Streckenkenntnisfahrt Schorfheider Waldbahn

Vor einigen Tagen erreichte mich eine Anfrage, ob ich nicht Lust hätte am Sonnabend mal einige der Waldbahnstrecken, bei denen ich im letzten Jahr eine kleine Streckenerkundung begonnen hatte, weiter durch den Wald zu verfolgen. Nachzulesen sind die ersten Erkundungen hier: Spurensuche an der Waldbahn Schorfheide

Das Wo schien mir ein guter Untersatz für diese Expedition, da nicht immer ganz glatte Waldwege zu erwarten waren:

Von der ex B109 heute BRB: L100 fuhren wir ganz kurz auf einem Waldweg nach Westen, um dann der Strecke nach Süden zu folgen. Der Bahndamm ist meist sehr gut zu erkennen und teilweise auch sehr gut zu fahren. Die Strecke entfernt sich dabei langsam von der B109, bleibt aber in „Hörweite“.

Dann folgt eine ausgedehnte Rechtskurve und anschließend geht es parallel zu einem Waldweg nach Westen. Wir folgen zunächst dem Weg. An einer Gabel wird es etwas unübersichtlich und wir müssen uns für einen von beiden entscheiden. Der linke sieht irgendwie logischer aus, obwohl er weniger ausgefahren ist.

Dann stoßen wir auf einen aus Norden kommenden Weg, der nach Südwest weitergeht, ein Bahnkörper ist aber nicht auszumachen. So sind wir etwas ratlos und stochern gegenüber durch den Busch. Finden dort aber auch nichts. Also beschließen wir doch, dem nach Südwest verlaufenden Weg zu folgen und finden dann auch bald wieder Reste des Bahnkörpers.

Auf Grund des bisherigen Verlaufs und der Tatsache, dass es einen Zweig zu einer Ablage bei Höpen am Voßkanal gegeben haben soll, entscheiden wir an der Kreuzung mit der Straße Groß Schönebeck-Schluft einfach geradeaus Richtung Liebenthal bzw. Forsthaus … weiter zu fahren. Einen richtigen Bahnkörper sehen wir wieder nicht, neben der Straße ist aber so viel Platz, dass er dort gewesen sein könnte.

Kurz vor dem Forsthaus ist der Verlauf wieder etwas unklar. Den genauen finden wir erst auf der Rückfahrt. Aber auf dem Hinweg finden wir bald deutlich als Damm zu erkennende Erhebungen im Wald und folgen denen weiter nach Südwest.

Dann verlieren sich die Spuren schon wieder, wir bleiben aber in der eingeschlagenen Richtung und finden bald darauf nur wenige Meter neben unserem Weg in einem Querweg deutliche Spuren.

Dem wiedergefundenen Damm können wir bis zu einem Graben folgen. Eine Brücke fehlt natürlich und es fehlen auch irgendwelche Reste davon. Aber die Schneise können wir auf dem anderen Ufer gut ausmachen.

Also suchen wir uns eine Brücke und auf der anderen Seite des Grabens wieder den Bahndamm und beschließen dann, umzukehren. Für die ca. 13 Kilometer bis hier haben wir schon mehr als 2 Stunden benötigt. Reicht für heute.

Hier noch einige Bilder von der Tour. Den Track will ich dann mal bei der openrailwaymap einpflegen. Und irgendwann, wenn wieder mal Zeit und Lust zusammen kommen, wird der Track vielleicht nach Westen verlängert.

Am Ende sah unser Tracks so aus:

Als ich die Tour plante war die openrailwaymap in dem Bereich sehr leer. Inzwischen hat aber ein fleißiger Streckentracker einiges nachgetragen. U.a. ist unsere Strecke jetzt gut zu erkennen. Der vermutete Zweig nach Groß Schönebeck, dem ich eigentlich folgen wollte, ist aber bisher noch nicht existent. Vielleicht gibt es ihn auch gar nicht, aber das werden weitere Erkundungen zeigen.

Stairway to Wo

Das WO hat mich an diesem kleinen Steilstück ganz schön beeindruckt. Der Hang ist eine der steilsten Stellen im Eberswalder Stadtforst, an der ich ab und an mal fahre, der Untergrund war überfrorener Altschnee. Und eigentlich fahren andere hier sonst mit dem Schlitten ab. Anhalten mußte ich nicht, weil die Traktion fehlte, sondern die Kraft und zu Fuß kam ich dann gerade so ganz nach oben.

Wo

Fatbikes gibt es inzwischen schon seit über 10 Jahren und ich träumte auch schon länger davon, eines zu besitzen. Aber irgendwas paßte bisher nicht oder es kam was dazwischen. Jetzt habe ich mir aber doch kurzentschlossen ein Kona Wo zugelegt. Mit dem Wo betrete ich nicht nur bezüglich der Reifen Neuland sondern auch mit dem Rahmen (es ist mein erster Alurahmen) und es ist mal wieder ein Rad von der Stange und es hat auch eine stinknormale Kettenschaltung.

Weshalb ich mich gerade für das Wo entschieden habe, ist schnell erklärt. Ich wollte die Option auf die fattesten am Markt erhältlichen Reifen haben (beim Wo sind 4,8er eingebaut und die haben noch Luft), ich wollte die Option eine Rohloff nachrüsten zu können (das Wo hat genau wie mein Unit verschiebbare Ausfallenden, ich wollte nicht zu viel Geld ausgeben und ich wollte auch nicht zu viel schrauben und möglichst schnell auf dem Bike unterwegs sein.

Das Wo kam in einer ziemlich beeindruckenden Kiste. Das Vorderrad, Sattel und Sattelstütze waren ausgebaut, der Lenker noch zu montieren und Pedalen hat es original auch keine. Bei den Pedalen machte ich keine Experimente und wählte Shimano Saint Plattformpedalen. Die waren auch schnell montiert. Kona hatte sogar Unterlegscheiben spendiert.

Obwohl das Wo in XL geliefert wurde, war ich mir nicht sicher, ob mir die vorgesehene Sitzposition zusagen würde. Dank eines Spacerturms war aber auch hier ein erstes kleines Tuning leicht absolviert. Die Sitzhaltung ist mir zwar immer noch etwas aufrecht. Aber ich könnte den Vorbau noch umdrehen und/oder einen geraden Lenker montieren oder auch einen längeren Vorbau. Das wird sich sicher alles im Lauf der nächsten Fahrten zeigen.

Heute kam ich zunächst nur zu einer kleinen Testrunde über 7 Kilometer mit einer kleinen Abfahrt, einem kleinen Anstieg, etwas Straße und viel Singletrack und verharschten Schnee mit Fuß- und Reifenspuren und auch auch etwas offroad.

Die Reifen kamen mit knapp 0,7 bar. Aus dem lesen verschiedener Fahrberichte, war mir aber klar, daß das auf jeden Fall zu viel sein wird und so reduzierte ich gleich zu Hause auf ca. 0,5 bar. Der Druck paßte dann auch ganz gut. Das Bike fuhr sich auf der kleinen Runde nicht so schwer, wie es manche beschreiben. Die jeweils 0,5 bar scheinen für heute gepaßt zu haben. Auf der Straße wurde die Fuhre allerdings etwas unrund und schaukelte sich auf.

Richtige Nachteile zum Unit spürte ich eher nicht. Vielmehr setzte sich die Überzeugung fest, daß ich mich mit dem Unit mehr gequält hätte. Ich war zwar nicht besonders schnell unterwegs, das Wo fühlte sich dabei aber recht leicht an. Glatteis hatte ich nicht. Auf dem festgefahrenen Schnee unternahm ich aber einige Brems- und Beschleunigungsversuche und die liefen problemlos. Das Rutschverhalten war unauffällig bis gutmütig. Der Grip erwartungsgemäß super.

Jetzt bin ich gespannt, wann ich das nächste mal auf die Kiste komme und wie es sich in etwas anspruchsvollerem Gelände benimmt.

Dunkel, dunkel

Die Jahreszeit bringt es mit sich, dass viele meiner kleinen Touren im Dunklen beginnen oder enden. Und prinzipiell bin ich dafür auch gut ausgerüstet. Helmlampe, Chinastrahler am Lenker und eine Dynamolampe als Backup sollten eigentlich auch reichen. Blöd ist es nur, wenn die Helmlampe nach Astkontakt den Dienst quittiert und kurz danach der Chinastrahler von grün über blau nach orange wechselt und dann einfach verlöscht…. Wobei zur Ehrenrettung der Dynamolampe gesagt werden muss, dass sie nachdem meine Augen sich umgewöhnt hatten zumindest für normale Waldwege ausreichend ist.

Durch den Eberswalder Stadtwald und darüber hinaus

Unter Vielen, die ich aus Eberswalde und Umgebung kenne, scheint es schon fast zum guten Ton zu gehören, ständig zu betonen, wie doof und grau und gesichtslos Eberswalde doch ist und wie langweilig und wie wenig Möglichkeiten es für dies und das gibt und wie toll doch dieses super Berlin ist. Viele scheinen mir dabei aber zu vergessen, wie sich Eberswalde in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat (obwohl ich es auch früher nie so schlimm fand) und wie viel es heute bietet.

Sie vergessen dabei neben dem Wandel in der Stadt auch ganz gerne, welche fantastischen Freizeitmöglichkeiten es in und um Eberswalde gibt. Da wären zum einen unsere berühmten Sehenswürdigkeiten wie das Kloster Chorin und das (oder inzwischen die) Schiffshebewerk Niederfinow, den Finowkanal, den Zoo, der ja eigentlich ein Tierpark ist, den forstbotanischen aber auch den Familiengarten.

Sie vergessen dabei aber bestimmt auch die vielen Seen die zum baden oder einfach nur zum verweilen einladen, allen voran natürlich den Werbellinsee. Und nicht zuletzt vergessen sie wohl auch, daß Eberswalde eine (oder die) Waldstadt ist und der Wald quasi direkt neben dem Zentrum beginnt. Nur wenige Minuten mit dem Fahrrad und man kann eintauchen in einen Buchenwald, wie es ihn sonst nicht so oft gibt.

img_20161111_161021871

img_20161111_160847742_hdr

Direkt in Stadtnähe gibt es ein umfangreiches System aus Trampelpfaden, Wanderwegen und einfachen Waldwegen so daß man sich sicher weit über eine Stunde hier mit dem Mountainbike tummeln könnte, ohne dabei wirklich jeden Weg gefahren zu sein. Ich wollte mich heute aber nicht nur hier tummeln, sondern noch etwas weiter nach Süden und Westen vorstoßen. Statt der üblichen Wege durch den Zainhammer und entlang der Schwärze fahre ich in kleinem Bogen nach Süden und Südwesten und komme dann doch wieder bei Spechthausen zum Nonnenfließ.

Wir haben ja fast den dunkelsten Punkt der dunklen Jahreszeit erreicht und so wird es schon kurz nach vier ziemlich finster im Wald. Ich lasse mein spärliches Licht trotzdem noch aus und ziehe die Dunkelheit in mich ein. Die Wege sind kaum zu erkennen, da in den letzten Tagen die Bäume massiv ihr Laub verloren haben. Und nicht nur einmal gerate ich kurz auf Abwege.

Kurz hinter dem Liesenkreuz muß ich fast durch einen See fahren. Hier ist schon länger ein Biber aktiv und scheint das Nonnenfließ wohl zu einem See aufstauen zu wollen. Der Damm ist inzwischen so hoch, daß der Weg in diesem Bereich teilweise mehr als knöchelhoch überflutet ist und auch sehr matschig war. Zum Glück hatte ich heute meine Neopren-LAKEs an, so daß ich trockenen Fußes durchgekommen bin.


Größere Karte anzeigen

Von da geht es über Schönholz nach Melchow, wo es sich lohnt bei der Bäckerei Haupt eine kurze Rast einzulegen. Heute ist mir aber nicht danach. Es ist inzwischen schon stockdunkel und auch kalt geworden. Ich beginne trotz der Bewegung leicht zu frieren. Der Mond erleuchtet mir den Weg ab hier durch den Ort und weiter bis zu meinem Ziel.

Noch mehr Herbst 2016

Ich hatte vor längerer Zeit mal einen Beitrag über die Die Farben des Herbstes geschrieben. Damals war ich südsüdöstlich von Eberswalde unterwegs. Heute erkundete ich einige lange nicht gefahrene Wege rund um Spechthausen. Es war keiner dieser schönen sonnigen Herbstage, die in diesem Oktober ja sowieso fast komplett gefehlt haben. Einiges an Farbe hatte der Herbst aber dann doch zu bieten.

dsc00382

dsc00384

dsc00385

dsc00391

dsc00397