eisiger Sonnenaufgang

Die Zeitumstellung bringt es mit sich, daß mein Morgenpendel wieder zur Sonnenaufgangszeit stattfindet. Dazu ist heute auch noch einmal ein eisiger Morgen, die Temperatur liegt bei ca. -2°C und die Luft ist klar.

Den ersten Sonnenkontakt habe ich kurz hinter Schönow:

Zwischen Ladeburg und Lobetal fängt die Sonne schon an zu strahlen:

Und auf dem weiteren Weg nach Biesenthal hat sie schon so viel Kraft, daß die Strahlen etwas wärmen und vor allem blenden:

Die Wolken fressen die Sonne auf

Der Morgen beginnt mit blauem Himmel und ich freue mich auf eine Fahrt in den sonnigen Morgen. Aber schon nach wenigen Kilometern, als ich gerade die A114 überquere, sehe ich, wie die Wolken sich schnell auf die Sonne zu schieben und sie verschlingen wollen.

Als ich dann auf der Höhe von Karow bin, ist es so weit. Die Wolken schnappen kurz zu und kurz darauf ist die Sonne verschwunden und es scheint kälter zu werden.

Es folgen einige Kilometer unter einer festen Wolkendecke, ab Ladeburg kommen aber kleine Lücken und ab Lobethal beginnt der Kampf zwischen Sonne und Wolken. Der dauert noch etwas an und so habe ich Zeit ‘the brave’ eine kleine Ruhepause zu gönnen und mich über die frisch geholzten Bereiche kurz hinter der Langerönner Mühle zu wundern.

In Biesenthal hat die Sonne dann aber endgültig gewonnen und ich freue mich über den Schatten, den sie wirft. Im Vergleich zu meiner letzten Fahrt ist er allerdings schon wesentlich kürzer geworden.

In der Nähe des Schwärzesees muß ich rechts abbiegen und habe ab jetzt die Sonne von vorn. Und immer, wenn der Wegverlauf günstig ist, ergießt sich ein gleißender Lichtschein auf mich.

Nach knapp 2 Stunden bin ich im Büro eingetrudelt und kann es jetzt eigentlich schon kaum erwarten, zurück zu fahren. Denn für die Rückfahrt möchte ich einen der schönsten Bereich südlich von Eberswalde durchfahren und hoffe, das Wetter spielt mit.

Und es spielt, auch am Nachmittag scheint die Sonne und nur vereinzelte Wolken dunkeln sie ab. So fahre ich über kleine Wege entlang der Wasserläufe und freue mich über die Mäander, die diese gebildet haben.

Bei Klobbicke bin ich allerdings irritiert frisch eingeschlagenes Holz vorzufinden und bin auch vom Anblick des ausgeholzten Bereichs nicht so begeistert. Zudem haben die Forstfahrzeuge den Weg gut umgewühlt.

Bis Gratze geht es weiter über umgewühlte Wege und dann auf Asphalt durch die Ödnis von Thaerfelde. Ich bin jedes mal erneut erstaunt, wie öde der Barnim doch aussehen kann.

Bis hier hat die Sonne gut mitgespielt, aber als ich bei Lindenberg wieder einmal die Autobahn überqueren möchte, ziehen die Wolken schnell in Richtung Sonne und verschlucken sie. Für heute haben sie also gewonnen.

Eisiger Morgen

Es war ein sehr klarer und in der Hauptstadt mit -2°C nur mäßig kalter Morgen und so beschloß ich, heute wieder einmal den Weg zu Arbeit auf dem Bike zurückzulegen. Meine Fahrt begann noch in der Dunkelheit und ich nutzte den Chinastrahler, um mir den Weg durch den beginnenden Morgen zu bahnen. Langsam wurde es heller, aber erst hinter Bernau kam die Sonne über den Horizont. Die Luft war zu dem Zeitpunkt so klar, daß es kein Morgenrot gab. Die Sonne hing einfach als glühender Ball am tiefblauen Firmament.

Über die Verbindungsstraße zwischen Ladeburg und Lobetal rolle ich weiter nach Norden und habe den Eindruck, als würde es immer kälter.

Und auf dem weiteren Weg Richtung Biesenthal merke ich, wie zunächst meine Hände beginnen taub zu werden, die Kälte dann aber auch meine Oberschenkel und Arme angreift und meine Füße sind eigentlich schon nicht mehr dran. -2°C fühlen sich irgendwie anders an. Da die Sonne aber weiter scheint und dabei allmählich immer höher steigt, sage ich mir zur Beruhigung, daß es gleich wieder wärmer werden wird.

Biesenthal ist erreicht und hier scheint es wirklich wärmer zu sein. Oder liegt es daran, daß es nach Biesenthal über eine kleine Steigung hinein geht und mir die Sonne anschließend ins Gesicht scheint?

Kurz nach Verlassen des Ortes komme ich wieder in den Wald und die Kälte scheint größer als zuvor. Es gibt keine beständig wärmenden Sonnenstrahlen mehr. Die Bäume beschatten den Weg komplett und nur ab und zu lassen sie ein Paar Strahlen der Sonne hindurch.

Mich beruhigt jetzt nur noch, daß es nicht mehr weit ist und ich auch ohne die wärmende Sonne das Ziel erreichen werde. Kurz nach 8.00 Uhr ist es so weit, nach knapp 2 Stunden habe ich das Büro erreicht.

Am Nachmittag scheint die Sonne noch immer von einem strahlend blauen Himmel herab und so will ich heute zum zweiten mal in diesem Jahr auch den Heimweg wieder mit dem Rad antreten. Im Gegensatz zum letzten mal, als mir nur die massive Zufuhr von Kalorien in Form einer Streußelschnecke nach gut zwei Drittel der Strecke die Weiterfahrt ermöglichte, habe ich aber heute etwas besser auf meine Ernährung geachtet und für Mittags ein Paar Stullen mehr geschmiert und auch kurz vor dem Start noch etwas gegessen.

Meine Route wähle ich heute so, daß ich bis Melchow in der Nähe der Bahn bleibe, dabei zunächst die Schwärze überquere, dann an der ehemaligen Blockstelle Wildtränke bis an die Gleise komme und schließlich in Melchow über die Finower Straße in den Ort fahre und ihn am Friedhof entlang verlasse. Dabei treffe ich hinter dem Ortskern auf eine Weide mit kleinen Lämmern. Für Osterlämmer sind die aber dochnoch etwas früh?

Richtung Biesenthal fahre ich weiter entlang der Bahn und bin etwas erstaunt über den doch sehr dichten Zugverkehr. War jetzt nicht irgendwann Streik?

In Biesenthal wechsle ich am Bahnhof die Seite der Bahnlinie und fahre jetzt auf der westlichen Seite entlang, komme schließlich auf einen Feldweg, wie er für Brandenburg nicht untypisch ist. Der festgefahrene Sand bietet eine gute Unterlage, bei längerer Trockenheit könnte er aber zur Qual werden.

Weiter geht es Richtung Danewitz und dann aber gleich scharf rechts auf die Verbindungsstraße Richtung Biesenthal, wo vor ein Paar Jahren ein Regionalkrieg um die Sanierung der Straße und insbesondere das Fällen der Bäume stattfand. Die Baumschützer haben gewonnen, vorläufig zumindest und so kann ich diese Allee genießen.

Kurz darauf komme ich auf eine Kirsch-Allee, die wohl eher zuwachsen wird, als das irgendwer meint sie ausbauen zu müssen. Auch schön, denn sonst wäre dies nicht eine so angenehme Strecke bis zum nächsten Waldstück.

Über Albrechtshof erreiche ich dann Bernau, muß an der Bahnschranke nicht warten, obwohl gerade ein Zug kommt, da ich den Weg rund um den Teufelspfuhl wähle und so zügig und ohne viel Autoverkehr auf den Pankeradweg gelange.

Die Sonne beginnt allmählich zu versinken und so steuere ich an der A11 durch den Lichttunnel. Der weitere Weg versinkt danach bald im Dunkel und als ich zu Hause ankomme ist es finster.

Die Tour war auch eine der ersten längeren, auf denen ich meine neue Photopocket genutzt habe. Passend nach meinem Entwurf aus einer alten Segelhose extra für mich genäht, hat sie wieder einmal gut ihren Dienst verrichtet und ermöglicht mir vor allem, die Kamera immer zur Hand zu haben.

(Temperaturupdate: auf der Arbeit sagten mir die Kolleginnen, daß es heute morgen ca. -8°C kalt war – so hat sich das auch angefühlt!)

Asphaltfreuden in der Hügellandschaft

Das beste Werkzeug, um den Charakter einer hügeligen Landschaft zu ergründen ist sicher das Fahrrad. Bei Auto oder Motorrad spürt man zwar größere Steigungen, ein sanftes auf oder ab aber nicht, weil es einfach nicht körperlich erlebbar ist.

Auch zu Fuß kann dieses auf und ab meist nicht so genau erspürt werden, da bei leichtem Anstieg oder Gefälle kaum ein Unterschied zur Ebene zu spüren ist.

Anders dagegen bei einem Fahrrad, noch dazu wenn es ein Singlespeed ist. Hier sind schon leichte Anstiege zu spüren und auch wenn keine Steigung zu sehen ist, geht eine geringe Neigung der Fahrbahn sofort in die Beine. Unterstützt wird das ganze natürlich noch durch die Anzeigen eines Höhenmessers.

Heute war es so weit, dass ich auf einem für mich nicht alltäglichen Weg vom Büro nach Hause fahren wollte und dabei sollten die Höhenzüge des Barnim zwischen Eberswalde, Bad Freienwalde und Prötzel / Strausberg erkundet werden.

Der tiefste Punkt der Tour liegt dabei schon in Eberswalde und von hier geht es über einige Kilometer hoch, wobei von bergauf nicht wirklich gesprochen werden kann. Vielmehr wechseln sich Steigungen mit fast ebenen Strecken und sogar mit leichten Abfahrten ab.

Nur noch knapp 20 Meter über dem Meersspiegel ist die Altstadt von Eberswalde gelegen und so heißt es gleich zum Beginn, wenn die Muskel noch nicht eingelaufen sind, ordentlich Höhenmeter zu machen. Der steilste Abschnitt liegt dabei auf der Breiten Straße, wo die Singlespeedübersetzung nicht wirklich passt.

Nach dem Abzweig der Tramper Chaussee wird es flacher, sie Steigung zieht sich aber noch bis kurz vor Sommerfelde die Hügel hinauf. Hier folgt eine kleine Abfahrt hinab in den Ort und jetzt geht es immer wieder rauf und etwas runter bis hinter Hohenfinow.

Richtung Cöthen überwiegt dann wieder der Gewinn von Höhe, ehe mir vor Dannenberg bewusst wird, warum es "-berg" heißt. Aber auch jetzt geht es immer wieder etwas höher und erst hinter der Kreuzung mit der B158 ist der höchste Punkt erreicht.

Der höchste Punkt liegt laut Höhenmesser auf 156 Meter. Die topografische Karte zeigt für die Stelle bei Platzfelde keine Höhenangaben, aber die Straße schneidet durch eine 155m-Linie und so wird es wohl stimmen.

Im Bauernwald geht es dann kurvig bergab und es kommt mir steiler vor als die Anstiege aus Richtung Hohenfinow. Aber so richtig runter geht es auch nicht. Statt dessen pendelt die Höhe um 100 Metern und es geht mal etwas rauf, mal etwas runter oder fast eben dahin.


Ein Stück sehr frische Straße, kurz bevor es nach links nach Haselfelde / Wriezen ab geht

Im Bereich Harnekop – Sternebeck ist es dann der Straßenbelag, der die Fahrt etwas bremst. Bestes Granitkleinpflaster bildet hier den Untergrund und ich muss unwillkürlich daran denken, dass dies wohl eine gute Filmkulisse abgeben würde.

Hinter Sternebeck gilt es dann ein letztes mal auf ca. 130 Meter zu steigen und eine Kuppe zu überwinden, ehe es nach Prötzel hinab geht. Das ganze findet dazu noch auf sehr neuem Asphalt statt, so dass ich den Blick auf die südlich gelegenen Wälder und Felder in Ruhe genießen kann.

Von Prötzel Richtung Strausberg geht es dann mehr oder weniger eben und erst kurz vor Strausberg folgt der nächste Rollabschnitt. Mit kleinen Unterbrechungen geht es hinab zum Straussee.

Kurz vor dem See erinnere ich mich an eine Fahrt vor vermutlich 23 Jahren, als ich nach Wesendahl unterwegs war. Es war Winter oder Herbst und ich war auf dem Sportrad meines Vaters unterwegs, als mir plötzlich das Hinterrad seitlich wegrutschte. Dabei kam es nicht zu einem Sturz, da diese Glatteisstelle nur wenige Meter breit gewesen war, aber danach war das Hinterrad durch die Wechselbelastung so verzogen, dass ich eine satte Acht in der Felge hatte. Es ging gerade noch zu fahren.

Richtung "Jenseits des Sees" geht es noch einmal mäßig steil nach oben und das war es dann mit den Hügeln. Denn Richtung Fredersdorf, Altlandsberg, Eiche geht es fast nur noch eben und die kleinen Steigungen an Brücken zählen einfach nicht.

Hundert

Gestern war es endlich so weit, daß ich den ersten Tag in diesem Jahr hatte, an dem ich mehr als 100 Kilometer auf dem Bike zurückgelegt hatte. Am Morgen war ich auf bekannten Wegen und bei leicht feuchtem Wetter zur Arbeit gefahren, am Nachmittag sollte es aber wenigstens auf Teilstrecken etwas neues geben.

Von Eberswalde kommend, startete ich zunächst nach Süden parallel zu den von mir schon so oft gefahrenen Wegen und mußte vor Klobbicke meine Schwimmfähigkeit beweisen.

Danach ging es durch mir fast unbekannten Wald weiter und ich schlängelte mich durch einen feuchten Robinienhain, ehe sich der Weg irgendwann verlor und ich bei Beerbaum auf Asphalt stieß und damit auch gleich einen Zipfel des Landkreises Märkisch-Oderland streifte.

Von hier fuhr ich auf bekannten teilweise befestigten, teilweise unbefestigten Wegen und Straßen weiter und am Ende waren es 102,5 Kilometer auf breiten Reifen und ich war ziemlich fertig.

Wat bist Du für ne Made?

Den Wetterfröschen zufolge sollte es heute den letzten richtig warmen Tag des Sommers geben und so machte ich mich am Morgen wieder einmal auf den Weg, die Arbeit ausschließlich auf dem Rad zu erreichen und auch wieder zu verlassen.

Wie immer startete ich in Pankow an den Fischteichen und fuhr anschließend über die Ludwig-Quidde-Straße und die Straße 74 zur Brücke über die Autobahn. An der Einmündung der eine in die andere wunderte ich mich, einen relativ schnellen Radfahrer im Querverkehr zu sehen und wunderte mich dann auf der 74, als ich von einem weiteren überholt wurde. Sonst sah ich hier maximal ein Auto.

Nach Überqueren des Autobahnzubringers A114 geht es weiter parallel zur Panke, zuerst auf einer Straße, dann auf einem Kies-Schotterweg. Ich lasse mich vom Tempo der anderen nicht beeindrucken, sondern ziehe in Ruhe meine Bahn. Trotzdem überhole ich den ersten bald und habe den zweiten an der Pankgrafenstraße eingeholt, da er auf Grund heftigen Autoverkehrs hier warten muss.

Danach geht es auf sehr feinem Schotter weiter, so daß ich das Herkelmann rollen lassen kann. Der vormals so schnelle zieht aber nicht wieder an, sondern rollt knapp vor mir, so daß ich mich einfach an ihn ranhängen kann.

Dies scheint ihn irgendwie zu irritieren, denn er dreht sich erst kurz um, läßt sich dann zurückfallen und fährt schließlich hinter mir. Diese Position gefällt ihm aber anscheinend auch nicht, denn kurz darauf überholt er mich wieder, setzt sich jedoch wieder nicht richtig ab und so hänge ich gleich wieder an ihm dran.

So rollen wir für einige 100 Meter hintereinander her, ehe er sich erneut zurückfallen läßt und mir während er neben mir ist, so etwas zublubbert wie: "Wat bist Du für ne Made?" und wieder leicht beschleunigt, um vor mir her zu fahren.

Was er mir damit genau sagen wollte, weiß ich nicht. Aber es blieb auch keine Zeit mehr, es herauszufinden. Denn kurz nachdem wir die A10 überquert hatten, biegt er nach links in den erst vor kurzem asphaltierten Weg ein, während ich weiter Richtung S-Bahnhof Buch rolle.

Ab hier habe ich wie immer die Qual der Wahl für den Weg bis Bernau. Einen richtig schönen, für das Herkelmann tauglichen, habe ich noch nicht gefunden und so entscheide ich mich heute wieder für den Weg über die alten Rieselfelder, auf dem ich zwar keinen schönen Untergrund habe, aber dafür meine Ruhe.

Auf der weiteren Strecke bis Bernau und im Endeffekt sogar Lobethal nervt dann der Verkehr. Scheinbar waren in der letzten Woche noch nicht alle Verkehrsteilnehmer aus den Ferien zurück, denn es herrschte bei weitem nicht so ein starker motorisierter Individualverkehr wie am heutigen Morgen.


Radweg Rüdnitz-Wullwinkel

Von Rüdnitz bis Wullwinkel kann ich dann wieder den neuen Radweg auf der Ostseite der L200/B2 benutzen. Eigentlich finde ich es nicht sinnvoll auch für Radfahrer riesige Mengen Asphalt in der Natur auszuwälzen, aber wenn der Weg von der Richtung paßt und vor allem auch ohne Verkehrsgefährdung zu erreichen ist, nutze ich ihn doch.

Und dann geht es auf der B2 bis Eberswalde durch. Einzige Abwechslung im Bereich Melchow, die Schranke ist mal wieder runter und statt auf ihr Öffnen zu warten, fahre ich lieber links in den Waldweg und schaukel dann auf für das Herkelmann eigentlich nicht geeignetem Grund entlang. Nach 48 Kilometern und 1:45 h gelange ich schließlich ins Büro.

Am Nachmittag habe ich zunächst Schwierigkeiten, mich für die Rückfahrt aufzuraffen und weil ich auch keine Lust auf große Umwege habe und es zudem schon relativ spät war, entscheide ich auf der B2 zu beginnen.

Hier will es zuerst aber garnicht rollen und ich quäle mich mit mittlerer Geschwindigkeit dahin. Der Verkehr nervt zum Glück relativ wenig, scheinbar sind die Schranken oft genug unten und so entstehen zwischen den

Erst hinter Bernau wird die Fahrt flüssiger. Hier herrscht allerdings schon wieder sehr starker motorisierter Individualverkehr und ich frage mich, ob es nicht doch die falsche Idee war, der B2 weiter zu folgen. Aber auf den Berlin-Usedom-Radweg, der von Bernau Richtung Berlin führt, hatte ich heute keine Lust. So richtig voran kommt man auf ihm zwischen Bernau und Buch nämnlich nicht, da er einen Haken nach dem anderen schlägt.

So bleibe ich also weiter auf der B2, überquere die A10 und durchquere schließlich den Rand von Lindenberg. Ab hier gibt es auch wieder einen neu gebauten Radweg, den ich auch heute gerne nutze. Ich verlasse ihn erst kurz hinter der Mühle, wo ich nach rechts Richtung Karow von der B2 abbiege.


kurz vor Karow

Erneut ist es nicht der beste Weg für das Herkelmann, aber mit gemäßigter Fahrweise komme ich doch gut durch. Der Weg ist für mich übrigens Neuland, ich bin ihn zwar irgendwann, als ich im Blankenburger Pflasterweg wohnte, schon einmal gefahren, die Erinnerung daran war aber komplett verschwunden.

Vorbei am S-Bahnhof Blankenburg geht es weiter auf die bekannten Wege entlang der Fischteiche. In Pankow angekommen kann ich dann noch mal den Mechaniker spielen, eine junge Radfahrerin steht mit ihrem Kohlefaserrenner am Straßenrand und hat ne Schraube am Umwerfer locker. Und nach insgesamt 95 Kilometern stehe ich dann wieder vor der Haustür.

hin und zurück

Die Idee, mit dem Bike an einem Tag aus dem großen B in den Barnim zur Arbeit und nach getanem Tagwerk von dort auch wieder zurück zu fahren, existierte schon länger. Aber es sollte bis heute dauern, ehe ich mich wirklich daran machte.

Die Fahrt nach Eberswalde am Morgen begann mit relativ hohen Temperaturen in der Stadt aber auch mit Nebel an der Peripherie.

An diesem Morgen folge ich auf der ersten Hälfte der Strecke dem Berlin-Usedom-Radweg und nutze die Gelegenheit um auch im Bereich der Eisenbahn bei Bernau ein Paar Fotos zu machen. Hier habe ich einen RE3 in Richtung Elsterwerda erwischt.

Den Rest der Strecke folge ich der B2, die zumindest in der letzten Ferienwoche noch erträglich ist und gelange nach knapp 2 Stunden Fahrzeit im Büro an.

Am Nachmittag habe ich als Ziel, die Baustelle Schiffshebewerk Niederfinow und auch die Badeanstalt in Eberswalde zu besuchen und so fahre ich nicht auf dem kürzesten Weg zurück, sondern verlängere die Runde, indem ich zunächst Richtung Osten aufbreche und erst später nach Süden schwenke. Aber schon auf dem Weg entlang des Finowkanals merke ich, daß der Rückweg wohl wesentlich beschwerlicher als die Tour am Morgen werden würde, denn schon hier spürte ich eine geweisse Mattigkeit.

Größere Höhenunterschiede sind auf der Tour nur im Bereich des Finwotals zu überwinden. Zunächst kommt die Steigung im Bereich der Ragöse, die ich noch recht locker erklimme. Wenige Kilometer später muß ich dann aber von Struwenberg nach Hohenfinow hinauf fahren und quäle mich zum ersten mal an diesem Tage so richtig. Oben angekommen rollt es auch nicht viel besser, denn hier macht sich der leichte Gegenwind bemerkbar, der mich ausbremst.

Hinter Hohenfinow geht es durch Wald in Richtung Gersdorf, wo mich der relativ schlechte Straßenbelag weiter nervt und ich das Gefühl nicht loswerde, daß die kleinen Räder des Herkelmann gnadenlos in jedes Loch plumpsen und mich dabei abbremsen.

Dann folgt Ewigkeiten offenes Land und die kleinen Alleebäume halten den Wind nicht zurück. Statt dessen habe ich sehr oft den Geruch verwesenden Obstes in der Nase. Von den vielen Apfel-, Pflaumen- und Birnbäumen fallen die Früchte, aber niemand sammelt sie auf.

Überraschungen aus der Vergangenheit warten dann in Beerbaum und Gratze auf ahnungslose Schmalspurtreiber. Denn in den Ortsdurchfahrten hat Pflaster aus den Anfangstagen der Mark bis in die heutigen Tage überlebt und fordert das Material zum Vergleich heraus. Das Pflaster in Beerbaum empfinde ich übrigens meist als schlimmer als jenes von Gratze, die Pflasterstrecke ist aber auch etwas länger. In Beerbaum kam mir wie zum Beweis auch eine RR-Fahrerin schiebend entgegen.


Ortsdurchfahrt Beerbaum, leichte Steigung in Richtung Gratze

Im Bereich von Börnicke habe ich dann endgültig die Lust aufs Rennradfahren verloren und fahre nur noch mechanisch weiter. Meine Geschwindigkeit sinkt dabei immer mehr und nur das Einwerfen des letzten Müsliriegels gibt mir noch etwas Energie und bringt mich bis nach Hause, wo ich nach insgesamt 120 Kilometern wieder eintrudele.