Dunkel, dunkel

Die Jahreszeit bringt es mit sich, dass viele meiner kleinen Touren im Dunklen beginnen oder enden. Und prinzipiell bin ich dafür auch gut ausgerüstet. Helmlampe, Chinastrahler am Lenker und eine Dynamolampe als Backup sollten eigentlich auch reichen. Blöd ist es nur, wenn die Helmlampe nach Astkontakt den Dienst quittiert und kurz danach der Chinastrahler von grün über blau nach orange wechselt und dann einfach verlöscht…. Wobei zur Ehrenrettung der Dynamolampe gesagt werden muss, dass sie nachdem meine Augen sich umgewöhnt hatten zumindest für normale Waldwege ausreichend ist.

Durch den Eberswalder Stadtwald und darüber hinaus

Unter Vielen, die ich aus Eberswalde und Umgebung kenne, scheint es schon fast zum guten Ton zu gehören, ständig zu betonen, wie doof und grau und gesichtslos Eberswalde doch ist und wie langweilig und wie wenig Möglichkeiten es für dies und das gibt und wie toll doch dieses super Berlin ist. Viele scheinen mir dabei aber zu vergessen, wie sich Eberswalde in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat (obwohl ich es auch früher nie so schlimm fand) und wie viel es heute bietet.

Sie vergessen dabei neben dem Wandel in der Stadt auch ganz gerne, welche fantastischen Freizeitmöglichkeiten es in und um Eberswalde gibt. Da wären zum einen unsere berühmten Sehenswürdigkeiten wie das Kloster Chorin und das (oder inzwischen die) Schiffshebewerk Niederfinow, den Finowkanal, den Zoo, der ja eigentlich ein Tierpark ist, den forstbotanischen aber auch den Familiengarten.

Sie vergessen dabei aber bestimmt auch die vielen Seen die zum baden oder einfach nur zum verweilen einladen, allen voran natürlich den Werbellinsee. Und nicht zuletzt vergessen sie wohl auch, daß Eberswalde eine (oder die) Waldstadt ist und der Wald quasi direkt neben dem Zentrum beginnt. Nur wenige Minuten mit dem Fahrrad und man kann eintauchen in einen Buchenwald, wie es ihn sonst nicht so oft gibt.

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Direkt in Stadtnähe gibt es ein umfangreiches System aus Trampelpfaden, Wanderwegen und einfachen Waldwegen so daß man sich sicher weit über eine Stunde hier mit dem Mountainbike tummeln könnte, ohne dabei wirklich jeden Weg gefahren zu sein. Ich wollte mich heute aber nicht nur hier tummeln, sondern noch etwas weiter nach Süden und Westen vorstoßen. Statt der üblichen Wege durch den Zainhammer und entlang der Schwärze fahre ich in kleinem Bogen nach Süden und Südwesten und komme dann doch wieder bei Spechthausen zum Nonnenfließ.

Wir haben ja fast den dunkelsten Punkt der dunklen Jahreszeit erreicht und so wird es schon kurz nach vier ziemlich finster im Wald. Ich lasse mein spärliches Licht trotzdem noch aus und ziehe die Dunkelheit in mich ein. Die Wege sind kaum zu erkennen, da in den letzten Tagen die Bäume massiv ihr Laub verloren haben. Und nicht nur einmal gerate ich kurz auf Abwege.

Kurz hinter dem Liesenkreuz muß ich fast durch einen See fahren. Hier ist schon länger ein Biber aktiv und scheint das Nonnenfließ wohl zu einem See aufstauen zu wollen. Der Damm ist inzwischen so hoch, daß der Weg in diesem Bereich teilweise mehr als knöchelhoch überflutet ist und auch sehr matschig war. Zum Glück hatte ich heute meine Neopren-LAKEs an, so daß ich trockenen Fußes durchgekommen bin.


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Von da geht es über Schönholz nach Melchow, wo es sich lohnt bei der Bäckerei Haupt eine kurze Rast einzulegen. Heute ist mir aber nicht danach. Es ist inzwischen schon stockdunkel und auch kalt geworden. Ich beginne trotz der Bewegung leicht zu frieren. Der Mond erleuchtet mir den Weg ab hier durch den Ort und weiter bis zu meinem Ziel.

Komische Makel

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In den letzten Tagen hatte ich bei meinen beiden neuesten Bikes komische Makel feststellen müssen. Das größere Sorgenkind ist dabei das Kona Unit. Das Teil hat gerade erst 300 Kilometer runter, ich habe in der Zeit aber schon 2 mal den rechten Bremsbelag der hinteren Bremse (Avid BB7) verloren. Beim ersten mal habe ich es zuerst nicht wahrgenommen, nur registriert, daß die Bremsleistung nicht so doll ist. Beim zweiten mal hatte ich den neuen Belag aber erst vor der Tour montiert und mittendrin war er dann einfach weg …

Die anderen Probleme betrafen das Kona Honky Inc., das in diesem Jahr mein Lieblingsbike ist und mit dem ich fast die Hälfte meiner Kilometer gefahren bin. Es fing heute Morgen damit an, daß die Kette vom Narrow-Wide-Kettenblatt von Wolftooth gesprungen war. Ein Vorgang der ja angelich nicht vorkommen soll … Am Nachmittag war ich dann mit dem Honky Inc. etwas länger unterwegs und hatte plötzlich einen Platten.

Ursache unbekannt. An der Flanke des Schwalbe Ultremo ZX in 622×28 zeigte sich nur ein leichter Ritz. Von der Innenseite konnte ich auch nichts fühlen. Erstaunt war ich aber, daß ich den doch sehr stramm auf der ZTR Crest sitzenden Mantel ohne Werkzeug ab bekommen habe.

Den Platten hatte ich in Senftenhütte, von wo ich bei sehr klarem Abendlicht nach Hause rollte:

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Auf dem Unit durch den Schnee

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Nachdem ich am Donnerstag etwas auf ‚the brave‘ durch den Barnim gestolpert war, ging es heute nochmals auf die Piste. Ich hatte geplant, die klassische Werbellinseerunde zu fahren. Der Start erfolgt in Finowfurt, über den Oder-Havel-Kanal geht es auf der Steinfurther Brücke und dann weiter nach Norden durch diesen schönen Hohlweg.

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Die heutige Tour sollte auch ein Test für die Schwalbe Marathon Winter sein. Im Gegensatz zu den auf ‚the brave‘ montierten  NOKIAN HAKKA 300 WCS habe die Schwalbes nicht einmal halb so viele Spikes. Aber nach den recht guten Erfahrungen mit der 26″-Variante bei Oliver (Neue Schuhe für Oliver: Spikes) wollte ich sehen, wie die Trekkingradvariante funktioniert. Etwas mehr Breite hätte mir gefallen, aber die Reifen in der Dimension 42-622 standen zum Test gerade zur Verfügung.

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Für den Winter perfekt ist auch die Rohloff. Und auch die Scheibenbremsen machten sich gut.

Die klassische Werbellinseerunde fahre ich inzwischen seit mehr als 25 Jahren immer wieder einmal. Früher war es meine Standardausfahrt, heute komme ich leider nur noch selten dazu. Spannend ist es daher auch, wie sich alles im Lauf der Jahre verändert. Rund um den Großen Buckowsee zum Beispiel werden die Wege immer schlechter oder verschwinden in einigen Jahren wahrscheinlich.

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Der Blick bei der alten Schäferei Margaretenhof am Koppelpfuhl ist aber immer noch schön. Und die Windräder, die irgendwo kurz  vor dem Horizont dazugekommen sind, stören kaum.

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Im Wald zwischen Golzow und Altenhof verlieren sich die in meiner Erinnerung gepeicherten Wege dann völlig und ich stehe irgendwann im weiß-grünen Nichts. Ein Quad knattert durch den Wald und zeigt mir den nächsten Weg. Ich folge ihm einige Hundert Meter und bin dann plötzlich in unmittelbarer Nähe der A11.

Dabei entdecke ich diesen Durchlaß und beschließe auch Plan B sein zu lassen und die Runde weiter abzukürzen. Ich bin inzwischen weit über 1 Stunde unterwegs und habe gerade mal ein Drittel meiner ursprünglich geplanten Runde hinter mir.

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Von dem Durchlaß fahre ich direkt Richtung Altenhof, lege mich dabei noch mal kurz auf den Popo, fahre dann über Werbellin zum Großen Buckowsee und komplettiere dabei die Runde. Den Rest des Weges folge ich dann meinen eigenen Spuren bis zum Ausgangspunkt, wo nach einer Dusche schon ein warmes Mittag wartet.

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Der Screenshot zeigt die Route vom Großen Buckowsee bis zum Großen Buckowsee, den Track über A11 und L238 muß man sich allerdings wegdenken.

Jahresstart auf neuem Bike

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Das neue Jahr beginnt wie das alte endet mit einer kleinen Tour. Heute geht es mit drei Freunden, die für meine Verhältnisse etwas zu schnell unterwegs sind, Richtung Norden aus der großen Stadt in den Barnim und nach Oberhavel. In der Schönower Heide gibt es eine neue Wegevariante, der Rest läuft auf bekannten Pfaden. Kurz vor dem Gorinsee halbiert sich die Gruppe zum Glück und so bleibt auch Zeit für etwas Naturbeobachtung und zumindest zwei drei Handybilder, die Kamera hat vorher schon wegen zu niedriger Temperatur gestreikt.

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