Fahrt hinter die Stadt

Kurz vor dem Ende des Jahres zog es mich in den Wald hinter der großen Stadt. Der Zielort lag so, daß ich die große Stadt zwei mal durchqueren durfte und dabei meist oft befahrene Routen in der nachweihnachtlichen Trägheit erleben konnte.

Auf dem Hinweg kam ich zunächst zum ICC und von da weiter auf den Kronprinzessinnenweg parallel zur Avus. Im Gegensatz zum Sommer und zu Zeiten mit Tageslicht war es heute sehr leer aber nicht einsam, dies nicht nur wegen des neben mir strömenden Autoverkehrs sondern auch wegen einiger weniger Radfahrer im Gegenverkehr.

Mein Ziel lag südöstlich von Potsdam, so daß ich in Wannsee von der B2 Richtung Süden abbog, am Griebnitzsee vorbei und durch Potsdam Babelsberg fuhr und hier auf Neuland traf. Entlang einer Bahnlinie ging es auf schmalem Weg nach Süden weiter und schließlich durch Randgebiete von Langerwisch hinein in den Wald.

Die Rückkehr erfolgte ein Paar Stunden später und erstreckte sich Mitternacht. Und da es schon so finster war und ich keine Lust auf größere Umwege durch unbekannten Wald hatte, entschied ich mich für die Strecke durch Potsdam und dann immer auf der B2 entlang. Dabei kam ich auch über die berühmte Glienicker Brücke.

Dann kam die lange Steigung Richtung Wannsee, auf der ich mich auf dem Arbeitsweg schon das eine oder andere mal gequält hatte. Nach der Abfahrt ist schon Wannsee erreicht und gleich kommt die nächste Steigung. Erstaunlicherweise ist fast schon am Ende der Steigung eine Art doppelter Gipfeltunnel, aber es geht nur darum, die Radfahrer vom Straßenverkehr fern zu halten.

Mitternacht muß schon vorbei sein, als ich Steglitz durchquere. Außer ein Paar Taxis und einigen wenigen Autos sind die jetzt folgenden Unter den Eichen, Schloßstraße, Hauptstraße und dann auch die Potsdamer Straße sehr leer und es wird erst am Potsdamer Platz wird es wieder voller.

In Steglitz verläßt mich auch etwas die Kraft. Inzwischen sind über 80 Tageskilometer zurückgelegt und der Hinweg hatte einiges an Gegenwind zu bieten, der auf dem Rückweg aber nicht in Rückenwind umgemünzt wurde, sondern einfach verschwand …

Am Potsdamer Platz verlasse ich auch die B2 und fahre über die Wilhelmstraße zur Komischen Oper und weiter zum Palast der Republik … bzw. zum Standort des Palast der Republik. Hier bin ich etwas überrascht, ein Gebäude zu sehen. Die HumboldtBox soll wohl den Befürwortern eines Schloßaufbaus bei der Propaganda helfen.

Nach kurzer Betrachtung finde ich das Gebäude recht interessant, wenn auch etwas vorgewölbt und könnte es mir statt eines historisierenden Schloßnachbaus eigentlich ganz gut vorstellen, wobei die freie Palastfläche jetzt auch etwas hat und Ideen, dort ein Schwimmbad oder einen Yachthafen zu bauen einen noch größeren Reiz ausüben.

Die Tour endet nur kurz hinter der Volksbühne, allerdings ist dazu eine letzte Steigung auf den Prenzlauer Berg zu überwinden. Kraft ist eigentlich kaum noch vorhanden, die Oberschenkel fühlen sich absolut leer an und es geht nur zögerlich hinauf. Und als ich oben bin, rolle ich nur noch vor mich hin. Der Blick ist auf die Koje voraus gerichtet und die Uhr zeigt 1:53.

Es kann nur einen geben

… und so machte ich heute morgen trotz der Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt einen kleinen Umweg und besuchte den einen See. Zunächst ging es noch viel durch Schatten, aber als ich am nördlichen Ufer angekommen war, erstrahlte die Sonne über der sonst leeren Straße.

Und als ich dann direkt am Ufer entlang fuhr, strich ein leichter Wind über das Wasser, das Schilf wiegte sanft und die Sonne wärmte meine nackten Waden.

Schön war es.

Milchig

Heute morgen strahlte der Himmel in tiefem blau, dabei war es für Ende Mai aber auch verdammt kalt: 4°C.

Heute Nachmittag dagegen war es zwar mit ca. 15°C angenehm, dafür ist aber jegliches blau vom Himmel verschwunden und statt dessen war alles irgendwie milchig. Vorboten des nächsten Regengebietes, das sich zu diesem Zeitpunkt schon über Westbrandenburg entleerte.

Trotzdem war es eine nette kurze Tour, die ich heute nach der Arbeit im Barnim drehte, eine Menge schmaler Wege, wenig Menschen und es rollte gut und das alles auf dem fast 20 Jahre alten Centurion bei einem Kilometerstand von 63.135.

Radfahren in Berlin

Sich von Vorurteilen leiten zu lassen, ist selten eine gute Idee und so war es am Wochenende Zeit, mit einem von mir gerne gebrauchten (in Berlin kann man nicht ordentlich radfahren!) aufzuräumen und mit MissK eine kleine Radtour durch Berlin zu unternehmen.

Die Tour startete im Herzen der Metropole und führte uns auf kürzestem Weg in den Volkspark in Schöneberg, weiter durch Wilmersdorf zum S-Bahnhof Grunewald. Hier mischten wir uns zunächst unter die vielen Zwei- und Vierbeiner, gewannen aber schnell Raum nach Westen und hatten den Wald immer wieder auch einmal für uns.

Es zeigte sich auch wieder, daß der Grunewald gar kein so schlechtes Revier zum Mountainbiken ist (hatte ich wohl nur in den letzten 10 Jahren meiner Nichtfahrt vergessen), und so fanden wir den einen oder anderen netten Weg, sogar ein Paar kleine Anstiege und Schlammlöcher waren dabei.

Mitten im Grunewald

Entlang der Heerstraße ging es auf das Westufer der Havel, vorbei an der Scharfen Lanke, wo ich das Segeln schneller Schiffe zum ersten mal probierte, und dann immer weiter Richtung Süden. In Kladow knurrte uns der Magen und wir rasteten mit Blick auf das Wasser. Streckten dabei unsere Beine in die Sonne und schlugen uns ordentlich die Mägen voll.

Weiter nach Süden zog es uns aber schon bald und so verlassen wir die aufgeräumten Westberliner Gestade und kommen nach Sacrow einem Ortsteil von Potsdam. Am Lehnitzsee finden wir schönen Buchenwald, merken aber auch, wie die Knochen doch lahm werden. Also nur noch ein kleiner Abstecher in die neuen Viertel von Potsdam und dann ab in die S-Bahn und zurück ins Herz des großen B.

Ein Paar weitere Bilder im Album: Berlin – Potsdam

Feierabendtour

An Tagen wie gestern, als die Sonne erneut vom wolkenarmen Himmel schaute und die Landschaft in frisches Licht tauchte, möchte ich nicht woanders wohnen als im Barnim. Alles lädt ein auf einen kleinen Ausritt auf dem il.pompino.

Ich starte gleich an der Bürotür und wende mich zuerst nach Norden. Durch Nordend geht es hoch zum Oder-Havel-Kanal, wo ich am Wassertor ein Paar Bilder mache. Das Wassertor wird in den nächsten Jahren ersatzlos abgerissen, weil es nach Ausbau des Kanals und dem Neubau des Wassertores am Pechteich nicht mehr benötigt wird.

Von da geht es über Britz, wo ich kurz auf einen Triebwagen der ODEG warten muß nach Golzow. Die lange Steigung hinter dem Ortsausgang von Britz quäle ich mich ziemlich. Ein kalter und relativ kräftiger Nordwind bläst mir entgegen und außerdem ist mein einer Gang nicht gerade für diese Steigung gemacht.

Hinter Golzow geht es dann weiter durch das Hügelland. Der Wind bremst und kühlt etwas, aber die Sonne brät mir so auf die linke Seite, daß es egal ist. Wie stark die Sonne schon wärmt, merke ich, als ich im Bereich der Bugsinseen im Wald verschwinde. Denn plötzlich verspüre ich am linken Bein so eine Kälte …

Ab Joachimsthal nehme ich die Straße am Nordufer des Werbellinsees und benutze auch den neuen Radweg. Normalerweise mag ich diese abgeschirmten Radwege nicht so (An Tagen wie …), aber heute interessiert es mich einfach, wo der Weg entlang läuft und wie es sich fährt.

Und ich muß gestehen, es fährt sich wirklich gut. Die Landstraße hat einen sehr rauen Asphaltbelag und kostet ordentlich Körner. Auf dem Radweg scheine ich aber 2 bis 3 km/h schneller zu rollen.

Der Radweg geht auch nur bis zum ehemaligen Jugendtouristenhotel parallel zur Straße und windet sich dann ein Paar Meter nach oben und verläuft oberhalb der Straße mit schönem Blick auf den See. Bei der Steigung überlege ich nur, wie sich die angepeilte Zielgruppe hier hochqälen wird, wenn die Fahrräder schwer und die Kräfte gering sind.

Dem Radweg folge ich entlang des gesamten Sees und finde die Strecke garnicht mal so verkehrt. Denn im Gegensatz zur Straße gibt es ab und zu kleine Schlenker und der Weg folgt auch jeder Bodenunebenheit, wo der Straßenverlauf nivelliert ist. Gleichzeitig wird mir aber auch wieder die Absurdität dieses Radweges bewußt, denn während der gesamten Zeit begegnen mir gerade mal 4 Autos (ca. 10 km).

Bilder gibt es auch, die sind hier zu finden: Feierabendtour

Waldbrandwarnstufen in Brandenburg

Der Regen, der in den letzten Tagen gefallen war, hat zumindest in einigen Bereichen Brandenburgs zu einer Entspannung bei der Waldbrandsituation geführt. Die aktuelle Einschätzung für das gesamte Land Brandenburg gibt es auf folgender Karte:
http://imsprod.brandenburg.de/wb_stufen_ws/viewer.htm

oder in folgender Übersicht: Waldbrandwarnstufen Brandenburg

Und nur für den Landkreis Barnim: