Kontraste erpaddeln

Der Finowkanal als die älteste noch schiffbare künstliche Wasserstraße in Deutschland windet sich westlich von Finowfurt durch das Eberswalder Urstromtal und ist auf beiden Seiten von hohen Bäumen eingefasst, hinter denen zuerst wenig genutzte Äcker, Wiesen oder weiträumige Grundstücke und später ausgedehnte Erlenbruchwälder erstrecken. Idylle pur eigentlich. Wenn…. Ja, wenn die Autobahn ihn nicht queren würde. Ca. 500m vor und hinter ist sie nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören.

Und wenn man in den Seitenarm zur Holzgrube einbiegt und die Ohren schließt, könnte man fast vergessen, dass das hier alles Kulturlandschaft ist.

Oberuckersee, ein erster Versuch

Eigentlich sage ich immer, ich muss nur da paddeln, wo ich nicht segeln kann. Genauso sage ich auch, ich muss nur da wandern, wo ich nicht auch Radfahren kann.

Aber dann gibt es auch immer wieder diese Ausnahmen und der Oberuckersee ist eine von diesen. Denn obwohl er recht groß ist und sich als Segelrevier sehr anbieten würde, ist er auf eigenem Kiel schwer zu besegeln.

Eine „richtige“ Verbindung zum übrigen Wasserstraßennetz besteht nicht, der See ist nur über die Ucker mit der großen Welt verbunden. Die Ucker ist aber unterhalb von Prenzlau / Unteruckersee nicht schiffbar. Und auch die Ucker bzw. Uckerkanal als Verbindung mit dem Unteruckersee darf mit motorbetriebenen Fahrzeugen normalerweise nicht befahren werden.

Dazu kommt, auch auf dem Oberuckersee darf man nur mit Zustimmung der Behörden des Landkreises Uckermark mit einem motorbetriebenen Fahrzeug unterwegs sein. Die Dochnoch würde dazu gehören, auch wenn sie nur einen 1kW-Elektromotor hat, den ich zum An- und Ablegen sowie in engen Revieren benutze. Für die Genehmigung benötigt man dann wieder einen genehmigten Liegeplatz.

Eine letzte Alternative wäre vielleicht, an einer der Regatten der Vereine des Unteruckersee teilzunehmen. Aber auch das erfordert zumindest einiges mehr an Logistik, als einfach mit dem Brett hinzufahren und loszulegen.

Der Tag für meinen ersten Besuch am Oberuckersee war nicht perfekt für die Befahrung. Es sollte im Lauf des Tages auffrischen, ich konnte aber auch nicht schon am frühen Morgen starten. Ziel war eigentlich wenigstens bis zum Burgwall vorzustoßen oder vielleicht sogar den See zu umrunden.

Als ich am südlichen Ende ankam, merkte ich schon, dass der Wind zulegte. Die Sonne schien aber und zumindest im Bereich der Großen Lanke war ich durch das Ufer geschützt. Eine Welle hatte sich hier noch nicht ausgebildet, es bremsten also nur die Böen, die 3 Bft überstiegen.

Als ich aber die Große Lanke verlassen hatte, wurde mir schnell klar, dass es heute nichts wird mit dem Oberuckersee und kehrte um. Die Wellenhöhe lag nur bei ca. 20 – 30 cm aber gepaart mit den Böen, die die 5 Bft schon teilweise erreichten, kam ich nicht einmal im Knien halbwegs voran. Der anschließende Downwinder (als Segler würde ich von einem Raumschotkurs reden) war dann eine kleine Entschädigung für die Plackerei der ersten Hälfte.

Zum Abschluss noch einiges an Statistik. Dank meiner Garmin Fenix 5 gibt es auch nach der Tour noch einiges auszuwerten. Beim Vergleich zwischen Pace / Schlagrate / Herzfrequenz wird auch klar, welche Rolle der Wind beim SUPen spielt:

Ein kleines Adventure auf dem Finowkanal

Ist noch Winter oder doch schon Frühling? Das relativ milde Wetter lockt mich auf den Finowkanal von der Schleuse Schöpfurth bis zum Messingwerkhafen ….

… und wieder zurück. Eine gute Stunde hat es gedauert und ich musste wieder einmal feststellen, dass ich links viel entspannter paddeln kann.

Stand-up-Paddling im Winter

Ich hatte die letzten Jahre ordentlichen Respekt vor der kalten Jahreszeit. Im letzten Winter gab es aber einige Tage, wo ich dachte …. man könnte einfach mal lospaddeln.

Ich musste dann an früher denken. Hier bin ich öfter bei Temperaturen um 0°C gesegelt. Letzte Helden in Hamburg war so ein Event, wo am Morgen ab und zu alle Leinen im Boot gefroren waren und in einem Jahr bin ich nicht hingekommen, weil unsere Straßen massiv verschneit waren. Und auf dem Werbellinsee bin ich in leichtem Schneetreiben sogar 505 gesegelt und da wird man eigentlich schon beim normalen Segeln nass.

Beim Paddeln ist es aber so, dass ich doch einiges steuern kann. Z.B. riskante Manöver weglassen, ruhig paddeln und nicht hektisch. Und z.B. ein Brett wählen, das die nötige Sicherheit gibt.

Das hat auch so ein bisschen meine Suche nach einem Ersatz für das alte ViaMare geprägt. Nach einiger Suche bin ich jetzt auf einem RedPaddle unterwegs. Der Voyager ist 30″ breit, also ca. 76cm (wie das Naish von vorletzter Woche übrigens) und liegt ziemlich sauber und stabil im Wasser. Richtig brenzlige Situationen habe ich noch nicht erlebt.

Im Winter, aber natürlich auch im Rest des Jahres, ist immer auch das Wetter zu berücksichtigen. Bei ordentlich Wind, vielleicht noch entsprechenden Wellen bin ich im Sommer schon kaum gepaddelt und wenn nur auf windgeschützten Revieren. Wie im Bild zu sehen, war es hier mehr oder weniger windstill. Ab und zu kam ein Windhauch mit vielleicht 1 Bft durch. Nichts aufregendes.

Eine Frage ist noch, was man anzieht. Viele von den Experten im Netz empfehlen Trockenanzüge, die dann auch locker bis an 800,- € kosten können.

Davon halte ich nichts. Denn schon beim Regattasegeln war die Feuchtigkeitsentwicklung recht stark, obwohl der letzte Trockenanzug auch atmungsaktiv war. Vorteil ist beim Trockenanzug nur, das die Suppe da drin zuerst noch warm ist und mit dem richtigen Schichtensystem die Haut auch lange trocken bleibt. Beim Paddeln bewege ich mich aber doch etwas intensiver. Gehe gleichzeitig aber auch davon aus, dass ich vielleicht doch nicht reinfalle…. Meine Strategie ist im Grunde genommen, weitgehend in Ufernähe zu paddeln und wenn ich doch baden gehe, schnell ans Ufer und im Laufschritt zurück!

Was sonst noch Sinn macht, sind eine Schwimmweste, vielleicht ein Ersatzpaddel (oder einfach nicht mit dem unerprobten Super-Leicht-Paddel losfahren) und eventuell Ersatzsachen in einer wasserdichten Tasche mitnehmen.

Ansonsten kann ich nur sagen. Geht raus. Genießt es. Es gibt kaum etwas schöneres als an einem klaren frostigen Morgen die erste Spur durchs Wasser zu ziehen und zu sehen, wie der Tag erwacht.

Moddersee und Brückenschau

Einige Paddelschläge im Landkreis Dahme-Spree:

An einem ruhigen Novembervormittag nutze ich eine Fahrt nach Süden für einen Stop im Bereich von Groß Köris / Klein Köris für eine kleine Erkundung auf dem Großen und Kleinen Moddersee, Schulzensee und Köriser Graben. Im Gegensatz zum Sommer, wo die Teupitzer Gewässer dicht bevölkert sind, bin ich heute allein auf dem Wasser unterwegs. Im Bereich des Köriser Grabens sind Mitarbeiter des WSA Berlin mit Uferinstandsetzungsarbeiten beschäftigt, auf der Bahnstrecke Berlin–Görlitz fahren einige Regionalbahnen und ein Regionalexpress vorbei. Am Ufer sind einige Angler und sonst herrscht Ruhe.

Den Zeitpunkt für meine Tour habe ich perfekt gewählt, denn nachdem ich alles eingepackt habe, fängt starker Dauerregen an und hält für die nächsten drei Stunden an.

Mehr über die Teupitzer Gewässer ist u.a. beim WSA Berlin zu erfahren:

Geschichte – Teupitzer Gewässer (TpG) – km 18,30 (Südwestende Teupitzer See bei Egsdorf) bis 0,00 (Einmündung in die Dahme-Wasserstraße DaW bei km 26,00)

Wer die Teupitzer Gewässer selbst erkunden will, benötigt dafür nicht unbedingt ein Auto. Groß Köris wird mit der RB24 über die Bahnstrecke Berlin–Görlitz regelmäßig angefahren.