29er

Snowfondo

Es gab den Plan, auch im Januar einen Granfondo zu fahren, also eine Tour mit über 100 Kilometern. Die Verabredung stand schon eine Weile. Das Wetter im Januar war bisher vor allem von der wechselhaften Sorte. Aber wie durch ein Wunder, sollte gerade der 31.01. weder starken Wind noch heftigen Niederschlag haben. Dafür aber etwas Frost und den Schnee, der in den Vortagen gefallen war.

Wir trafen uns pünktlich um 8.00 Uhr unter dem vollen Mond an der Kirche von Pankow und fuhren zunächst nach Osten. Der Wuhle entgegen. Der Plan sah vor, eine große Runde in Berlin zu drehen. Es sollten unbekannte Ecken befahren werden und Ecken, an denen ich ewig nicht war. Der Teufelsberg gehörte dazu.

Zunächst fuhren wir zur Wuhle und folgen ihr nach Süden. Es ist Sonntag und die Stadt ist zu der Tageszeit noch sehr leer. Wenige Autos und ab und zu ein Radfahrer, Hundeausführer oder Jogger treffen wir in den ersten 2 Stunden.

Die Sonne verschwindet immer wieder einmal im Hochnebel, ehe sie sich dann doch komplett durchsetzen kann.

Bis Niederschöneweide waren wir weitgehend auf Grünstreifen, in kleinen Parks oder auf ganz kleinen Straßen unterwegs. Ab hier müssen wir aber quer durch, u.a. den Teltowkanal überqueren und weiter in die Gropiusstadt und nach Britz, ein Paar Kacheln einsammeln. Am Britzer Garten kommen wir aber nicht weiter wie geplant und da ich keinen Riesenumweg fahren will, bleibt eine Kachel unentdeckt liegen.

Der südliche ehemalige Grenzstreifen wird erreicht und wir legen mal wieder eine kurze Pause ein. Vertreten uns die Füße, essen etwas und erfreuen uns an der wärmenden Sonne. Es ist inzwischen voller geworden. Viele Spaziergänger und auch immer wieder einmal Radfahrer. Es ist zu merken, dass sich alle auf den ehemaligen Mauerstreifen stürzen. Im Norden ist alles dicht bebaut, im Süden sind Felder.

Ein Abstecher nach Lankwitz bringt weitere Kacheln und vor allem etwas Flüssiges für mich. Ich hatte zwar die Trinkblase gefüllt, den Überzieher für den Schlauch aber vergessen und so war ich etwas ausgedörrt.

Ab dem Seemannsheimweg fahren wir durch den Bannwald von Kleinmachnow. Ich dachte kurz, es wäre der alte Grenzstreifen, aber der ist weiter nördlich.

Der Bannwald ist ein bewaldeter Grünzug, der Kleinmachnow in Ost-West-Richtung durchzieht. Er ist zirka drei Kilometer lang, 50 bis 100 Meter breit und bietet in unterschiedlichen Waldpartien eine abwechslungsreiche Tier- und Pflanzenwelt.

Kleinmachnow – Wikipedia

Dann fühlen wir uns plötzlich mitten in einem Skigebiet. Der Stolper Berg in Kleinmachnow ist erreicht. Die wenigen Zentimeter Schnee reichen für eine Menge Spaß.

Aber uns ist es schnell zu voll und trubelig. Wir fahren kurz runter zum Teltowkanal und dann durch Dreilinden und weiter nach Wannsee. Auch hier ist es voll und im Grunewald wird es nicht viel besser.

Am Teufelsberg ist hauen und stechen. Alle scheinen dorthin zu streben und die Fahrradstraße vom Parkplatz am Teufelsberg zur Heerstraßenbrücke ist komplett zugestaut. Am Teufelsberg brechen wir wegen des Andrangs und der vereisten Wege die Gipfelumrundung ab.

Dagegen ist die City West schon fast leer und entspannt. Wir werfen einen kurzen Blick auf das perfekt ausgeleuchtete Schloss Charlottenburg und nähern uns langsam auf immer bekannter werdenden Wegen dem Norden Berlins. Auch hier ist es eher voll und so lassen wir z.B. den Pankeradweg weg und fahren stattdessen am Gesundbrunnen vorbei.

Am Ende waren es statt eines einfachen Granfondos fast 120 Kilometer auf teilweise vereisten Flächen und mit vielen Pausen. Die ersten 80 Kilometer waren ziemlich locker, danach wurden aber doch die Beine etwas lahm und der Puls blieb trotzdem fast durchweg hoch.

Die Route im Überblick. Es war schön, Berlin auf diesem Weg einmal umrundet zu haben. Aber beim nächsten mal geht es dann doch lieber wieder durch Brandenburg.

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