Eisiger Morgen

Es war ein sehr klarer und in der Hauptstadt mit -2°C nur mäßig kalter Morgen und so beschloß ich, heute wieder einmal den Weg zu Arbeit auf dem Bike zurückzulegen. Meine Fahrt begann noch in der Dunkelheit und ich nutzte den Chinastrahler, um mir den Weg durch den beginnenden Morgen zu bahnen. Langsam wurde es heller, aber erst hinter Bernau kam die Sonne über den Horizont. Die Luft war zu dem Zeitpunkt so klar, daß es kein Morgenrot gab. Die Sonne hing einfach als glühender Ball am tiefblauen Firmament.

Über die Verbindungsstraße zwischen Ladeburg und Lobetal rolle ich weiter nach Norden und habe den Eindruck, als würde es immer kälter.

Und auf dem weiteren Weg Richtung Biesenthal merke ich, wie zunächst meine Hände beginnen taub zu werden, die Kälte dann aber auch meine Oberschenkel und Arme angreift und meine Füße sind eigentlich schon nicht mehr dran. -2°C fühlen sich irgendwie anders an. Da die Sonne aber weiter scheint und dabei allmählich immer höher steigt, sage ich mir zur Beruhigung, daß es gleich wieder wärmer werden wird.

Biesenthal ist erreicht und hier scheint es wirklich wärmer zu sein. Oder liegt es daran, daß es nach Biesenthal über eine kleine Steigung hinein geht und mir die Sonne anschließend ins Gesicht scheint?

Kurz nach Verlassen des Ortes komme ich wieder in den Wald und die Kälte scheint größer als zuvor. Es gibt keine beständig wärmenden Sonnenstrahlen mehr. Die Bäume beschatten den Weg komplett und nur ab und zu lassen sie ein Paar Strahlen der Sonne hindurch.

Mich beruhigt jetzt nur noch, daß es nicht mehr weit ist und ich auch ohne die wärmende Sonne das Ziel erreichen werde. Kurz nach 8.00 Uhr ist es so weit, nach knapp 2 Stunden habe ich das Büro erreicht.

Am Nachmittag scheint die Sonne noch immer von einem strahlend blauen Himmel herab und so will ich heute zum zweiten mal in diesem Jahr auch den Heimweg wieder mit dem Rad antreten. Im Gegensatz zum letzten mal, als mir nur die massive Zufuhr von Kalorien in Form einer Streußelschnecke nach gut zwei Drittel der Strecke die Weiterfahrt ermöglichte, habe ich aber heute etwas besser auf meine Ernährung geachtet und für Mittags ein Paar Stullen mehr geschmiert und auch kurz vor dem Start noch etwas gegessen.

Meine Route wähle ich heute so, daß ich bis Melchow in der Nähe der Bahn bleibe, dabei zunächst die Schwärze überquere, dann an der ehemaligen Blockstelle Wildtränke bis an die Gleise komme und schließlich in Melchow über die Finower Straße in den Ort fahre und ihn am Friedhof entlang verlasse. Dabei treffe ich hinter dem Ortskern auf eine Weide mit kleinen Lämmern. Für Osterlämmer sind die aber dochnoch etwas früh?

Richtung Biesenthal fahre ich weiter entlang der Bahn und bin etwas erstaunt über den doch sehr dichten Zugverkehr. War jetzt nicht irgendwann Streik?

In Biesenthal wechsle ich am Bahnhof die Seite der Bahnlinie und fahre jetzt auf der westlichen Seite entlang, komme schließlich auf einen Feldweg, wie er für Brandenburg nicht untypisch ist. Der festgefahrene Sand bietet eine gute Unterlage, bei längerer Trockenheit könnte er aber zur Qual werden.

Weiter geht es Richtung Danewitz und dann aber gleich scharf rechts auf die Verbindungsstraße Richtung Biesenthal, wo vor ein Paar Jahren ein Regionalkrieg um die Sanierung der Straße und insbesondere das Fällen der Bäume stattfand. Die Baumschützer haben gewonnen, vorläufig zumindest und so kann ich diese Allee genießen.

Kurz darauf komme ich auf eine Kirsch-Allee, die wohl eher zuwachsen wird, als das irgendwer meint sie ausbauen zu müssen. Auch schön, denn sonst wäre dies nicht eine so angenehme Strecke bis zum nächsten Waldstück.

Über Albrechtshof erreiche ich dann Bernau, muß an der Bahnschranke nicht warten, obwohl gerade ein Zug kommt, da ich den Weg rund um den Teufelspfuhl wähle und so zügig und ohne viel Autoverkehr auf den Pankeradweg gelange.

Die Sonne beginnt allmählich zu versinken und so steuere ich an der A11 durch den Lichttunnel. Der weitere Weg versinkt danach bald im Dunkel und als ich zu Hause ankomme ist es finster.

Die Tour war auch eine der ersten längeren, auf denen ich meine neue Photopocket genutzt habe. Passend nach meinem Entwurf aus einer alten Segelhose extra für mich genäht, hat sie wieder einmal gut ihren Dienst verrichtet und ermöglicht mir vor allem, die Kamera immer zur Hand zu haben.

(Temperaturupdate: auf der Arbeit sagten mir die Kolleginnen, daß es heute morgen ca. -8°C kalt war – so hat sich das auch angefühlt!)

Sonnenfinsternis und Beneteau 25

Gestern war sie ja nun endlich da die sonnenfinsternis. Wobei ich ja noch glück hatte, denn zum einen war ich in berlin, wo die sonne zu immerhin 39 Prozent verdeckt war und nicht nur zu 36 wie bei mir zu hause. Zum anderen hatte ich auch glück, da ich wirklich etwas davon gesehen habe.

Allerdings nur wenig, denn die sonne schaute nur kurz zwischen den wolken hindurch und dann war die aufmerksamkeit auch wieder von der regatta gefangen. Nachdem ich am letzten WE ja schon einmal fremd gegangen war und zusammen mit schmidti in prenzlau einen glorreichen 1. Platz belegte, wollte ich diesmal auf einer beneteau 25 probieren, ob ich auch an anderen
bootsklassen spaß haben könnte.

Allerdings war der ringelnatz cup 2005 erst einmal die probe für die teilnahme am senatspreis am nächsten we. Witzig dabei, dass das training des ringelnatz cups am tag der deutschen einheit, die ursächliche regatta jedoch am tag der republik stattfindet! Tag der republik war ja schließlich der 7.Oktober.

Ringelnatz cup war für mich die erste wannsee-regatta im dickschiff und ich fand es erst einmal bemerkenswert, wie viele mit hightec ausgrüstete schiffe am start waren. Und dazu gab es noch eine reihe wirklich schöner klassiker. Insgesamt kamen ca. 70 schiffe zusammen, die jeweils in dreierteams aus einem verein antraten.

Da es wenig sinn macht, ganz schnelle und ganz langsame schiffe zusammen starten zu lassen, wurde das starterfeld bei yardstick 100 getrennt, die schnelleren starteten zuerst. Vor dem start mussten wir allerdings über ein stunde warten, weil kein wind war.

Der start selbst war ziemlich scheisse, da alle schiffe meinten, am schiff starten zu müssen. Und wenn die kleine beneteau dann in den windschatten eines dieser riesendampfer wie z.B. comfortina 42 geraten, ist erst mal schluß mit lustig, weil dann einfach alles steht. Gemein ist dabei auch noch, dass die dicken dinger auch einfach weitertreiben, obwohl sie gar keinen wind mehr haben und einfach stehen bleiben.

Aber egal, irgendwie haben wir uns dochnoch aus den fängen der riesenwindschatten gerettet und kreuzen im vorderen mittelfeld zur tonne eins und von da weiter zu einer der regattatonnen am nördlichen ende der großen breite.

Kurz vor der boje wird allerdings noch mal richtig gewürfelt, der wind weht kurzzeitig scheinbar nur für den 20er, der etwas in luv von uns war und schon ist er fast uneinholbar weg, geht weit vor uns rum.

Da geht der spi hoch, was trotz der größe (70 m²) relativ zügig geht. Eigentlich kaum langsamer als auf der fife. Und der spi fährt sich auch relativ einfach, zumindest bei dem wind. Ich wandel dadurch wieder auf alten pfaden, denn ich habe seit bestimmt zwehn jahren keinen spi mehr auf einer regatta gezogen und gefahren.

Irgendwie schaukeln wir auf die art über den kurs und trotz des wenigen windes relativ zügig. Ein viel langsameres schiff möchte ich bei solchem wind aber auch nicht fahren. Es geht runter und zurück auf den wannsee und noch mal hoch zur großen breite und der regattatonne 3. Die kreuz ist dabei wieder eher würfeln statt richtiges segeln, denn der wind ist mal hier und
mal da.

Nach der 3 geht wieder der spi hoch, oder nein – er geht nicht hoch, das spifall hat sich gelöst und so ist nur das fall oben. Scheiße, das war wohl mein fehler beim umschäkeln – schnappschäkeln muss ich wohl noch lernen.

Aber peter trägt es mit fassung und schlägt vor, alternativ das genuafall zu nehmen. Genua runter, umschäkeln, spi rauf und wir haben nur wenig oder nichts verloren. Und wir merken auch, dass das training bei der ersten runde gewirkt hat, die halsen werden besser, der spi fällt nicht ein und das schiff fährt.

Inzwischen sind schon über 3 h vergangen, dabei haben wir erst ungefähr die hälfte des kurses absolviert, oder etwa nicht? An der leetonne fahren alle irgendwelche komischen manöver – sieht fast aus wie zieldurchgang! Unser glück, denn so haben wir kein problem mehr mit dem spifall, wir können unter spi auch den angriff der DEGEWO-Beneteau abwehren und überholen sogar noch das italienische sportboat kurz vor dem ziel.

Jetzt bin ich nur gespannt, wie es nächste woche wird.