Asphaltfreuden in der Hügellandschaft

Das beste Werkzeug, um den Charakter einer hügeligen Landschaft zu ergründen ist sicher das Fahrrad. Bei Auto oder Motorrad spürt man zwar größere Steigungen, ein sanftes auf oder ab aber nicht, weil es einfach nicht körperlich erlebbar ist.

Auch zu Fuß kann dieses auf und ab meist nicht so genau erspürt werden, da bei leichtem Anstieg oder Gefälle kaum ein Unterschied zur Ebene zu spüren ist.

Anders dagegen bei einem Fahrrad, noch dazu wenn es ein Singlespeed ist. Hier sind schon leichte Anstiege zu spüren und auch wenn keine Steigung zu sehen ist, geht eine geringe Neigung der Fahrbahn sofort in die Beine. Unterstützt wird das ganze natürlich noch durch die Anzeigen eines Höhenmessers.

Heute war es so weit, dass ich auf einem für mich nicht alltäglichen Weg vom Büro nach Hause fahren wollte und dabei sollten die Höhenzüge des Barnim zwischen Eberswalde, Bad Freienwalde und Prötzel / Strausberg erkundet werden.

Der tiefste Punkt der Tour liegt dabei schon in Eberswalde und von hier geht es über einige Kilometer hoch, wobei von bergauf nicht wirklich gesprochen werden kann. Vielmehr wechseln sich Steigungen mit fast ebenen Strecken und sogar mit leichten Abfahrten ab.

Nur noch knapp 20 Meter über dem Meersspiegel ist die Altstadt von Eberswalde gelegen und so heißt es gleich zum Beginn, wenn die Muskel noch nicht eingelaufen sind, ordentlich Höhenmeter zu machen. Der steilste Abschnitt liegt dabei auf der Breiten Straße, wo die Singlespeedübersetzung nicht wirklich passt.

Nach dem Abzweig der Tramper Chaussee wird es flacher, sie Steigung zieht sich aber noch bis kurz vor Sommerfelde die Hügel hinauf. Hier folgt eine kleine Abfahrt hinab in den Ort und jetzt geht es immer wieder rauf und etwas runter bis hinter Hohenfinow.

Richtung Cöthen überwiegt dann wieder der Gewinn von Höhe, ehe mir vor Dannenberg bewusst wird, warum es "-berg" heißt. Aber auch jetzt geht es immer wieder etwas höher und erst hinter der Kreuzung mit der B158 ist der höchste Punkt erreicht.

Der höchste Punkt liegt laut Höhenmesser auf 156 Meter. Die topografische Karte zeigt für die Stelle bei Platzfelde keine Höhenangaben, aber die Straße schneidet durch eine 155m-Linie und so wird es wohl stimmen.

Im Bauernwald geht es dann kurvig bergab und es kommt mir steiler vor als die Anstiege aus Richtung Hohenfinow. Aber so richtig runter geht es auch nicht. Statt dessen pendelt die Höhe um 100 Metern und es geht mal etwas rauf, mal etwas runter oder fast eben dahin.


Ein Stück sehr frische Straße, kurz bevor es nach links nach Haselfelde / Wriezen ab geht

Im Bereich Harnekop – Sternebeck ist es dann der Straßenbelag, der die Fahrt etwas bremst. Bestes Granitkleinpflaster bildet hier den Untergrund und ich muss unwillkürlich daran denken, dass dies wohl eine gute Filmkulisse abgeben würde.

Hinter Sternebeck gilt es dann ein letztes mal auf ca. 130 Meter zu steigen und eine Kuppe zu überwinden, ehe es nach Prötzel hinab geht. Das ganze findet dazu noch auf sehr neuem Asphalt statt, so dass ich den Blick auf die südlich gelegenen Wälder und Felder in Ruhe genießen kann.

Von Prötzel Richtung Strausberg geht es dann mehr oder weniger eben und erst kurz vor Strausberg folgt der nächste Rollabschnitt. Mit kleinen Unterbrechungen geht es hinab zum Straussee.

Kurz vor dem See erinnere ich mich an eine Fahrt vor vermutlich 23 Jahren, als ich nach Wesendahl unterwegs war. Es war Winter oder Herbst und ich war auf dem Sportrad meines Vaters unterwegs, als mir plötzlich das Hinterrad seitlich wegrutschte. Dabei kam es nicht zu einem Sturz, da diese Glatteisstelle nur wenige Meter breit gewesen war, aber danach war das Hinterrad durch die Wechselbelastung so verzogen, dass ich eine satte Acht in der Felge hatte. Es ging gerade noch zu fahren.

Richtung "Jenseits des Sees" geht es noch einmal mäßig steil nach oben und das war es dann mit den Hügeln. Denn Richtung Fredersdorf, Altlandsberg, Eiche geht es fast nur noch eben und die kleinen Steigungen an Brücken zählen einfach nicht.

Hundert

Gestern war es endlich so weit, daß ich den ersten Tag in diesem Jahr hatte, an dem ich mehr als 100 Kilometer auf dem Bike zurückgelegt hatte. Am Morgen war ich auf bekannten Wegen und bei leicht feuchtem Wetter zur Arbeit gefahren, am Nachmittag sollte es aber wenigstens auf Teilstrecken etwas neues geben.

Von Eberswalde kommend, startete ich zunächst nach Süden parallel zu den von mir schon so oft gefahrenen Wegen und mußte vor Klobbicke meine Schwimmfähigkeit beweisen.

Danach ging es durch mir fast unbekannten Wald weiter und ich schlängelte mich durch einen feuchten Robinienhain, ehe sich der Weg irgendwann verlor und ich bei Beerbaum auf Asphalt stieß und damit auch gleich einen Zipfel des Landkreises Märkisch-Oderland streifte.

Von hier fuhr ich auf bekannten teilweise befestigten, teilweise unbefestigten Wegen und Straßen weiter und am Ende waren es 102,5 Kilometer auf breiten Reifen und ich war ziemlich fertig.

Unterwegs

Angeblich kommen aus Island derzeit größere Mengen an Asche zu uns herüber und legen den Flugverkehr über ganz Deutschland lahm. Bei so viel Asche würde man auch erwarten, daß sich der Himmel etwas verdunkelt und die Sonne etwas eintrübt.

Im Barnim war davon heute aber nichts zu spüren. Statt dessen scheint schon seit dem frühen Morgen die Sonne. Und so bleibt mir nichts anderes übrig, als den Tag mit einer kleinen Runde auf dem il.pompino zu begrüßen.

Von der Haustür geht es auf wenig belebten Straßen so weit nach Norden, bis ich den Werbellinsee erreiche. Still liegt der See dann unter mir, kein Windhauch kräuselt seine Oberfläche.

Auch auf den Straßen herrscht nach wie vor nur wenig Verkehr und die meiste Bewegung herrscht noch auf dem Oder-Havel-Kanal, den ich gerade in dem Augenblick überquere, als der westwärts fahrende Konvoi die Kaiserwegbrücke passiert.

5 Schiffe bzw. Schubverbände kann ich gleichzeitig rechts und links der Brücke sehen. Also sind schätzungsweise 3.000 bis 4.000 Ladungstonnen unterwegs. Auf LKW umgerechnet wären das immerhin mehr als 100!

Durchs MOL

Der Frühling bringt es mit sich, daß der Aktionsradius auf den verschiedenen Sportgeräten wieder größer wird und Regionen erkundet werden, die lange Zeit nicht mehr besucht wurden. Für mich bedeutete dies, heute einmal nicht den direkten Weg nach Südwest zu nehmen, sondern durch den Eberswalder Stadtwald zunächst nach Süden zu steuern. Dabei ging es so lange durch Wald und Flur nach Süden bis ein Zipfel des Landkreises Märkisch-Oderland in Beiersdorf gestriffen wurde.

Hier kam auch zum ersten mal am heutigen Tag die Sonne etwas heraus.

Erst nachdem ich meine Nase kurz ins MOL gesteckt hatte, ging es durchs BAR nach West-Süd-West. Der nächste größere Ort ist Werneuchen. Werneuchen ist so etwas wie der südöstliche Vorposten des Landkreises Barnim. Gleichzeitig hat der Ort auch noch einen funktionierenden Bahnhof, an dem die ODEG regelmäßig Züge halten läßt und einen kleineren Kornspeicher östlich des Bahnhofs, sowie einen größeren westlich des Bahnhof.

Bis Werneuchen hatte die Tour auch eindeutigen Offroad-Charakter, der auf dem weiteren Weg nach Westen aber komplett abhanden kam. In den jetzt durchquerten suburbanen Übergangsbereichen zum großen B habe ich einfach noch keine vernünftigen Wege gefunden.

Der Fühling macht es aber auch möglich, daß man auf dem Weg nach Westen direkt auf die untergehende Sonne zufahren kann und so wurde ich im Bereich der Darßer Straße von einem glühenden Ball geblendet:

Ausritt


mit dem il.pompino durch den Frühling im Oberbarnim zum schönsten See der Welt, wo ich feststellen mußte, daß Teile des Sees immer noch mit einer starken Eisschicht bedeckt sind. Die Segelsaison muß also noch etwas warten, zumal es in der nächsten Woche auch wieder etwas kälter werden soll.

Schneematschschlammschlacht

In den einschlägigen Foren ist derzeit die Freude über das Ende der Eiszeit in der Region Berlin-Brandenburg deutlich zu spüren. Die ersten berichten schon voller Stolz vom ersten 200km-Wochenende.

Ich dagegen habe keine Lust auf endlose Straßenritte und war heute etwas im Wald unterwegs. Was ich dort antraf frustrierte mich allerdings. Denn entweder sahen die Wege so aus:

und ich war am Schwimmen durch 5 bis 10 Zentimeter tiefen Matsch oder es sah so aus:

und es ging gar nichts mehr, da die auf den ersten Blick so schön aussehende Schneefläche für einen auftretenden Fuß vielleicht noch gerade so genug Widerstand bietet, daß er nicht einsinkt.

Für meinen Fahrradreifen reichte die Festigkeit aber nicht mehr und so sackte ich je nach Dicke der Schneeschicht bis zu 15 Zentimeter ein, wurde dabei vom relativ festen Schnee massiv ausgebremst und konnte teilweise nur noch schiebend vorankommen.

Eine Frage beschäftigte mich dabei aber noch, könnte ein Bike wie das Surly Pugsley hier punkten, indem es doch auf dem Schnee bleibt oder vielleicht auch ein Crosser, der durch die schmaleren Reifen im festen Schnee nicht so viel Widerstand bietet?

Durch eisige Weiten

Lange habe ich dieses Projekt vor mir hergeschoben, ich hatte Angst vor dem Schnee, Angst vor der Kälte, Angst vor der minimalen Winterform, aber heute nun war der Wunsch, es endlich zu wagen größer als alle Ängste und so brach ich nach der Arbeit zur bisher längsten Tour dieses Winters auf. Schon kurz hinter der Bürotür ging es in tiefen Schnee und entlang der Schwärze nach Süden. Die benutzbare Spur war schmal und immer wieder rutschte ich in den tiefen verharschten Schnee rechts oder links davon.

In Spechthausen fahre ich ein kurzes Stück über glatten Asphalt, die Nokians surren über die harte Oberfläche und freuen sich, als es am Nonnenfließ endlich wieder in den Schnee geht. Die ersten Meter rollt es hier perfekt, da der Förster eine breite glatte Spur bis zu seinem Anwesen festgefahren hat. Direkt dahinter wird der Weg wieder zu einem buckligen schmalen Schneepfad, bei dem auf beiden Seiten tiefe Schneeabgründe lauern und ich nur noch langsam fahren kann.

Das Nonnenfließ hat scheinbar noch nicht mitbekommen, daß starker Frost herrscht, denn noch immer sprudelt das Wasser unbekümmert vor sich hin. Ich dagegen kämpfe hart um jeden Meter auf dem Pfad. Es gelingt mir dabei aber immer besser die Spur zu halten. Ich muß vor allem darauf achten, den Blick weit voraus schweifen zu lassen. Sowie ich nur noch kurz vor mein Vorderrad blicke, zieht es mich nach links oder rechts und ich kann mich nur mit Mühe durch die feste Schneedecke wuchten.

Richtung Schönholz geht es dann über einen wenig befahrenen Waldweg. Mittelschwere Technik hat eine breite Spur in den Schnee gedrückt, richtig voran geht es aber trotzdem nicht. Denn fest ist der Schnee nur auf einem schmalen Streifen, der durch PKW-Reifen geformt wurde. Daneben sinken meine Reifen stark ein und und bremsen mich aus.

Ab Schönholz beginnt es plötzlich zu rollen. Hier scheint ordentlich Verkehr im Wald zu herrschen und es ist eine breite glatte und feste Spur vorhanden, auf der ich fast besser vorankomme als auf dem festgefahrenen Sand vom Sommer. Schnell gleite ich durch den Schnee und erreiche Grünthal. Es folgen einige Kilometer auf Asphalt und erst bei Ladeburg sind die Nokians wieder die richtige Wahl. Über Nebenstraßen und Feldwege mit fester Schneedecke geht es durch den Speckgürtel immer weiter in Richtung Hauptstadt.

Spät war es geworden, als ich die Stadtgrenze zum großen B überschritt und so half mir spärliches Licht für die letzten Kilometer. Mit der Dunkelheit kam auch die Kälte. Die Temperatur macht einen Sprung von fast 5°C nach unten und ich habe immer größere Schwierigkeiten, meine Füße halbwegs beweglich zu halten. Bei -9°C sind die alten GAERNEs einfach überfordert. Und so steige ich ab und laufe entlang der Panke einige Meter und lockere alles wieder.

Nachdem ich dann auch noch 2 Rehe fast umfahren konnte, die es wohl einfach nicht fassen konnten, daß außer ihnen noch jemand in dieser Nacht unterwegs ist, komme ich wieder in dichter besiedelte Ecken, bin genervt von den Autofahrern aber auch froh, das Ziel fast erreicht zu haben. Und die Bilanz ist erfreulich, denn mit knapp 3 Stunden Fahrzeit habe ich kaum länger gebraucht als bei mancher Regen-Gegenwind-Modder-Tour im Herbst oder Frühjahr.

Den Korridor abstecken

Einen genauen Plan hatte ich nicht, als ich mich heute Nachmittag aufs Bike setzte, um wieder einmal den Weg nach Süden anzutreten. Sicher war für mich nur, daß ich nicht wieder schmalbereift durch die Lande schrubben wollte und daß ich den so oft befahrenen Korridor zwischen dem Barnim und der Bundeshauptstadt neu abstecken wollte.

So zog es mich zunächst zum Buckowsee und von da weiter über Prenden nach Ützdorf. Unterwegs hatte ich überlegt, wo ich noch nie mit dem Geländesportrad (GSR) unterwegs war und dabei das Dreieck zwischen Hobrechtsfelde, Schönow und dem Liepnitzsee ausgemacht.

Daher wendete ich die Front meines GSR direkt hinter dem Liepnitzsee nach Süden und folgte vor allem meiner Nase, den Weg immer wieder auf der Karte nachvollziehend.

Nachdem es zunächst auf Waldwegen unterschiedlicher Güte voran ging, kam ich nördlich von Schönow plötzlich auf eine offene mit Gras bewachsene Fläche, in der sich der Weg zu verlieren schien:

Nach diesem wilden Intermezzo ging es weiter auf Wegen, die bei noch etwas trockenerem Wetter sicher unfahrbar gewesen wären, heute fand ich aber immer etwas Grip im Sand und kam fast überall auf den 2 Rädern meines GSR hindurch.

Im Bereich der Gehackten Berge, die jedoch als Berge kaum auszumachen waren, wurde das Gelände dann wieder offener. Ein alter Militärübungsplatz war erreicht und gleichzeit kam auch wieder die Sonne heraus und zeigte mir, daß es bald dunkel werden würde.

Westlich von Schönow kam ich noch kurz über einen schmalen Weg, ehe ein schnurgerader und glatt geschotterter Weg erreicht war, der mich in die Randberzirke des Großen B brachte. Kurz darauf überquere ich die A10 und sehe noch ein letztes mal die glutrote Sonne, ehe die Dämmerung beginnt und von da rolle ich auf vielfach gefahrenen Wegen heim.