2 Regatten auf dem Werbellinsee

Wanderpreis Kielboote

Es ist schon ein komisches Segeljahr. Ende Mai noch kein eigenes Schiff im Wasser, aber schon an zwei Regatten teilgenommen und bei beiden maximale Erfolge gefeiert. Mit Christophers Dehler 29 haben wir bei der Frühjahrsregatta von Stahl Finow nicht nur die nach Yardstick bewertete Kielbootwertung gewonnen sondern auch den Preis für die schnellste Yacht, das Blaue Band vom Werbellinsee.

Eine Woche später dann bei der Kielbootregatta ein ähnliches Ergebnis. Sieger in Klasse 1 und gleichzeitig in der Wertung der Dehler.

Die genauen Ergebnisse gibt es hier: SV Stahl Finow Abteilung Segeln: Ergebnisse

Frühjahrsregatta 2013

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Die Bedingungen für die Regatta waren eher mäßig, Regen drohte, der Wind kam mal von hier mal von da und 3 Windstärken waren schon die Krönung. Dazu gab es vom Start weg einen Anlieger über die erste zur zweiten Tonne. Wenig Platz also auch noch für taktische Raffinessen. Der Start erfolgte dazu noch in einem Zeitfenster von 30 Minuten, was aber für die erste 505-Regatta nach einer Saison Pause ganz o.k. war.

Auf Grund der Vorhersage überlegten wir, den Start hinauszuzögern. Schließlich war für irgendwann noch stärkerer Wind angesagt. Nachdem es kurz nach eins aber halbwegs vernünftigen Wind gab und die Konkurrenz für das Blaue Band schon unterwegs war, beschlossen wir, einfach hinterher zu fahren, sowie wir ein freies Fenster zwischen den Dickschiffen fanden.

Unsere größte Konkurrenz für’s Blaue Band war die Streamline von Paul, der wenig vor uns gestartet war. Dadurch hatten wir immer guten Blickkontakt. Die Streamline schien an der Kreuz aber einfach immer einen Tick schneller zu sein und Paul entfernte sich langsam von uns.

Vor Altenhof nach der zweiten Wendemarke zogen wir den Spi und es lief mit Axel an den Schoten wie bei unseren letzten 505-Regatten. Der Spikurs half uns auch wieder, den Abstand nach vorne zu verringern und an der 3. Wendemarke hatten wir nur noch die Streamline und einen 20er Jollenkreuzer vor uns.

Wieder ein Anlieger und zurück nach Altenhof zur vierten Tonne. Die vierte Tonne ligt jetzt in der Flaute. Und nun ist es Christopher, der mit seiner Dehler 29 am Zug ist. Länge läuft einfach und mit dem langen Mast greift er nach den Höhenwinden, an die wir nicht kommen. Trotzdem runden wir noch gut vor ihm die Tonne.

Dann geht der Spi wieder hoch, wir fahren einen relativ tiefen Kurs auf die Ecke gegenüber von Altenhof zu. Der Wind ist wieder nicht besonders stark, es läuft aber. Ab der Ecke wird es kurz spitzer, ehe der Wind weiter rechtsrum dreht und wir irgendwann fast platt vorm Laken Richtung Wildau fahren.

Jetzt liegt nur noch Paul mit der Streamline vor uns, als bei ihm plötzlich alles steht, der Spi runter geht und wir grübeln, was da wohl passiert. Das Ziel hat er nämlich noch nicht erreicht. Aber plötzlich hatten wir auch keinen Druck mehr im Schiff und der Restwind kam eher von vorne. Die letzten Meter bis zum Ziel wurden so noch einmal zur Qual und wir waren froh, als wir die Linie endlich überquert hatten.

Die Jollenwertung gewannen wir problemlos, sowohl nach gesegelter als auch gerechneter Zeit. Und nach gerechneter Zeit hätten wir auch die Gesamtwertung mit ca. 4 Minuten Vorsprung gewonnen. Fürs Blaue Band hat es am Ende aber doch nicht gereicht, denn nach absolut gesegelter Zeit war Paul mit seiner Streamline 1:40 schneller als wir. Glückwunsch!

Die kompletten Ergebnisse und auch einen kleinen Bericht aus Veranstaltersicht gibt es auf der Seite von Stahl Finow: Frühjahrsregatta 2013

Vielleicht noch eine Bemerkung am Rand. Vor 5 Jahren hatten wir mit der Dochnoch die Wertung bei den Jollenkreuzern und auch das Blaue Band gewonnen.

Abspulen

Stoisches Abspulen von Straßenkilometern mit schmalen Reifen auf dem Rennrad ist eigentlich nicht so mein Ding. Vielmehr zieht es mich weg vom Asphalt auf Feld- und Waldwege oder auf schmale Singletrails. Manchmal zieht es mich aber dann doch auf die schmalen Reifen, z.B. wenn ich einfach nur etwas entspannt rollen, die Geschwindigkeit oder einfach nur den kalten Fahrtwind im Gesicht spüren will.

Deshalb spannte ich heute auch das il.pompino an und machte mich auf die kleine Runde um den See. Das Wetter war nicht wirklich winterlich, obwohl wir Anfang Januar haben, allerdings war es auch nicht mehr ganz so frühlingshaft wie am Vortag. Vielmehr wehte mir ein kalter Nordwind ins Gesicht.

Den Nordwind spürte ich besonders, als ich nach einem kurzen mühsamen Anstieg das Plateau bei Buckow erklommen hatte und mich auf der immer weiter zerbröselnden Kapstraße nach Nordosten bewegte. Die Kapstraße hat inzwischen einen so schlechten Gesamtzustand, daß sie kaum noch als Geheimtip für richtig Schmalbereifte gelten kann. Für mein il.pompino ist das aber noch kein allzu großes Problem.

Nach Buckow kommt eine der schönsten Abfahrten der gesamten Runde. Leicht geschlängelt geht es durch eine Allee einige hundert Meter bergab, dann folgt aber der nicht sehr steile aber doch zähe Anstieg Richtung Altenhof. Von der Straße habe ich jetzt auch einen guten Blick auf die Baustelle für den neuen Radweg zwischen Buckow und Altenhof und frage mich wieder einmal, wer diese Radwege plant …

Der Nord- bis Nordostwind bremst noch bis Altenhof spürbar weiter, dann wird er gemildert durch den Wald. Dafür folgen ab Ortsmitte weitere zähe Meter bergauf. Nur langsam schiebe ich mich hoch und komme abgekämpft am höchsten Punkt der Runde an.

Nach einer holperigen Abfahrt lande ich am Ufer des Werbellinsees, rolle auf der Seerandstraße zuerst über Sand, dann Pflaster und schließlich wieder Asphalt und biege dann noch auf die Abkürzung zur Badewiese Michen, wo ich eine kurze Verschnaufpause einlege.

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Dies war wieder einmal ein Weg, für den das il.pompino nicht so geeignet ist, aber es war wohltuend, vom glatten Weg abgewichen zu sein und kurz darauf lockte ja auch noch der unverstellte Blick auf den finster wirkenden Werbellinsee.

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Ab hier wird die Fahrt dann so richtig zäh, nur selten rolle ich richtig entspannt dahin. Vielmehr fühle ich mich, als wäre ich schon die 3-fache Entfernung unterwegs gewesen. Die Beine sind schwer und kraftlos.

Irgendwann ist Wildau erreicht, wo ich die L220 wieder verlasse und bis Eichhorst am Werbellinkanal entlang rolle. Passanten werden mit quietschenden Reifen erschreckt und weiter geht es auf die letzten Kilometer.

Noch einmal eine kurze aber steile Steigung, die mich zum kurzen Anhalten zwingt. Ich fühle mich doppelt so alt und inzwischen so matt, als wären es 200 Kilometer ohne Nahrung und Trinken gewesen. Aber irgendwie geht es die letzten Meter hoch und auf der Ebene oben weiter.

Vor der Kaiserwegbrücke aber dochnoch einmal ab vom glatten Weg und entlang des Oder-Havel-Kanals nach Osten. Eine Strecke die ich kurz vor Ende gerne noch einbaue, vor allem da sie mit dem Bau der neuen B167 wohl verschwinden, zumindest aber ihren jetzigen verlieren wird.

Nach kurzem Fotostop wird das Ziel erreicht, auf den Weiterbau am aktuellen Bastelprojekt am späteren Nachmittag verzichte ich dann aber doch …

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3x H

Alle Jahre wieder hieß es im September auch für mich, auf zum Sherry-Cup, auf ans andere Ende des Sees zum Yachtclub Schorfheide. Gespannt war ich vor allem darauf, wie sich das Wetter und insbesondere der Wind heute entwickeln würde. Die Vorhersage versprach 2 Bft, diese allerdings aus Nordwest. Eigentlich also recht perfekte Bedingungen für ein entspanntes Rennen mit zwei nicht zu schweren Personen an Bord der Dochnoch.

Als zweiten hatte ich Hans anwerben können, der mir auch gleich half, die Dochnoch über den See zu treiben. Beim Treiben mußte uns allerdings der Motor immer wieder helfen, denn immer wieder schlief der Wind so weit ein, daß wir nicht einmal einen halben Knoten über Grund schafften.

Erinnerungen an das letzte Jahr wurden wach, wo die Hinfahrt ähnlich zerstückelt verlief, dann den gesamten Nachmittag aber nicht einmal so viel Wind kam, daß gestartet werden konnte und wir am Abend zwar satt, aber ohne eine Wertung wieder nach Hause fuhren. Immerhin kam für die Rückfahrt aber noch so viel Wind, daß wir ein Stück segelten.

In diesem Jahr kam es aber zum Glück anders. Es gab zwar zunächst eine Startverschiebung, dann frischte es aber etwas auf und eine leichte und halbwegs konstante Brise aus westlicher Richtung baute sich auf. Und mit ca. 15 Minuten Verspätung schickte Ron uns auf die Reise.

Wie auch in den letzten Jahren wurde in zwei Startgruppen gestartet. Zuerst alles ohne Kiel, dann alles mit Kiel. Für uns mit dem 20er Jollenkreuzer sind das natürlich gute Voraussetzungen, da wir die größten im Ohne-Kiel-Feld sind und dementsprechend wenig Probleme mit den Abdeckungen anderer Schiffe zu kämpfen hatten.

Unser Start verlief allerdings nicht optimal. Irgendwie kam er für unser zusammengewürfeltes Team dochnoch etwas zu früh. Neben Hans war nämlich auch noch Hardy an Bord, der kurz vor dem Ablegen auf dem Steg stand und meinte, er suche noch eine Planke. Die beiden benötigten noch eine Weile, ehe sie sich halbwegs koordiniert hatten. Dadurch war schon das Ablegen nicht ganz so, wie geplant und so zog es sich durch die halbe Startkreuz. Wir kamen trotzdem halbwegs aus dem Feld heraus und hatten auf Höhe des Fischers die Jollen komplett hinter uns gelassen und nur noch unsere schärfsten Konkurrenten neben bzw. vor uns.

Nachdem wir nochmal am Großfall gespielt und das Großsegel wieder etwas hochgezogen hatten, kam langsam etwas Routine in unsere Manöver, alles lief etwas flüssiger und wir konnten wieder an Angriff denken. Durch die Spielerei hatten wir zwar verloren aber auch freien Wind und freie Entscheidungsmöglichkeiten. Dadurch konnten wir den leicht um die Ecke gegenüber von Michen drehenden Wind optimal nutzen und uns an unsere Gegner wieder mehr heranschieben und unter ihnen wenden.

Ab hier lief es für uns immer besser. Unsere beiden Gegner lagen zwar zunächst noch etwas über uns, aber gleichzeitig auch etwas zurück und beharkten sich zudem gegenseitig. Ich versuchte bei möglichst gleichem Speed immer wieder etwas Höhe zu ziehen und so allmählich eindeutig vor die beiden anderen zu kommen. Nachdem dies geschafft war, hatte ich volle Handlungsfreiheit. Bei der jetzt herrschenden Windrichtung war das allerdings nicht mehr so entscheidend, da der Streckbug extrem lang war und wir fast einen Anlieger zur Boje hatten.

Unser Vorsprung wuchs allmählich auf dem Weg zur Boje, die heute auf Grund des geringen Winds nur vor Altenhof lag. Am Ende hatten wir ca. 10 Bootslängen herausgearbeitet und konnten frei runden. Der Wind blies für uns hier immer noch günstig und so konnten wir mit guter Geschwindigkeit die Rückfahrt antreten. Dazu trimmten wir das Schiff ordentlich auf den Kopf und ließen es einfach laufen.

Es ging mitten durch das Feld der aufkreuzenden Gegner und parallel dazu wuchs unser Vorsprung immer mehr. Irgendetwas mußte da hinten bremsen, denn als wir auf Höhe der Wasserskibucht waren, war unser Vorsprung auf mehr als 500 Meter gestiegen. Die Bilder zeigen das vielleicht ganz gut:

Das erste Bild wurde mit einer Brennweite von 27mm, das zweite von 300mm aufgenommen. Näher ging nicht mehr.

Ab da schien alles sicher. Aber es schien auch nur so. Nachdem wir nur noch ca. 1 Kilometer bis zum Ziel zurückzulegen hatten, schlief bei uns der Wind fast komplett ein und wir mußten mit ansehen, wie unser schöner Vorpsrung einfach so dahinschmolz. Erinnerungen an einen früheren Sherry Cup wurden wach oder auch an die letzte Werbellinseeregatta, wo wir eine eigentlich ausreichend großen Vorsprung wieder einbüßten und am Ende viele Gegner vorbei lassen mußten …

In diesem Jahr kam es zu unserem Glück allerdings anders. Der Wind setzte so rechtzeitig ein, daß wir mit immer noch fast fünf Minuten Vorsprung auf Ecki ins Ziel kamen und somit auch das erste Schiff im Hafen waren. In Bildern sah das dann so aus:

Hinten hatte sich alles zusammengeschoben und es wurde noch etwas gewürfelt.

Am Ende wurden wir dann auch gerechnet bei den Jollenkreuzern mit Vorsprung 1. vor Ecki, Ulf Ploschenz und Pinki und die Kombination der 3 H (Hans, Hardy und Hendrik) hatte sich bewährt.

Bei den Jollen siegte Schmidti mit der Ixylon und bei den Kielbooten die Oldtimer auf der Nessi und die kompletten Ergebnisse gibt es hier: Sherry Cup 2012