Details am Wegesrand

Schöne Details am Wegesrand gab es heute zu entdecken, als ich gemeinsam mit meinem neuen Standartmitfahrer die zweite Hälfte des Supercommutingtages begann. Eigentlich ist ja Winter, aber da es immer noch keinen Schnee gibt, leuchtet das grün so schön, als würde der Frühling beginnen.

Mein Standartmitfahrer muß warten, ehe wir das Nonnenfließ weiter hinauf fahren können. Der Boden ist tief und saugt mir schnell die Kraft aus den Beinen und so spüre ich noch weit vor Bernau, daß es ein hartes Ende geben wird heute. Auch das Zuführen weiterer Kohlenhydrate hilft nicht viel, es will nicht mehr rollen und ich fühle mich ausgepowert.

Irgendwie kamen wir dann dochnoch im großen B an und zu Hause dauerte es dann noch über zwei Stunden, ehe ich die Tour halbwegs verdaut hatte …

Durch eisigen Nebel

Morgens war ich etwas irritiert, als außerhalb der großen Stadt, genau zu dem Zeitpunkt des Sonnenaufgangs, Nebel aufzog und die Sicht auf den Horizont verhinderte. Bisher war von Nebel oder auch Feuchtigkeit in der Luft nichts zu spüren gewesen. Der Nebel und die beginnende Helligkeit versüßten mir aber die Fahrt durch die Kälte und ich vergaß kurz, daß meine Füße wieder einmal kurz vor dem Absterben zu sein schienen.

Am Nachmittag war ich mir zunächst nicht sicher, ob ich nun relativ direkt nach Hause fahren sollte oder doch lieber ein Paar Schlängel durch den Wald unternehmen sollte. Ich entschied mich nach ein Paar Metern Rollen für letzteres und fuhr zunächst zur Schwärze und dann an dem kleinen Zufluß südlich des Tierparks entlang. Das Herbstlaub raschelte unter den Reifen und es rollte gut.

Weil es so gut rollte, hatten plötzlich auch die etwas längeren Wegevarianten, die meinen Kopf durchschwirrten eine Chance und so fuhr ich zunächst um den Schwärzeteich herum, dann südlich am Schwärzesee entlang und nachdem ich die Biesenthaler Heerstraße überquert hatte, fuhr ich weiter zum Samithsee.

Hier hatte ich nicht mehr so genau in Erinnerung, wie der beste Weg an seiner Nordseite entlang war und so nahm ich den ersten gut wirkenden Abzweig und bog vom Hauptweg ab. An der nächsten Gabelung nahm ich den rechten Ast und wähnte mich schon auf dem richtigen Weg. Aber falsch gedacht, der Weg führte mich direkt zum Nordufer des Samithsees und von da gab es nur wenig ausgetrampelte Pfade, die irgendwo ins Unterholz führten.

An dieser Stelle bereute ich auch, nicht die Kopflampe oder sogar den großen Strahler eingepackt zu haben. Denn genau jetzt wich die letzte Helligkeit vom Himmel und im Wald wurde es richtig finster. Ich fand aber noch einen Weg, der mich wieder in die richtige Richtung brachte und schon nach wenigen hundert Metern war ich in bekanntem Terrain zurück. Ab hier unterschied sich der Rückweg kaum vom Hinweg am Morgen. Es zog wieder etwas Nebel auf, ein leichter Wind blies aus Südost, nur der Mond fehlte noch.

Kälterekord

Als ich heute aus dem Haus trat, wußte ich noch nicht, wie kalt es werden würde und trat locker in die Pedalen. Die ersten Kilometer bis zur Stadtgrenze von Berlin lief auch alles sehr entspannt, ich nahm langsam Betriebstemperatur an und es rollte gut. Auf dem Weg nach Bernau hatte ich aber schon das Gefühl, es würde allmählich kälter werden und als hinter Lobetal die Helligkeit langsam kam, waren meine Füße zu kleinen Eisklumpen gefroren und auch die Hände wurden trotz recht warmer Handschuhe immer kälter. Und auch die Beine wurden langsam immer kälter, ich hätte die lange Unterhose also lieber anziehen statt durch die Gegend fahren sollen.

Kurz vor Biesenthal war dann schon so viel Licht in der Landschaft, daß ich die stark bereiften Halme und Zweige sehen konnte und vor allem auch die über mich hinweg ziehenden Wildgänse (Graugans) nicht nur hören sondern auch sehen konnte.

Am Ende erfuhr ich, daß die Temperatur heute zum ersten mal in diesem Herbst/Winter eine Temperatur von -5°C unterschritten hatte und ich war froh, daß es am Nachmittag / Abend nicht so kalt werden sollte. Zur Sicherheit zog ich da aber doch die Unterhose unter und kam nach gut 2h wohlbehalten und nicht durchgefroren wieder zu Hause an.

Biken, wo der Barnim am schönsten ist

Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich die Wetterlage wirklich als ‚Gutes Wetter‘ bezeichnen soll. Fehlt uns der jetzt nicht fallende Regen doch im weiteren Jahresverlauf und schon jetzt ist in vielen Regionen im Nordosten Waldbrandwarnstufe 4 (also die höchste) herausgegeben worden.

Zum Radfahren ist das Wetter aber sehr gut geeignet und so stand dies heute wieder einmal auf dem Programm. Und als Pferdchen nutzte ich das etwas in die Jahre gekommene aber immer noch sehr fitte Centurion Stratos.

Mein erstes Tagesziel war heute Morgen, noch einmal am inzwischen abgerissenen Kulturhaus von Finow vorbei zu fahren, um mir die Reste noch einmal anzusehen. Vom im Volksmund Vegas genannten Veranstaltungszentrum meiner Jugend ist inzwischen fast nichts mehr zu sehen und so fahre ich schnell weiter in Richtung der Gleise der stillgelegten und inzwischen teilweise auch abgerissenen Eberswalde-Finowfurter Eisenbahn und folge diesen bis auf das Gelände der auch abgerissenen Chemischen Fabrik Finowtal.

Der Weg führt mich durch eine ziemliche Wildnis und auf Grund der vielen Vogelstimmen und der unendlich vielen Mücken, die mich attackieren, als ich ein kleines Fließ überqueren will, fühle ich mich fast in einen Dschungel versetzt.

Weiter geht es durch das Viertel an der Spechthausener Straße, von dem sich die Natur auch immer größere Stücken abschneidet zu den Drehnitzwiesen, die ich auf schönem Trail halb umrunde. An solchen Stellen frage ich mich dann, wozu man weite Reisen unternehmen soll, wenn die besten Wege doch eigentlich vor der Haustür liegen.

Über den Bahnübergang am Tierpark geht es in den Eberswalder Stadtwald, wo ich südlich vom Schwappachweg in bestem Buchenwald eine runde auf sehr hügeligem Terrain drehe und dabei auch die Grenzen des Singlespeed oder vielmehr meiner Kraft erfahre. Und nach knapp 45 Minuten bin ich so bestens gelaunt ins Büro gekommen.

Am Nachmittag möchte ich dem Stratos dann eine Ecke zeigen, die es lange nicht gesehen hatte. Ich folge der Schwärze stromauf und komme so zügig nach Spechthausen und dann folgen viele Kilometer durch herrlichen Buchenwald auf verschlungenen Wegen entlang eines kleinen Fließes. Im oberen Bereich finde ich so gar noch ein Stück Weg, da sich noch nie gefahren war und komme sehr entspannt nach Klobicke. Ab hier folgt dann eine nicht schon oft gefahrene geradlinige Strecke bis ins Große B und am Ende des Tages stehen ca. 70 Kilometer mehr im Roadbook des Stratos.

Der Sonne entgegen

Das trockene, oft sonnige Frühjahr beschert mir immer wieder schöne Stunden auf dem Bike und motiviert mich, den langen Weg zur Arbeit in beiden Richtungen zu fahren. Supercommuting nenne ich dies, auch wenn im englischen Sprachgebrauch, ein supercommuter der ist, der täglich und immer und bei jedem Wetter mit dem Bike zur Arbeit fährt. Dafür reicht es bei mir noch nicht, denn bei knapp 100 Kilometern pro Tag, würde mir einfach die Zeit dafür fehlen.

Heute kam es sogar so, daß ich auf dem wenig benutzten Kona Lava Dome unterwegs bin und den Rückweg mehr off als on the road fahre, dabei noch etwas Eisenbahn fotografiere und auch auf dieser gerne gefahrenen Allee bei Rüdnitz unterwegs war.

Die Wolken fressen die Sonne auf

Der Morgen beginnt mit blauem Himmel und ich freue mich auf eine Fahrt in den sonnigen Morgen. Aber schon nach wenigen Kilometern, als ich gerade die A114 überquere, sehe ich, wie die Wolken sich schnell auf die Sonne zu schieben und sie verschlingen wollen.

Als ich dann auf der Höhe von Karow bin, ist es so weit. Die Wolken schnappen kurz zu und kurz darauf ist die Sonne verschwunden und es scheint kälter zu werden.

Es folgen einige Kilometer unter einer festen Wolkendecke, ab Ladeburg kommen aber kleine Lücken und ab Lobethal beginnt der Kampf zwischen Sonne und Wolken. Der dauert noch etwas an und so habe ich Zeit ‚the brave‘ eine kleine Ruhepause zu gönnen und mich über die frisch geholzten Bereiche kurz hinter der Langerönner Mühle zu wundern.

In Biesenthal hat die Sonne dann aber endgültig gewonnen und ich freue mich über den Schatten, den sie wirft. Im Vergleich zu meiner letzten Fahrt ist er allerdings schon wesentlich kürzer geworden.

In der Nähe des Schwärzesees muß ich rechts abbiegen und habe ab jetzt die Sonne von vorn. Und immer, wenn der Wegverlauf günstig ist, ergießt sich ein gleißender Lichtschein auf mich.

Nach knapp 2 Stunden bin ich im Büro eingetrudelt und kann es jetzt eigentlich schon kaum erwarten, zurück zu fahren. Denn für die Rückfahrt möchte ich einen der schönsten Bereich südlich von Eberswalde durchfahren und hoffe, das Wetter spielt mit.

Und es spielt, auch am Nachmittag scheint die Sonne und nur vereinzelte Wolken dunkeln sie ab. So fahre ich über kleine Wege entlang der Wasserläufe und freue mich über die Mäander, die diese gebildet haben.

Bei Klobbicke bin ich allerdings irritiert frisch eingeschlagenes Holz vorzufinden und bin auch vom Anblick des ausgeholzten Bereichs nicht so begeistert. Zudem haben die Forstfahrzeuge den Weg gut umgewühlt.

Bis Gratze geht es weiter über umgewühlte Wege und dann auf Asphalt durch die Ödnis von Thaerfelde. Ich bin jedes mal erneut erstaunt, wie öde der Barnim doch aussehen kann.

Bis hier hat die Sonne gut mitgespielt, aber als ich bei Lindenberg wieder einmal die Autobahn überqueren möchte, ziehen die Wolken schnell in Richtung Sonne und verschlucken sie. Für heute haben sie also gewonnen.

Eisiger Morgen

Es war ein sehr klarer und in der Hauptstadt mit -2°C nur mäßig kalter Morgen und so beschloß ich, heute wieder einmal den Weg zu Arbeit auf dem Bike zurückzulegen. Meine Fahrt begann noch in der Dunkelheit und ich nutzte den Chinastrahler, um mir den Weg durch den beginnenden Morgen zu bahnen. Langsam wurde es heller, aber erst hinter Bernau kam die Sonne über den Horizont. Die Luft war zu dem Zeitpunkt so klar, daß es kein Morgenrot gab. Die Sonne hing einfach als glühender Ball am tiefblauen Firmament.

Über die Verbindungsstraße zwischen Ladeburg und Lobetal rolle ich weiter nach Norden und habe den Eindruck, als würde es immer kälter.

Und auf dem weiteren Weg Richtung Biesenthal merke ich, wie zunächst meine Hände beginnen taub zu werden, die Kälte dann aber auch meine Oberschenkel und Arme angreift und meine Füße sind eigentlich schon nicht mehr dran. -2°C fühlen sich irgendwie anders an. Da die Sonne aber weiter scheint und dabei allmählich immer höher steigt, sage ich mir zur Beruhigung, daß es gleich wieder wärmer werden wird.

Biesenthal ist erreicht und hier scheint es wirklich wärmer zu sein. Oder liegt es daran, daß es nach Biesenthal über eine kleine Steigung hinein geht und mir die Sonne anschließend ins Gesicht scheint?

Kurz nach Verlassen des Ortes komme ich wieder in den Wald und die Kälte scheint größer als zuvor. Es gibt keine beständig wärmenden Sonnenstrahlen mehr. Die Bäume beschatten den Weg komplett und nur ab und zu lassen sie ein Paar Strahlen der Sonne hindurch.

Mich beruhigt jetzt nur noch, daß es nicht mehr weit ist und ich auch ohne die wärmende Sonne das Ziel erreichen werde. Kurz nach 8.00 Uhr ist es so weit, nach knapp 2 Stunden habe ich das Büro erreicht.

Am Nachmittag scheint die Sonne noch immer von einem strahlend blauen Himmel herab und so will ich heute zum zweiten mal in diesem Jahr auch den Heimweg wieder mit dem Rad antreten. Im Gegensatz zum letzten mal, als mir nur die massive Zufuhr von Kalorien in Form einer Streußelschnecke nach gut zwei Drittel der Strecke die Weiterfahrt ermöglichte, habe ich aber heute etwas besser auf meine Ernährung geachtet und für Mittags ein Paar Stullen mehr geschmiert und auch kurz vor dem Start noch etwas gegessen.

Meine Route wähle ich heute so, daß ich bis Melchow in der Nähe der Bahn bleibe, dabei zunächst die Schwärze überquere, dann an der ehemaligen Blockstelle Wildtränke bis an die Gleise komme und schließlich in Melchow über die Finower Straße in den Ort fahre und ihn am Friedhof entlang verlasse. Dabei treffe ich hinter dem Ortskern auf eine Weide mit kleinen Lämmern. Für Osterlämmer sind die aber dochnoch etwas früh?

Richtung Biesenthal fahre ich weiter entlang der Bahn und bin etwas erstaunt über den doch sehr dichten Zugverkehr. War jetzt nicht irgendwann Streik?

In Biesenthal wechsle ich am Bahnhof die Seite der Bahnlinie und fahre jetzt auf der westlichen Seite entlang, komme schließlich auf einen Feldweg, wie er für Brandenburg nicht untypisch ist. Der festgefahrene Sand bietet eine gute Unterlage, bei längerer Trockenheit könnte er aber zur Qual werden.

Weiter geht es Richtung Danewitz und dann aber gleich scharf rechts auf die Verbindungsstraße Richtung Biesenthal, wo vor ein Paar Jahren ein Regionalkrieg um die Sanierung der Straße und insbesondere das Fällen der Bäume stattfand. Die Baumschützer haben gewonnen, vorläufig zumindest und so kann ich diese Allee genießen.

Kurz darauf komme ich auf eine Kirsch-Allee, die wohl eher zuwachsen wird, als das irgendwer meint sie ausbauen zu müssen. Auch schön, denn sonst wäre dies nicht eine so angenehme Strecke bis zum nächsten Waldstück.

Über Albrechtshof erreiche ich dann Bernau, muß an der Bahnschranke nicht warten, obwohl gerade ein Zug kommt, da ich den Weg rund um den Teufelspfuhl wähle und so zügig und ohne viel Autoverkehr auf den Pankeradweg gelange.

Die Sonne beginnt allmählich zu versinken und so steuere ich an der A11 durch den Lichttunnel. Der weitere Weg versinkt danach bald im Dunkel und als ich zu Hause ankomme ist es finster.

Die Tour war auch eine der ersten längeren, auf denen ich meine neue Photopocket genutzt habe. Passend nach meinem Entwurf aus einer alten Segelhose extra für mich genäht, hat sie wieder einmal gut ihren Dienst verrichtet und ermöglicht mir vor allem, die Kamera immer zur Hand zu haben.

(Temperaturupdate: auf der Arbeit sagten mir die Kolleginnen, daß es heute morgen ca. -8°C kalt war – so hat sich das auch angefühlt!)