Schlamm- und Eisreport

Heute war es endlich mal wieder so weit, daß Zeit und Motivation zusammenspielten und ich mich auf den Weg aus dem nördlichen Barnim in die Hauptstadt machte. Fortbewegungsmittel des Tages war Fred, der noch immer mit seiner Geheimwaffe bestückt auf neue Aufgaben wartet.

Bei seinen normalen Fahrten kam er sich damit manchmal aber schon etwas übertakelt vor, aber heute sollte sich zeigen, daß dies genau die richtigen Reifen waren:

Denn südlich von Eberswalde sind die größeren Wege noch immer vereist, durch den leichten Regen des Tages hat sich auf dieser Eisschicht zusätzlich noch ein dünner Wasserfilm gebildet. Erst hinter Biesenthal verliert das Eis auf den Wegen seine Vormachtstellung und weicht einer teilweise sehr tiefen und halbflüssigen Masse aus den verschiedensten Bodenbestandteilen.

Die Fahrt wird dementsprechend immer zäher und langsamer und so benötige ich am Ende gut 2 1/2 ewig erscheindende Stunden für die gefahrenen 48 Kilometer. Mein Glück war einfach, daß es in der Hauptstadt kaum noch Wege gibt, die keinen festen Belag haben.

Winterbiken im Barnim

Für einen MTBiker stellt sich die Situation im Barnim derzeit dual dar. Der Schnee ist fast komplett verschwunden, die großen Straßen, die meisten straßenbegleitenden Radwege und auch Gehwege sind inzwischen auch eisfrei, im Wald herrscht dagegen noch der Eismann.

Viele der wichtigen Waldwege und auch Teile des Treidelwegs sind noch von einer dicken Schicht aus überfrorenem festgefahrenem Schnee bedeckt, manchmal verstecken sich auch nur mäßig zugefrorene Pfützen auf den Wegen:

Neben den Waldwegen sind auch noch viele der Nebenstraßen von Eis überzogen, wie hier im südlichen Teil von Finow:

Und so ist für mich nach wie vor mein finnischer Freund von großem Vorteil. Der Nokian Hakka WCS 300, den ich beim letzten großen Eisaufkommen vor 3 Jahren kaufte, vermittelt ein sehr sicheres Fahrgefühl auf fast jeglichem Untergrund.

Auch auf Asphalt fährt er sich für einen Eisspezialisten noch sehr gut und daran, daß er dafür nicht gemacht wurde, erinnert fast nur das laute Abrollgeräusch. Der Rollwiderstand ist als sehr gut zu bezeichnen. Auf Eis ist er am geringsten, aber auch auf Asphalt nicht weiter störend.

In der Bike von Februar 09 wurden Spikereifen getestet. Und welch Wunder, hier gewinnt wieder einmal ein Reifen von Schwalbe (Ice Spiker Pro 2.1) den Test. Der Reifen überzeugt die Redaktion mit der besten Traktion und Seitenhalt, zudem mit geringem Gewicht (knapp 700g).

Nach dem Kenda Klondike XT 2.1 rangieren die beiden von Nokian getesteten Modelle auf den Plätzen 3 und 4. Mich wunderte allerdings das beim Nokian Hakka WCS 2.1 (Nachfolger des WCS 300) angegebene Gewicht von 846g, da meine beiden Nokians jeder nur knapp über 700 (der leichtere 704) Gramm wiegen.

Daneben waren noch zwei Continental-Reifen im Test, die allerdings wegen zu kurzer Spikes auf den letzten Plätzen landeten, und der Schwalbe Marathon Winter. Der Marathon ist insofern sehr interessant, da er keine Spikes in der Mitte des Reifen hat, dadurch auf Asphalt gut rollt und trotzdem im Eis noch viel Traktion und Seitenhalt bietet. Vom Aufbau erinnert er sehr an den MOUNT & GROUND W160, einen der Klassiker von Nokian.

schneetreiben und biketreiben

Es gibt ja menschen, die wollen mich regelmäßig für verrückt erklären, wenn ich mal wieder bei dem besten schneetreiben mit dem bike unterwegs bin. Aber auch heute morgen konnte ich es mir wieder einmal nicht nehmen lassen, statt des scheinbar doch so warmen und sicheren autos, den kleinen fred unter den hintern zu klemmen und zur arbeit zu gondeln.

Dabei hat es für mich gerade bei schneetreiben einen besonderen reiz. Zum einen ist das auto garnicht so schön warm, wie immer behauptet, denn zuerst stehe ich in der kälte herum und fege den schnee ab, dann sitze ich in der kalten karre und warte, daß es warm wird und gerade dann, wenn es warm zu werden scheint, bin ich da und steige aus …

Auf dem bike ist das genau andersrum. Beim losfahren fange ich leicht zu frösteln an und genau in dem augenblick, wo es anfangen könnte, richtig kalt zu werden, setzt die innere heizung an und mir wird richtig mollig warm. Und wenn ich dann etwas zeit habe und nicht hetzen muß, drehe ich einfach den gashahn etwas zurück und rolle gut erwärmt durch die gegend.

Aber bei schneetreiben und noch dazu jetzt in der nachweihnachtszeit sind die straßen sowieso schon leer und der fallende schnee senkt einen mantel des schweigens auf die stadt und die autos fahren extra vorsichtig und sind kaum zu hören.

Ich weiß noch, wie ich es vor 4 Jahren genossen habe, als ich als kurier im dezember und januar durch die straßen berlins gezogen bin. Täglich um die 100 bis 120 kilometer. Es war nach meiner einschätzung die scheereichste zeit in berlin innerhalb der letzten 15 oder 20 jahre und der schnee lag teilweise bis zu 10 – 20 zentimeter auf der straße und den gehwegen.

Soviel schnee haben wir derzeit noch nicht, aber der wetterbericht läßt für die nächsten 10 tage immerhin 7 schnee-fall-tage erwarten und so könnte es vielleicht mal wieder so richtig schneereich werden in diesem winter!

Der winter mit schnee hat noch was schönes, denn er macht nachtbilder so interessant. Schon mit ner kleinen digitalen gelingen schnappschüsse, fast aus der freien hand. So wie dieser hier, der heute morgen entstand, als ich über die Bahnhofsbrücke in eberswalde fuhr.

Unten kam gerade eine E-Lok der BR 140 durch, eines dieser alten teile, die noch aus den Deutsche Bundesbahn Zeiten stammt und die doch eigentlich schon zum absolut alten eisen zählt. Diese hier war mit einer schlange von knickkesselwagen unterwegs nach norden, vermutlich nach schwedt.