Kann man -10°C sehen?

Als ich heute aus dem Fenster gesehen habe, tauchte die Frage in meinem Hirn auf: Kann man -10C sehen und kann man Windchill riechen? Denn irgendwie sah es vor dem Fenster dochnoch genau so aus wie letzte Woche.

Also machte ich mich am Nachmittag auf den Weg, den Frost zu suchen.

An der Schwärze sehe ich zunächst keine großen Unterschiede zu den frostarmen Tagen.

Auch hier ist außer den Paar Schneekrümeln nichts besonderes zu erkennen.

Als ich das Nonnenfließ aber weiter hinauf fahre, verändern sich die Ufer – rechts und links wachsen kleine Eisflächen Richtung Fließmitte.

Und dann kommt das Fließ plötzlich zum Stehen und ich entdecke diesen kleinen gefrorenen Wasserfall:

Damit weiß ich jetzt zumindest, daß man -10°C sehen kann. Denn wenn es längere Zeit um 0°C „warm“ ist, wird hier wieder alles fließen.

Bleibt nur die Frage, ob ich Windchill riechen kann. Hören geht bekanntlich gut. Die Bäume ächsen im Wald und die Windmühlen machen einen Mordslärm, wie hier südwestlich von Tempelfelde. Aber riechen?

Riechen kann ich Windchill vielleicht nur, weil die Nase immer offener wird, je länger ich draußen bin und dadurch alle Gerüche deutlicher wahrnehme.

Lichtentfaltung

Vor kurzem habe ich meinem Heldenbike ein neues Frontlicht spendiert und heute konnte ich es das erste mal auf einer längeren Tour testen.

Es einmal einen Plan A zur Beleuchtung, der darin bestand, ein Lämpchen zu bauen, ähnlich wie es j-coop einmal getan hatte und auch viele andere vor ihm. Aber da mir etwas die Zeit fehlte, starb das Projekt und ich ging zu Plan B über und bediente mich jetzt bei einem kommerziellen Anbieter, denn inzwischen können auch die ganz brauchbare Lampen herstellen.

Die Auswahl an Dynamolampen mit LED ist allerdings noch so gering, daß vor allem der Preis entscheidet, denn neben einigen fast unbezahlbaren und anderen kaum lieferbaren Modellen, gibt es auch einige "preiswerte" Leuchten. So wurde es bei mir eine Lumotec IQ Cyo N von b+m, die ich für nur 50,-EURO im Netz fand.

Bei der verwendeten Version wird eine Leuchtstärke von 60 Lux versprochen, allerdings wird dies mit dem Nachteil eines schlecht ausgeleuchteten Bereichs direkt vor dem Bike erkauft. Dahin leuchtet die Version Cyo N Plus, die dafür aber nur 40 Lux hat.

Aber was genau sind 60 Lux in der Realität? Ehrlich gesagt, hatte ich dazu keine Vorstellung, aber im Vergleich mit einer Sigma Karma, die ich zusätzlich auf dem Kopf trug, schlug sich die Lampe prächtig.

Sie machte einen ca. 5m breiten Streifen vor mir gleichmäßig hell und zwar so hell, daß die Karma erst in der zweiten Leuchtstufe punktuell auszumachen war. Insgesamt gibt die Lampe auch so viel Licht ab, daß sogar Fahrten auf schmalen Wegen Nachts durch dunklen Wald möglich sind.

Die Karma bot dazu auch eine gute Ergänzung, da sie etwas breiter leuchtet und vor allem unabhängig vom Lenker geschwenkt werden kann. Zudem kann sie bei Bedarf den Nahbereich ausleuchten.

Zur IQ Cyo gibt es auch einen gut aussehenden Halter aus dickem Nirodraht. Aber leider paßte dieser nicht zu den Tektro-Cantilever-Bremsen, ließ sich auch durch massive Biegerei nicht passend machen und so bleibt weiter der von mir einmal aus einem Stück Blech gefertigte Halter montiert.

Kilobilanz

Bereits vor längerer Zeit habe ich zusammen mit Freund Christoph eine kleine Waage gekauft, mit der wir unsere Bikes und sonstiges Spielzeug durchmessen wollten. Christoph hat dies gleich nach dem Kauf getan (An die Waage, fertig, los….), bei mir hat es dann aber doch bis zum Wochenende gedauert, ehe ich auch das letzte Fahrrad im Stall gemessen hatte.

Hier die kleine Aufstellung:

  • on-one inbred (Fred): 14,1 kg – mit Rohloffnabe und Matschequipment
  • on-one il-pompino: 10,1 kg – durch Reparatur am Hinterrad 300g verloren
  • Herkelmann: 9,72 kg – ein Triathlonrahmen aus Stahl mit Alu-Gabel, erlaubt  nur 26"-Räder, dazu Lenkerendschalthebel, siebenfach-Schraubkranz, XTR-Steuersatz
  • Oliver: 12,61 kg – ein altes Mifa mit DDR-Hinterrad, vorne aber eine neueer Gabel mit Cantisockeln
  • Kona Lava Dome: 12,64 kg – Neuaufbau auf Grundlage eines Konarahmens von ca. 2002
  • Centurion Stratos: 11,33 kg – mein Meilenschwein, inzwischen weit über 60.000 km gefahren und auf verschiedenen Kontinenten erprobt, ein Neuaufbau dieses Urgesteins: 3kg Rahmen + 1 kg Gabel, dazu einige Suntour-Teile und ein XTR-Steuersatz
  • The brave: 12,75 kg – mein Modderschwein mkit Rennlenker und Schutzblechen, seit Jahren fast nur noch an richtig dreckigen Tagen unterwegs
  • Elise: 15,62 kg – ein einfaches Damenrad mit allem, was dran war, als ich es vor Jahren im Wald fand (Elise steht hinten)

Dazu gibt es noch einige weitere Räder in unserem Stall, die mir aber zu klein sind:

  • Kona Kapu: 9,53 kg – ein oranger Retrorenner mit schön gemufftem Stahlrahmen
  • Centurion Backfire LRS: 12,58 kg – schönes Touren-MTB-Fully
  • Mrs. Black: 12,6 kg – was schnelles für die Stadt, Gepäckträger, Schutzbleche, Klingel
  • Herkules: 16,2 kg – etwas für die sportliche Dame
  • Montpelier: 16,54 kg – ein altes Teil, um mal schnell zum Bahnhof zu fahren – ein einfaches Schloß genügt!

Und natürlich gibt es auch noch mein Liegerad, welches zur Zeit allerdings nicht einsatzbereiot ist. In der letzten Ausbaustufe wog es satte 19,5 kg.

The Brave


Mein Matsch- und Modderfahrrad. Im Gegensatz zum letzten Winter wo es ewig im Keller stand und statt dessen das Kona Cinder Cone mit Spikes ausgerüstet das Fahrzeug meiner Wahl war, wird The Brave in diesem Jahr fast ständig benutzt. Die sonnigen und auch die kalten verschneiten Tage waren bisher eher knapp gestreut. Statt dessen gab es viel feinen oder auch stärkeren Regen und vermodderte Wege.

Gegen den Wind und durch tiefen Grund nach SW



Beim Anblick der Wege frage ich mich, warum das Fahren mit dem PKW verboten wird. Die Holzlaster zerfahren die Wege so gründlich, daß sie entweder auf Jahre nicht mehr zu gebrauchen sind, oder aufwändig saniert – also geschottert werden. Beides nnervt, denn nichts geht über einen gut rollenden Sandweg.

Gestern war es mal wieder so weit, daß ich mich aufs Bike wagte, um etwas durch den Wald zu schaukeln und mich dabei der Hauptstadt zu nähern. Die Wege waren extrem aufgeweicht und ich hatte oft das Gefühl, meine Beine wären in den letzten Wochen zu erbärmlichen Gummisträngen verkommen und das falsche Bike war es wohl auch. Aber trotz der kleinen Quälerei, dem einsetzenden eiskalten Regen und dem fast schon sturmähnlichen Gegenwind war es ein schönes Stück offroad, daß mir da unter die Reifen kam und ich freue mich auf den Frühling!