Zum Schiffshebewerk

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Etwas Zeit am Abend, dazu etwas Sonne und schon bin ich motiviert, eine kleine Feierabendrunde zu drehen. Am Finowkanal entlang geht es nach Osten zum Schiffshebewerk und dann über Sandkrug, Senftenhütte, Golzow wieder zurück. Und hinter Blütenberg erlebe ich einen Sonnenuntergang, der mir den Atem stocken läßt.

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Und ja, dieses Leibchen hat meine Motivation erhöht. Ich bin stolz, daß ich seit 10 Jahren dazu gehören darf, auch wenn ich derzeit zu wenig mit den Freunden fahre.

Klassische Runde auf neuem Untersatz

Einen meiner heutigen Etappenort hatte ich vor ca. 10 Jahren zum ersten mal auf schmalen Reifen angefahren. Das Bike ist ein anderes, aber auch der Untergrund von Straßen in der Umgebung und meine Form haben sich verändert. Die Runde beginne ich entlang des Finowkanals, hinter dem Schiffshebewerk geht es die gut 30 Höhenmeter hinauf und dann in den Wald nach Sandkrug. Im Wald geht es weiter beständig aber nicht steil bergauf, ehe vor Sandkrug eine lange Abfahrt beginnt. Richtung Chorin geht’s dann wieder hoch. Mittendrin ist eine Steigung, die mich nicht nur damals ordentlich forderte. Bis Senftenhütte geht es wieder leicht bergauf, was aber eigentlich kaum zu merken ist.

Hinter Senftenhütte hat sich die Straße gegenüber damals geändert. Dank Mitteln für den ländlichen Wege- und Straßenbau ist die Verbindung nach Golzow jetzt eigentlich komplett rennradtauglich. Kein ausgewaschener Feld- und Waldweg, der einem die Kraft aus den Beinen saugt. Es gibt auch keine langen Pflasterpassagen mehr. Das Rad rollt einfach bis Golzow durch.

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Erst danach wird es fahrerisch anspruchsvoller. Die Straße scheint von Jahr zu Jahr schlechter zu werden. Das Pflaster wird unebener, die Sandstücken tiefer und auch die Schlaglöcher vertiefen sich. Das Teilstück ist aber nur wenige Kilometer lang, ab kurz vor Blütenberg rollt es wieder. Schlechter geworden ist auch die alte KAP-Straße zwischen Buckow und Steinfurt. Aber noch ist der Zustand so, daß die relativ schmalen Reifen noch nicht an ihre Grenze kommen.

Bei der heutigen Tour fuhr ich mein individuell aufgebautes Kona Honky Inc., das mir wieder viel Spaß gemacht hat. Besonders gut macht sich der BROOKS C15. Weiterhin gibt es keine Sitzbeschwerden, der Sattel paßt einfach und funktioniert. Aber auch die AVIDs bremsen besser als erhofft und der Retroshifter tut zuverlässig seinen Dienst.

ein früher Vogel auf dem Treidelweg

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In den letzten 4 Jahren sind meine jährlichen Kilometer auf dem Rad kontinuierlich zurückgegangen. Das hatte verschiedene Ursachen von familiären Veränderungen bis zu körperlichen Beschwerden. Teilweise war es aber auch einfach nur die geringe Lust, die alten Strecken wieder und wieder zu fahren und dazu die zu geringe Zeit für die Suche nach und die Bewegung auf neuen Routen in unbekannten Regionen.

Zur Zeit scheint zumindest dieser Bann etwas gebrochen zu sein und ich suche die freien Zeiteinheiten, um auf den altbekannten Wegen zu fahren. Wer hier ab und zu mit liest, wird gemerkt haben, daß der Treidelweg am Finowkanal ganz oben auf der Favoritenliste steht. Und am liebsten fahre ich am frühen Morgen, wenn kaum ein anderer Mensch dort unterwegs ist.

1h Kona Honky Inc.

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Das Kona Honky Inc ist ein typisches Beispiel dafür, was passiert, wenn man Dinge einfach nur kauft, weil man sie toll findet. Das Projekt Kona Honky Inc begann mit dem Kauf eines 2010er Rahmen in Größe 61 cm zum Ende des Jahres 2011. Zeitgleich mit dem Rahmen bestellte ich auch die meisten anderen wichtigen Teile. Letztes wichtiges Bauteil war der SON Nabendynamo von Wilfried Schmidt Maschinenbau im darauffolgenden Frühjahr. Und dann hätte es eigentlich losgehen können …

Ging es aber nicht, ich baute zunächst das Vorderrad. Das lief noch halbwegs flüssig. Beim darauffolgenden Hinterrad quälte ich mich aber. Auch hier wollte ich Sapim CX-Ray mit Alunippeln einbauen. Für die Sapims hatte ich mir auch extra einen Halter gebaut. Mir fehlte dann aber die Zeit, das Hinterrad am Stück durchzubauen und mit jedem neuen Ansatz schienen sich die Alunippel schwerer zu drehen. Nachdem ich den zweiten abgerissen hatte, tauschte ich sie auf der Zahnkranzseite gegen Messingnippel und hatte dann auch diesen Schritt geschafft. Obwohl das wohl das am schlechtesten eingespeichte Hinterrad meiner gesamten Schrauberzeit ist.

Dann gab es aber spannende neue Produkte. Den Retroshift wollte ich z.B. unbedingt anbauen, nachdem ich ihn entdeckt hatte. Ich kombinierte ihn mit einem Dura Ace Lenkerendschalthebel, den ich mal irgendwann für ein anderes Projekt gekauft hatte. Unbedingt haben wollte ich auch den Brooks C17. Mich faszinierte einfach die Idee, die dahinter steht und die Optik gefiel mir. Nachdem es dann aber den etwas schmaleren C15 gab, wurde es der und der C17 bleibt für mein Unit-Projekt.

Auch im Bereich des Antriebs kamen während der langen Wartezeit neue Ideen dazu. Bei der Kurbel schwankte ich lange Zeit, ob ich die Ritchey (die ich eigentlich mit 172,5mm Länge für zu kurz für mich hielt) oder lieber etwas neues einbauen sollte. Letztendlich gefiel mir das Design der Ritchey aber immer noch so gut, daß ich sie auf jeden Fall einbauen wollte und dazu kam, daß ich bei den neuen Kurbel keine fand, die mir 100%-tig gefiel und günstiger ist es so auch noch. Bei der Ritchey brauchte ich aber neue Kettenblätter und da ich noch keinen Umwerfer hatte und mich die Idee auch interessierte, wurde es ein Wolf Tooth mit langen narrow-wide-Zähnen.

Die letzten Entscheidungen wurden rund um das Licht gefällt. Am SON Delux mußte ich nie rütteln, der stand einfach fest und es gibt nach meiner Überzeugung noch immer keinen besseren Nabendynamo. Völlig geändert wurde aber die restliche Beleuchtung. Ursprünglich hatte ich von Supernova den E3 und das Rücklicht vorgesehen. Nachdem aber der Edelux II auf den Markt kam und mit ihm viele Farboptionen, war der Wechsel schnell beschlossen. Ähnlich schnell ging es übrigens auch mit dem Rücklicht. Kaum hatte ich das neue SON LED-Rücklicht mit Sattelstützmontage (bei mir Rahmenmontage) gesehen, war es auch schon bestellt.

Letzte Montageschritte waren dann Lenkerbandmontage und vor allem die Verkabelung der beiden Lichter. Ich zierte mich etwas, die langen Kabel abzuschneiden und die vielen verschiedenen Schrumpfschläuche verwirrten mich etwas, aber schließlich dauerte das Ablängen und Kabelschuhe anpressen sowie Schrumpfschläuche einschrumpfen in der reinen Ausführung auch nur ca. 20 Minuten und ich fragte mich nachher, wovor ich Angst gehabt hatte.

Und nun ist das Bike fertig und heute gab es die erste kleine Ausfahrt in der alten Heimat. Bekannte Wege, bei denen die 28mm-Glatzen nicht immer perfekt waren. Aber auf richtige Straße habe ich derzeit irgendwie nicht so die richtige Lust.