Schleichfahrt durchs Médoc

Nach einem Tag Pause zieht es mich heute wieder auf das Honky Inc. Ich will erneut quer über die Halbinsel fahren und wähle als Ziel einen Ort in ca. 50 km Luftlinie an der Gironde.

In diesem Jahr bin ich nicht einmal 1.000 Kilometer auf dem Rad unterwegs gewesen und so ist die geplante Route schon ambitioniert. Aber es interessierte mich einfach, was derzeit gehen könnte.

Die ersten Kilometer nutze ich bekannte Wege und es rollt. Ich mache etwas Dampf und komme gut voran. Nach den Wäldern des Westens folgen die Weinberge des Ostens.

Nach gut zwei Stunden ist die Gironde erreicht und ich merke, dass mein Tagesziel doch etwas zuversichtlich gewählt war. Und so disponiere ich um. Mit Osmand+ ist schnell eine Alternativroute gewählt. Trotzdem stehen noch fast 50 Kilometer im Soll.

Bei Tageskilometer 63 ist die Luft komplett raus, ich bin voll in einen Hungerast gefahren. Ich nehme ordentlich raus und komme so irgendwie bis Lesparre de Médoc. Hier finde ich auch Kleinigkeiten, um die Energie halbwegs zurück zu holen.

Die letzten 25 gehen dann auch irgendwie. Am Ende stehen je nach App 99,8 oder 100,5 Kilometer. Also doch die 💯 geschafft. Tagesziel irgendwie erreicht. Die nächste Honky Inc Tour wird aber wohl doch etwas kürzer.

Vintage Jahresabschluß 

Noch kurz vor dem Ende des Jahres komme ich zu einer kleinen Tour in der alten Heimat. Das Wo erscheint mir als die beste Wahl. Es wird zwar sehr viel über gut fahrbare Wege gehen, gleichzeitig erwarte ich aber auch einige sehr unwegsame Teilabschnitte. Die Wege verschwinden einfach, da immer weniger Menschen in den „wilden“ Wald zu gehen scheinen.

Ich bewege mich dabei auf Wegen, auf denen ich vor 25 Jahren meine ersten regelmäßigen Runden drehte. Damals Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts suchte ich lange nach der perfekten Runde um den Werbellinsee und zurück. Heute will ich dieser Runde weitgehend folgen auf der ersten Tourhälfte.

Ich starte nach Norden in Richtung Großer Buckowsee. Hier wird mal wieder Veränderung deutlich, der Bauer hat seine Weide bis kurz vor den See gezogen und der klassische Weg ist damit nicht befahrbar. Die Alternative führt tiefmatschig fast durch den See.

Nach dem Großen Buckowsee verschwindet der Weg über den Hügel allmählich. Den Weg bin ich früher öfter gefahren und habe in diesem Beitrag: Auf dem Unit durch den Schnee – Sand im Schuh, Wasser im Gesicht … den Track gezeigt.

Auf dem Wo ist das aber alles kein Problem und es geht weiter nach Nordosten.

Bei den Kienbergen westlich von Golzow verschwindet mein lange gesuchter und gefahrener Weg aber komplett und ich fahre einen großen Bogen, ehe ich zur Autobahnbrücke über die A11 gelange.

Nach der Autobahn fahre ich kurz auf der sogenannten Glasstraße, biege aber gleich wieder nach links ab in Richtung Diebelsee bzw. zu dem Weg, der östlich davon in einer S-Kurve hinab in die Niederung und anschließend wieder hinauf geht.

Hier frage ich mich, wie ich das früher gemacht habe, daß ich den Gegenanstieg mit vollem Druck wieder nach oben geschossen bin. Heute habe ich schon nach wenigen Metern Anstieg den Eindruck, ich würde gleich stehen … früher war doch irgendwie alles besser.

Dem Werbellinsee nähere ich mich durch eine Rinne, die ich oft als Anstieg in meine mit-der-Uhr-Seerunde eingebaut hatte. Auch hier hat sich einiges verändert, aber ich war bestimmt schon 10 Jahre nicht mehr da.

Es folgt der langsam verschwindende Weg am Ostufer, der definitiv kein Radweg ist. Vor meinem inneren Auge sah ich trotzdem den einen oder anderen mutigen E-Bike-Fahrer, der irgendwie doch hier durch will… Ich habe viel geschoben bzw. getragen, den Weg aber trotzdem genossen. Wer aber eine zackige Runde um den See drehen will, sollte ihn eher meiden.

Zum Ende geht es den bekannten Weg über Werbellin und dann parallel zur A11 zurück. Wieder ein Abschnitt, wo das Wo sehr gute Dienste leistet, auch wenn man mit einem MTB auch irgendwie durchkommen würde.

Für die Statistiker: Am Ende sind es knapp 29 km in zwei Stunden geworden. Nicht besonders schnell und nicht zu vergleichen mit meinen früheren Runden, wo ich in gut 2 Stunden den See „oben rum“ gerundet hatte. Aber früher hatte ich auch einen Fahrradcomputer am Lenker, der mich ständig daran erinnerte, daß ich doch schneller fahren wollte … und danach war ich meist völlig alle, der Tag war gelaufen.

Ein Morgen im Barnim 

In den letzten Wochen habe ich sehr oft mit dem Wetter gehadert, meist weil es mir einfach zu feucht war oder ich hatte keine Zeit für eine längere Strecke. Als ich heute Morgen aber die Sterne am Himmel gesehen hatte, beschloss ich meinen Arbeitsweg etwas zu verlängern und nicht den direkten Weg zu nehmen. 

Einen genauen Plan hatte ich noch nicht, wußte aber, dass ich Richtung Werbellinsee will. Ich starte also nach Westen statt nach Osten und habe zuerst noch den Berlinpendelverkehr neben mir. Ab der Kaiserwegbrücke Richtung Eichhorst geht es aber. Der Gegenverkehr ist gering und in meiner Richtung fährt die ganze Strecke niemand.

Oben auf dem Plateau zweifel ich daran, ob ich genug an habe. An den Knieen und Ohren wird es etwas kalt. Aber unten in Eichhorst ist alles wieder ok. Hier überlege ich kurz, Richtung Altenhof abzubiegen, fahre dann aber doch weiter auf dem westlichen Ufer des Werbellinkanals in Richtung See.

Alles ist ruhig unterwegs, ich bin aber erstaunt, wieviel Licht die Stege und Häuser beleuchtet. Ich fahre weiter am Nordufer entlang und freue mich über die Stille und den Blick durch die Bäume ohne Laub auf den See. Die wenigen Autos stören kaum. Nicht wie bei meiner letzten Fahrt auf dieser Straße, als drei Motorradfahrer meinten, die Kurven der Seerandstraße wären ihre private Rennstrecke und immer hoch und runter ballerten. 

Hinter dem alten Jugendtouristenhotel nervt und blendet etwas die Beleuchtung am Zeltplatz. Dahinter verschwinde ich im Wald und erklimme die Steigung nach Joachimsthal. Ich bin erstaunt, wie schnell ich oben bin. Abwärts geht es hier immer so zügig, da hätte ich mehr Gegenwehr beziehungsweise Schwierigkeiten erwartet. 

Ich fahre hinab nach Joachimsthal in Richtung Grimnitzsee, muss an der Schranke auf einen Triebwagen der NEB warten und vertue mich zwei mal bei der Suche nach dem Weg am See entlang. Die kleinen Umwege erhöhen mal wieder die Ortskenntnis.

Auf meinem Weg am Grimnitzsee entlang, herrscht plötzlich eine ziemliche Aufregung und wildes Geschnatter setzt ein. Irgendwo auf dem See, durch den Wald und den breiten Schilfgürtel nicht zu sehen, muss sich ein riesiger Wildgänseschwarm versammelt haben. Der Krach ebbt aber schnell wieder ab, als ich die ersten Ausläufer von Althüttendorf erreiche.

In Althüttendorf vertue ich mich erneut beim Weg, merke erst einige Hundert Meter nach überqueren der Autobahn, dass ich zu weit nördlich bin und drehe um. Ab hier wird es nun auch langsam heller und ich mache einige Fotos. 

Mein richtiger Weg ist dann sogar asphaltiert und schnell habe ich die B198 erreicht, die derzeit nach Osten eine Sackgasse ist. Verkehr herrscht trotzdem etwas. Aber es geht. Auf der Straße nach Senftenhütte überhole ich noch einen Radlader und lasse mich dann locker durchs Dorf rollen. 

Ab Senftenhütte merke einmal mehr, wie unterschiedlich der gleiche Weg wirken kann, wenn er mal in der Gegenrichtung befahren wird. Vor allem die Weite der Landschaft Richtung Süden beeindruckte mich. Das Eberswalder Urstromtal mit seiner dichten und auch hohen Bebauung bleibt unsichtbar. Der Blick geht gleich bis zum Barnimplateau mit seinen Wäldern und den Windrädern bei Tempelfelde östlich von Bernau. 

In Chorin mache ich noch einige Fotos vom Kloster mit Nebel und mache mich an die letzte Etappe. Es liegen jetzt noch gut 8 Kilometer vor mir und am Ende bin ich nach ca. 2 1/2 h und 50 Kilometern am Ziel. Schön war es.

Wintersonne

Das Wetter kann sich gerade nicht entscheiden, ob jetzt Mitte Februar schon der Frühling beginnen soll, oder dochnoch Winter herrscht. Ein Nachtfrost von -5°C sprach dann aber doch eine deutliche Sprache und so definiere ich meine heutige Tour noch einmal als Wintertour. Der Frost lies mich auch das Fahrzeug wechseln, eigentlich wollte ich etwas Straße fahren, statt durch den völlig vermodderten Wald zu stochern. Durch den Frost erhoffte ich mir aber zumindest bis zum Mittag gute Bedingungen im Wald.

Die Tour begann etwas planlos, da ich auf meine ursprüngliche Idee doch nicht zurückgreifen wollte, sie enthielt zu viel Asphalt auf den ersten Kilometern. So fuhr ich zuerst entlang von Finowkanal und Oder-Havel-Kanal und kam so zum Bachsee. Hier irritierte mich massiv, daß ich mich mitten im Holzeinschlaggebiet wiederfinde. Die Bäume liegen am Südufer kreuz und quer und klettern ist angesagt.

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Ab Neuehütte ging es dann nach West-Nord-West. Ich durchquere das Tal der Stadtseerinne mit dem Kalten Wasser. Einige Kilometer nördlich von Britz Siedlung befindet sich ein Bahnübergang über die Berlin-Stettiner-Eisenbahn, von dem ein Wald- und Feldweg Richtung Golzow führt.

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Nachdem ich die Eberswalde-Britz-Templiner Eisenbahn überquert habe, fahre ich weiter Richtung Britz Dorf und da hindurch auf den Lichterfelder Weg Richtung Ferdinandsfelde. Ich biege auf den Weg zum Britzer See.

Der Weg endet hier, oder nicht? Eine Spur führt mich weiter am Ufer entlang Richtung Blütenberg. Der Untergrund ist meist gut, an einigen Stellen ist es aber so schmierig, daß ich nur gerade so in der Spur bleibe und außerdem das Bike herrlich einsaue. Der Reifen füllt auf einmal den Zwischenraum zwischen den Sattelstreben und auch den zwischen den Kettenstreben komplett aus.

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Ab Blütenberg fahre ich Richtung Buckow. Ich nutze dazu den Weg entlang der Britzer Rinne statt wie sonst so oft nördlich an Blütenberg vorbei durch den Wald zu fahren. Und über die KAP-Straße geht es dann wieder zurück.

Abschlussabschlusstour

Nachdem ich vor 2 Tagen schon eine Jahresabschlusstour für 2015 unternommen hatte, ergab sich heute noch einmal die Gelegenheit, einige Kilometer auf dem Bike zurückzulegen. Es stand ein einfacher Transfer vom B nach F an. Dabei ging es über bekannte Wege. Die Sonne meinte es gut mit mir, der Wind war aber gegen mich und so zog es sich und der nur eine Gang am il.pompino machte es nicht leichter.

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Jahresabschlusstour auf Abwegen

Eigentlich wollte ich heute so etwas ähnliches wie die Grimitzsee Super 8 fahren, aber schon kurz nach der Haustür kam ich auf Abwege und wählte den Weg am Treidelweg entlang und dann über die Kastanienallee nach Westen und weiter zur Kaiserwegbrücke. Von da über den Feldweg Richtung Rosenbeck nach Eichhorst und dort am Ostufer am Werbellinkanal entlang. Hier traf ich die ersten Läufer.

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Weiter ging es am Seeufer entlang. Kurz vor Altenhof treffe ich wieder Läufer unter denen sich auch ein Bekannter befand. In Altenhof dann einige für mich neue Bauvorhaben. An der Promenade wird ein neues Hotel gebaut, etwas weiter hinten sind die neuen Wohnimmobilien schon fertig und suchen noch den einen oder anderen Käufer.

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Von Altenhof folge ich dem Seeufer weiter durch das EJB und zu der Stelle kurz vor dem alten Freilufttheater wo eine Asphaltstraße hoch zur Altenhof-Joachimsthaler Straße (L238) führt.

Bis zum Grimnitzsee ist es nicht weit und ich halte kurz am Ufer inne. Um den Grimnitzsee fahre ich gegen die Uhr zunächst auf dem Radweg am See und später durch Althüttendorf. Auch im Nordosten stoße ich noch einmal bis zum Ufer vor.

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Den Grimnitzseekreis vollende ich an der zuerst angelaufenen Badestelle und fahre von dort auf der Straße bis Althüttendorf.  Hier geht es wieder weg vom Asphalt und auf Feld- und Waldwegen quer durch bis zur Straße von Joachimsthal nach Golzow. Aber gleich am flachen Bugsin biege ich schon wieder ab und fahre den Waldweg parallel zur Autobahn.

Hier treffe ich Rückepferde und später noch einen Rücketraktor. Der Weg sieht dementsprechend aus und die Beine werden weich.

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Durch den Wald geht es Richtung Buckow …

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… und von da über die alte KAP-Straße nach Steinfurt. Da reichte es mir auch schon völlig… Am Ende waren es 3 1/2 h und gut 62 km und eigentlich wäre wohl ein MTB ne gute Wahl gewesen, ich war aber auf dem HonkyInc unterwegs. Aber der kleine Motivator half.

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