich, es läuft ziemlich gut …
nach sechs Kilometern dachte ich, oh das holpert aber ganz schön …
nach zehn Kilometern merkte ich zum ersten mal ein Knie … das rechte
nach sechzechn Kilometern fand ich, daß wir doch in einer ganz schön bergigen Gegend wohnen …
nach achtundzwanzig Kilometern ging irgendwie die Sonne kreisrund und etwas rot Richtung Horizont, ihr fehlte aber die Kraft eines sommerlichen Abends …
nach dreißig Kilometern reichte es mir, und ich wäre froh, schon da zu sein … und warf ein zwei Stullen ein …
nach fünfundreißig Kilometern dachte ich, mein linkes Knie explodiert gleich … das rechte war wieder halbwegs unauffällig …

und nach dreiundvierzig Kilometern war ich da … und froh vor knapp zwei Stunden losgefahren zu sein!