Abgefahren

Der Winter ist inzwischen schon einige Wochen ins Land gezogen, hat sich aber erst jetzt durch immer tiefere Temperaturen richtig ins Bewußtsein gebracht. Für manch einen heißt Winter, hinter dem Ofen hocken und abwarten, da ich aber auch in dieser Jahreszeit weiter mit dem Bike unterwegs sein will und dabei weder auf Klickpedale noch (halbwegs) warme Füße verzichten möchte, mußte ich jetzt unbedingt meine Winterschuhe wieder in Betrieb nehmen.

So lange gedauert hat es, da ich eigentlich ein Paar neuere Schuhe kaufen wollte. Die Auswahl an Modellen ist nicht besonders groß, gleichzeitig scheinen aber auch die angebotenen niemanden wirklich zufrieden zu stellen und so beschloß ich in diesem Jahr dochnoch einmal auf die alten zu setzen. Sie sind zwar auch nicht richtig warm, aber zumindest wesentlich wärmer als meine Sommerschuhe, auch wenn diese mit Neopren-Überschuhen kombiniert werden.

Mein Problem mit den alten Schuhen war neben allgemeiner Alterung nur, daß die Cleats inzwischen sehr weit abgefahren waren, schon im letzten Winter war mir der etwas geringere Halt im Pedal und ein leicht schwammiges Fahrgefühl aufgefallen, ich hatte das Problem dann aber doch auf den nächsten Winter verschoben.

Ehe neue Cleats montiert werden können, müssen die alten allerdings erstmal abgebaut werden. Beim ersten Schuh war alles kein Problem. Obwohl die Cleats schon verdammt abgefahren waren und sogar die Schraubenköpfe Material verloren hatten, fand der Inbus genug Grip und ruckzug war das Cleat demontiert.

Beim Zweiten ging es allerdings alles andere als leicht. Schraube eins saß so fest, daß die Schraube innen schnell rund war und sich somit garnichts mehr tat. Da half nur noch der Versuch, die Schraube auszubohren.

Aber genau hier blieb es bei einem Versuch, denn nachdem der Kopf ab war, versank die Schraube plötzlich im Schuhinneren und nichts ging mehr. Was folgte waren mehrere Versuche mit anders geschliffenen Bohrern, verschiedenen kleinen Fräsern und auch durch Stützen der Schraube von hinten, weiter zu kommen. Aber auch dies alles führte zu nichts.

Zu Hilfe kam mir an dieser Stelle jedoch der zunehmende Auflösungszustand der Schuhe und die Tatsache, daß es noch ein ungenutztes Gewinde in der quer verlaufenden Rille des Schuhs gab, was ich unter dem Steg hindurch in die richtige Rille drücken konnte.

Ursache für die ganze Bastelei war der erbärmliche Zustand, den meine Cleats inzwischen aufwiesen. Links die alten abgefahrenen, rechts die relativ unbenutzten Wechselcleats. Es handelt sich hierbei um eigentlich identische Teile:



Nach der Bastelei steht das Cleat allerdings etwas über die abgelaufene Sohle hinaus und so wird wohl auch dieses schon bald ebenso abgelaufen sein, wie das alte.

Biken im Barnim

Der Barnim ist eigentlich eine für das Bike-Tourenfahren perfekte Region. Endlose Wälder sind von oft sehr gut fahrbaren Wegen durchzogen, einzelne Singletrails und/oder Seen bringen Abwechslung und der Horizont ist meist weit.

Umso verwunderlicher ist, daß es hier keine zusammenhängende Bikeszene gibt. Jeder scheint irgendwie für sich selbst zu fahren, größere Gruppen kommen aus der Hauptstadt, fahren hindurch und sind wieder verschwunden. Es gibt auch Anfänge für die Entwicklung einer eigenständigen Brandenburger Bikeszene, diese sind aber bisher nicht weit fortgeschritten und Kontakte haben sich für mich bisher nur wenige ergeben.

Umso erfreuter war ich, im Forum von MTB-News mal wieder Kontakt zu einem Tourfreudigen Barnimer aufnehmen zu können und nach einigen Anlaufschwierigkeiten hatte es am letzten Sonnabend endlich geklappt, eine gemeinsame Tour zu fahren.

Der Wetterbericht versprach bestes Winterwetter, aufgelockerte Bewölkung sollte sich mit einzelnen Schneeschauern abwechseln und genau so kam es auch. Unser Ziel sollten die Bugsinseen sein, die ich nach langer Unterbrechung wieder einmal erkunden wollte und so starteten wir gegen 9.00 Uhr an der alten Post in Finow.

Zuerst erwartete uns herrlichstes Winterwetter, die Sonne stach aus einem tiefblauen Himmel herab, alles war tief verschneit und der Wind wehte von hinten. In der zweiten Weghälfte wurde es dann aber dochnoch etwas härter. Als wir in der Nähe von Golzow das erste mal wieder den Wald verließen, wehte uns ein schneidender kalter Wind entgegen, der unter die wärmenden Schichten kroch und kleine Eiskristalle vor sich her schob, die an jedem freien Stück Haut rieben und zwickten.

Der kleine Schneesturm blieb ab hier für den Rest der Tour unser Begleiter und bremste uns neben den teilweise schwer zu fahrenden Wegen nochmals aus. Trotzdem erreichten wir nach gut 2 1/2 Stunden die Brücke der Altenhofer Straße über den Finowkanal und hatten unsere Runde damit geschlossen und ich denke, es wird eine Wiederholung geben.

Interessierte können die Tour auch als Google-Earth-Datei (.kml) herunter laden: Bugsinseen – 22.11.08

Leichter Regen

Leichter Regen war das, was heute angesagt war und das auch nur am Vormittag. Was dann aber runter kam, war teilweise ein Sprühregen, der von allen Seiten kam und teilweise auch richtige Tropfen, die von vorne rechts kamen, schön war die Tour aber trotzdem.

Es ging von Eberswalde über Lichterfelde, Finowfurt und immer weiter durch den Wald bis nach Bernau, dann die klassische Strecke parallel zur Bahn bis nach Pankow. Da trennten sich die Wege von meinem Begleiter und mir und ich schlich weiter bis tief hinein in das Herz der großen Stadt und schaffte es am Ende gerade noch so in den 4. Stock.

Reifentausch

Gestern Abend hatte ich noch die Hoffnung, daß die Glätte über Nacht verschwinden könnte. Denn um 23.00 Uhr herrschten noch immer knapp 2°C. Aber in der zweiten Nachthälfte klarte es auf und die Temperatur fiel wieder unter den Gefrierpunkt. Kurzentschossen wechselte ich daher heute morgen die Reifen und habe die Entscheidung nicht bereut.

Abseits der großen Straßen und natürlich auch auf allen Wegen, die als Radweg bezeichnet werden, herrschte am Morgen fast überall Glätte. Und auch am Nachmittag halfen mir die kleinen Metalldornen, denn ich mußte nicht darüber nachdenken, ob da immer noch oder vielleicht schon wieder oder aber auch keine Glätte auf den Wegen war. Der NOKIAN HAKKA rollt einfach rüber.

Schneeregen

Normalerweise kümmert es mich wenig, was für ein Wetter mich morgens an der Tür erwartet. Ein Blick aufs Thermometer und einen auf eventuellen Niederschlag reichen für die Wahl der richtigen Bekleidung und ab geht es auf zwei Rädern.

Wenn ich aber eines nicht besonders leiden kann, dann ist es Schneeregen bei knapp über 0°C und so fiel es mir heute morgen nicht besonders schwer, die bequeme Variante zu wählen, das rollende Altmetall anzuspannen und trockenen Hauptes ins Büro zu rollen…

Gegen den Wind und durch tiefen Grund nach SW



Beim Anblick der Wege frage ich mich, warum das Fahren mit dem PKW verboten wird. Die Holzlaster zerfahren die Wege so gründlich, daß sie entweder auf Jahre nicht mehr zu gebrauchen sind, oder aufwändig saniert – also geschottert werden. Beides nnervt, denn nichts geht über einen gut rollenden Sandweg.

Gestern war es mal wieder so weit, daß ich mich aufs Bike wagte, um etwas durch den Wald zu schaukeln und mich dabei der Hauptstadt zu nähern. Die Wege waren extrem aufgeweicht und ich hatte oft das Gefühl, meine Beine wären in den letzten Wochen zu erbärmlichen Gummisträngen verkommen und das falsche Bike war es wohl auch. Aber trotz der kleinen Quälerei, dem einsetzenden eiskalten Regen und dem fast schon sturmähnlichen Gegenwind war es ein schönes Stück offroad, daß mir da unter die Reifen kam und ich freue mich auf den Frühling!