Details am Wegesrand

Schöne Details am Wegesrand gab es heute zu entdecken, als ich gemeinsam mit meinem neuen Standartmitfahrer die zweite Hälfte des Supercommutingtages begann. Eigentlich ist ja Winter, aber da es immer noch keinen Schnee gibt, leuchtet das grün so schön, als würde der Frühling beginnen.

Mein Standartmitfahrer muß warten, ehe wir das Nonnenfließ weiter hinauf fahren können. Der Boden ist tief und saugt mir schnell die Kraft aus den Beinen und so spüre ich noch weit vor Bernau, daß es ein hartes Ende geben wird heute. Auch das Zuführen weiterer Kohlenhydrate hilft nicht viel, es will nicht mehr rollen und ich fühle mich ausgepowert.

Irgendwie kamen wir dann dochnoch im großen B an und zu Hause dauerte es dann noch über zwei Stunden, ehe ich die Tour halbwegs verdaut hatte …

Fahrt hinter die Stadt

Kurz vor dem Ende des Jahres zog es mich in den Wald hinter der großen Stadt. Der Zielort lag so, daß ich die große Stadt zwei mal durchqueren durfte und dabei meist oft befahrene Routen in der nachweihnachtlichen Trägheit erleben konnte.

Auf dem Hinweg kam ich zunächst zum ICC und von da weiter auf den Kronprinzessinnenweg parallel zur Avus. Im Gegensatz zum Sommer und zu Zeiten mit Tageslicht war es heute sehr leer aber nicht einsam, dies nicht nur wegen des neben mir strömenden Autoverkehrs sondern auch wegen einiger weniger Radfahrer im Gegenverkehr.

Mein Ziel lag südöstlich von Potsdam, so daß ich in Wannsee von der B2 Richtung Süden abbog, am Griebnitzsee vorbei und durch Potsdam Babelsberg fuhr und hier auf Neuland traf. Entlang einer Bahnlinie ging es auf schmalem Weg nach Süden weiter und schließlich durch Randgebiete von Langerwisch hinein in den Wald.

Die Rückkehr erfolgte ein Paar Stunden später und erstreckte sich Mitternacht. Und da es schon so finster war und ich keine Lust auf größere Umwege durch unbekannten Wald hatte, entschied ich mich für die Strecke durch Potsdam und dann immer auf der B2 entlang. Dabei kam ich auch über die berühmte Glienicker Brücke.

Dann kam die lange Steigung Richtung Wannsee, auf der ich mich auf dem Arbeitsweg schon das eine oder andere mal gequält hatte. Nach der Abfahrt ist schon Wannsee erreicht und gleich kommt die nächste Steigung. Erstaunlicherweise ist fast schon am Ende der Steigung eine Art doppelter Gipfeltunnel, aber es geht nur darum, die Radfahrer vom Straßenverkehr fern zu halten.

Mitternacht muß schon vorbei sein, als ich Steglitz durchquere. Außer ein Paar Taxis und einigen wenigen Autos sind die jetzt folgenden Unter den Eichen, Schloßstraße, Hauptstraße und dann auch die Potsdamer Straße sehr leer und es wird erst am Potsdamer Platz wird es wieder voller.

In Steglitz verläßt mich auch etwas die Kraft. Inzwischen sind über 80 Tageskilometer zurückgelegt und der Hinweg hatte einiges an Gegenwind zu bieten, der auf dem Rückweg aber nicht in Rückenwind umgemünzt wurde, sondern einfach verschwand …

Am Potsdamer Platz verlasse ich auch die B2 und fahre über die Wilhelmstraße zur Komischen Oper und weiter zum Palast der Republik … bzw. zum Standort des Palast der Republik. Hier bin ich etwas überrascht, ein Gebäude zu sehen. Die HumboldtBox soll wohl den Befürwortern eines Schloßaufbaus bei der Propaganda helfen.

Nach kurzer Betrachtung finde ich das Gebäude recht interessant, wenn auch etwas vorgewölbt und könnte es mir statt eines historisierenden Schloßnachbaus eigentlich ganz gut vorstellen, wobei die freie Palastfläche jetzt auch etwas hat und Ideen, dort ein Schwimmbad oder einen Yachthafen zu bauen einen noch größeren Reiz ausüben.

Die Tour endet nur kurz hinter der Volksbühne, allerdings ist dazu eine letzte Steigung auf den Prenzlauer Berg zu überwinden. Kraft ist eigentlich kaum noch vorhanden, die Oberschenkel fühlen sich absolut leer an und es geht nur zögerlich hinauf. Und als ich oben bin, rolle ich nur noch vor mich hin. Der Blick ist auf die Koje voraus gerichtet und die Uhr zeigt 1:53.

Kälterekord

Als ich heute aus dem Haus trat, wußte ich noch nicht, wie kalt es werden würde und trat locker in die Pedalen. Die ersten Kilometer bis zur Stadtgrenze von Berlin lief auch alles sehr entspannt, ich nahm langsam Betriebstemperatur an und es rollte gut. Auf dem Weg nach Bernau hatte ich aber schon das Gefühl, es würde allmählich kälter werden und als hinter Lobetal die Helligkeit langsam kam, waren meine Füße zu kleinen Eisklumpen gefroren und auch die Hände wurden trotz recht warmer Handschuhe immer kälter. Und auch die Beine wurden langsam immer kälter, ich hätte die lange Unterhose also lieber anziehen statt durch die Gegend fahren sollen.

Kurz vor Biesenthal war dann schon so viel Licht in der Landschaft, daß ich die stark bereiften Halme und Zweige sehen konnte und vor allem auch die über mich hinweg ziehenden Wildgänse (Graugans) nicht nur hören sondern auch sehen konnte.

Am Ende erfuhr ich, daß die Temperatur heute zum ersten mal in diesem Herbst/Winter eine Temperatur von -5°C unterschritten hatte und ich war froh, daß es am Nachmittag / Abend nicht so kalt werden sollte. Zur Sicherheit zog ich da aber doch die Unterhose unter und kam nach gut 2h wohlbehalten und nicht durchgefroren wieder zu Hause an.

Eisiger Morgen

Es war ein sehr klarer und in der Hauptstadt mit -2°C nur mäßig kalter Morgen und so beschloß ich, heute wieder einmal den Weg zu Arbeit auf dem Bike zurückzulegen. Meine Fahrt begann noch in der Dunkelheit und ich nutzte den Chinastrahler, um mir den Weg durch den beginnenden Morgen zu bahnen. Langsam wurde es heller, aber erst hinter Bernau kam die Sonne über den Horizont. Die Luft war zu dem Zeitpunkt so klar, daß es kein Morgenrot gab. Die Sonne hing einfach als glühender Ball am tiefblauen Firmament.

Über die Verbindungsstraße zwischen Ladeburg und Lobetal rolle ich weiter nach Norden und habe den Eindruck, als würde es immer kälter.

Und auf dem weiteren Weg Richtung Biesenthal merke ich, wie zunächst meine Hände beginnen taub zu werden, die Kälte dann aber auch meine Oberschenkel und Arme angreift und meine Füße sind eigentlich schon nicht mehr dran. -2°C fühlen sich irgendwie anders an. Da die Sonne aber weiter scheint und dabei allmählich immer höher steigt, sage ich mir zur Beruhigung, daß es gleich wieder wärmer werden wird.

Biesenthal ist erreicht und hier scheint es wirklich wärmer zu sein. Oder liegt es daran, daß es nach Biesenthal über eine kleine Steigung hinein geht und mir die Sonne anschließend ins Gesicht scheint?

Kurz nach Verlassen des Ortes komme ich wieder in den Wald und die Kälte scheint größer als zuvor. Es gibt keine beständig wärmenden Sonnenstrahlen mehr. Die Bäume beschatten den Weg komplett und nur ab und zu lassen sie ein Paar Strahlen der Sonne hindurch.

Mich beruhigt jetzt nur noch, daß es nicht mehr weit ist und ich auch ohne die wärmende Sonne das Ziel erreichen werde. Kurz nach 8.00 Uhr ist es so weit, nach knapp 2 Stunden habe ich das Büro erreicht.

Am Nachmittag scheint die Sonne noch immer von einem strahlend blauen Himmel herab und so will ich heute zum zweiten mal in diesem Jahr auch den Heimweg wieder mit dem Rad antreten. Im Gegensatz zum letzten mal, als mir nur die massive Zufuhr von Kalorien in Form einer Streußelschnecke nach gut zwei Drittel der Strecke die Weiterfahrt ermöglichte, habe ich aber heute etwas besser auf meine Ernährung geachtet und für Mittags ein Paar Stullen mehr geschmiert und auch kurz vor dem Start noch etwas gegessen.

Meine Route wähle ich heute so, daß ich bis Melchow in der Nähe der Bahn bleibe, dabei zunächst die Schwärze überquere, dann an der ehemaligen Blockstelle Wildtränke bis an die Gleise komme und schließlich in Melchow über die Finower Straße in den Ort fahre und ihn am Friedhof entlang verlasse. Dabei treffe ich hinter dem Ortskern auf eine Weide mit kleinen Lämmern. Für Osterlämmer sind die aber dochnoch etwas früh?

Richtung Biesenthal fahre ich weiter entlang der Bahn und bin etwas erstaunt über den doch sehr dichten Zugverkehr. War jetzt nicht irgendwann Streik?

In Biesenthal wechsle ich am Bahnhof die Seite der Bahnlinie und fahre jetzt auf der westlichen Seite entlang, komme schließlich auf einen Feldweg, wie er für Brandenburg nicht untypisch ist. Der festgefahrene Sand bietet eine gute Unterlage, bei längerer Trockenheit könnte er aber zur Qual werden.

Weiter geht es Richtung Danewitz und dann aber gleich scharf rechts auf die Verbindungsstraße Richtung Biesenthal, wo vor ein Paar Jahren ein Regionalkrieg um die Sanierung der Straße und insbesondere das Fällen der Bäume stattfand. Die Baumschützer haben gewonnen, vorläufig zumindest und so kann ich diese Allee genießen.

Kurz darauf komme ich auf eine Kirsch-Allee, die wohl eher zuwachsen wird, als das irgendwer meint sie ausbauen zu müssen. Auch schön, denn sonst wäre dies nicht eine so angenehme Strecke bis zum nächsten Waldstück.

Über Albrechtshof erreiche ich dann Bernau, muß an der Bahnschranke nicht warten, obwohl gerade ein Zug kommt, da ich den Weg rund um den Teufelspfuhl wähle und so zügig und ohne viel Autoverkehr auf den Pankeradweg gelange.

Die Sonne beginnt allmählich zu versinken und so steuere ich an der A11 durch den Lichttunnel. Der weitere Weg versinkt danach bald im Dunkel und als ich zu Hause ankomme ist es finster.

Die Tour war auch eine der ersten längeren, auf denen ich meine neue Photopocket genutzt habe. Passend nach meinem Entwurf aus einer alten Segelhose extra für mich genäht, hat sie wieder einmal gut ihren Dienst verrichtet und ermöglicht mir vor allem, die Kamera immer zur Hand zu haben.

(Temperaturupdate: auf der Arbeit sagten mir die Kolleginnen, daß es heute morgen ca. -8°C kalt war – so hat sich das auch angefühlt!)

Into the night, into the white

Damit mich die aktuellen Wetterverhältnisse nicht völlig irre machen, hatte ich beschlossen, den letzten Arbeitstag des Jahres 2010 mit einer sportlichen Herausforderung zu beginnen. Dazu verließ ich kurz nach 6:00 das Haus und stellte mich auf das klassische Flachlandwintersportgerät.

Es war noch sehr finster, als es losging und so erhellte mir mein Weihnachtsgeschenk den Weg. Es herrschen -11°C und der Schnee liegt in den oberen Lagen schön locker. Beste Bedingungen also.

Nach einigen Metern zum warm werden wechsle ich die Straßenseite und komme in den unberührten Schnee im Vorgarten von Mc Donalds. Quer über den Acker bahne ich mir ab hier eine neue Spur, da die von mir vor einigen Tagen gelaufene Loipe schon wieder zugeschneit war.

Nach dem Überqueren der Zufahrtsstraße zum real,- wird der Schnee immer tiefer, teilweise sacke ich 30 bis 40 Zentimeter ein, und ich komme kaum noch voran. Dann beginnt die Suche nach einem Weg Richtung Südosten, denn alles ist so tief zugeschneit, dass die Pfade vom Sommer nicht zu erkennen sind.

Wie durch ein Wunder komme ich aber gerade an der kleinen Brücke über das Menningfließ aus dem Dickicht heraus, meine Peilung stimmte also! Ab hier kann ich einer getrampelten Fußspur folgen, die schon durch einen anderen Langläufer genutzt wurde. Immer wieder versperren umgestürzte Bäume den Weg und ich muss mühsam über sie hinwegklettern oder Haken ins Dickicht schlagen.

Es folgt wieder ein kurzes Stück durch tiefen Schnee über einen zugewehten Pfad, der im Sommer schon immer kurz vor dem Verschwinden ist. Im weiteren Verlauf kann ich dann aber den Spuren von Fuchs und Hase und irgendwann auch menschlichen Fußspuren folgen und es rutscht wieder gut.

Hinter dem Finower Friedhof wundere ich mich dann über die breit geschobene Piste. Es rutscht hier aber ganz gut und so komme ich schnell zur Hans-Marchwitza-Straße.

Das soll es jetzt aber auch gewesen sein mit den offiziellen Straßen und so richte ich die Skispitzen wieder in den Wald in Richtung auf einen Pfad, der mir vom Sommer immer gut in Erinnerung ist. Aber der Pfad ist breit ausgewalzt und zwei relativ frische grob profilierte Spuren gehen in meine Richtung.

Zum Glück aber nur wenige Hundert Meter. Statt dessen komme ich auf eine schon von mehreren Skiläufern geformte Loipe und zum ersten mal am heutigen Tag rutscht es richtig. Ich komme auf die Art zügig tiefer in den Wald und habe schnell den großen Waldweg erreicht, der mich in Richtung Bahnübergang Zoo bringen soll.

Auf dem Waldweg wurde vor kurzem noch einmal Schnee geschoben und es liegen nur ca. 5 cm frischer Schnee auf der sonst festen Decke und auch hier rutscht es wieder gut. Allerdings fehlt der Seitenhalt und so erfolgt das Rutschen nicht immer in der richtigen Richtung.

Bevor ich den Bahnübergang erreiche, muss ich noch über mehrere hundert Meter durch tiefen und ungespurten Schnee fahren und spätestens hier merke ich, dass die Kraft schon ziemlich nachgelassen hat, dass mich aber vor allem die rechte Schulter schmerzt und ich mit rechts nicht mehr so gut schieben kann.

Am Bahnübergang muss ich auf einen Güterzug warten, ernte irritierte Blicke aus einem wartenden Auto und spüre, wie die Kälte schnell in mich kriecht. Die Temperatur ist mit dem Einbrechen der Dämmerung noch weiter zurück gegangen und liegt bei nur noch -14°C.

Für die letzten gut zwei Kilometer wähle ich den Weg hinab zur Schwärze. Dabei merke ich zuerst, dass meine Abfahrerqualitäten nicht besonders entwickelt sind und ich froh bin, dass der Schnee ordentlich bremst. Die Schwärze gleicht einem Wintertraum, die über dem Bach hängenden Bäume tragen eine dicke Schneeschicht, die Ränder frieren allmählich immer weiter zu und in der Mitte fließt ruhiges schwarzes Wasser entlang.

Da inzwischen aber die graublaue Stunde herrscht und ich außerdem langsam in Zeitnot komme, verzichte ich auf das Ablichten der Situation. Weiter geht es am Waldrand entlang und leicht bergauf auf einem schmalen Pfad. Aber hier zeigt mir die gelaufene Loipe den Weg und es rutscht.

Eine letzte Abfahrt folgt, als ich die Schwärze noch einmal überqueren muss. Aber hier bin ich schon mutiger, ich muss für die Brücke aber auch ordentlich zielen, um nicht dochnoch im Wasser zu landen.

Über die schneebedeckte Ruhlaer Straße laufe ich vor bis zur Raumerstraße, wo ich die Ski abschnalle und sie die letzten Meter bis zur Bürotür buckle.

Komische Muskeln

Komische Muskeln wurden heute aktiv, als ich das erste mal in diesem Winter auf zwei langen Latten durch den Schnee schlitterte. Für das erste mal wählte ich eine für mich recht unbekannte Gegend nördlich von Berlin. Das Dreieck zwischen Bahn, Oder-Havel-Kanal und A111. Ziel war, die Baustelle der Eisenbahnbrücke Hohenschöpping anzusehen. Dazu lief ich kreuz und quer durch die Gegend, kam aber immer wieder an Grenzen.

Letztendlich sah ich ein, daß es aus der Richtung nix zu sehen gab und so reihte ich mich ein in die Reihe der anderen Langläufer und wurde zum Ende des Tages nochmal richtig schnell. Aber spätestens hier merkte ich, daß es einige Muskeln an so einem Radfahrer gibt, die er nicht benötigt, die beim Langlaufen aber zum Vortrieb unerläßlich sind. Komische Muskeln eben.