Aufrüstung II

Garmin EDGE 205

Seit ungefähr zwei Jahren nutze ich einen PDA ASUS A636 für meine täglichen Navigationsspielereien, fürs Trackaufzeichnen zum späteren geotaggen von Fotos oder auch zur Vereinfachung der Orientierung bei Geländeradtouren. Mit OZI-Explorer CE habe ich auch ein Tool für die Nutzung an PDA und Rechner gefunden, das einen großen Teil meiner Anforderungen erfüllt.

Was mich allerdings störte war die gerade bei Kälte sehr kurze Lebensdauer des ASUS von 2 bis 4 Stunden (im Sommer auch bis zu 6) und die Tatsache, daß der A636 nicht zum Betrieb auf dem Mountainbike gemacht ist. Daher entstand die Idee, den ASUS durch einen GPS-Empfänger zu ergänzen oder auch zu ersetzen.

Die Auswahl derartiger Geräte ist riesig und reicht (wenn es nur ums ersetzen geht) von Datenloggern, die bereits für unter 100,- EURO zu haben sind bis zu Geräten weit über 500,- EURO, die sogar eine Karte in Farbe anzeigen können.

am Rechner

  • Installation der Software von CD bringt Fehlermeldung
  • neuere Version aus dem Netz geladen, funktioniert
  • Verbindung EDGE – Rechner problemlos – Tracks werden automatisch herunter geladen, der Speicher des EDGE dabei anscheinend geleert
  • Garmin-eigenes Format des Tracks, daß von einigen Programmen als GPS-Track erkannt wird (Copiks Photo Mapper), Import zu OZI-Explorer hat jedoch nicht funktioniert (Trackumwandlung mit TCX-Konverter problemlos)

am EDGE 205

  • Tasten gut zu spüren, erfordern aber große Kraft
  • zwei verschiedene Bikemenüs, die jeweils mit bis zu 8 Feldern belegbar sind
    – Inhalt der Datenfelder aus großer Auswahl wählbar
  • Karten- bzw. Trackansicht mit bis zu 4 Datenfeldern, Felder wie oben

Im Gelände

  • Startzeit teilweise sehr lang (bei bedecktem Himmel bis zu ca. 2 Minuten)
  • Startzeit im Vergleich zum ASUS A636 mit OZI-Explorer CE ungefähr doppelt so lang
  • Genauigkeit horizontal ausreichend, EDGE zeigt Werte um 3-4m bei offenem Himmel, im Wald 3-15m
  • Genauigkeit vertikal ungenügend, Abweichungen über 50m möglich

Benutzung

  • wenn der Track mitgeschnitten werden soll, unbedingt den Timer starten
  • gefahrene Tracks werden im allgemeinen so lange angezeigt, bis [reset] gedrückt wird oder der EDGE mit dem Rechner verbunden ist und die Tracks heruntergeladen werden
  • Trackweiterführung nicht immer direkt, teilweise wird der Track erst verzögert nachgezogen
  • negativ fällt auch auf, daß ein Track / Spur vom letzten bekannten Punkt bis zum nächsten Einschaltort gezogen wird – eine Lücke wäre sinnvoller
  • die Batterielaufzeit wird mit 12 Stunden angegeben und ist scheint auch so groß zu sein, eine Tagestour kann also locker abgedeckt werden oder auch eine Woche pendeln zur Arbeit
  • das Laden dauert unter 3 Stunden

Navigation

  • es ist möglich eine Route an Hand von Wegpunkten innerhalb des EDGE zu erstellen
  • eine in OZI-Explorer erzeugte Route konnte ich bisher noch nicht auf den EDGE exportieren

erstes Fazit

Als Fahrradcomputer, der einem die üblichen Werte liefern soll, taugt der EDGE recht gut. Der EDGE ersetzt einen Fahrradcomputer problemlos und räumt auch den Lenker auf. Zudem ist er auch mit einem Preis von 160 US$ bezahlbar, wenn man ihn nicht einzeln in den USA bestellt. Der Preis von ca. 200,- EURO der zur Zeit noch in Deutschland dafür gefordert wird, ist allerdings inakzeptabel. Aber hier ist zu erwarten, daß sich die Preise nach unten bewegen werden, ähnlich wie es bei den GPS-Geräten mit Kartendarstellung von Garmin an April erfolgte.

Wer eine akurate Entfernungsangabe wünscht, sollte allerdings erst losfahren, wenn der EDGE fertig ist – also manchmal etwas mehr Zeit einplanen. Auch als Datenlogger taugt er ganz gut, da die Daten automatisch gespeichert werden und direkt zum geotaggen benutzt werden können.

Zum Navigieren hat mir der EDGE allerdings noch keinen positiven Beitrag geleistet. Denn die Erstellung von Routen ist scheinbar sehr umständlich. Aber dieses Thema werde ich weiter verfolgen. Daher ist er noch kein Ersatz für den ASUS sondern allenfalls eine Ergänzung.