Ein sonniger Tag im LOS

Das Ziel unserer heutigen Tour war, die kleinen Seenketten östlich bzw. südöstlich von Müncheberg zu erkunden und auch mal wieder ein längeres Stück zu fahren, STRAVA nennt das dann GranFondo.

Wir starten in Trebnitz am Bahnhof und fahren als erstes Highlight der Tour am Schloss vorbei. Anschließend geht es nach Süden über Feld- und Waldwege und auch alte Pflasterstraßen.

Manchmal scheint der Weg auch verschwunden zu sein. Manchmal gibt es einen auf der Karte, aber keinen in der Landschaft. Und sehr oft gibt es Wege in der Landschaft, die die Karte nicht kennt.

Nach ungefähr der Hälfte der Strecke ist die Schleuse Kersdorf erreicht. Die 2 Schleusenkammern sind der westliche Startpunkt der Scheitelstrecke des Oder-Spree-Kanals. Das Wasser hinter uns fließt also zur Spree und damit über Havel und Elbe in die Nordsee. Das vor uns kann auch den Weg nach Osten und damit über die Oder zur Ostsee nehmen

Unterwegs kommen wir auch immer wieder einmal durch kleine Dörfer. Und manchmal gibt es in diesen Dörfern alte Gebäude, die leer stehen und bei denen wir überlegen, was wir damit anstellen könnten, wenn … Hier sind wir gerade in Falkenhagen (Mark).

Als es langsam dunkel wird, kommen wir zum Lietzener Mühlental südlich von Seelow. Hier sind die Folgen der Trockenheit der letzten Jahre deutlich zu sehen.

Die letzten Kilometer ist es schon fast finster und nach ca. 8 Stunden geht für uns ein schöner Tag zu Ende.

Lübbesee längs

Der Lübbesee ist einer dieser langgestreckten Seen vom Templiner Seenkreuz. Im Gegensatz zu den anderen ist er aber nicht schiffbar mit der weiten Welt verbunden und außerdem für Motorboote gesperrt.

Am Lübbesee starte ich am sehr frühen Morgen. Ein leichter Wind aus westlich-nordwestlicher Richtung bremst etwas, kühlt aber auch. Denn schon am Morgen ist es angenehm warm.

Ich habe nur eine begrenzte Zeit, will aber trotzdem nach Möglichkeit den gesamten See erkunden. Ich lege also gleich von Beginn an ordentlich los. Ich fahre am Westufer den See hinauf bis ich das „Monster von Templin“ sehe und kehre dann um.

Nach knapp 2h bin ich wieder zurück, packe ein und springe noch kurz in das sehr weiche Wasser und starte dann entspannt in den Arbeitstag.

Am Ende mal etwas Statistik. Die Lübbesee-Tour war eine meiner längsten bisher und dazu auch noch sehr zügig. Der Pace lag meist weit unter 9 Minuten/Kilometer und am Ende war es fast ein Schnitt von 7 km/h. Auf meinem ersten Brett lag der immer eher so bei 5 – 5,5 km/h:

Hasenjagd im Krämer Wald

An einem sonnigen aber windig-kühlen Maiabend zieht es mich nach Velten und von da zum Krämer Wald. Der Wind bremst auf der ersten Hälfte, ich muss ab und zu umkehren und feststellen, dass zwischen Karte und Landschaft manchmal eine größere Diskrepanz besteht. Und ich jage den einen oder anderen Hasen auf. Anderes Wild aber nicht…..

Von Grün zu Grün und irgendwie zurück

Die kolektif in Weißensee brachte mich heute aus dem Haus. Dort traf ich Christoph, wir quatschen und schauen etwas und plötzlich sind fast 2 Stunden vergangen und mir ist noch etwas nach Radfahren.

Es gab einen groben Plan nach Süden zu fahren und dabei bewegte ich mich nach Möglichkeit von Grünfläche zu Grünfläche. Egal ob angelegt oder verwildert. Ich komme bis nach Karlshorst und Oberschöneweide. Dann reicht es und ich fahre etwas weiter westlich zurück.

So kamen erstaunliche 50 Kilometer zusammen, obwohl ich ja nur oben rechts auf der Karte gesehen, durch die Stadt gerollt bin. Und die 50 waren ziemlich müde. Lag es an der falschen Kleidung, an der Stadt oder waren es Nachwirkungen von Mittwoch und Donnerstag, wo ich ziemlich flotte und anstrengende 50 unterwegs war?

Egal. Irgendwie hat es Spaß gemacht.

Ich hatte …

… im Plagefenn noch eine Rechnung offen. Dabei traf ich einen Dachs, scheuchte das Graveldingsda über kräftiges Pflaster und tiefen Schlamm, hörte die Kraniche und sah den zunehmenden Mond und die Venus.

Und erst der Orion kurz vor dem Schluss der Tour erinnert daran, dass eigentlich noch Winter ist.

le Hinterland

Während der Tour schwirrten mir die verschiedensten Namen durch den Kopf… Auf der Suche nach dem richtigen Druck …. Sandiger als Brandenburg … Platt im Médoc …. Am Ende blieb aber der Begriff Hinterland im Kopf hängen. Denn was mir in den letzten Jahren schon auf den schmalen Reifen bis hinüber zur Gironde aufgefallen ist: sowie man den Strand verläßt, wird das Médoc leer, sehr leer. Und im Wald muss man nicht einmal so weit fahren, um das zu spüren. Es gab einige Spuren von MTB-Reifen, zum Anfang sogar fatte, aber gesehen habe ich die Menschen nur da, wo auch Asphalt war.

Die Idee zur Tour ist einfach erklärt. Ich wollte mit dem Wo einige der höheren Punkte im Hinterland der Küste erkunden, dann diese von mir in den letzten Jahren immer ignorierte Piste von Montalivet Richtung Le Pin Sec fahren, in einem Bogen zurück nach Montalivet, dort noch Kleinigkeiten einkaufen und geradlinig zurück.

Klappte auch alles zum Anfang recht gut. Von Le Gurp fuhr ich zunächst nach Osten und erklomm den mit 40m über dem Meer höchsten Punkt der Dunes de Labaio. Hier war ich im letzten Jahr schon mal von Süden herangefahren, in diesem Jahr von Norden klappte es aber besser.

Nach der Abfahrt kam ich wieder an den beiden kleinen Seen vorbei, die auf der Karte keinen Namen haben. Die Feuerwehr nennt den größeren Wasser-Punkt #57. Von da geht es am Rand von L’Hôpital entlang und weiter Richtung Süden. Teilweise fahre ich dabei auf ausgewiesenen VTT-Routen. Frage mich aber, wie der normale MTB-Fahrer mit den immer wieder auftauchenden Tiefsandpassagen klarkommt.Bei Montalivet fahre ich dann über einige Kilometer netten Singletrail, der bei etwas höherem Tempo bestimmt einen Flow auslösen könnte.

Weiter geht es zwischen Wald und Sumpf (Marai). Anfänglich noch auf Singletrail wird es langsam tiefsandiger, gleichzeitig werden meine Beine weicher und ich streiche den Abstecher nach Le Pin Sec. Suche stattdessen einen Weg Richtung Montalivet und will noch eine letzte Höhe erklimmen.

Die Dune du Negre bietet sich an, da zwischen meinem Umkehrpunkt und Montalivet liegt. Aber schon an den ersten kleinen Anstiegen gehe ich in die Knie. Der Sand ist fein und tief. Und zwingt mich vom Rad.

Und als ich gerade mal wieder am Ventil fummle, raschelt es drei Meter neben mir im Gebüsch und ein Hirsch stiebt davon. Etwa so groß wie Damwild bei uns, aber ein sehr dunkles rotbraun. 10 Meter vor mir quert er (oder sie? Ein Geweih sehe ich nicht) den Weg, hält kurz inne und verschwindet dann elegant im Busch.

Ich lasse mal wieder den Druck aus dem Reifen, gerade so viel, daß der Reifen noch nicht platt ist, und „rolle“ weiter durch den Tiefsand. Mal wird der Boden fester, dann rollt es wirklich, mal wird er weicher und ich stehe fast.

Dann habe ich den Querweg hoch zum „Gipfel“ erreicht. Hier rollt nichts mehr, sondern ist harte Arbeit. Der Reifen findet kaum Halt und als der 4.7er bis zur Felge einsinkt und nur noch Sand schaufelt, ist klar dass es vorbei ist. Schieben ist mal wieder angesagt.

Aber schieben ist hier harte Arbeit und ich bin kurz vor dem Ende. Die Beine sind weich, weicher noch als der Boden und ich schleppe mich mühsam voran. Wenn es flacher wird, fahre ich auch wieder. Am nächsten Anstieg wiederholt sich das Spiel aber wieder und ich muss innehalten.

Zum Glück weht ein leichtes Lüftchen und es gibt keine Fliegen oder Mücken oder so. Und so genieße ich das Erreichen des „Gipfels“ und mache das verdiente Gipfelfoto vom Wo. Zu sehen ist leider nur, wie der Weg kurz abfällt und sich dann zur nächsten Erhebung hinaufschwingt. Ich mache aber eine 90°-Wende und fahre abwärts und dann weiter nach Montalivet und anschließend geradlinig zurück.