3 über die Hügel

3 Freunde machten sich am letzten Sonnabend auf den Weg, die Hügel der Uckermark zu durchfahren – der Hügelmarathon stand auf dem Programm. Die Voraussetzungen und auch die Kondition waren verschieden und so wagten sie sich an die Bewältigung der mittleren Strecken. Ein altes Herkelmann und das Nishiki wollten die 111er Runde drehen, das schöne orange leuchtende Kona wagte sich auf die 75er Runde.


Bild von Mr. Brennabor

Es war eine Premiere für die 3 Freunde, denn zwei von ihnen hatten noch nie so einer Veranstaltung beigewohnt und auch der dritte kannte die Region noch nicht so genau. Der Tag begann mit wolkenlosem Himmel, an den Scheiben mußte gekratzt werden, aber es wehte auch kein Wind. Beste Bedingungen schienen es zu werden. Aber es sollte anders kommen …

Der Start erfolgte kurz nach 9.00 Ortszeit im Herzen der Uckermark in Prenzlau. Zunächst mußten sich unsere 3 tapferen Gesellen durch das Gewühl der Packtaschen- und Geradelenkerbewaffneten kämpfen, ehe sie sich im Feld der Krummhörner bewegten.

Das Tempo zog kurz darauf stark an und das Herkelmann verlor das schöne Kona aus den Augen, nur das Nishiki hatte sich im Windschatten gehalten. Gemeinsam versuchten die beiden, sich der Spitze mehr zu nähern, denn nur diese versprach eine klar strukturierte Gruppe. Dahinter zerfiel alles schnell.

Schnell mußten die Freunde jedoch erkennen, daß es aussichtslos war und so versuchten sie ihr eigenes Tempo zu finden. Der Gegenwind begann sie auszubremsen und immer wieder fanden sich auch vereinzelte Mitfahrer. Aber führen bei dem Wind wollte keiner von ihnen.

Dann zeigte sich, daß das Nishiki heute nicht so in Form war und so bat es wiederholt das Herkelmann, doch endlich alleine weiter zu fahren und nicht immer wieder zu warten. Nach ewigen Bitten hatte dann das Herkelmann ein Einsehen und zog von dannen:


Bild von Mr. Brennabor, wie es dem Nishiki weiter ergangen ist, wird hier erzählt: Hügel, Wind und hoher Puls

Das Herkelmann machte nun erstmal Dampf und zog an dem einen oder anderen Krummhörnigen vorbei und hoffte irgendwo vielleicht dochnoch einen Mitstreiter zu finden. Und richtig, kurz nachdem es wieder eine Gruppe hinter sich gelassen hatte, weil sie ihm zu langsam war, gesellte sich dochnoch einer aus ebendieser Gruppe zu ihm und so mußte es nicht mehr allein durch die Gegend rollen.

Andere Krummhörner trafen die beiden erst wieder in Kuhz, wo es eine Tränke und Futterstelle für alle gab. Hier hielten sie sich aber nicht lange auf, denn inzwischen war die Sonne verschwunden und statt dessen wehte ein eiskalter Wind durch die hier nur spärlich stehenden Bäume.

Nach dieser Pause haben sich plötzlich zwei weitere Mitfahrer hinzugesellt und so fahren neben dem Herkelmann ein Canyon, ein TrengaD und ein Bergamont. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten arbeiteten die vier auch gut zusammen, das Canyon kam gut die Berge hoch, das Bergamont und das TrengaD machten ganz brauchbaren Windschatten und immer wenn es dem Herkelmann nicht schnell genug ging, setzte es sich an die Spitze und versuchte Dampf zu machen.

Kilometer um Kilometer zogen sie so gemeinsam durch die Uckermark und auch durch Randgebiete von Mecklenburg-Strelitz. In Wrechen jedoch zerplatzte die Gruppe, das Canyon setzte sich auf der immer schlechter werdenden Straße durch sein Leichtgewicht ab und die 3 schwereren Brocken blieben zurück.

Erst in Fürstenwerder beim nächsten Kontrollposten kamen sie wieder zusammen. Ab hier schien das Canyon auch wieder Gesellschaft zu suchen, denn es wartete auf das Herkelmann und so zogen sie gemeinsam dem Ziel entgegen. Mal führte der eine mal der andere.

Die Straße nach Schönermark forderte noch einmal alles von den beiden. Ein eisiger Wind wehte über die fast baumlosen Hügel, kühlte die beiden aus und bremste sie ab. Und nur mit gutem Teamwork erreichen sie den Ort.

Ab hier rollt es zum Glück wieder besser, denn die Kälte, der Wind und auch die Paar Hügel gepaart mit dem für das Herkelmann hohen Tempo haben doch ganz schön an den Kräften gesaugt. Und am Ende werden ca. 3.45 Stunden vergangen sein, als das Ziel erreicht ist.

Epilog: Am Ende sind alle 3 angekommen und hatten an ihrer Fahrt auch Spaß. Allerdings bemerkten alle auch, daß der letzte Teil der Tour eher monoton bis langweilig war. Es wirkte fast so, als wären die längeren Touren auf möglichst direktem Wege abgeschnitten worden um die geplante Streckenlänge zu erreichen. Dabei wurde aber offensichtlich vergessen, eine schöne Route zu wählen. Mehr Informationen zur Veranstaltung: Hügelmarathon.