Streckenkenntnisfahrt Schorfheider Waldbahn

Vor einigen Tagen erreichte mich eine Anfrage, ob ich nicht Lust hätte am Sonnabend mal einige der Waldbahnstrecken, bei denen ich im letzten Jahr eine kleine Streckenerkundung begonnen hatte, weiter durch den Wald zu verfolgen. Nachzulesen sind die ersten Erkundungen hier: Spurensuche an der Waldbahn Schorfheide

Das Wo schien mir ein guter Untersatz für diese Expedition, da nicht immer ganz glatte Waldwege zu erwarten waren:

Von der ex B109 heute BRB: L100 fuhren wir ganz kurz auf einem Waldweg nach Westen, um dann der Strecke nach Süden zu folgen. Der Bahndamm ist meist sehr gut zu erkennen und teilweise auch sehr gut zu fahren. Die Strecke entfernt sich dabei langsam von der B109, bleibt aber in „Hörweite“.

Dann folgt eine ausgedehnte Rechtskurve und anschließend geht es parallel zu einem Waldweg nach Westen. Wir folgen zunächst dem Weg. An einer Gabel wird es etwas unübersichtlich und wir müssen uns für einen von beiden entscheiden. Der linke sieht irgendwie logischer aus, obwohl er weniger ausgefahren ist.

Dann stoßen wir auf einen aus Norden kommenden Weg, der nach Südwest weitergeht, ein Bahnkörper ist aber nicht auszumachen. So sind wir etwas ratlos und stochern gegenüber durch den Busch. Finden dort aber auch nichts. Also beschließen wir doch, dem nach Südwest verlaufenden Weg zu folgen und finden dann auch bald wieder Reste des Bahnkörpers.

Auf Grund des bisherigen Verlaufs und der Tatsache, dass es einen Zweig zu einer Ablage bei Höpen am Voßkanal gegeben haben soll, entscheiden wir an der Kreuzung mit der Straße Groß Schönebeck-Schluft einfach geradeaus Richtung Liebenthal bzw. Forsthaus … weiter zu fahren. Einen richtigen Bahnkörper sehen wir wieder nicht, neben der Straße ist aber so viel Platz, dass er dort gewesen sein könnte.

Kurz vor dem Forsthaus ist der Verlauf wieder etwas unklar. Den genauen finden wir erst auf der Rückfahrt. Aber auf dem Hinweg finden wir bald deutlich als Damm zu erkennende Erhebungen im Wald und folgen denen weiter nach Südwest.

Dann verlieren sich die Spuren schon wieder, wir bleiben aber in der eingeschlagenen Richtung und finden bald darauf nur wenige Meter neben unserem Weg in einem Querweg deutliche Spuren.

Dem wiedergefundenen Damm können wir bis zu einem Graben folgen. Eine Brücke fehlt natürlich und es fehlen auch irgendwelche Reste davon. Aber die Schneise können wir auf dem anderen Ufer gut ausmachen.

Also suchen wir uns eine Brücke und auf der anderen Seite des Grabens wieder den Bahndamm und beschließen dann, umzukehren. Für die ca. 13 Kilometer bis hier haben wir schon mehr als 2 Stunden benötigt. Reicht für heute.

Hier noch einige Bilder von der Tour. Den Track will ich dann mal bei der openrailwaymap einpflegen. Und irgendwann, wenn wieder mal Zeit und Lust zusammen kommen, wird der Track vielleicht nach Westen verlängert.

Am Ende sah unser Tracks so aus:

Als ich die Tour plante war die openrailwaymap in dem Bereich sehr leer. Inzwischen hat aber ein fleißiger Streckentracker einiges nachgetragen. U.a. ist unsere Strecke jetzt gut zu erkennen. Der vermutete Zweig nach Groß Schönebeck, dem ich eigentlich folgen wollte, ist aber bisher noch nicht existent. Vielleicht gibt es ihn auch gar nicht, aber das werden weitere Erkundungen zeigen.

Auf den Wegen der Zisterzienser

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Der Barnim ist gerade im Bereich zwischen Liepe, Chorin und Parsteinsee eine uralte Kulturlandschaft, die zuerst von Germanen, dann von Slawen und schließlich wieder von Germanen besiedelt war. Die deutlichsten Spuren hinterließen jedoch die Zisterzienser, die zunächst auf Peelitzwerder und schließlich in Chorin Ihr Zentrum hatten.

Heute waren nun einige ihrer Wege mein Ziel, insbesondere die Verbindung zwischen Liepe und Chorin. Aus dem ursprünglichen Plan entwickelte sich schließlich meine bisher längste Tour für 2016. Dabei verband ich einige Wege, die ich lange nicht mehr benutzt habe, zu einer Runde von Eberswalde über Hohen- und Niederfinow, Liepe, Brodowin, Serwest, Senftenhütte, Joachimsthal, Eichhorst, Finowfurt und zurück.

Die Wege waren nicht immer RR-tauglich,aber ich kam flüssig durch und hatte keine Panne. Nach drei Stunden war der Spaß aber leider vorbei.

Verloren im Wald?

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Ich war heute noch einmal nördlich des Flughafens unterwegs und probierte dabei neue alte Wege. Der erste zu dem kleinen See endete in einer Sackgasse am Ufer. Das Wasser war klar und irgendwie einladend, aber so fremden zugewachsenen Gewässern traue ich immer nicht sofort. Ein sauberer Sandstrand ist mir irgendwie lieber.

Auf dem weiteren Weg nahm ich dann nicht den Trail über den Hügel sondern den etwas weiter nördlich verlaufenden, der den Hügel fast eben umschifft. Dabei kam ich mir aber etwas verloren vor. Der Weg wächst immer weiter zu. Bäume liegen quer und die Brücke über das Menningfließ macht auch nicht mehr den besten Eindruck. Nicht mehr lange und der Weg wird verschwunden sein.

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Dabei war das früher der wichtigste Weg quer durch diesen kleinen Wald. Er war problemlos von PKW nutzbar. Vor einigen Jahren wurde allerdings die Ausfahrt in Finow versperrt und spätestens seitdem die Gemeinde Schorfheide diese komische Straße quer durch den Wald zu den Solarfeldern baute (bzw. genehmigte), ist es aus mit der Zufahrt für doppelspurige KFZ.

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Frühjahrsregatta 2013

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Die Bedingungen für die Regatta waren eher mäßig, Regen drohte, der Wind kam mal von hier mal von da und 3 Windstärken waren schon die Krönung. Dazu gab es vom Start weg einen Anlieger über die erste zur zweiten Tonne. Wenig Platz also auch noch für taktische Raffinessen. Der Start erfolgte dazu noch in einem Zeitfenster von 30 Minuten, was aber für die erste 505-Regatta nach einer Saison Pause ganz o.k. war.

Auf Grund der Vorhersage überlegten wir, den Start hinauszuzögern. Schließlich war für irgendwann noch stärkerer Wind angesagt. Nachdem es kurz nach eins aber halbwegs vernünftigen Wind gab und die Konkurrenz für das Blaue Band schon unterwegs war, beschlossen wir, einfach hinterher zu fahren, sowie wir ein freies Fenster zwischen den Dickschiffen fanden.

Unsere größte Konkurrenz für’s Blaue Band war die Streamline von Paul, der wenig vor uns gestartet war. Dadurch hatten wir immer guten Blickkontakt. Die Streamline schien an der Kreuz aber einfach immer einen Tick schneller zu sein und Paul entfernte sich langsam von uns.

Vor Altenhof nach der zweiten Wendemarke zogen wir den Spi und es lief mit Axel an den Schoten wie bei unseren letzten 505-Regatten. Der Spikurs half uns auch wieder, den Abstand nach vorne zu verringern und an der 3. Wendemarke hatten wir nur noch die Streamline und einen 20er Jollenkreuzer vor uns.

Wieder ein Anlieger und zurück nach Altenhof zur vierten Tonne. Die vierte Tonne ligt jetzt in der Flaute. Und nun ist es Christopher, der mit seiner Dehler 29 am Zug ist. Länge läuft einfach und mit dem langen Mast greift er nach den Höhenwinden, an die wir nicht kommen. Trotzdem runden wir noch gut vor ihm die Tonne.

Dann geht der Spi wieder hoch, wir fahren einen relativ tiefen Kurs auf die Ecke gegenüber von Altenhof zu. Der Wind ist wieder nicht besonders stark, es läuft aber. Ab der Ecke wird es kurz spitzer, ehe der Wind weiter rechtsrum dreht und wir irgendwann fast platt vorm Laken Richtung Wildau fahren.

Jetzt liegt nur noch Paul mit der Streamline vor uns, als bei ihm plötzlich alles steht, der Spi runter geht und wir grübeln, was da wohl passiert. Das Ziel hat er nämlich noch nicht erreicht. Aber plötzlich hatten wir auch keinen Druck mehr im Schiff und der Restwind kam eher von vorne. Die letzten Meter bis zum Ziel wurden so noch einmal zur Qual und wir waren froh, als wir die Linie endlich überquert hatten.

Die Jollenwertung gewannen wir problemlos, sowohl nach gesegelter als auch gerechneter Zeit. Und nach gerechneter Zeit hätten wir auch die Gesamtwertung mit ca. 4 Minuten Vorsprung gewonnen. Fürs Blaue Band hat es am Ende aber doch nicht gereicht, denn nach absolut gesegelter Zeit war Paul mit seiner Streamline 1:40 schneller als wir. Glückwunsch!

Die kompletten Ergebnisse und auch einen kleinen Bericht aus Veranstaltersicht gibt es auf der Seite von Stahl Finow: Frühjahrsregatta 2013

Vielleicht noch eine Bemerkung am Rand. Vor 5 Jahren hatten wir mit der Dochnoch die Wertung bei den Jollenkreuzern und auch das Blaue Band gewonnen.

Strichnavigation

Seit ungefähr einem halben Jahr benutze ich einen Garmin Edge 205 als Fahrradkomputer und auch zum aufzeichnen von Tracks, um gefahrene Routen nachzuvollziehen oder Fotos zu geotaggen. Aber der Edge erlaubt es auch zu fahrende Routen aufzuladen und diese dann nachzufahren und hilft somit unbekanntes Terrain zu erkunden.

Einen ersten Test dieser Möglichkeit habe ich am vergangenen Wochenende durchgeführt, wo ich mit einem Freund von Fürstenberg an der Havel zum Stechlinsee und von da weiter zum Stolpsee und entlang der Havel bis in den Barnim fuhr. Bevor man die Tour aber abfahren konnte, mußte ersteinmal eine Route her und diese auf den Edge übertragen werden. Routen können im Internet in allen möglichen Formaten gefunden werden. Ich plane sie dagegen oft mit einer digitalen Top50-Karte. Die Route liegt dann als Overlay vor.

Overlaydaten müssen vor der Nutzung auf dem Edge in das Garmin Course-Format umgewandelt werden. Dies kann zum einen online z.B. mit gpsies.com erfolgen oder aber auf dem Rechner mit kleinen Programmen wie Ovl2Crs von hapepo. Bei Ovl2Crs ist es allerdings erforderlich, das Overlay als ASCII zu speichern.

Die Vorarbeiten waren recht schnell erledigt. Spannender wurde allerdings das abfahren der gewählten Route, denn sie liegt beim Edge 205 nur als dicke Linie auf grauem Untergrund vor. Die eigene Position wird dabei durch einen kleinen schwarzen Pfeil angezeigt.

Dem Kurs zu folgen ist in eindeutigem Gelände kein Problem, solange der Knick in der Kurslinie ausreichend groß ist. Schwierig wurde es erst, als Entscheidungen zu treffen waren, wie z.B. an Weggabelungen, wenn die Wege nur ca. 20° Richtungsunterschied oder weniger hatten. Hier passierte es uns öfter, daß wir erst nach einer kurzen Strecke merkten, daß wir falsch waren. Und hier hätte vielleicht eine hintergelegte Karte, wie sie inzwischen bei fast allen neueren Geräten ladbar ist, hilfreich sein können.

Die Strichnavigation hat uns so den einen oder anderen Umweg beschert, aber die meisten bargen solch schöne Kleinode wie dieses Feuchtgebiet in der Nähe der Havel bei der Schleuse Schorfheide:

Insgesamt war es aber doch eine ganz witzige Sache, denn zusammen mit einer sowieso mitzuführenden Karte kann doch etwas flüssiger gefahren werden, als wenn man ur mit der Karte fahren würde. Weitere Strichnavigationsversuche werden also folgen.

Dochnoch besiegt sie alle

Am Mittwoch erst hatte ich die Dochnoch zu Wasser gelassen, am Sonnabend stand aber schon die erste Bewährungsprobe auf dem Programm: Frühjahrsregatta auf dem Werbellinsee.

Und es wurde ein voller Erfolg, denn die Dochnoch siegte nicht nur in der Klasse der Jollenkreuzer sondern segelte auch die schnellste Runde aller Yachten und erhielt damit das „Blaue Band vom Werbellinsee“ überreicht.

Einige Bilder von der Veranstaltung, die ich im Bereich der Luvtonne aufnahm, im Anschluß:

Unterwegs im Auftrag des ESK

Der Morgen in Berlin verheißt erstmal nichts gutes, denn als ich ca. 40 min vor der entscheidenden Zeit am Gesundbrunnen eintreffe, verdichten sich die bis dahin nur mittelgrauen Wolken noch weiter und spucken urplötzlich Unmengen an Wasser aus, so daß meine Lust auf eine 150-km Tour mit diesen Verrückten mächtig sinkt!

Andererseits glaube ich natürlich an mein eigenes Wetterorakel, das ja sagt – weiter im Norden wird es nur leicht regnen und zum Abend sogar aufhören. Also warte ich noch etwas, aber nach 20 Minuten muß doch etwas passieren, noch immer pladdert es, als ob Babelsberg mitten in Berlin einen tropischen Regenguß simuliert und mein Esel liegt noch immer in Teilen verstreut im Auto.

Unter großen Verrenkungen baue ich alles zusammen, stürze mich todesmutig in den Wasserfall und eile mit Riesenschritten die 50 m bis zum Eingang. Treppe runter, kurze Orientierung und kurz darauf entdecke ich Rifli, der sich wohl auch denkt, was für’n Scheiß, jetzt kommt dochnoch einer! Kurz darauf kommen noch zwei weitere Recken in der Uniform des ESK und unser Zustiegskommando ist komplett.

Der Zug ist pünktlich und im letzten Waggon treffen auf den Rest der Horde. Es werden Vorbereitungen auf den großen Sturm getroffen und bei Jockel kreist ne Streußelschnecke und er erklärt kurz die Route. Dazu wird übers Wetter gefachsimpelt.

In Flotter Fahrt werden Bernau und dann auch schon Eberswalde passiert. Und siehe da, der Regen hat aufgehört und in Chorin besteigen wir bei mildem feuchtem Wetter die Esel.

Durch mir bekannte Gegenden geht es zunächst nordwärts und hinein in den Grumsiner Forst. Nachdem „Toni – Parole Erni und Bert“ schon ausführlichen Kontakt mit den Brandenburger Pflasterstraßen genommen hatte und somit ein Teil des Mottos der Tour erfüllt war mußte auch der andere der heldenhaften liteville-Fahrer checkb nach einer kleinen Pause und einem Mechaniker rufen und so kamen wir mitten im Grumsiner Forst, einer der größeren Erhebungen des Joachimsthal-Choriner Endmoränenbogens zu einer kleinen Pause.

Eine der höchsten Erhebungen (Blocksberg mit knapp 140m über dem Meer) passieren wir östlich und verlassen dann den Wald um aber kurz nach Lusienhof gleich wieder im Angermünder Stadtwald zu verschwinden.

In rasanter Abfahrt geht es hinunter zum Wolletzsee, vorbei am Zeltplatz und einigen Datschen, aus denen uns leicht verdutzte Eingeborene hinterher sehen und auf einen kleinen aber feinen Singletrail, der das Feld mächtig auseinander zieht. Ein weiteres landschaftliches Highlight erreichen wir mit dem Bruchwald, der sich am Ausfluss der Welse aus dem Wolletzsee am Nordufer gebildet hat.

Ab hier geht es zunächst durch den Wald und das Tempo steigt im vorderen Teil wieder, während es weiter hinten, verdammt nachläßt – Rifli hat seine Schwäche jetzt vollends eingeholt, er faselt nur noch was von: „Dann fahr ich mal nach Anklam“ und uns allen wird klar, daß es so nicht weiter gehen kann. Schweren Herzens wird der Kamerad auf den nächsten Asphaltweg gesetzt und ihm der Weg nach Angermünde gewiesen, was sicher leichter zu erreichen sein wird als Anklam.


Der Oberst

Weiter geht es durch den nördlichen Teil des Biosphärenerservates Schorfheide-Chorin und kurz vor Neuhaus passieren wir die erste Wildbrücke Brandenburgs und überqueren gleichzeitig die A11. Unten rauscht die Blechlavine Richtung Ostsee und oben stehen Überwachungskameras.


Wildbrücke


Immer wieder mal ein Regenschauer läßt den Wegen keine Chance zum Abtrocknen

Irgendwo im Nirgendwo zaubert Jockel plötzlich eine Scheune in den Wald und in der Scheune zaubert er auch noch eine alte Bierflasche. Zeit für eine kleine Riegelpause.

Bald schon verlassen wir den Wald und fahren durch herrliches Uckermärker Hügelland. Langsam aber beständig schrauben wir uns immer höher. Dazu sind die Wege teilweise so zäh, als hätten wir noch 10 Prozent Steigung mehr.

Groß Fredenwalde taucht wie aus dem Nichts auf und mich beschleicht das Gefühl, aus meinem Reifen schleicht die Luft. Und ich mache mich ans Nachpumpen. Wechseln wäre vielleicht auch nicht schlecht, aber cleverer Weise habe ich noch den RR-Schlauch im Rucksack.


Weg nördlich von Groß Fredenwalde

Nördlich von Gerswalde werden die Wege noch schmieriger und nicht nur bei mir beginnen die Reifen ein gewisses Eigenleben. Jeder ist derzeit nur mit seinem Vortrieb beschäftigt, der Oberst macht vorne Druck und hinten reißt allmählich alles ab.

Kurz vor Fleet ergibt sich nochmals die Möglichkeit eine kleine Pause einzulegen und vor allem die Ketten, die inzwischen alle einen sehr erbärmlichen Zustand angenommen hatten, mit neuem Öl zu versorgen.

Hinter Flieth geht es kurz hinab in Richtung Fergitzer Mühle, wobei die Ruine der Mühle nicht besucht wird und dann lang gezogen wieder hinauf und hinein in einen kleinen Wald. Als wir den Wald verlassen haben reicht die Zeit leider nicht (der Oberst hat es eilig ;-)) um den Blick auf den Oberuckersee zu genießen, schön war es trotzdem fast 40 Meter über dem See auf einem Hügel zu stehen und den Blick weit ins Land schweifen zu lassen.

Nachdem wir wieder einmal den Wald erreicht haben, wird es überaus spannend und der Trail vollkommen anders, als es in Brandenburg zu erwarten war. Wir überqueren zunächst unbehellicht die B109 und anschließend die Eisenbahnbrücke der alten Bahnstrecke von Templin nach Prenzlau.

Die Strecke ist leider schon einige Jahre geschlossen, bereits zu DDR-Zeiten „glänzte“ sie wohl mit geringem Personenverkehr und wurde Mitte der 90er (?) aus dem Netz genommen. Letzter Höhepunkt war der Abtransport von Castor-Behältern aus dem KKW Rheinsberg zum Zwischenlager in Lubmin bei Greifswald.

Was danach kam, war der Hammer an Sich und ich bin mir nicht sicher, ob ich, wenn ich die Gegend kennen würde, freiwillig diesen Weg nehmen würde. Unser Guide führte uns tief hinein in den Prenzlauer Stadtforst über überaus ausgefahrene Waldwege, die noch dazu von fast schon Kleinwagengroßen Schlammlöchern übersäht waren. Treffenderweise wurde hier angeordnet, die Bikes tauchfähig zu machen und das Sehrohr auszufahren.

Vom Prenzlauer Stadtforst war es bis Boitzenburg nicht mehr weit, hier gab es nochmals schöne Trails und kurz vor dem Kloster einen Knüppeldamm, bei dem unsere Fullyfahrer eindeutig im Vorteil waren.

Vorbei an den Ruinen des Klosters ging es hinein nach Boitzenburg wo wir von den Zeichen einer einstmals glorreichen Zeit der Chemieindustrie begrüßt wurden. Der Weg bis zum Schloß Boitzenburg war nicht mehr so weit, gleichzeitig drängte doch bei der Mehrzahl der Teilnehmer der Hunger, so daß beschlossen wurde, das Schloß zu belagern und die Herausgabe einer Stärkung zu fordern.

Die Karte ist sehr abwechslungsreich, aber trotzdem scheint die Meinung des ESK und seiner Freunde zu sein, daß die Orangen-Ingwer-Penne mit Nudeln das Beste wäre, um den kleinen Hunger zu stillen. Dazu gab es wahlweise alkoholfreies Weizen, Alster oder sogar richtiges Pils.

Das Schloß Boitzenburg ist übrigens für fast jede Aktivität bereit und bietet neben dem nicht nur gut aussehenden sondern auch gut schmeckendem Essen auch den Komfort eines Hotels, Kinderfreizeiten und den angemessenen Rahmen für eine Hochzeit.

Die Geschichte des Schlosses beginnt bereits im 13. Jahrhundert und ist wie die Geschichte vieler Orte östlich der Elbe sowohl von der früheren slawischen Besiedlung als auch der später erfolgten Neubesiedlung durch Germanen geprägt.

Die Ableitung des Namens „Boitzenburg“ ist sowohl slawisch als auch germanisch möglich.

Slawisch lässt sich der Name wie folgt erklären: Boitzenburg hat das Wort „Boi“ zur Wurzel, was mit „Kampf, Sieg, Kampfstätte“ übersetzt werden kann. Und die letzte Silbe ~burg ist die verdeutschte Form des slawisch ähnlich klingenden „Borju“ – besiegen, überwinden. (Schloss Boitzenburg)

Nach der ausgiebigen Mahlzeit, die zwar wie immer unter dem gewissen Druck der Zeit stattfand, aber trotzdem noch durch ein Stück Kuchen beendet wurde, ging es zurück in den Wald und südlich an Küchenteich, Krienkowsee und Hausse vorbei.

Hier gelingt es Jockel auch, die Strecke sehr abwechslungsreich aber auch so verwinkelt zu wählen, daß plötzlich zwei der Teilnehmer (ein Kader und einer der Freunde – Namen werden hier einmal nicht genannt) verschwunden waren.

Oder wollten die Kerle die günstige Gelegenheit nutzen und sich aus dem Staub machen, um dem, was Jockel noch alles mit uns vorhatte zu entgehen? Zumindest wurde später geäußert, einer von beiden hätte sträflicherwiese eine eigene Karte dabei und wollte diese auch noch benutzen!

Das half den Jungs jedoch wenig, denn der Oberst hatte wenig Gnade, fing die beiden ein und führte sie zurück auf den gelobten Weg. Der Rest der Truppe mußte inzwischen in Front dieser Eisenbahnbrücke (ehem. Strecke Templin-Fürstenwerder) die Zeit oder besser die ungezählten Angreifer totschlagen. Checkb holte da schon mal die chemische Keule heraus, was die Übrigen ihrer Verantwortung gegenüber unserer heimischen Fauna ablehnten.

Nachdem alle Schäfchen wieder auf dem richtigen Weg und in der richtigen Richtung unterwegs waren, zog der Oberst ein weiteres seiner vielen Asse aus dem Ärmel und scheuchte uns auf nicht gar zu einfach zu fahrendem Trail um den Carwitzer See. Die inzwischen gut 100 zurückgelegten Kilometer forderten Opfer und so legte ich mich einmal zwischen die Steine, weil ich einfach fand, so viel Gleichgewicht schaffe ich nicht mehr.

In Carwitz wurden dann neben Jockel auch von Ackebua Geschichten aus der Vergangenheit aufgetischt, die zumindest eine Ahnung davon entstehen ließen, wie man in einem doch so kurzen Leben zu solch garndioser Ortskenntnis kommen kann.

Nach einer weiteren Serie von überaus genialen Trails, wie sie nur die wenigsten in McPom erwarten würden (ja, inzwischen hatten wir durch Fahrt über die legendäre Blechbrücke unsere heimischen Gefilde verlassen), erreichen wir Feldberg bzw. die Außenbezirke davon. Ein letzter Trail über den Schloßberg und wir wenden die Pferdchen nach Westen und verlassen den Wald.

Das Tagesziel rückt langsam näher, aber noch immer kann der Oberst kleine feine Schmankerl aus der Tasche ziehen – da wären zum Einen die Durchfahrt durch einen kleinen verwilderten Schloßpark, dann zum anderen die Vorbeifahrt an der Bredenfelder Mühle mit anschließender Grasabfahrt. Hier scheuchte ich noch ein Reh vor mir her, daß gut für das Abendmahl geeignet gewesen wäre.


Hier sehen wir checkb, wie er etwas macht, was man nicht macht, weils großen Ärger bringt: siehe das Beispiel von proper

Die zurückzulegenden Kilometer werden immer weniger, aber gleichzeitig schwinden auch die Kräfte der Freunde des ESK. Denn der ESK selbst zieht ohne Gnade seine Spur. Tino trifft es ja schon lange, daß er immer der ist, der die kürzesten Pausen hat, aber nun sind auch checkb und ich betroffen. Sind wir solche Würmer, daß wir mit dem legendären ESK nicht Schritt halten können?

Inzwischen ist auch temporär die Sonne heraus gekommen und wir genießen Feldwegtrails, saftige Schotterabfahrten, die uns wieder die geologische Geschichte der Region näher bringen. Und wir lernen sie hassen, diese kleinen aber fiesen Anstiege. Immer gerade dann, wenn es wieder gut rollt.

Dann ein letztes kurzes Waldstück und noch einmal all das, was wir den ganzen Tag geliebt hatten. Wege triefend von Wasser und dabei so zerfurcht und schlammig, daß der Supermoto wohl seine liebe Not hatte. Ein letzter fieser Anstieg an dem ich gerade in Schwung kam, Carl aber dann doch meinte, er muß stoppen – und irgendwie waren bei mir dann die Pedalen zu fest (?!) oder sie hatten eine eingebaute Verzögerung und ich lag erneut unter dem Bike, dazu eine Pedale schmerzhaft gegen den Knöchel. In meinem Kopf kurz der Gedanke, was für ein Glück, daß Du keine klassichen Pedalen hast …

Die bevorstehende Eroberung der Burg von Stargard raffte mich aber doch schnell wieder hoch und ich stürmte den Kameraden hinterher, wollte ich ihnen doch schließlich nach erfolgreich vollendetem Feldzug die letzte Schlacht nicht alleine überlassen.


Es gab erneut das übliche Getränk, im Angesicht des nahenden Zuges glich es jedoch eher einer Druckbetankung. Die Knappen waren jedoch willens uns schnell den labenden Trank zu reichen und so reichte es sogar noch für eine Nachspeise, die einen gewissen Vitaminausgleich versprach.

Eine letzte Abfahrt hinab in die schnell genommene Altstadt von Burg Stargard, Schleichwege und schon standen wir vor dem … ach nein, zuerst mußten die Vorräte für die Fahrt mit original Mecklenburger Hopfenkaltschale aufgefüllt werden und rein gings in den Zug.

Aus dem Gedächtnis habe ich dann heute versucht, die Route nachzuzeichnen, aber irgendwo habe ich den einen oder anderen Haken wohl vergessen, denn ich komme nur auf ca. 135 km und 1440 Höhenmeter. In Wirklichkeit haben wir ca. 155 km und gut 1500 Höhenmeter absolviert und dazu reine Fahrzeit nur gut 8 Stunden benötigt (19er Schnitt)

Fazit:
Das ist für mich Mountainbiken, der Asphaltanteil lag nach subjektiver Schätzung weit unter 5 Prozent, Stimmung super, tolle Truppe und ein Guide, der den Blick für die schönen Strecken hat.

Dank an alle, vor allem an J-coop für den Schlauch – kriegste demnächst wieder und Jockel für die geniale Tour!

Mehr zu der Tour auf den Seiten des ESK