Zum Schiffshebewerk

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Etwas Zeit am Abend, dazu etwas Sonne und schon bin ich motiviert, eine kleine Feierabendrunde zu drehen. Am Finowkanal entlang geht es nach Osten zum Schiffshebewerk und dann über Sandkrug, Senftenhütte, Golzow wieder zurück. Und hinter Blütenberg erlebe ich einen Sonnenuntergang, der mir den Atem stocken läßt.

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Und ja, dieses Leibchen hat meine Motivation erhöht. Ich bin stolz, daß ich seit 10 Jahren dazu gehören darf, auch wenn ich derzeit zu wenig mit den Freunden fahre.

etwas weiter fahren und neues entdecken im Elsenluch bei Eichhorst

Heute ergab sich die Gelegenheit für eine kleine Tour vom großen B in den Norden des Landkreises Barnim. Das Wetter war gut, ungefähr 25°C, sonnig, wenig Wind. Ich startete auf dem Berlin-Usedom-Radweg (BUR) mitten in Pankow und fuhr entspannt durch die Vorstadt. Bei den Karower Teichen verließ ich den BUR aber schon wieder, um durch die Karower Teiche zu fahren, weiter ging es am Lietzengraben unter der A10 hindurch und am NSG Bogensee entlang und Richtung Schönow weiter durch die Hobrechtsfelder Rieselfelder. Dabei probierte ich einige neue Wegevarianten, die mich aber auch in eine Sackgasse führten und einiges an Kraft kosteten. Über Schönow und Schmetzdorf kam ich nach Ladeburg und damit wieder auf den BUR. Auf der Straße nach Lobetal fand ich den Wind nicht mehr so schwach, noch dazu kam er schräg von vorne und so quälte ich mich. Nach der Langerönner Mühle lief es dann aber wieder. Eigentlich lief es aber doch nicht so richtig und vor Biesenthal mußte ich etwas raus nehmen. Es fehlten ja noch einige Kilometer.

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Hinter Biesenthal verlasse ich den BUR wieder und fahre auf Schotter, herrlichem Kopfsteinpflaster und festen Waldwegen bis Marienwerder und von da auf dem rechten Ufer des Werbellinkanals den BUR weiter. In Rosenbeck habe ich dann aber noch einmal Lust auf etwas neues oder altes wieder zu entdecken. Statt dem BUR durch Rosenbeck zu folgen oder den gut ausgebauten Weg entlang der Baumschule zu nutzen, wähle ich den Wald- und Wanderweg dazwischen. Eine weiß-rot-weiße Markierung führt mich. Die ersten Meter sind noch sehr gut zu fahren. Die Datschenbesitzer am Westufer des Rosenbecker Schleusenteichs halten den Sand schön verdichtet. Dann hört das aber auf und der Weg wird immer weicher und meine Knie auch.

Als ich vor mir nur noch losen Sand sehe und überlege, wie ich da wohl durchkommen soll, sehe ich aber plötzlich den Hinweis auf das Elsenluch und halte kurz an, um mir eine Meinung zu meinen Optionen zu bilden. Vom Elsenluch habe ich bis heute noch nichts gehört und sogar das berühmte Netz der Netze gab mir nur einen Hinweis über ein pdf mit dem schönen Namen: Managementplanung Natura 2000 im Land Brandenburg. Das Elsenluch ist demnach eine erst vor wenigen Jahren vernäßte Fläche. Der Managementplan spricht auch von einem aus einem Torfstich entstandenen naturnahen Kleingewässer am südwestlichen Rand des Verlandungsmoores Elsenluch und irgendwelchen Pflanzen und so weiter und so fort. Der Begriff Elsenluch wird immerhin 28 mal erwähnt.

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Das wußte ich alles aber nicht, als ich am Schild stand. Ich sah nur einen wenig ausgetretenen Pfad und dahinter ein Feuchtgebiet. Schon nach weniger als 100 Metern war der Rand des Luchs erreicht und ich entdeckte einen Holzsteg, der mitten hindurch führte. Auf dem Steg durchquerte ich das vielleicht 50 Meter breite Luch und fand dahinter wieder etwas Weg, der mich zu einem kleinen Ausguck brachte. Nachdem ich die Aussicht kurz genossen hatte, ging es weiter. Wenige Meter später konnte ich auch wieder fahren und kam bald darauf zu meinem heutigen Ziel.

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Fahrt hinter die Stadt

Kurz vor dem Ende des Jahres zog es mich in den Wald hinter der großen Stadt. Der Zielort lag so, daß ich die große Stadt zwei mal durchqueren durfte und dabei meist oft befahrene Routen in der nachweihnachtlichen Trägheit erleben konnte.

Auf dem Hinweg kam ich zunächst zum ICC und von da weiter auf den Kronprinzessinnenweg parallel zur Avus. Im Gegensatz zum Sommer und zu Zeiten mit Tageslicht war es heute sehr leer aber nicht einsam, dies nicht nur wegen des neben mir strömenden Autoverkehrs sondern auch wegen einiger weniger Radfahrer im Gegenverkehr.

Mein Ziel lag südöstlich von Potsdam, so daß ich in Wannsee von der B2 Richtung Süden abbog, am Griebnitzsee vorbei und durch Potsdam Babelsberg fuhr und hier auf Neuland traf. Entlang einer Bahnlinie ging es auf schmalem Weg nach Süden weiter und schließlich durch Randgebiete von Langerwisch hinein in den Wald.

Die Rückkehr erfolgte ein Paar Stunden später und erstreckte sich Mitternacht. Und da es schon so finster war und ich keine Lust auf größere Umwege durch unbekannten Wald hatte, entschied ich mich für die Strecke durch Potsdam und dann immer auf der B2 entlang. Dabei kam ich auch über die berühmte Glienicker Brücke.

Dann kam die lange Steigung Richtung Wannsee, auf der ich mich auf dem Arbeitsweg schon das eine oder andere mal gequält hatte. Nach der Abfahrt ist schon Wannsee erreicht und gleich kommt die nächste Steigung. Erstaunlicherweise ist fast schon am Ende der Steigung eine Art doppelter Gipfeltunnel, aber es geht nur darum, die Radfahrer vom Straßenverkehr fern zu halten.

Mitternacht muß schon vorbei sein, als ich Steglitz durchquere. Außer ein Paar Taxis und einigen wenigen Autos sind die jetzt folgenden Unter den Eichen, Schloßstraße, Hauptstraße und dann auch die Potsdamer Straße sehr leer und es wird erst am Potsdamer Platz wird es wieder voller.

In Steglitz verläßt mich auch etwas die Kraft. Inzwischen sind über 80 Tageskilometer zurückgelegt und der Hinweg hatte einiges an Gegenwind zu bieten, der auf dem Rückweg aber nicht in Rückenwind umgemünzt wurde, sondern einfach verschwand …

Am Potsdamer Platz verlasse ich auch die B2 und fahre über die Wilhelmstraße zur Komischen Oper und weiter zum Palast der Republik … bzw. zum Standort des Palast der Republik. Hier bin ich etwas überrascht, ein Gebäude zu sehen. Die HumboldtBox soll wohl den Befürwortern eines Schloßaufbaus bei der Propaganda helfen.

Nach kurzer Betrachtung finde ich das Gebäude recht interessant, wenn auch etwas vorgewölbt und könnte es mir statt eines historisierenden Schloßnachbaus eigentlich ganz gut vorstellen, wobei die freie Palastfläche jetzt auch etwas hat und Ideen, dort ein Schwimmbad oder einen Yachthafen zu bauen einen noch größeren Reiz ausüben.

Die Tour endet nur kurz hinter der Volksbühne, allerdings ist dazu eine letzte Steigung auf den Prenzlauer Berg zu überwinden. Kraft ist eigentlich kaum noch vorhanden, die Oberschenkel fühlen sich absolut leer an und es geht nur zögerlich hinauf. Und als ich oben bin, rolle ich nur noch vor mich hin. Der Blick ist auf die Koje voraus gerichtet und die Uhr zeigt 1:53.

An der Briese

Zur Auflockerung des wöchentlichen Einerlei ist es ab und zu erforderlich, sich etwas länger aufs Rad zu setzen, die bekannten Pfade zu verlassen und etwas neues auszuprobieren. Und so reifte eine Tour, die lange nicht mehr befahrenes mit unbekanntem und bekanntem Terrain verbinden sollte.

Unterwegs gab es alles, was das Herz des Geländeradsportlers an Brandenburg so erfreut – weite Landschaften mit viel Platz, tiefe Wälder, schmale Wege, ab und zu ein See und sogar einen Zug der berühmten Heidekrautbahn gab es zu sehen und dies alles nicht weit vom Zentrum von Deutschlands größter Metropole. Aber der Reihe nach.

Wie so oft startet die Tour in der Waldstadt Eberswalde und wir ziehen westwärts durch den Wald. Dabei folgen wir kurz der Schwärze, fahren am Schwärzeteich vorbei, kommen kurz darauf zum Samithsee und weiter bis zu den Ufern des Lehnssees und schließlich zur Finow. Bis hier ist alles gut bekannt und auch vielfach unter die Stollen genommen.

Spätestens ab der Finowniederung, in der ich vor kurzem so schön abgesandet bin, wird aber für dieses Jahr Neuland betreten und die Mark bietet uns, was sie zur Genüge hat: Sand ohne Ende, lockeren noch dazu. So lieben wir Brandenburg.

Am Großen Wukensee haben wir den ersten Uferweg des Tages erreicht und werden gleichzeitig von der ersten Sonnenmilchwolke eingehüllt. Weiter geht es schnell zum Kleinen Wukensee und an der Crossstrecke entlang und plötzlich meint mein Begleiter, er würde gerne mal ne Pause machen … wie jetzt, Pause, war das vereinbart?

An der Krummen Lanke fahren wir heute südlich entlang und anschließend frage ich mich, warum ich dies nicht schon früher gemacht habe. Der Weg lockert die Runde auf und steht durch seinen Verlauf unter Buchen in starkem Kontrast zur nördlichen Umrundung, wo der Weg meist unter Kiefern verläuft.

Bis zum Obersee kommt dann zur Auflockerung ein kurzes Stück Asphalt und auch am Obersee hüllt uns wieder diese Wolke von Sonnenmilch ein und wir treffen auf Spaziergänger, die irritiert schauen, als wir näher kommen. Bis Ützdorf geht es ordentlich rauf und runter und wieder treffen wir auf den geliebten lockeren Sand, den wir auch sogleich wieder in die Schuhe füllen.

Hinter Ützdorf gilt es den Liepnitzsee zu umrunden. Auch hier wählen wir heute das südliche Ufer und ich überlege, ob ich überhaupt schon einmal hier auf dem Uferweg gefahren bin. Wenn ja, dann vor ewigen Zeiten. Im Gegensatz zum Nordufer ist der Weg hier etwas breiter und so kommt es auch nicht zu Kollisionen mit dem Gegenverkehr.

Auch in Basdorf probieren wir etwas neues und umrunden den alten Ortskern nördlich auf einem sandigen Weg, der zu einem Reiterhof führt. Die Pferde scheuen unter den Reiterinnen etwas, als wir näher kommen, werfen aber niemanden ab. Wir überqueren die Gleise des Liebenwalder Astes der Heidekrautbahn und statt Sand haben wir kurz Betonplatten unter den Reifen, dann folgt ein Grasweg und plötzlich soll es schon wieder eine Pause geben, …

Die Pause führt dazu, dass wir den besagten Zug der Heidekrautbahn sehen. Frisch erholt geht es aber auch bald weiter und wir nähern uns unserem eigentlichen Tagesziel. Hinter Zühlsdorf geht es noch etwas durch den Wald und dann erreichen wir die Briese.

Obwohl die Briese im Wandlitzsee entspringt und damit im Barnim ihren Ursprung hat, ist sie doch mehr ein Oberhaveler Fluss. Denn als Fluss ist sie im Barnim nur die wenigen Meter zwischen Wandlitzsee und Rahmersee existent und verlässt mit dem Austritt aus dem Rahmersee schon den Barnim. Nach dem Lubowsee fließt sie zunächst durch Wiesen und später durch Wald und wirkt hier sehr naturbelassen. In Birkenwerder wird sie eingeengt und kann sich nicht mehr so frei entfalten wie im Oberlauf und kurz darauf mündet sie nach gut 16 Kilometern in die Havel, die Grenze zu Berlin wird dabei nicht mehr überschritten.

Die Wege rechts und links des Oberlaufs der Briese sind heute an einem Wochentag menschenleer und es rollt sich gut. Weicher Waldboden, ab und zu ein Paar Wurzeln und theoretisch ein gleichmäßiges Gefälle und so haben wir den ersten Teil bis zu den gewaltigen Treppen schnell hinter uns gebracht.

Danach wird es etwas mühseliger. Denn zunächst versperrt kreuz und quer liegendes Holz unseren Weg, klettern ist angesagt. Und wenig später meint mein Begleiter wohl, dass nur durch Vortäuschen eines Platten zu einer weiteren Pause kommt. Naja, er hätte einfach fragen können …

Als es dann endlich weitergeht, ist von der Briese nicht mehr viel übrig. Wir fahren noch über einen kurzen Bohlenweg und erreichen dann Borgsdorf. Über kleine Straßen und Pfade in Siedlungsrandlage queren wir Birkenwerder und Hohen Neuendorf und stoßen auf den alten Grenzstreifen. Wir folgen diesem aber nur kurz und fahren lieber über kaum auszumachende Pfade zwischen Glienicke/Nordbahn und Schönfließ, bis wir schließlich in den Kindelwald und zum Kindelsee kommen.

Die Kindelwaldpromenade bringt uns weiter nach Süden und erneut ins alte Grenzland. Wir erreichen den Mauerradweg und folgen diesem und so langsam weicht die Kraft aus unseren Gliedern. Wir verzichten daher ab Rosenthal auf das Wegesuchen und folgen einfach der Friedrich-Engels-Straße, bis wir Pankow erreicht haben.

Sieben Seen sehen

Das Motto der heutigen Heimfahrttour hätte ‚Sieben Seen sehen‘ lauten können, das mit den 7 Seen ergab sich aber erst im Lauf der Tour und so ging es wie immer mottofrei durch die Mark.

Fest stand zu Beginn nur, dass wir eine komplett andere Route für die ersten Kilometer wählen wollten, als bei den letzten Heimfahrttouren und so richteten wir unsere Vorderräder zunächst in Richtung Westen, auch um schneller voran zu kommen.

Eine erste Auflockerung kam aber schon nach wenigen Kilometern, als wir zu dem See oder Teich am Bahndamm der Berlin-Stettiner Eisenbahn abbogen, von dem ich keinen Namen kenne, den ich hier aber der Einfachheit halber, Schwärzeteich nennen will.

Der See oder Teich soll der Legende nach seine Entstehung einer vom Bahndamm gestürzten Dampflok verdanken, ob da was dran ist?

Mit gutem Schwung geht es zu diesem Teich hinunter ins Schwärzetal, durch den Bruchwaldbereich an der Einmündung der Schwärze hindurch und anschließend über eine kleine Steigung über Kopfsteinpflaster aus dem Schwärzetal wieder hinaus.

Eine direktere Route ins große B würde oben angekommen weiter nach SSW führen, aber wir halten uns mehr rechts und umrunden dabei den Schwärzesee. Von diesem ist zwar nur wenig zu sehen, aber wir wissen, dass er da ist und können somit auch den zweiten See abhaken.

Mit dem dritten geht es uns ähnlich, denn den Samithsee passieren wir auf der Nordseite und hier ist der Bruchwald zu sehen und später das weite Tal der Finow. Der See selber ist aber von Norden auf unserem Weg nur zu erahnen.

Beim Buckowsee wird daher beschlossen, diesen zu umrunden. Was mich dazu veranlasst, etwas am Gashahn zu drehen und meinem Begleiter etwas wie: ‚wird das hier ein Rennen?‘ von den Lippen zwängt.

Der nächste See für unsere Statistik wird dann der Strehlesee bei Prenden. Denn Bauernsee und Mittelprendener See sind dann doch zu weit entfernt, als dass sie zählen würden. Den Strehlesee passieren wir entgegen dem Uhrzeigersinn. Die andere Route ist fahrerisch zwar etwas interessanter, aber wenigstens ein mal im Jahr muss auch die hier sein und was interessantes zu sehen, gibt es trotzdem meist.

Zu sehen gab es heute z.B. dieses Haus, das wohl schon eine Weile auf einen Käufer wartet.

Hinterm Strehlesee wird es etwas hügeliger und auch sandiger und so wird das Herz-Kreislauf-System und auch der Bewegungsapparat ordentlich gefordert. Am Ende sind wir dann aber irgendwie durch und froh, nach Ützdorf abzufahren. Hier gilt es die Jogger nicht um- und auf dem Asphaltband weiterzufahren.

Auch der Liepnitzsee wird gegen der Uhr teilumrundet und auch hier nehmen wir den einfachen asphaltierten Weg. Irgendetwas muss mit den Uferwegen sein, denn so oft ich hier auch entlang fahre, so selten habe ich Lust die Uferwege zu fahren.

Hinter Basdorf wieder etwas Neuland für uns. Zuerst kurz am Bahnhof über die Gleise und dann etwas weiter rechts als sonst fahrend, kommen wir zum Tegeler Fließ und damit zum Mühlenteich und von hier weiter zum Mühlenbecker See.

Der gesamte Bereich ist ein einziger Fahrgenuss und dazu auch noch unter architektonischen Gesichtspunkten interessant.

Hier war es kurz vorbei mit dem Fahren, es galt ein Paar Meter zu schieben und eine morastige Stelle zu überwinden.

Damit ist dann aber auch Mühlenbeck erreicht und der Wald hat ein Ende.

Wir hätten von hier noch etwas den Mauerradweg entlangspielen können oder auch einen Abstecher nach Lübars unternehmen. Da es aber schon wieder spät geworden war, entscheiden wir uns für den direktesten Weg und fahren die B96 bis nach Pankow hinein. Vielleicht keine Traumstrecke, aber der Verkehr war heute noch sehr erträglich.

Wer genau mitgezählt hat, wird sich vielleicht wundern, wie ich nun auf sieben gekommen bin. Aber 7 sieht irgendwie besser aus und eigentlich waren zwei ja auch Teiche und damit nur halbe Seen, sechs plus 2 halbe macht auch sieben, also ‚Sieben Seen sehen‘.

Mühlenbecker See

Zwischenzeitlich konnte sich bei uns der Gedanke aufdrängen, daß der Winter inzwischen vorüber ist und die Temperaturen nur noch nach oben gehen. Aber pünktlich zur zweiten Februarhälfte sackten die Temperaturen wieder in den Keller und heute morgen fielen sogar ein Paar Krümel Schnee und machten es noch deutlicher, daß der Winter noch nicht vorbei ist.

Für mich aber kein Grund, von meinem Vorhaben das nördliche Berliner Umland zu erkunden, abzulassen. Vielmehr hatte ich Freude an der kalten klaren Luft und der Frost garantierte feste Wege.

Von Pankow geht es entlang der gnadenlos begradigten Panke nach Norden und dann hinein zwischen die Karower Teiche. Die Autobahn unterquere ich heute einmal am Wasser entlang.

Der Berliner Ring soll in den nächsten Jahren auch in diesem Bereich auf 6 Spuren verbreitert werden und dadurch ist es unklar, wie lange es diese Möglichkeit der A10-Querung noch geben wird.

Weiter geht es zu den Bucher Teichen und dem Bogensee, wo ich den Weg dicht am Wasser wähle, der aber das eine oder andere Hindernis enthält.

Am Seegraben entlang geht es dann in die Hobrechtsfelder Rieselfelder und schnell weiter bis zum Gorinsee. Diesen umquere ich ähnlich wie 4 Wochen zuvor und stoße wie auch damals auf die Heidekrautbahn, allerdings etwas weiter nördlich.

Aber auch heute ist es so, daß gleich ein Zug kommen soll und so warte ich den Augenblick und schieße meine Zugfotos.

Ab jetzt beginnt für mich aber Neuland und ich frage mich wieder einmal, warum ich nicht schon früher etwas weiter westlich gefahren bin. Denn den Weg von Basdorf nach Mühlenbeck hatte ich oft im Programm, bisher aber nie einen Abzweig zum Mühlenbecker See und seiner Umgebung.

Schon kurz nach dem queren der Heidekrautbahn komme ich von der Kiefernsteppe in Buchenwald und kurz darauf geht es hinab zum Mühlenteich.

Am Mühlenteich stoße ich gleich auf das verlassene Schloß Dammsmühle und dem Tegeler Fließ folgend und dabei kleine Brücken querend komme ich schnell an das Ostende des Mühlenbecker Sees.

Am Mühlenbecker See fahre ich immer in der Nähe des Südufers, muß öfter jedoch absteigen, da kleinere Tragepassagen zu überwinden sind.

Dann komme ich allerdings an eine Stelle, bei der mich die openstreetmap, mit deren Hifle ich die Tour geplant hatte, in eine Sackgasse führte. Zumindest heute ist dieser Abschnitt nicht trockenen Fußes zu überwinden. Die Brücke, die laut OSM auf dem ‚Rundwanderweg Mühlenbecker See‘ zu finden sein sollte, war einfach nicht da. Statt dessen finde ich eine breitere Wasserfläche, in die einzelne Stämme gelegt wurden und kehre um.

Nachdem ich das Südende des Mühlenbecker Sees gefunden und das Tegeler Fließ überwunden hatte, geht es weiter Richtung Summt. Den Summter See umrunde ich am Nordufer, fahre dann weiter um Summt herum und lande schließlich wieder in einer Kiefernsteppe.

Etwas verwirrt war ich dann, als ich kurz nach der Querung der A10 quasi mitten im Wald auf dieses Transparent stieß, aber warum nicht hier protestieren, vielleicht kommt ja irgendwann irgendwer vorbei und unterstützt das ganze.

Langsam wird es dann Zeit, den Rückweg konsequenter anzugehen und so wende ich mich gen Mühlenbeck. Aber diese Entscheidung saugt mir die Kraft. Der Waldabschnitt scheint verseucht von Reitern zu sein, kein Weg der rollt, überall Hufspuren auf den Wegen, nichts mit entspanntem Rollen.

Und bei Mühlenbeck überlege ich, ob es nicht Mühlenberg heißen müßte. Ehe ich den Ort erreiche, muß ich zunächst einen zähen Anstieg erklimmen, kann die letzten Meter dann aber doch rollen.

Ab jetzt ist auch das Terrain wieder bekannter. Es geht an der Deponie Arkenberge entlang, weiter durch Blankenfelde und auf den Mauerradweg. Das Gelände von Stadler Pankow wird umrundet und schließlich komme ich in die Schönholzer Heide.

Und ab hier fährt das Pferdchen schon fast alleine durch den Bürgerpark und weiter in der Nähe der Panke bis vor unsere Haustür.

Fahrt mit Freunden

Sehr oft klappt es bei mir nicht, daß ich die Chance habe, eine Fahrt mit Freunden zu unternehmen und so freute ich mich, daß es an diesem Sonnabend endlich mal wieder klappen sollte, auch wenn ich nicht die gesamte Tour mit ihnen zusammen fahren konnte. Die Fahrt begann am Antonplatz in Berlin Weißensee und von da führte uns Boerge auf verschlungenen Pfaden durch die Siedlungsstrukturen und streifte dabei wohl jeden Tümpel, Pfuhl oder See des Berliner Nordostens.

Nach ungefähr 15 Kilometern hatten wir wieder mir sehr vertrautes Terrain erreicht und fuhren endlich aus der Stadt heraus, die Hobrechtsfelder Rieselfelder wurden zügig durchquert und schnell erreichten wir den Gorinsee und hier trennten sich unsere Wege leider auch schon wieder. Aber vielleicht muß ich auch sagen, zum Glück, denn die Wege wurden ab dem Gorinsee plötzlich eisig und die ersten Stürze ereigneten sich.

Während die Kameraden weiter nach Norden strebten, richtete ich mein Vorderrad nach Westen. Ich umrunde den Gorinsee und komme über teilweise vereiste Pfade in der Nähe von Schönwalde an die B109.

Die B109 wird nur kurz nach Süden genutzt, dann geht es weiter nach Westen durch den Wald und ich erreiche nördlich von Schönwalde die Heidekrautbahn, an der auch prompt ein Zug kommt, den ich ablichte, auch um mir eine kleine Pause zu gönnen.


(VT 736 der Niederbarnimer Eisenbahn als NB27 nördlich von Schönwalde / Barnim, rechts der Abzweig der Stammstrecke nach Berlin Wilhelmsruh)


(VT 736 der Niederbarnimer Eisenbahn als NB27 nördlich von Schönwalde / Barnim, rechts der Abzweig der Stammstrecke nach Berlin Wilhelmsruh, rechts ist der Abzweig der Stammstrecke der Niederbarnimer Eisenbahn Richtung Berlin Wilhelmsruh zu erkennen.)

Von hier fahre ich teilweise auf der Straße Richtung Mühlenbeck und merke, wie allmählich die Kraft aus meinen Beinen verschwindet. An der Deponie Arkenberge muß ich nochmal eine letzte Steigung erklimmen und wundere mich, warum es mir immer gerade hier so schwer fällt, hinauf zu fahren. So steil wirkt dieses Ende doch garnicht.

Der restliche Weg führt auf mehrfach gefahrenen Strecken und durch den leichten Gegenwind ziehen sich die 10 Kilometer fast wie Gummi. Am Ende waren es dann ca. 50 Kilometer für meine erste 2011er Tour und ich bin nach knapp 3 Stunden wieder zu Hause.