Nach …

Nach drei Kilometern fand ich, es läuft ziemlich gut …
nach sechs Kilometern dachte ich, oh das holpert aber ganz schön …
nach zehn Kilometern merkte ich zum ersten mal ein Knie … das rechte
nach sechzechn Kilometern fand ich, daß wir doch in einer ganz schön bergigen Gegend wohnen …
nach achtundzwanzig Kilometern ging irgendwie die Sonne kreisrund und etwas rot Richtung Horizont, ihr fehlte aber die Kraft eines sommerlichen Abends …
nach dreißig Kilometern reichte es mir, und ich wäre froh, schon da zu sein … und warf ein zwei Stullen ein …
nach fünfundreißig Kilometern dachte ich, mein linkes Knie explodiert gleich … das rechte war wieder halbwegs unauffällig …

und nach dreiundvierzig Kilometern war ich da … und froh vor knapp zwei Stunden losgefahren zu sein!

Abspulen

Stoisches Abspulen von Straßenkilometern mit schmalen Reifen auf dem Rennrad ist eigentlich nicht so mein Ding. Vielmehr zieht es mich weg vom Asphalt auf Feld- und Waldwege oder auf schmale Singletrails. Manchmal zieht es mich aber dann doch auf die schmalen Reifen, z.B. wenn ich einfach nur etwas entspannt rollen, die Geschwindigkeit oder einfach nur den kalten Fahrtwind im Gesicht spüren will.

Deshalb spannte ich heute auch das il.pompino an und machte mich auf die kleine Runde um den See. Das Wetter war nicht wirklich winterlich, obwohl wir Anfang Januar haben, allerdings war es auch nicht mehr ganz so frühlingshaft wie am Vortag. Vielmehr wehte mir ein kalter Nordwind ins Gesicht.

Den Nordwind spürte ich besonders, als ich nach einem kurzen mühsamen Anstieg das Plateau bei Buckow erklommen hatte und mich auf der immer weiter zerbröselnden Kapstraße nach Nordosten bewegte. Die Kapstraße hat inzwischen einen so schlechten Gesamtzustand, daß sie kaum noch als Geheimtip für richtig Schmalbereifte gelten kann. Für mein il.pompino ist das aber noch kein allzu großes Problem.

Nach Buckow kommt eine der schönsten Abfahrten der gesamten Runde. Leicht geschlängelt geht es durch eine Allee einige hundert Meter bergab, dann folgt aber der nicht sehr steile aber doch zähe Anstieg Richtung Altenhof. Von der Straße habe ich jetzt auch einen guten Blick auf die Baustelle für den neuen Radweg zwischen Buckow und Altenhof und frage mich wieder einmal, wer diese Radwege plant …

Der Nord- bis Nordostwind bremst noch bis Altenhof spürbar weiter, dann wird er gemildert durch den Wald. Dafür folgen ab Ortsmitte weitere zähe Meter bergauf. Nur langsam schiebe ich mich hoch und komme abgekämpft am höchsten Punkt der Runde an.

Nach einer holperigen Abfahrt lande ich am Ufer des Werbellinsees, rolle auf der Seerandstraße zuerst über Sand, dann Pflaster und schließlich wieder Asphalt und biege dann noch auf die Abkürzung zur Badewiese Michen, wo ich eine kurze Verschnaufpause einlege.

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Dies war wieder einmal ein Weg, für den das il.pompino nicht so geeignet ist, aber es war wohltuend, vom glatten Weg abgewichen zu sein und kurz darauf lockte ja auch noch der unverstellte Blick auf den finster wirkenden Werbellinsee.

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Ab hier wird die Fahrt dann so richtig zäh, nur selten rolle ich richtig entspannt dahin. Vielmehr fühle ich mich, als wäre ich schon die 3-fache Entfernung unterwegs gewesen. Die Beine sind schwer und kraftlos.

Irgendwann ist Wildau erreicht, wo ich die L220 wieder verlasse und bis Eichhorst am Werbellinkanal entlang rolle. Passanten werden mit quietschenden Reifen erschreckt und weiter geht es auf die letzten Kilometer.

Noch einmal eine kurze aber steile Steigung, die mich zum kurzen Anhalten zwingt. Ich fühle mich doppelt so alt und inzwischen so matt, als wären es 200 Kilometer ohne Nahrung und Trinken gewesen. Aber irgendwie geht es die letzten Meter hoch und auf der Ebene oben weiter.

Vor der Kaiserwegbrücke aber dochnoch einmal ab vom glatten Weg und entlang des Oder-Havel-Kanals nach Osten. Eine Strecke die ich kurz vor Ende gerne noch einbaue, vor allem da sie mit dem Bau der neuen B167 wohl verschwinden, zumindest aber ihren jetzigen verlieren wird.

Nach kurzem Fotostop wird das Ziel erreicht, auf den Weiterbau am aktuellen Bastelprojekt am späteren Nachmittag verzichte ich dann aber doch …

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Fahrradjubiläen

In den letzten Tagen bin ich zwar nicht so sehr viel Rad gefahren, habe bei zwei meiner Bikes aber trotzdem Kilometerjubiläen feiern können. Das il.pompino absolvierte seinen 12.000 Kilometer, bei the brave sind es inzwischen schon 15.000.

Das Wetter dazu war allerdings von der herbstlichen Sorte. Als ich mit dem il.pompino unterwegs war, schaffte ich es dem Regen durch Abwarten zu entgehen, naßkalt war es trotzdem und es spritzte ordentlich von unten. Bei the brave regnete es dann kräftig und auf der Straße stand das Wasser kurzzeitig fast reifendick. Bei the brave hatte ich zu aller Freude am nächsten Nachmittag auch noch einen Platten … aber Spaß gemacht hat das Fahren trotzdem irgendwie.

Weil das Wetter an den Jubiläumstagen so feucht und dunkel war, gibt es passende Bilder von the brave auch erst heute. Dunkel ist es zwar immer noch, aber trocken und klar.

Sommerbike 2012

Normalerweise ist dies die Stelle, an der ich im Frührjahr ein Bild von einem Fahrrad mache. Manchmal ist es ein Rennrad, normalerweise aber eher ein MTB oder ein MTB. In diesem Jahr bin ich aber so selten in meiner alten Heimat unterwegs gewesen, daß es bis zum August dauerte, ehe ich diese Bilder aufnehmen konnte …

Etwas nervte mich aber, daß irgendwelche Holzfuzzis meinten, der Wald gehöre allein ihnen und sie könnten ihr geschlagenes Holz einfach quer über irgendwelche Wege stapeln …

Ausfahrt am frühen Morgen

Nachdem die eigentlich gar nicht mal so aufwändigen aber trotzdem langwierigen Arbeiten an der Dochnoch langsam dem Ende entgegen gehen, blieb mir heute am frühen Morgen etwas Zeit, eine kleine Runde mit dem Singlespeeder über die jetzt noch einsamen Straßen des Paradieses zu drehen.

Ich sitze noch vor 6.00 Uhr auf dem il.pompino und es geht zunächst auf der beliebten Runde über die langsam zuwachsende Kapstraße nach Nordosten und dann weiter entgegen der Uhr um den schönsten See der Welt. Nach eineinhalb Stunden war alles vorbei und der Tag ging mit einem ausführlichen Frühstück in die nächste Runde, ehe die Arbeiten am Schiff weitergingen.