Berliner Meisterschaft 2011 im 505

Schon witzig, wenn man nach 4 Jahren Pause wieder einmal beschließt, eine Rangliste auf der fife zu fahren und es hat sich in der Zwischenzeit eigentlich kaum etwas getan. Klar, es gibt ein Paar neue Gesichter, es gibt neue Schiffe zu bestaunen, aber gleichzeitig treffen wir auch viele der Segelgegner der letzten Jahre und diese erkennen uns sogar wieder.

Grund für diesen Wiedereinstieg waren Ecki und Christopher, die sich ein „neues“ Schiff zugelegt hatten und die uns motivierten die alte Kiste doch auch wieder herauszuholen. Der Parker mit Nummer 6786 ist inzwischen über 30 Jahre alt und eigentlich auch schon seit Jahren nur noch bedingt konkurrenzfähig. Aber wie auch bei früheren Regatten nahmen wir diesen Nachteil recht gelassen hin, denn eigentlich wollten wir vor allem sehen, wie gut die Konkurrenz mit den neuen Schiffen inzwischen geworden ist oder sie einfach nur neuere Schiffe fährt, sonst aber alles wie bekannt geblieben ist.

Die Wettervorhersage versprach ruhiges Herbstwetter – morgens etwas frostig, den Tag über aber sonnig und dazu schwachen Wind, Sonnabend 2 Bft, Sonntag vielleicht sogar 3. Insgesamt 30 Fiven (davon 3 aus Polen) versprachen auch im Mittelfeld spannendes Segeln und bei den auf dem Wannsee üblichen kleinen Kursen sollte das Feld durch den regelmäßigen Wechsel zwischen Up- und Down-Wind recht dicht beisammen bleiben.

Unser Einstieg verlief etwas schleppend, da wir beim ersten Start kein gutes Timing hatten und somit an der Luvtonne recht weit hinten im Feld lagen. Aber der Rest der Wettfahrt lief wesentlich besser und so schoben wir uns immer weiter nach vorne. Ärgerlich war dann nur, dass wir auf dem wirklich kurzen Stück zwischen der letzten Bahnmarke und dem Ziel zwei Gegner ziehen lassen mussten, da wir einfach nicht beschleunigten. Trotzdem wurde dies mit einem 15. Platz unsere beste Wettfahrt.

Die zweite Wettfahrt lief auf den ersten Blick besser. Der Start war ordentlich, die erste Kreuz auch, aber danach verhedderten wir uns in den Optionen, die der Wannsee bot und es ging immer wieder ordentlich nach hinten und nur wenig nach vorne. Ein 18. war das Resultat.

Die dritte Wettfahrt begann wieder sehr gut, aber die Spigänge liefen nicht wirklich. Nicht nur, dass wir durch taktische Entscheidungen verloren. Nein auch die Technik spielte nicht mit. Es fing damit an, dass der Spi nach gut der Hälfte beim hoch ziehen einfach hängen blieb und nur mit grober Gewalt weiter nach oben zu ziehen war, nein beim Bergen wollte er dann auch nicht wieder richtig runter. Auch hier half nur die Anwendung von Gewalt, aber an der Boje waren wir trotzdem inzwischen einige Meter vorbei gesegelt. Wir sahen dann, dass sich das Spifall auflöste und beschlossen, den Tag mit dieser Wettfahrt zu beenden. Die Wettfahrtleitung meinte aber auch, dass es für heute reicht und so hatten wir keinen größeren Nachteil daraus.

Der Sonntag begann vom Wetter dann vergleichbar zum Sonnabend. Es wehte nur geringer Wind am Morgen und die Schiffe waren oberflächlich komplett bereift. Die Wettfahrtleitung verkündete auch eine Startverschiebung und so warteten wir ca. 1h bis zum 1. Start und konnten dabei noch etwas sinnlos rumschnacken.

Der Start erfolgte wieder gegen 11.00 Uhr und sogar mit etwas mehr Wind als am Sonnabend und Axel stand den ganzen Tag häufiger im Trapez. Obwohl wir inzwischen wieder etwas eingespielter waren, gab es aber doch die eine oder andere relativ hektische Szene an Bord. Es war einfach zu merken, dass der Wind einen Tick stärker wehte und die Five Fehler gnadenlos bestraft. Und so liefen gerade die Spistrecken etwas holprig. Hier verloren wir aber noch viel mehr wegen einiger taktischer Fehler. Besser liefen dagegen die meisten Kreuzkurse, hier konnten wir trotz des alten Bootes oft sehr gut mitspielen und hatten eine Menge Spaß.

Am Ende kamen wir als 18. und 17. ins Ziel und belegten insgesamt bei dieser Regatta den 18. Platz unter den 30 Schiffen und dies noch dazu mit dem ältesten Boot.

Wer Interesse hat, kann sich unter folgenden Links unsere Tracks auf einer Googlemap ansehen:

Berliner Meisterschaft – Sonnabend / Berliner Meisterschaft – Sonntag

Beim Sonnabendtrack ist auch gut die flache Stelle sehen, bei der wir am Haveleck einen Tiefentest vorgenommen haben.

Die genauen Ergebnisse sind hier: Joachim-Hunger-Gedächtnis-Preis – mit BM für 470er und 505er Fr. 21.10.11 – So. 23.10.11 und hier Berliner Meisterschaft Berlin (int505.de) zu finden.

505 Hunger Preis

Traditionell gibt es in Berlin immer im Herbst noch eine 505-Regatta auf dem Wannsee oder der Großen Breite. Die letzten Jahre war dies immer der Grand Slam, durchgeführt vom Deutsch-Britischen-Yachtclub in Berlin Gatow. Aber nachdem es nicht nur im letzten Jahr auf dem Wasser ziemlich durcheinander ging (letztes Jahr ein Kurs, der diverse Kenterungen provozierte, zudem nervten die vielen langsamen Einhandjollen auf dem Kurs), sollte dieses Jahr alles neu und anders werden.


Denn in diesem Jahr waren wir Teil des Joachim – Hunger – Gedächtnis – Preises, der alljährlich vom VSAW durchgeführt wird. Erstaunlich war in diesem Jahr auch die extrem hohe Teilnehmerzahl von 27 Schiffen. Beim Grand Slam waren es zuletzt immer um 15 Schiffe, die am Start waren. Neben uns waren noch Tornados, 470er, 29er und FDs am Start.

Ursachenforschung wäre in dem Zusammenhang mal interessant, denn es kam einiges zusammen. Zum einen ist die Klasse durch die WM im Aufwind, dann ist da auch der neue Ausrichter und dadurch ein etwas früherer Termin und dann war auch noch Holgi da! Ja wirklich der Moister hat sich auf Binnenrevier, noch dazu ein so eigenartiges wie den Wannsee getraut. Holgi segelte übrigens mit Jürgen W. der wohl sein bestes Jahresresultat einfuhr.

Die Starterliste war in diesem Jahr auch überaus interessant, neben den ganzen Berliner Teams kamen auch viele aus dem Norden, dazu Alex ganz weit aus dem Süden und ein polnisches Team aus Gdansk. Der Steuermann Piotr war auch bei der WM in Warnemünde dabei. Erschreckend war aber auch wieder die Alterskurve der Schiffe – neben dem polnischen und unserem Schiff gab es keinen unter 83!

Und die Bedingungen zum Segeln waren für Herbst optimal. Denn obwohl das Wetter überaus mäßig begann – die ganze Nacht und auch noch den Vormittag Dauerregen! – war es pünktlich zum Boote aufbauen regenfrei und wir gingen motiviert ins Rennen. Ich konnte mal wieder Ani überzeugen, mit mir zu fahren und wir wollten natürlich unsere Leistung vom letzten Jahr etwas toppen.

Auf dem Wasser hatte ich dafür ständig das Problem, daß der Oldtimer nicht schnell genug war. Zumindest auf der Kreuz lief es nicht so gut wie erhofft, dafür unter Spi umso besser. Gerade unter Spi haben wir, obwohl die Manöver ab und zu nicht so doll waren, das eine oder andere mal sehr geniale Dinge geleistet. So zum Beispiel in der ersten Wettfahrt, wo wir ewig immer so auf 22 / 23 rumlungerten, dann aber direkt vor der Boje X noch 4 Schiffe überholen konnten und dann auch so ins Ziel kamen! Ich denke, die anderen haben nicht schlecht gekuckt, als wir vor ihnen waren.

Bei der dritten Tageswettfahrt hatten wir allerdings mit dem auffrischenden Wind leichte Schwierigkeiten. Direkt zum Start ging es auf gut 4 Bft hoch und wir trimmten erstmaleine zeitlang herum, ehe wir den für uns optimalen – sprich zumindest gut fahrbaren – Bereich herausgefunden hatten. Da waren allerdings die ganzen schwereren Crews schon weit weg. Hier half uns auch das Spifahren wenig, Ani hatte ich inzwischen so kaputt gespielt, daß wir alles locker angehen mußten.

Etwas eklig war dann, daß kurz bevor wir den Verein wieder erreichten, satter Regen begann. Zudem nervte die Slipanlage im VSAW, da sie etwas kurz baut und entweder das Schiff auf den Trailer gezerrt werden mußte oder aber der Trailer samt Schiff wieder auf die Slipanlage. Dafür gab es am späteren Nachmittag ein umfangreiches Buffet und Freibier! Wer hätte das gedacht, obwohl alle schon beim ersten mal ordentlich zuschlugen, reichte es sogar für eine zweite Portion.

Der Sonntag begann dann völlig herbstmäßig. Und wir waren zuerst überhaupt nicht motiviert. Aber der Wind zum Glück auch nicht und so gab es ersteinmal eine Startverschiebung. Die schien gewirkt zu haben, denn Petrus schaltete den Regen ab und den Wind an und so konnten wir nochmal zwei schöne Läufe fahren. Der letzte war für uns wohl die Krönung. Wenig falsch gemacht und dann auch noch halbwegs schnell unterwegs schafften wir einen 15. Und besiegten dabei auch unseren Alex. Reichte aber leider am Ende nicht für eine Verbesserung in der Gesamtwertung und so war unser Streicher auch
gleich unserer Platzierung – 20!

Aber auch vorne ging bei allen Wettfahrten ganz schön was ab. Hier gab es heftige Kämpfe zwischen Lutz/Frank und Helen/Robert. Beide fuhren jeweils zwei 1. Plätze und hatten dadurch am Ende nur 1 Punkt Unterschied. Berliner Meister sind damit die Jungs aus Rostock.

Alle Ergebnisse unter: int505.de

Herbstsegen

Am Wochenende hatte ich noch einmal so richtig Glück. Anfang Oktober kann das Wetter auch ganz anders sein. Ich kann mich an Regatten am Tag der Republik erinnern, bei denen es geschüttet und gestürmt hat. Meistens waren wir an dem Termin auf dem Storkower See und es war die letzte Regatta im Opti oder Cadet im Jahr.

In den ersten Jahren fuhren wir immer noch auf den Großen Storkower See. Dazu mussten wir immer durch eine Enge, in der dann auch noch Reusen standen und hier drehte der Wind furchtbar. Durch die Düsenwirkung war er dann auch noch stärker als auf dem See und so habe ich gleich bei meiner ersten Optiregatta dort gekostet, wie das Wasser schmeckt.

Und in einem anderen Jahr stürmte es wieder. Diesmal waren wir mit dem Cadet unterwegs. Dem legendären 151, der schon so Manchem das Schrecken lehrte. Der 151 hatte ein sehr sensibles Ruderblatt aus Aluminium, dass an diesem Wochenende auch seinen schwärzesten Tag hatte, denn es knickte bei stärkerem
Ruderlegen einfach weg und brach dann sogar! Das führte natürlich jedes mal zu einer Kenterung. Aber es kümmerte mich nicht, dass wir mit unserem Ölzeug triefend nass wieder ins Schiff stiegen, ich wollte weiter segeln, wollte es den Gegnern zeigen.

Aber darum soll es hier ja auch gar nicht gehen. Denn in diesem Herbst bin ich schon wieder fremd gegangen, nachdem ich schon vor 14 Tagen die Klasse gewechselt hatte und mit Schmidti in Prenzlau auf dem Langlaufboot und schon am letzten Montag im Kielboot unterwegs war, wollte ich nun erneut Kielboot fahren.

Beneteau 25 heißt das Teil und entstammt der Feder von Bruce Farr. Ich würde sagen, ihm ist dabei ein großer Wurf gelungen, denn das Ding sieht schnell aus und segelt auch sehr schnell. Da kriegen viele 33″ und 35″, sogar mache 42″-Schiffe Angst, wenn so eine kleine Beneteau am Horizont auftaucht.

Da das Schiff so eine gelungene Konstruktion ist, hat es auch schon eine gute Verbreitung gefunden und kann im Gegensatz zu diversen anderen Sportsbooten in eigenen Feldern starten. Nach Berlin kamen dann auch 17 Schiffe. Eine Zahl, über die sich jede Jollenklasse freuen würde. Die Schiffe kamen dabei nicht nur aus Berlin, sondern z.B. auch aus Kiel. Einige fast direkt von der WM, die gerade vor ein Paar Tagen auf Sardinien beendet wurde.

Ganz so professionell waren wir nicht aufgestellt. An Bord vertreten waren Heike die Piratenseglerin, Christian vom H-Boot, Stefan der sonst Banner 23 segelt, dann natürlich Peter, dem das Schiff gehört und ich – sonst steuere ich ja was kleineres, wie z.B. 505 oder Contender. Hier war dann auch nur der Spi mein Aufgabenbereich – 70 m² Tuch.

Das Wetter war perfekt für Oktober, bis zu 20°C, Wind zwei bis drei Beaufort am Freitag, bis vier am Sonnabend. Nur am Sonntag schlief er dann ein und nach einem Lauf wurde abgebrochen. Und wir schlugen uns Tapfer 10. und 11. Plätze an Freitag und Sonnabend, nur der 14. vom Sonntag fällt da etwas raus. Und mit dem 11. in der Gesamtwertung bei 17 gestarteten Schiffen waren wir auch ganz zufrieden.