Ventilnerv und Reifenwechsel

Irgendwie nervt es mich schon, daß ich gestern erneut einen Schlauch wegen eines Ventilausrisses wegschmeißen konnte. Diesmal traf es allerdings Fred, mit dem ich am Sonnabend eine schöne Tour gefahren war und keinen Luftverlust spürte. Ärgerlich ist das auch, weil ich erst am Freitag den Mantel hinten gewechselt hatte und sicher war, daß alles korrekt saß.

Der Ventilausriß machte mir aber die Entscheidung, die Reifen am Fred erneut zu wechseln, wesentlich leichter. Das am Wochenende so schöne Winterwetter ist seit Wochenbeginn in eine unschöne um-Nullgrad-Modder-Periode übergegangen. Besonders gefährlich an der Situation war der leichte Regen von Gestern, der in den oberen Schichten noch gefrorene Boden und der zu erwartende Nachtfrost.

Ich montierte daher die schon einige Winter bewährten NOKIAN Spikes und kombinierte das am Hinterrad noch mit einem Latexschlauch. Der wird zwar die Luft bei weitem nicht so gut halten, wie die normalen Schläuche, aber da am Fred hinten eine Rohloff montiert ist und der Radwechsel wegen der langen Drehmomentstütze immer etwas nervig ist, nehme ich das in Kauf.

Die Reifen habe ich vor allem vorsorglich gewechselt, da ich heute auf jeden Fall mit dem Bike fahren wollte und die Untergrundentwicklung nur schwer vorherzusehen war. Ob ich sie wirklich gebraucht habe, ist dann auch schwer einzuschätzen. Am Morgen hatte es nochmal leicht geschneit und auf allen Flächen hatte sich eine gleichmäßig weiße Schicht gebildet. Eventuelle Eisflächen waren so nicht auszumachen. Andererseits habe ich an den vorgefundenen Fahrradreifenspuren auch nicht erkennen können, daß die Fahrer gerutscht sind.

Aber egal, nach meinem knockdown Weihnachten vor 4 Jahren bin ich vorsichtiger geworden und gerade bei den NOKIAN Spikes ist auf den meisten Untergründen ein Unterschied im Rollwiderstand kaum zu spüren. Auf festen Oberflächen werden die Reifen laut, aber das war es auch schon.

Gespannt können wir jetzt sein, was das Wetter die nächsten Tage bringt. Bisher gehen die Wetterfrösche davon aus, daß es um 0°C bleibt und immer wieder leicht regnet oder schneit. Besser wäre es jedoch, wenn sich die Temperatur etwas vom Nullpunkt wegbewegen würde, egal welche Richtung.

Ventilverlust

Am Morgen unserer Abreise mußte ich leider noch feststellen, daß das Hinterrad meines il.pompino mal wieder einen Platten hatte. Dies war mir insbesondere daher unklar, weil ich ja noch am Tag zuvor eine zweistündigige Runde gedreht hatte.

Bei der Reparatur konnte ich heute dann die Ursache für die Überraschung sehen. Es war ein einfacher Ventilausriß. Bei dem Schlauch handelt es sich um einen der Marke impac – wie ich zu ihm gekommen bin, weiß ich nicht mehr, kann ihn aber verständlicherweise nicht weiterempfehlen:

Kilobilanz

Bereits vor längerer Zeit habe ich zusammen mit Freund Christoph eine kleine Waage gekauft, mit der wir unsere Bikes und sonstiges Spielzeug durchmessen wollten. Christoph hat dies gleich nach dem Kauf getan (An die Waage, fertig, los….), bei mir hat es dann aber doch bis zum Wochenende gedauert, ehe ich auch das letzte Fahrrad im Stall gemessen hatte.

Hier die kleine Aufstellung:

  • on-one inbred (Fred): 14,1 kg – mit Rohloffnabe und Matschequipment
  • on-one il-pompino: 10,1 kg – durch Reparatur am Hinterrad 300g verloren
  • Herkelmann: 9,72 kg – ein Triathlonrahmen aus Stahl mit Alu-Gabel, erlaubt  nur 26"-Räder, dazu Lenkerendschalthebel, siebenfach-Schraubkranz, XTR-Steuersatz
  • Oliver: 12,61 kg – ein altes Mifa mit DDR-Hinterrad, vorne aber eine neueer Gabel mit Cantisockeln
  • Kona Lava Dome: 12,64 kg – Neuaufbau auf Grundlage eines Konarahmens von ca. 2002
  • Centurion Stratos: 11,33 kg – mein Meilenschwein, inzwischen weit über 60.000 km gefahren und auf verschiedenen Kontinenten erprobt, ein Neuaufbau dieses Urgesteins: 3kg Rahmen + 1 kg Gabel, dazu einige Suntour-Teile und ein XTR-Steuersatz
  • The brave: 12,75 kg – mein Modderschwein mkit Rennlenker und Schutzblechen, seit Jahren fast nur noch an richtig dreckigen Tagen unterwegs
  • Elise: 15,62 kg – ein einfaches Damenrad mit allem, was dran war, als ich es vor Jahren im Wald fand (Elise steht hinten)

Dazu gibt es noch einige weitere Räder in unserem Stall, die mir aber zu klein sind:

  • Kona Kapu: 9,53 kg – ein oranger Retrorenner mit schön gemufftem Stahlrahmen
  • Centurion Backfire LRS: 12,58 kg – schönes Touren-MTB-Fully
  • Mrs. Black: 12,6 kg – was schnelles für die Stadt, Gepäckträger, Schutzbleche, Klingel
  • Herkules: 16,2 kg – etwas für die sportliche Dame
  • Montpelier: 16,54 kg – ein altes Teil, um mal schnell zum Bahnhof zu fahren – ein einfaches Schloß genügt!

Und natürlich gibt es auch noch mein Liegerad, welches zur Zeit allerdings nicht einsatzbereiot ist. In der letzten Ausbaustufe wog es satte 19,5 kg.

Abgefahren

Der Winter ist inzwischen schon einige Wochen ins Land gezogen, hat sich aber erst jetzt durch immer tiefere Temperaturen richtig ins Bewußtsein gebracht. Für manch einen heißt Winter, hinter dem Ofen hocken und abwarten, da ich aber auch in dieser Jahreszeit weiter mit dem Bike unterwegs sein will und dabei weder auf Klickpedale noch (halbwegs) warme Füße verzichten möchte, mußte ich jetzt unbedingt meine Winterschuhe wieder in Betrieb nehmen.

So lange gedauert hat es, da ich eigentlich ein Paar neuere Schuhe kaufen wollte. Die Auswahl an Modellen ist nicht besonders groß, gleichzeitig scheinen aber auch die angebotenen niemanden wirklich zufrieden zu stellen und so beschloß ich in diesem Jahr dochnoch einmal auf die alten zu setzen. Sie sind zwar auch nicht richtig warm, aber zumindest wesentlich wärmer als meine Sommerschuhe, auch wenn diese mit Neopren-Überschuhen kombiniert werden.

Mein Problem mit den alten Schuhen war neben allgemeiner Alterung nur, daß die Cleats inzwischen sehr weit abgefahren waren, schon im letzten Winter war mir der etwas geringere Halt im Pedal und ein leicht schwammiges Fahrgefühl aufgefallen, ich hatte das Problem dann aber doch auf den nächsten Winter verschoben.

Ehe neue Cleats montiert werden können, müssen die alten allerdings erstmal abgebaut werden. Beim ersten Schuh war alles kein Problem. Obwohl die Cleats schon verdammt abgefahren waren und sogar die Schraubenköpfe Material verloren hatten, fand der Inbus genug Grip und ruckzug war das Cleat demontiert.

Beim Zweiten ging es allerdings alles andere als leicht. Schraube eins saß so fest, daß die Schraube innen schnell rund war und sich somit garnichts mehr tat. Da half nur noch der Versuch, die Schraube auszubohren.

Aber genau hier blieb es bei einem Versuch, denn nachdem der Kopf ab war, versank die Schraube plötzlich im Schuhinneren und nichts ging mehr. Was folgte waren mehrere Versuche mit anders geschliffenen Bohrern, verschiedenen kleinen Fräsern und auch durch Stützen der Schraube von hinten, weiter zu kommen. Aber auch dies alles führte zu nichts.

Zu Hilfe kam mir an dieser Stelle jedoch der zunehmende Auflösungszustand der Schuhe und die Tatsache, daß es noch ein ungenutztes Gewinde in der quer verlaufenden Rille des Schuhs gab, was ich unter dem Steg hindurch in die richtige Rille drücken konnte.

Ursache für die ganze Bastelei war der erbärmliche Zustand, den meine Cleats inzwischen aufwiesen. Links die alten abgefahrenen, rechts die relativ unbenutzten Wechselcleats. Es handelt sich hierbei um eigentlich identische Teile:



Nach der Bastelei steht das Cleat allerdings etwas über die abgelaufene Sohle hinaus und so wird wohl auch dieses schon bald ebenso abgelaufen sein, wie das alte.