Kaputt gebastelt

Eigentlich wollte ich die Bremse nur etwas verstellen und dazu die Bremszugbefestigung lösen. Aber zuerst war der Rost zu stark, dann der Mechaniker und so brach die Befestigungsschraube entzwei. Bei dem anschließenden Versuch, den Querzug zu wechseln brach auch dessen Schraube und so sind die Curves nach fast 15 Jahren Nutzung ersteinmal ein kleiner Altmetallhaufen.

Die Curves stammen noch von meinem ersten Cinder Cone, daß ich mir 1996 zulegte. Am Cinder Cone wurden sie irgendwann gegen HS33 getauscht, aber an verschiedenen anderen Bikes funktionierten sie dann noch tadellos.

Into the night, into the white

Damit mich die aktuellen Wetterverhältnisse nicht völlig irre machen, hatte ich beschlossen, den letzten Arbeitstag des Jahres 2010 mit einer sportlichen Herausforderung zu beginnen. Dazu verließ ich kurz nach 6:00 das Haus und stellte mich auf das klassische Flachlandwintersportgerät.

Es war noch sehr finster, als es losging und so erhellte mir mein Weihnachtsgeschenk den Weg. Es herrschen -11°C und der Schnee liegt in den oberen Lagen schön locker. Beste Bedingungen also.

Nach einigen Metern zum warm werden wechsle ich die Straßenseite und komme in den unberührten Schnee im Vorgarten von Mc Donalds. Quer über den Acker bahne ich mir ab hier eine neue Spur, da die von mir vor einigen Tagen gelaufene Loipe schon wieder zugeschneit war.

Nach dem Überqueren der Zufahrtsstraße zum real,- wird der Schnee immer tiefer, teilweise sacke ich 30 bis 40 Zentimeter ein, und ich komme kaum noch voran. Dann beginnt die Suche nach einem Weg Richtung Südosten, denn alles ist so tief zugeschneit, dass die Pfade vom Sommer nicht zu erkennen sind.

Wie durch ein Wunder komme ich aber gerade an der kleinen Brücke über das Menningfließ aus dem Dickicht heraus, meine Peilung stimmte also! Ab hier kann ich einer getrampelten Fußspur folgen, die schon durch einen anderen Langläufer genutzt wurde. Immer wieder versperren umgestürzte Bäume den Weg und ich muss mühsam über sie hinwegklettern oder Haken ins Dickicht schlagen.

Es folgt wieder ein kurzes Stück durch tiefen Schnee über einen zugewehten Pfad, der im Sommer schon immer kurz vor dem Verschwinden ist. Im weiteren Verlauf kann ich dann aber den Spuren von Fuchs und Hase und irgendwann auch menschlichen Fußspuren folgen und es rutscht wieder gut.

Hinter dem Finower Friedhof wundere ich mich dann über die breit geschobene Piste. Es rutscht hier aber ganz gut und so komme ich schnell zur Hans-Marchwitza-Straße.

Das soll es jetzt aber auch gewesen sein mit den offiziellen Straßen und so richte ich die Skispitzen wieder in den Wald in Richtung auf einen Pfad, der mir vom Sommer immer gut in Erinnerung ist. Aber der Pfad ist breit ausgewalzt und zwei relativ frische grob profilierte Spuren gehen in meine Richtung.

Zum Glück aber nur wenige Hundert Meter. Statt dessen komme ich auf eine schon von mehreren Skiläufern geformte Loipe und zum ersten mal am heutigen Tag rutscht es richtig. Ich komme auf die Art zügig tiefer in den Wald und habe schnell den großen Waldweg erreicht, der mich in Richtung Bahnübergang Zoo bringen soll.

Auf dem Waldweg wurde vor kurzem noch einmal Schnee geschoben und es liegen nur ca. 5 cm frischer Schnee auf der sonst festen Decke und auch hier rutscht es wieder gut. Allerdings fehlt der Seitenhalt und so erfolgt das Rutschen nicht immer in der richtigen Richtung.

Bevor ich den Bahnübergang erreiche, muss ich noch über mehrere hundert Meter durch tiefen und ungespurten Schnee fahren und spätestens hier merke ich, dass die Kraft schon ziemlich nachgelassen hat, dass mich aber vor allem die rechte Schulter schmerzt und ich mit rechts nicht mehr so gut schieben kann.

Am Bahnübergang muss ich auf einen Güterzug warten, ernte irritierte Blicke aus einem wartenden Auto und spüre, wie die Kälte schnell in mich kriecht. Die Temperatur ist mit dem Einbrechen der Dämmerung noch weiter zurück gegangen und liegt bei nur noch -14°C.

Für die letzten gut zwei Kilometer wähle ich den Weg hinab zur Schwärze. Dabei merke ich zuerst, dass meine Abfahrerqualitäten nicht besonders entwickelt sind und ich froh bin, dass der Schnee ordentlich bremst. Die Schwärze gleicht einem Wintertraum, die über dem Bach hängenden Bäume tragen eine dicke Schneeschicht, die Ränder frieren allmählich immer weiter zu und in der Mitte fließt ruhiges schwarzes Wasser entlang.

Da inzwischen aber die graublaue Stunde herrscht und ich außerdem langsam in Zeitnot komme, verzichte ich auf das Ablichten der Situation. Weiter geht es am Waldrand entlang und leicht bergauf auf einem schmalen Pfad. Aber hier zeigt mir die gelaufene Loipe den Weg und es rutscht.

Eine letzte Abfahrt folgt, als ich die Schwärze noch einmal überqueren muss. Aber hier bin ich schon mutiger, ich muss für die Brücke aber auch ordentlich zielen, um nicht dochnoch im Wasser zu landen.

Über die schneebedeckte Ruhlaer Straße laufe ich vor bis zur Raumerstraße, wo ich die Ski abschnalle und sie die letzten Meter bis zur Bürotür buckle.

Komische Muskeln

Komische Muskeln wurden heute aktiv, als ich das erste mal in diesem Winter auf zwei langen Latten durch den Schnee schlitterte. Für das erste mal wählte ich eine für mich recht unbekannte Gegend nördlich von Berlin. Das Dreieck zwischen Bahn, Oder-Havel-Kanal und A111. Ziel war, die Baustelle der Eisenbahnbrücke Hohenschöpping anzusehen. Dazu lief ich kreuz und quer durch die Gegend, kam aber immer wieder an Grenzen.

Letztendlich sah ich ein, daß es aus der Richtung nix zu sehen gab und so reihte ich mich ein in die Reihe der anderen Langläufer und wurde zum Ende des Tages nochmal richtig schnell. Aber spätestens hier merkte ich, daß es einige Muskeln an so einem Radfahrer gibt, die er nicht benötigt, die beim Langlaufen aber zum Vortrieb unerläßlich sind. Komische Muskeln eben.

Plötzlich war der Winter da

Plötzlich war der Winter da. Diesen Eindruck kann man zumindest gewinnen, wenn man den aktuellen Meldungen zum Bahngeschehen lauscht. Aber so plötzlich war es doch nicht, schließlich ist schon der 04. Dezember und bis Weihnachten dauert es nur noch 3 Wochen.

Für mich war der hereingebrochene Winter eine Freude und ich nutzte den halbfreien Sonnabend für eine Winter-Willkommenstour. Es war am Ende jedoch ein ziemliches Gewühle auf dem Bike und ich hätte vielleicht doch die Ski wählen können. Die Höhe der Schneedecke betrug im Schnitt 10 Zentimeter und auf dem ‚fred‘ ging es meist nur mit ca. 10 km/h voran, teilweise auch noch langsamer. Aber auf Ski wäre ich wohl meist noch langsamer und so war das Bike doch die bessere Wahl.

Vom Heim ging es zunächst nach Norden zum Finowkanal und weiter zum Oder-Havel-Kanal, wo ich mir die Baustelle der neuen Steinfurther Brücke genauer ansah und einen Blick hinab auf die Schollen des Kanals fallen ließ.


(Finowkanal unterhalb der Schleuse Schöpfurth)


(an der Schleuse Schöpfurth findet derzeit eine Trockenlegung statt)


(Eis auf dem Oder-Havel-Kanal, links der Abz. Finowfurt, hinten die neuen Brücken der A11)

Durch den geliebten Hohlweg und den anschließenden Ackerweg fahre ich weiter Richtung Großer Buckowsee. Auf dem Weg durchquere ich erste „Tiefschneefelder“ mit weit mehr als 10 cm zusammengewehter Schneehöhe, am See entlang rollt aber alles schön locker und der See selber ist auch nur zu einem kleinen Teil mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, der Rest atmet ruhig.

Blick zurück zur neuen Steinfurther Brücke
(auf dem Hohlweg mit Blick zurück zur neuen Steinfurther Brücke)

Fred auf dem Hohlweg
(Fred auf dem Hohlweg, es geht mit einer leichten Steigung zur Autobahn)


(erster „Tiefschnee“)


(die Sonne kommt hier fast heraus)

Vom alten BEVAG-Heim am Großen Buckowsee nach Werbellin ist der Weg geschoben und so rolle ich hier wieder einmal etwas schneller. Aber schon ab dem Friedhof geht es weiter durch von sehr groben Stollen festgefahrenen Schnee und dann beginnt die Plackerei.

Der Verbindungsweg zwischen Werbellin und Altenhof, der mich zügig ans Ufer des Werbellinsees bringen sollte, ist tief verschneit und verweht. Der Schnee liegt hier teilweise 20 cm hoch und nur mit äußerster Kraftanstrengung geht es vorwärts.

Um etwas besser voran zu kommen, weiche ich manchmal auf den Acker rechts von mir aus. Der Schnee liegt hier wesentlich niedriger, dafür ist der Untergrund aber nicht mehr glatt und ich rumpel über die Ackerfurchen. Mehrfach wechsle ich hin und zurück, aber es will einfach nicht voran gehen und ich habe das Gefühl, daß ich hier meine letzten Körner verschieße.

Irgendwie bin ich dann aber doch nach Altenhof geschaukelt und es geht wieder besser voran. Hier eine Kuriosität am Rande: mir kommt auf einem Sandweg ein Schneeräumfahzeug entgegen, das auf den frei geschobenen Sandweg neuen Sand streut …

In Altenhof rutsche ich fast ausschließlich über den Rollwiderstand des Schnees gebremst zum Ufer des Werbellinsees hinab – Scheibenbremsen hätten es hier vielleicht gebracht, aber so etwas hat mein ‚fred‘ nicht und die Maguras tun sich wirklich schwer mit den vereisten Felgen.

Irgendwie bin ich aber runtergekommen, ohne mich hinzulegen und kann jetzt entspannt am Südufer des Sees entlang fahren. Hier kann ich sogar behaupten, daß es rollt, denn der Schnee liegt zwar relativ hoch aber noch ziemlich locker. Gerade hier treffe ich aber noch auf Fußgänger, die mich fragen, wie ich denn so vorankomme, Schneeketten oder so. Allerdings komme ich eigentlich kaum voran, denn ständig muss ich anhalten und die Eiszapfen an Uferbäumen, Schilf oder Wurzeln bestaunen.


(Eisgebilde am Werbellinsee)


(auf dem Uferwanderweg am Südufer des Werbellinsees)

Am Süßen Winkel dann noch eine leicht nervige Begegnung. Ein Mann mit einem jungen neugierigen leinenlosen Hund kommt mir entgegen, als der Untergrund wieder schwieriger wird und ich komme genau wegen des Hundes, der an mir schnuppern will, vom Rad. Eigentlich nix weiter passiert, aber doch irgendwie nervig.

Bis hier bin ich jetzt schon knapp 2 Stunden unterwegs und so langsam merke ich, daß ich beginne auszukühlen. Daher beschließe ich, einen eher direkteren Weg nach Hause zu wählen und rolle zunächst am Werbellinkanal entlang und dann weiter auf den Radweg zwischen Eichhorst und Finowfurt. Hier rollt es sehr gut, da am Werbellinkanal frisch geschoben wurde und auf dem Radweg auch nur die 2 cm Neuschnee lagen, die über Nacht frisch gefallen waren.


(Schleuse Eichhorst)


(Unterwasser Schleuse Eichhorst)

Am Ende waren es 25 km in gut 2 1/2 und irgendwie habe ich das Gefühl, es könnte die letzte Offroad-Wintertour für 2010 im Barnim gewesen sein? Aber der Dezember hat ja noch 4 Wochen.

Kann man -10°C sehen?

Als ich heute aus dem Fenster gesehen habe, tauchte die Frage in meinem Hirn auf: Kann man -10C sehen und kann man Windchill riechen? Denn irgendwie sah es vor dem Fenster dochnoch genau so aus wie letzte Woche.

Also machte ich mich am Nachmittag auf den Weg, den Frost zu suchen.

An der Schwärze sehe ich zunächst keine großen Unterschiede zu den frostarmen Tagen.

Auch hier ist außer den Paar Schneekrümeln nichts besonderes zu erkennen.

Als ich das Nonnenfließ aber weiter hinauf fahre, verändern sich die Ufer – rechts und links wachsen kleine Eisflächen Richtung Fließmitte.

Und dann kommt das Fließ plötzlich zum Stehen und ich entdecke diesen kleinen gefrorenen Wasserfall:

Damit weiß ich jetzt zumindest, daß man -10°C sehen kann. Denn wenn es längere Zeit um 0°C „warm“ ist, wird hier wieder alles fließen.

Bleibt nur die Frage, ob ich Windchill riechen kann. Hören geht bekanntlich gut. Die Bäume ächsen im Wald und die Windmühlen machen einen Mordslärm, wie hier südwestlich von Tempelfelde. Aber riechen?

Riechen kann ich Windchill vielleicht nur, weil die Nase immer offener wird, je länger ich draußen bin und dadurch alle Gerüche deutlicher wahrnehme.

Nachtfahrtsaison

Die Nachtfahrtsaison hat begonnen und inzwischen ist es schwierig, so früh das Büro zu verlassen, daß es mehr als meine Lampe ist, was den Weg da vor mir erleuchtet.

Ärgerlich ist es da aber, daß mein MTB-Standart-Licht in Form einer Sigma Power-LED und einer Karma auf einmal anfängt zu mucken. Denn die Karma gab schon nach 5 Minuten kein Licht mehr und die Power-LED fing schon nach 30 Minuten auf Stufe 2 an, mit der Warnleuchte zu drohen. Zum Glück hielt sie noch genau bis zur Haustür, sonst hätte ich mit meinen Lichtfunzeln aus der Urzeit, die ich immer noch als Notfallreserve mit mir herumschleppe, den Weg aus dem Wald suchen müssen.

Ärgerlich ist dies vor allem, da ich die Sigma erst vorgestern geladen hatte und die Karma vorletzte Woche.

Die Tour selbst war relativ entspannt. Zudem war es nach den letzten Touren knapp über dem Gefrierpunkt mit 10°C recht warm und ich konnte ohne Windstopper und Winterschuhe durch die Gegend rollen.

Schlauchblase

Eigentlich wollte ich heute auf die klassische bei Butylschläuchen bewährte Art nach dem kleinen Loch suchen, das ein Robiniendorn vor kurzem durch den Racing Ralph in den Michelin-Latexschlauch gestochen hatte. Aber da muß ich mir wohl etwas anderes ausdenken.

Merke: Racing Ralph + Latexschlauch haben keine Chance gegen Robinien und ein kleines Loch im Latexschlauch zu finden, ist nicht so ganz einfach.