Impressionen von der Werbellinseeregatta

In diesem Jahr hat es bei uns mit einer Teilnahme an der Regatta leider nicht geklappt, zum Nachmittag konnten wir aber noch kurz aufs Wasser und erlebten den Start der 3. Wettfahrt für die 20er Jollenkreuzer. Das Feld war weiter gewachsen, die Leistungsunterschiede aber auch. Oder lag es am Wind in diesem Jahr?

Schon nach der recht kurzen Startkreuz ist das Feld extrem auseinander gezogen und der erste ist bereits um die 2 gegangen und auf dem Bild nicht mehr zu sehen.

Neben den 20er waren noch Ixylon, Pirat und 420er bei der Regatta vertreten. Die Felder waren bei Pirat und Ixylon im Vergleich zu den Vorjahren aber relativ klein. Bei den Piraten mag es daran liegen, daß in dieser Woche noch die EM am Balaton stattfand, bei den Ixylon mag die Luft raus und Lust weg gewesen sein, nachdem am letzten Wochenende die IDM am Werbellinsee stattgefunden hatte.

Tage im Paradies

In der letzten Woche hatte ich an mehreren Tagen die Chance, in meinem Lieblingsrennradrevier meine Lieblingsrennradrunde zu fahren. Es ist eigentlich nichts besonderes an dieser Runde, sie geht einfach nur im Uhrzeigersinn um den See und die Strecke wird durch jemand, der oft im Gebirge unterwegs ist, sicher auch als flach bezeichnet, schließlich gibt es nur gut 200 Höhenmeter auf den ca. 28 Kilometern. Aber für mich ist es wie eine Fahrt durchs Paradies.

Gerne nutze ich für die Runde den Singlespeeder und freue mich an der direkten Kraftübertragung und der Rückkopplung zum Höhenprofil bzw. zum Gegenwind. Unterwegs am frühen Morgen, wenn ich kaum ein Auto auf der Straße antreffe und die Luft weder eisig kalt noch drückend warm ist, ist es einfach nur schön. Und wenn dann noch das Licht so durch die Bäume scheint, wie es heute morgen passierte, möchte ich nirgendwo anders sein.

Durchs Alleenland

Es war wieder einmal Supercommutertag und ich hatte extra den Schmalspursinglespeeder gewählt, da ich eine unkomplizierte und zügige Fahrt wollte. Und so wählte ich für den Heimweg vom Büro einmal mehr die ehemalige B2, die heute L200 heißt, weil sie die glatteste und direkteste Verbindung nach Hause versprach. Durch die Umwidmung hat sich an der Straße aber leider nichts verändert, der Verkehr rollt nach wie vor massiv und das ganze nervte mich nach wenigen Kilometern schon so stark, daß ich beschloß, in Melchow vom direkten Kurs abzuweichen.

Also fuhr ich zunächst durch Nebenstraßen in Richtung Bahnbrücke und dann quer durch den Ort, so daß ich die Straße Richtung Grüntal erreiche. Schon hier ist die Entspannung zu spüren. Der Asphalt rollt leicht unter den Reifen ab und kaum noch ein Auto begegnet mir.

In Grüntal wieder die Frage, wo willst Du entlang fahren? Und ich entscheide mich heute für die nicht so häufig befahrene Straße nach Gratze. Nach Gratze führen die Reste einer ehemals schönen Allee, die aber gerade an einem sonnigen und leicht windigen Tag wie heute, den Vorteil einer richtigen Allee deutlich machen. Es gibt Sonnen- und Windschutz!

Gratze ist nicht einmal ein Ort, sondern ein altes Gut, daß heute zu Heckelberg-Brunow gehört. Ein Paar Häuser aus der Nachkriegszeit und dazu der Gutsbereich. Gratze ist unter Schmalspurern aber berüchtigt, da es hier noch für wenige hundert Meter dieses gnadenlose brandenburger Pflaster gibt:

Von Gratze fahre ich weiter nach Tempelfelde. Es gibt einen wirklich kleinen Stich hoch zum Friedrich-Wilhelms-Hof und dann die geradlinige Straße bis in den Ort. Normalerweise fahre ich von hier weiter nach Albrechtshof, heute entscheide ich mich aber für die Straße nach Schönfeld und komme zu einer Obstbaumallee. Im Gegensatz zur Allee nach Gratze bieten die Bäume hier kaum Sonnenschutz aber zur richtigen Jahreszeit wäre eine kleine Erfrischung möglich.

Von Schönfeld fahre ich mal wieder eine Straße, die ich noch nie oder zumindest nur vor ewig langer Zeit gefahren war. Aber was soll mich auch von Schönfeld nach Wilmersdorf treiben außer der Neugier? Die Strecke liegt für mich weit ab vom Schuß und quer zur wichtigen Routen.

Die Straße hat es aber in sich, denn hier folgt wieder eine Allee, wie sie kompletter in Brandenburg kaum anzutreffen ist. Die Bäume schließen das Dach über der Straße und obwohl außen die Sonne hell scheint, muß ich hier fast die Sonnenbrille abnehmen, so dunkel ist es.

Von Wilmersdorf komme ich nach Börnicke und damit wieder auf schon oft befahrenes Terrain. Ein letzter ausgiebiger Fotostop folgt beim Überqueren der A10 und dann geht es über Neulindenberg und Blankenburg direkt nach Hause.

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Dank klassischer Meßtechnik konnte ich mich heute morgen über eine schöne Kilometerleistung des il.pompino freuen. Es war wieder einmal auf dem Weg zur Arbeit auf der Telekomstraße kurz vor dem Finower Flughafen, der wohl bald vor allem ein Solarhafen ist.

Am Nachmittag hatte ich dann mit dem einen oder anderen lokalen heftigen Wetterereignis zu kämpfen, kam aber fast trocken durch und litt etwas unter der Schwüle, die durch die um mich kreisenden Gewitter wohl sogar noch verstärkt wurde.

An der Briese

Zur Auflockerung des wöchentlichen Einerlei ist es ab und zu erforderlich, sich etwas länger aufs Rad zu setzen, die bekannten Pfade zu verlassen und etwas neues auszuprobieren. Und so reifte eine Tour, die lange nicht mehr befahrenes mit unbekanntem und bekanntem Terrain verbinden sollte.

Unterwegs gab es alles, was das Herz des Geländeradsportlers an Brandenburg so erfreut – weite Landschaften mit viel Platz, tiefe Wälder, schmale Wege, ab und zu ein See und sogar einen Zug der berühmten Heidekrautbahn gab es zu sehen und dies alles nicht weit vom Zentrum von Deutschlands größter Metropole. Aber der Reihe nach.

Wie so oft startet die Tour in der Waldstadt Eberswalde und wir ziehen westwärts durch den Wald. Dabei folgen wir kurz der Schwärze, fahren am Schwärzeteich vorbei, kommen kurz darauf zum Samithsee und weiter bis zu den Ufern des Lehnssees und schließlich zur Finow. Bis hier ist alles gut bekannt und auch vielfach unter die Stollen genommen.

Spätestens ab der Finowniederung, in der ich vor kurzem so schön abgesandet bin, wird aber für dieses Jahr Neuland betreten und die Mark bietet uns, was sie zur Genüge hat: Sand ohne Ende, lockeren noch dazu. So lieben wir Brandenburg.

Am Großen Wukensee haben wir den ersten Uferweg des Tages erreicht und werden gleichzeitig von der ersten Sonnenmilchwolke eingehüllt. Weiter geht es schnell zum Kleinen Wukensee und an der Crossstrecke entlang und plötzlich meint mein Begleiter, er würde gerne mal ne Pause machen … wie jetzt, Pause, war das vereinbart?

An der Krummen Lanke fahren wir heute südlich entlang und anschließend frage ich mich, warum ich dies nicht schon früher gemacht habe. Der Weg lockert die Runde auf und steht durch seinen Verlauf unter Buchen in starkem Kontrast zur nördlichen Umrundung, wo der Weg meist unter Kiefern verläuft.

Bis zum Obersee kommt dann zur Auflockerung ein kurzes Stück Asphalt und auch am Obersee hüllt uns wieder diese Wolke von Sonnenmilch ein und wir treffen auf Spaziergänger, die irritiert schauen, als wir näher kommen. Bis Ützdorf geht es ordentlich rauf und runter und wieder treffen wir auf den geliebten lockeren Sand, den wir auch sogleich wieder in die Schuhe füllen.

Hinter Ützdorf gilt es den Liepnitzsee zu umrunden. Auch hier wählen wir heute das südliche Ufer und ich überlege, ob ich überhaupt schon einmal hier auf dem Uferweg gefahren bin. Wenn ja, dann vor ewigen Zeiten. Im Gegensatz zum Nordufer ist der Weg hier etwas breiter und so kommt es auch nicht zu Kollisionen mit dem Gegenverkehr.

Auch in Basdorf probieren wir etwas neues und umrunden den alten Ortskern nördlich auf einem sandigen Weg, der zu einem Reiterhof führt. Die Pferde scheuen unter den Reiterinnen etwas, als wir näher kommen, werfen aber niemanden ab. Wir überqueren die Gleise des Liebenwalder Astes der Heidekrautbahn und statt Sand haben wir kurz Betonplatten unter den Reifen, dann folgt ein Grasweg und plötzlich soll es schon wieder eine Pause geben, …

Die Pause führt dazu, dass wir den besagten Zug der Heidekrautbahn sehen. Frisch erholt geht es aber auch bald weiter und wir nähern uns unserem eigentlichen Tagesziel. Hinter Zühlsdorf geht es noch etwas durch den Wald und dann erreichen wir die Briese.

Obwohl die Briese im Wandlitzsee entspringt und damit im Barnim ihren Ursprung hat, ist sie doch mehr ein Oberhaveler Fluss. Denn als Fluss ist sie im Barnim nur die wenigen Meter zwischen Wandlitzsee und Rahmersee existent und verlässt mit dem Austritt aus dem Rahmersee schon den Barnim. Nach dem Lubowsee fließt sie zunächst durch Wiesen und später durch Wald und wirkt hier sehr naturbelassen. In Birkenwerder wird sie eingeengt und kann sich nicht mehr so frei entfalten wie im Oberlauf und kurz darauf mündet sie nach gut 16 Kilometern in die Havel, die Grenze zu Berlin wird dabei nicht mehr überschritten.

Die Wege rechts und links des Oberlaufs der Briese sind heute an einem Wochentag menschenleer und es rollt sich gut. Weicher Waldboden, ab und zu ein Paar Wurzeln und theoretisch ein gleichmäßiges Gefälle und so haben wir den ersten Teil bis zu den gewaltigen Treppen schnell hinter uns gebracht.

Danach wird es etwas mühseliger. Denn zunächst versperrt kreuz und quer liegendes Holz unseren Weg, klettern ist angesagt. Und wenig später meint mein Begleiter wohl, dass nur durch Vortäuschen eines Platten zu einer weiteren Pause kommt. Naja, er hätte einfach fragen können …

Als es dann endlich weitergeht, ist von der Briese nicht mehr viel übrig. Wir fahren noch über einen kurzen Bohlenweg und erreichen dann Borgsdorf. Über kleine Straßen und Pfade in Siedlungsrandlage queren wir Birkenwerder und Hohen Neuendorf und stoßen auf den alten Grenzstreifen. Wir folgen diesem aber nur kurz und fahren lieber über kaum auszumachende Pfade zwischen Glienicke/Nordbahn und Schönfließ, bis wir schließlich in den Kindelwald und zum Kindelsee kommen.

Die Kindelwaldpromenade bringt uns weiter nach Süden und erneut ins alte Grenzland. Wir erreichen den Mauerradweg und folgen diesem und so langsam weicht die Kraft aus unseren Gliedern. Wir verzichten daher ab Rosenthal auf das Wegesuchen und folgen einfach der Friedrich-Engels-Straße, bis wir Pankow erreicht haben.

il.pompino als Crosser

Von on-one wurde das il.pompino seinerzeit als Bike für alle Gelegenheiten beschrieben, in dem Reifen bis 35mm (jetzt nur noch 32mm) montiert werden können. So kam bei mir jetzt die Idee, den Aktionsradius des il.pompino etwas zu erweitern und einmal breitere und vor allem profilierte Reifen zu montieren.

Heute nun die erste Ausfahrt und schon nach kurzem bestätigte sich leider meine erste Ahnung, die Reifenfreiheit ist an der Gabel etwas knapp bemessen. Der Reifen läuft zwar sauber durch, aber schon kleinste Krümel, die vom Reifen mitgezogen werden, bleiben hängen und erzeugen zumindest eine nervige Geräuschkulisse.

Davon ließ ich mich aber nicht abhalten und setzte meine Offroadtour auf Wegen, die bisher immer den breitbereiften Gefährten vorbehalten waren, fort. Die Strecke führt mich südlich um den Schwärzesee und weiter am Samithsee vorbei zum Lehnssee.

Hier komme ich allerdings zum ersten mal richtig an die Grenzen des il.pompinos. Der Weg ist aufgewühlt durch Pferdehufe und der Sand dadurch sehr tief und außerdem locker. Die Reifen finden prinzipiell zwar Halt im Grund, aber bei einer 42/16er Übersetzung ist meine Kraft schnell am Ende und ich bin runter vom Rad. Schieben ist angesagt und ich habe ordentlich Sand im Schuh.

Nach dem Überqueren der Finow sind es nicht die Pferde, die den Weg aufgewühlt haben, sondern Autospuren und dazu fehlender Regen. Und so bin ich auch hier schnell wieder abgesandet. Ein etwas längeres Stück geht es nun zu Fuß und da der Weg im geplanten Verlauf weiter sandig bleibt, biege ich in den Wald, wo der Sand fester ist und mich wieder trägt.

So verpasse ich das kleine Stück Uferweg am Großen Wukensee und komme gleich zum Kleinen Wukensee. Von hier geht es an der Crossstrecke vorbei und rüber in den Wald Richtung Krumme Lanke. Hier rächt es sich, daß ich lange nicht mehr hier im Wald war und so verpasse ich den Abzweig zum Seeweg und komme stattdessen auf den Höhenweg und befürchte, wieder im losen Grund stecken zu bleiben.

Der Höhenweg wird regelmäßig vom Bauern weggepflügt, aber heute habe ich Glück. Der Boden ist hier so fett, daß der wenige Regen der letzten Tage reicht, um ihn zu einer auch mit den schmalen Reifen gut zu befahrenden Oberfläche werden zu lassen.

Von Lanke fahre ich über den Schwarzen Weg wieder in den Wald und weiter südwärts Richtung Schönow und dann weiter ans Ziel. Auch hier wieder Wege, die mit glatten Reifen oft nicht zu fahren gewesen wären, mit den 32ern mit Profil und der singlespeed-Übersetzung aber gerade so. Und obwohl der an der Gabel auftretende Krach etwas nervte, hatte ich durchaus Spaß im Wald mit dem il.pompino.

Abmontieren werden ich die Reifen aber trotzdem wieder, denn obwohl alles ganz gut funktionierte (bis auf den geringen Freiraum an der Gabel), fühlte sich die Fuhre auf glatten Strecken etwas lahm an, während auf sandigen Waldwegen alles schön zu rollen schien… Lag es daran daß die Reifen wirklich etwas schwerer laufen als die vorher montierten oder war es mehr eine psychische Sache, weil plötzlich auch auf dem il.pompino etwas Krach machte oder hatte ich einfach einen schwachen Tag?