Durch den Eberswalder Stadtwald und darüber hinaus

Unter Vielen, die ich aus Eberswalde und Umgebung kenne, scheint es schon fast zum guten Ton zu gehören, ständig zu betonen, wie doof und grau und gesichtslos Eberswalde doch ist und wie langweilig und wie wenig Möglichkeiten es für dies und das gibt und wie toll doch dieses super Berlin ist. Viele scheinen mir dabei aber zu vergessen, wie sich Eberswalde in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat (obwohl ich es auch früher nie so schlimm fand) und wie viel es heute bietet.

Sie vergessen dabei neben dem Wandel in der Stadt auch ganz gerne, welche fantastischen Freizeitmöglichkeiten es in und um Eberswalde gibt. Da wären zum einen unsere berühmten Sehenswürdigkeiten wie das Kloster Chorin und das (oder inzwischen die) Schiffshebewerk Niederfinow, den Finowkanal, den Zoo, der ja eigentlich ein Tierpark ist, den forstbotanischen aber auch den Familiengarten.

Sie vergessen dabei aber bestimmt auch die vielen Seen die zum baden oder einfach nur zum verweilen einladen, allen voran natürlich den Werbellinsee. Und nicht zuletzt vergessen sie wohl auch, daß Eberswalde eine (oder die) Waldstadt ist und der Wald quasi direkt neben dem Zentrum beginnt. Nur wenige Minuten mit dem Fahrrad und man kann eintauchen in einen Buchenwald, wie es ihn sonst nicht so oft gibt.

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Direkt in Stadtnähe gibt es ein umfangreiches System aus Trampelpfaden, Wanderwegen und einfachen Waldwegen so daß man sich sicher weit über eine Stunde hier mit dem Mountainbike tummeln könnte, ohne dabei wirklich jeden Weg gefahren zu sein. Ich wollte mich heute aber nicht nur hier tummeln, sondern noch etwas weiter nach Süden und Westen vorstoßen. Statt der üblichen Wege durch den Zainhammer und entlang der Schwärze fahre ich in kleinem Bogen nach Süden und Südwesten und komme dann doch wieder bei Spechthausen zum Nonnenfließ.

Wir haben ja fast den dunkelsten Punkt der dunklen Jahreszeit erreicht und so wird es schon kurz nach vier ziemlich finster im Wald. Ich lasse mein spärliches Licht trotzdem noch aus und ziehe die Dunkelheit in mich ein. Die Wege sind kaum zu erkennen, da in den letzten Tagen die Bäume massiv ihr Laub verloren haben. Und nicht nur einmal gerate ich kurz auf Abwege.

Kurz hinter dem Liesenkreuz muß ich fast durch einen See fahren. Hier ist schon länger ein Biber aktiv und scheint das Nonnenfließ wohl zu einem See aufstauen zu wollen. Der Damm ist inzwischen so hoch, daß der Weg in diesem Bereich teilweise mehr als knöchelhoch überflutet ist und auch sehr matschig war. Zum Glück hatte ich heute meine Neopren-LAKEs an, so daß ich trockenen Fußes durchgekommen bin.


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Von da geht es über Schönholz nach Melchow, wo es sich lohnt bei der Bäckerei Haupt eine kurze Rast einzulegen. Heute ist mir aber nicht danach. Es ist inzwischen schon stockdunkel und auch kalt geworden. Ich beginne trotz der Bewegung leicht zu frieren. Der Mond erleuchtet mir den Weg ab hier durch den Ort und weiter bis zu meinem Ziel.

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