Wintertour

Endlich kam der Winter ins Land und es gab etwas Zeit, diesen zu nutzen und auch lange nicht befahrenes Terrain nur aus Spaß zu besuchen. Da es allerdings nur der Vormittag zur Verfügung stand, sollte die Tour schon um 7.30 beginnen. Trotz der frühen Stunde fand sich aber doch ein Mitfahrer.

Von Pankow fuhren wir zunächst die bekannten Wege nach Norden bis zu den Karower Teichen. Auf dem Weg dahin ging ich allerdings schon schmerzhaft auf einer zugefrorenen Pfütze zu Boden und es wurde mir bewußt, daß es ja auch eine Rekonvalenzententour werden sollte. In den letzten Wochen hatte ich immer wieder Knieschmerzen am hinteren Bänderapparat, die ich auf Überlastung zurückführte und durch eine locker gefahrene Tour kurieren wollte. Naja, dies ist auf die Art etwas nach hinten losgegangen, weiterrollen konnte ich aber noch und der Spaß blieb angesichts des Wetters komplett erhalten …

Von den Karower Teichen kamen wir immer wieder durch Neuland, lange nicht befahrenes Gebiet oder aus anderen Richtungen auf bekannte Pfade und landeten schließlich am Mühlenbecker See, den wir umrunden und dabei vor allem die Wege auf der Westseite auf ihre MTB-Tauglichkeit bzw. Durchgängigkeit testen wollten. Openstreetmap behauptet ja, daß es dort eine Brücke über einen der Gräben gibt und dadurch ein Rundweg entsteht. Kurz nachdem wir allerdings zu dieser Brücke kamen:

und das Fließ tragend überquerten:

kamen wir immer tiefer ins Bruch und beschlossen, nicht weiter vorzustoßen und lieber eine Alternativroute zu suchen.

Im Sommer wäre der „Weg“ wahrscheinlich in trockenen Jahren gerade noch zu begehen, wohl aber nicht zu befahren.

Nach der Durchquerung der Sumter Randgebiete hatte ich noch kurze Orientierungsschwierigkeiten und führte uns zwei mal in eine Sackgasse. Weiter fuhren wir über Mühlenbeck nach Bergfelde und zum S-Bahnhof Schönfließ, wo wir noch eine S-Bahn abwarten mußten, ehe hinter Schönfließ ein weiteres Highlight der Tour folgte. Der Weg am Fließ entlang ist aber sicher nur bei gefrorenem Boden oder im trockenen Sommer problemlos zu fahren.

Zurück fahren wir von da auf bekannten Wegen und kommen relativ zügig und vor allem pünktlich wieder in Pankow an und haben dabei sogar noch ein Paar Punkte für den Winterpokal gesammelt.

Im Wald da ist es schön …

Von meiner heutigen Tour ist eigentlich kaum mehr zu berichten, als das sie verregnet war und ich nicht nur vor dem Regen sondern auch vor den Gewittern auf der Flucht war und mir zum Ende das rechte Knie mal wieder weh tat.

Ich startete wie so oft an einem Freitag von der Bürotür und wählte den kürzesten Weg in den nahegelegenen Stadtwald und von da ging es immer weiter Richtung Süd bis Südwest. Allerdings vernahm ich schon nach wenigen Minuten heftiges Donnergrollen, die Temperatur fiel rapide, immer Tropfen fielen durch das schon dichte Blätterdach und ich überlegte, wie ich dem am besten entgehen könnte.

So spurte ich mir einen Weg direkter nach Süden (die Gewitter sollten westwärts ziehen), statt wie zwischenzeitlich überlegt, am Nonnenfließ entlang zu fahren und andere Umwege einzulegen. Dadurch kam ich auch durch eine lange nicht besuchte Ecke der Barnimer Heide und sah am Brennengraben diese recht neu angelegte raue Rampe. Oberhalb wird der Graben in diesem Bereich auf größerer Strecke aufgestaut, eventuell ersetzt die raue Rampe ein altes Staubauwerk, genau weiß ich dies jedoch nicht.

Viel passierte auf dem weiteren Weg eigentlich nicht mehr. Ich fuhr immer wieder mal im leichten Regen durch den Wald, hörte Donnergrollen, überlegte, ob ich nicht doch lieber zum nächsten Bahnhof fahren sollte, saute mich untenrum ordentlich ein, ließ mich vom Rückenwind schieben, wunderte mich über den entgegenkommenden Rennradfahrer, der verbissen gegen den Wind kämpfte und dem wohl nicht klar war, daß er gleich ganz naß werden würde und war dann plötzlich in Albrechtshof und hatte den Regen ab hier abgeschüttelt. Das Gewitterband zog nach Westen weiter, hinter mir war es finster und grummelte, vor mir waren aber sogar kleine Fetzen blau am Himmel zu erkennen.

Zu dem Titel kam die heutige Geschichte südlich von Schönholz. Hier fuhr ich auch einen Weg, den ich lange nicht benutzt hatte. Zuerst quälte ich mich durch eine dicke Schicht von nur oberflächlich feuchtem Sandstaub und kam schließlich in dieses Waldstück, bei dem ich anhalten mußte und einen Rundumblick wagte und fotografierte. Im Wald da ist es schön …

Ursache für den Titelgedanken war der Blick nach Osten, und auch die anderen Seiten sahen nicht viel besser aus. Aber so muß ein Wald wohl aussehen, bei dem vor vielleicht 2 Jahrzehnten auf einer Kahlschlagsfläche Kiefern in Reih und Glied gepflanzt wurden. Etwas weiter östlich hätte ich dem oberen Abschnitt des Nonnenfließ folgen können, aber ich wollte ja nicht.

Die beiden letzten Tagesbilder stammen aus Berlin-Pankow, wo ich einmal die andere Brücke über die A114 nutzen wollte (die von der Burgwallstraße abgeht) und mich zum Abschluß wieder über dieses schöne Umleitungsschild für den Berlin-Usedom-Radweg freute.

Sieben Seen sehen

Das Motto der heutigen Heimfahrttour hätte ‚Sieben Seen sehen‘ lauten können, das mit den 7 Seen ergab sich aber erst im Lauf der Tour und so ging es wie immer mottofrei durch die Mark.

Fest stand zu Beginn nur, dass wir eine komplett andere Route für die ersten Kilometer wählen wollten, als bei den letzten Heimfahrttouren und so richteten wir unsere Vorderräder zunächst in Richtung Westen, auch um schneller voran zu kommen.

Eine erste Auflockerung kam aber schon nach wenigen Kilometern, als wir zu dem See oder Teich am Bahndamm der Berlin-Stettiner Eisenbahn abbogen, von dem ich keinen Namen kenne, den ich hier aber der Einfachheit halber, Schwärzeteich nennen will.

Der See oder Teich soll der Legende nach seine Entstehung einer vom Bahndamm gestürzten Dampflok verdanken, ob da was dran ist?

Mit gutem Schwung geht es zu diesem Teich hinunter ins Schwärzetal, durch den Bruchwaldbereich an der Einmündung der Schwärze hindurch und anschließend über eine kleine Steigung über Kopfsteinpflaster aus dem Schwärzetal wieder hinaus.

Eine direktere Route ins große B würde oben angekommen weiter nach SSW führen, aber wir halten uns mehr rechts und umrunden dabei den Schwärzesee. Von diesem ist zwar nur wenig zu sehen, aber wir wissen, dass er da ist und können somit auch den zweiten See abhaken.

Mit dem dritten geht es uns ähnlich, denn den Samithsee passieren wir auf der Nordseite und hier ist der Bruchwald zu sehen und später das weite Tal der Finow. Der See selber ist aber von Norden auf unserem Weg nur zu erahnen.

Beim Buckowsee wird daher beschlossen, diesen zu umrunden. Was mich dazu veranlasst, etwas am Gashahn zu drehen und meinem Begleiter etwas wie: ‚wird das hier ein Rennen?‘ von den Lippen zwängt.

Der nächste See für unsere Statistik wird dann der Strehlesee bei Prenden. Denn Bauernsee und Mittelprendener See sind dann doch zu weit entfernt, als dass sie zählen würden. Den Strehlesee passieren wir entgegen dem Uhrzeigersinn. Die andere Route ist fahrerisch zwar etwas interessanter, aber wenigstens ein mal im Jahr muss auch die hier sein und was interessantes zu sehen, gibt es trotzdem meist.

Zu sehen gab es heute z.B. dieses Haus, das wohl schon eine Weile auf einen Käufer wartet.

Hinterm Strehlesee wird es etwas hügeliger und auch sandiger und so wird das Herz-Kreislauf-System und auch der Bewegungsapparat ordentlich gefordert. Am Ende sind wir dann aber irgendwie durch und froh, nach Ützdorf abzufahren. Hier gilt es die Jogger nicht um- und auf dem Asphaltband weiterzufahren.

Auch der Liepnitzsee wird gegen der Uhr teilumrundet und auch hier nehmen wir den einfachen asphaltierten Weg. Irgendetwas muss mit den Uferwegen sein, denn so oft ich hier auch entlang fahre, so selten habe ich Lust die Uferwege zu fahren.

Hinter Basdorf wieder etwas Neuland für uns. Zuerst kurz am Bahnhof über die Gleise und dann etwas weiter rechts als sonst fahrend, kommen wir zum Tegeler Fließ und damit zum Mühlenteich und von hier weiter zum Mühlenbecker See.

Der gesamte Bereich ist ein einziger Fahrgenuss und dazu auch noch unter architektonischen Gesichtspunkten interessant.

Hier war es kurz vorbei mit dem Fahren, es galt ein Paar Meter zu schieben und eine morastige Stelle zu überwinden.

Damit ist dann aber auch Mühlenbeck erreicht und der Wald hat ein Ende.

Wir hätten von hier noch etwas den Mauerradweg entlangspielen können oder auch einen Abstecher nach Lübars unternehmen. Da es aber schon wieder spät geworden war, entscheiden wir uns für den direktesten Weg und fahren die B96 bis nach Pankow hinein. Vielleicht keine Traumstrecke, aber der Verkehr war heute noch sehr erträglich.

Wer genau mitgezählt hat, wird sich vielleicht wundern, wie ich nun auf sieben gekommen bin. Aber 7 sieht irgendwie besser aus und eigentlich waren zwei ja auch Teiche und damit nur halbe Seen, sechs plus 2 halbe macht auch sieben, also ‚Sieben Seen sehen‘.