Biken, wo der Barnim am schönsten ist

Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich die Wetterlage wirklich als ‚Gutes Wetter‘ bezeichnen soll. Fehlt uns der jetzt nicht fallende Regen doch im weiteren Jahresverlauf und schon jetzt ist in vielen Regionen im Nordosten Waldbrandwarnstufe 4 (also die höchste) herausgegeben worden.

Zum Radfahren ist das Wetter aber sehr gut geeignet und so stand dies heute wieder einmal auf dem Programm. Und als Pferdchen nutzte ich das etwas in die Jahre gekommene aber immer noch sehr fitte Centurion Stratos.

Mein erstes Tagesziel war heute Morgen, noch einmal am inzwischen abgerissenen Kulturhaus von Finow vorbei zu fahren, um mir die Reste noch einmal anzusehen. Vom im Volksmund Vegas genannten Veranstaltungszentrum meiner Jugend ist inzwischen fast nichts mehr zu sehen und so fahre ich schnell weiter in Richtung der Gleise der stillgelegten und inzwischen teilweise auch abgerissenen Eberswalde-Finowfurter Eisenbahn und folge diesen bis auf das Gelände der auch abgerissenen Chemischen Fabrik Finowtal.

Der Weg führt mich durch eine ziemliche Wildnis und auf Grund der vielen Vogelstimmen und der unendlich vielen Mücken, die mich attackieren, als ich ein kleines Fließ überqueren will, fühle ich mich fast in einen Dschungel versetzt.

Weiter geht es durch das Viertel an der Spechthausener Straße, von dem sich die Natur auch immer größere Stücken abschneidet zu den Drehnitzwiesen, die ich auf schönem Trail halb umrunde. An solchen Stellen frage ich mich dann, wozu man weite Reisen unternehmen soll, wenn die besten Wege doch eigentlich vor der Haustür liegen.

Über den Bahnübergang am Tierpark geht es in den Eberswalder Stadtwald, wo ich südlich vom Schwappachweg in bestem Buchenwald eine runde auf sehr hügeligem Terrain drehe und dabei auch die Grenzen des Singlespeed oder vielmehr meiner Kraft erfahre. Und nach knapp 45 Minuten bin ich so bestens gelaunt ins Büro gekommen.

Am Nachmittag möchte ich dem Stratos dann eine Ecke zeigen, die es lange nicht gesehen hatte. Ich folge der Schwärze stromauf und komme so zügig nach Spechthausen und dann folgen viele Kilometer durch herrlichen Buchenwald auf verschlungenen Wegen entlang eines kleinen Fließes. Im oberen Bereich finde ich so gar noch ein Stück Weg, da sich noch nie gefahren war und komme sehr entspannt nach Klobicke. Ab hier folgt dann eine nicht schon oft gefahrene geradlinige Strecke bis ins Große B und am Ende des Tages stehen ca. 70 Kilometer mehr im Roadbook des Stratos.