Mühlenbecker See

Zwischenzeitlich konnte sich bei uns der Gedanke aufdrängen, daß der Winter inzwischen vorüber ist und die Temperaturen nur noch nach oben gehen. Aber pünktlich zur zweiten Februarhälfte sackten die Temperaturen wieder in den Keller und heute morgen fielen sogar ein Paar Krümel Schnee und machten es noch deutlicher, daß der Winter noch nicht vorbei ist.

Für mich aber kein Grund, von meinem Vorhaben das nördliche Berliner Umland zu erkunden, abzulassen. Vielmehr hatte ich Freude an der kalten klaren Luft und der Frost garantierte feste Wege.

Von Pankow geht es entlang der gnadenlos begradigten Panke nach Norden und dann hinein zwischen die Karower Teiche. Die Autobahn unterquere ich heute einmal am Wasser entlang.

Der Berliner Ring soll in den nächsten Jahren auch in diesem Bereich auf 6 Spuren verbreitert werden und dadurch ist es unklar, wie lange es diese Möglichkeit der A10-Querung noch geben wird.

Weiter geht es zu den Bucher Teichen und dem Bogensee, wo ich den Weg dicht am Wasser wähle, der aber das eine oder andere Hindernis enthält.

Am Seegraben entlang geht es dann in die Hobrechtsfelder Rieselfelder und schnell weiter bis zum Gorinsee. Diesen umquere ich ähnlich wie 4 Wochen zuvor und stoße wie auch damals auf die Heidekrautbahn, allerdings etwas weiter nördlich.

Aber auch heute ist es so, daß gleich ein Zug kommen soll und so warte ich den Augenblick und schieße meine Zugfotos.

Ab jetzt beginnt für mich aber Neuland und ich frage mich wieder einmal, warum ich nicht schon früher etwas weiter westlich gefahren bin. Denn den Weg von Basdorf nach Mühlenbeck hatte ich oft im Programm, bisher aber nie einen Abzweig zum Mühlenbecker See und seiner Umgebung.

Schon kurz nach dem queren der Heidekrautbahn komme ich von der Kiefernsteppe in Buchenwald und kurz darauf geht es hinab zum Mühlenteich.

Am Mühlenteich stoße ich gleich auf das verlassene Schloß Dammsmühle und dem Tegeler Fließ folgend und dabei kleine Brücken querend komme ich schnell an das Ostende des Mühlenbecker Sees.

Am Mühlenbecker See fahre ich immer in der Nähe des Südufers, muß öfter jedoch absteigen, da kleinere Tragepassagen zu überwinden sind.

Dann komme ich allerdings an eine Stelle, bei der mich die openstreetmap, mit deren Hifle ich die Tour geplant hatte, in eine Sackgasse führte. Zumindest heute ist dieser Abschnitt nicht trockenen Fußes zu überwinden. Die Brücke, die laut OSM auf dem ‚Rundwanderweg Mühlenbecker See‘ zu finden sein sollte, war einfach nicht da. Statt dessen finde ich eine breitere Wasserfläche, in die einzelne Stämme gelegt wurden und kehre um.

Nachdem ich das Südende des Mühlenbecker Sees gefunden und das Tegeler Fließ überwunden hatte, geht es weiter Richtung Summt. Den Summter See umrunde ich am Nordufer, fahre dann weiter um Summt herum und lande schließlich wieder in einer Kiefernsteppe.

Etwas verwirrt war ich dann, als ich kurz nach der Querung der A10 quasi mitten im Wald auf dieses Transparent stieß, aber warum nicht hier protestieren, vielleicht kommt ja irgendwann irgendwer vorbei und unterstützt das ganze.

Langsam wird es dann Zeit, den Rückweg konsequenter anzugehen und so wende ich mich gen Mühlenbeck. Aber diese Entscheidung saugt mir die Kraft. Der Waldabschnitt scheint verseucht von Reitern zu sein, kein Weg der rollt, überall Hufspuren auf den Wegen, nichts mit entspanntem Rollen.

Und bei Mühlenbeck überlege ich, ob es nicht Mühlenberg heißen müßte. Ehe ich den Ort erreiche, muß ich zunächst einen zähen Anstieg erklimmen, kann die letzten Meter dann aber doch rollen.

Ab jetzt ist auch das Terrain wieder bekannter. Es geht an der Deponie Arkenberge entlang, weiter durch Blankenfelde und auf den Mauerradweg. Das Gelände von Stadler Pankow wird umrundet und schließlich komme ich in die Schönholzer Heide.

Und ab hier fährt das Pferdchen schon fast alleine durch den Bürgerpark und weiter in der Nähe der Panke bis vor unsere Haustür.

Fahrt mit Freunden

Sehr oft klappt es bei mir nicht, daß ich die Chance habe, eine Fahrt mit Freunden zu unternehmen und so freute ich mich, daß es an diesem Sonnabend endlich mal wieder klappen sollte, auch wenn ich nicht die gesamte Tour mit ihnen zusammen fahren konnte. Die Fahrt begann am Antonplatz in Berlin Weißensee und von da führte uns Boerge auf verschlungenen Pfaden durch die Siedlungsstrukturen und streifte dabei wohl jeden Tümpel, Pfuhl oder See des Berliner Nordostens.

Nach ungefähr 15 Kilometern hatten wir wieder mir sehr vertrautes Terrain erreicht und fuhren endlich aus der Stadt heraus, die Hobrechtsfelder Rieselfelder wurden zügig durchquert und schnell erreichten wir den Gorinsee und hier trennten sich unsere Wege leider auch schon wieder. Aber vielleicht muß ich auch sagen, zum Glück, denn die Wege wurden ab dem Gorinsee plötzlich eisig und die ersten Stürze ereigneten sich.

Während die Kameraden weiter nach Norden strebten, richtete ich mein Vorderrad nach Westen. Ich umrunde den Gorinsee und komme über teilweise vereiste Pfade in der Nähe von Schönwalde an die B109.

Die B109 wird nur kurz nach Süden genutzt, dann geht es weiter nach Westen durch den Wald und ich erreiche nördlich von Schönwalde die Heidekrautbahn, an der auch prompt ein Zug kommt, den ich ablichte, auch um mir eine kleine Pause zu gönnen.


(VT 736 der Niederbarnimer Eisenbahn als NB27 nördlich von Schönwalde / Barnim, rechts der Abzweig der Stammstrecke nach Berlin Wilhelmsruh)


(VT 736 der Niederbarnimer Eisenbahn als NB27 nördlich von Schönwalde / Barnim, rechts der Abzweig der Stammstrecke nach Berlin Wilhelmsruh, rechts ist der Abzweig der Stammstrecke der Niederbarnimer Eisenbahn Richtung Berlin Wilhelmsruh zu erkennen.)

Von hier fahre ich teilweise auf der Straße Richtung Mühlenbeck und merke, wie allmählich die Kraft aus meinen Beinen verschwindet. An der Deponie Arkenberge muß ich nochmal eine letzte Steigung erklimmen und wundere mich, warum es mir immer gerade hier so schwer fällt, hinauf zu fahren. So steil wirkt dieses Ende doch garnicht.

Der restliche Weg führt auf mehrfach gefahrenen Strecken und durch den leichten Gegenwind ziehen sich die 10 Kilometer fast wie Gummi. Am Ende waren es dann ca. 50 Kilometer für meine erste 2011er Tour und ich bin nach knapp 3 Stunden wieder zu Hause.

Strichnavigation

Seit ungefähr einem halben Jahr benutze ich einen Garmin Edge 205 als Fahrradkomputer und auch zum aufzeichnen von Tracks, um gefahrene Routen nachzuvollziehen oder Fotos zu geotaggen. Aber der Edge erlaubt es auch zu fahrende Routen aufzuladen und diese dann nachzufahren und hilft somit unbekanntes Terrain zu erkunden.

Einen ersten Test dieser Möglichkeit habe ich am vergangenen Wochenende durchgeführt, wo ich mit einem Freund von Fürstenberg an der Havel zum Stechlinsee und von da weiter zum Stolpsee und entlang der Havel bis in den Barnim fuhr. Bevor man die Tour aber abfahren konnte, mußte ersteinmal eine Route her und diese auf den Edge übertragen werden. Routen können im Internet in allen möglichen Formaten gefunden werden. Ich plane sie dagegen oft mit einer digitalen Top50-Karte. Die Route liegt dann als Overlay vor.

Overlaydaten müssen vor der Nutzung auf dem Edge in das Garmin Course-Format umgewandelt werden. Dies kann zum einen online z.B. mit gpsies.com erfolgen oder aber auf dem Rechner mit kleinen Programmen wie Ovl2Crs von hapepo. Bei Ovl2Crs ist es allerdings erforderlich, das Overlay als ASCII zu speichern.

Die Vorarbeiten waren recht schnell erledigt. Spannender wurde allerdings das abfahren der gewählten Route, denn sie liegt beim Edge 205 nur als dicke Linie auf grauem Untergrund vor. Die eigene Position wird dabei durch einen kleinen schwarzen Pfeil angezeigt.

Dem Kurs zu folgen ist in eindeutigem Gelände kein Problem, solange der Knick in der Kurslinie ausreichend groß ist. Schwierig wurde es erst, als Entscheidungen zu treffen waren, wie z.B. an Weggabelungen, wenn die Wege nur ca. 20° Richtungsunterschied oder weniger hatten. Hier passierte es uns öfter, daß wir erst nach einer kurzen Strecke merkten, daß wir falsch waren. Und hier hätte vielleicht eine hintergelegte Karte, wie sie inzwischen bei fast allen neueren Geräten ladbar ist, hilfreich sein können.

Die Strichnavigation hat uns so den einen oder anderen Umweg beschert, aber die meisten bargen solch schöne Kleinode wie dieses Feuchtgebiet in der Nähe der Havel bei der Schleuse Schorfheide:

Insgesamt war es aber doch eine ganz witzige Sache, denn zusammen mit einer sowieso mitzuführenden Karte kann doch etwas flüssiger gefahren werden, als wenn man ur mit der Karte fahren würde. Weitere Strichnavigationsversuche werden also folgen.

Mit The Brave im Roten Luch


Heute unternahm ich eine Tour von Fürstenwalde durchs Rote Luch und Waldsieversdorf, weiter nach Tiefensee und Eberswalde am Mischfutterwerk in Richtung Heimat.

Von einer Dienstreise nach Fürstenwald beschloß ich den Weg nicht mit dem Zug sondern mit dem Bike zurückzulegen. Ich wandte mich nach Norden auf der B168, dann weiter Richtung Hoppegarten. Vor dem Roten Luch komme ich in sehr tiefen Sand, dann folgen noch ca. 2 km offroad sehr langsam um die ehemalige NVA-Kaserne des Nachrichtenregiment 14 herum. An der Ostbahn treffe ich einen Triebwagen Reihe 624 in Richtung Kostrzyn. Ab Kreisel hinter Waldsieversdorf sehe ich einen anderen Biker vor mir und folge ihm bis Heckelberg, erreiche ihn aber nicht. Dadurch bin ich aber sehr schnell unterwegs und ab Eberswalde ziemlich platt. Für die gut 85 Kilometer habe ich übrigens gut 3h benötigt.

Weitere Bilder von der Tour habe ich hier eingestellt: Bilder vom 20.07.2004

Nachspeichen im Harz – Juni 1994

An einem langen Wochenende Anfang Juni 1994 fuhr ich mit 4 mir völlig unbekannten Menschen in den Harz, um festzustellen, ob ich mit einem von Ihnen im Sommer nach Island fahren möchte. Irgendwo zwischen Hasselfelde und dem Brocken hatte mein Hinterrad eine Macke und ich nutzte eine Wartepause für einen kurzen Check.