Kilobilanz

Bereits vor längerer Zeit habe ich zusammen mit Freund Christoph eine kleine Waage gekauft, mit der wir unsere Bikes und sonstiges Spielzeug durchmessen wollten. Christoph hat dies gleich nach dem Kauf getan (An die Waage, fertig, los….), bei mir hat es dann aber doch bis zum Wochenende gedauert, ehe ich auch das letzte Fahrrad im Stall gemessen hatte.

Hier die kleine Aufstellung:

  • on-one inbred (Fred): 14,1 kg – mit Rohloffnabe und Matschequipment
  • on-one il-pompino: 10,1 kg – durch Reparatur am Hinterrad 300g verloren
  • Herkelmann: 9,72 kg – ein Triathlonrahmen aus Stahl mit Alu-Gabel, erlaubt  nur 26"-Räder, dazu Lenkerendschalthebel, siebenfach-Schraubkranz, XTR-Steuersatz
  • Oliver: 12,61 kg – ein altes Mifa mit DDR-Hinterrad, vorne aber eine neueer Gabel mit Cantisockeln
  • Kona Lava Dome: 12,64 kg – Neuaufbau auf Grundlage eines Konarahmens von ca. 2002
  • Centurion Stratos: 11,33 kg – mein Meilenschwein, inzwischen weit über 60.000 km gefahren und auf verschiedenen Kontinenten erprobt, ein Neuaufbau dieses Urgesteins: 3kg Rahmen + 1 kg Gabel, dazu einige Suntour-Teile und ein XTR-Steuersatz
  • The brave: 12,75 kg – mein Modderschwein mkit Rennlenker und Schutzblechen, seit Jahren fast nur noch an richtig dreckigen Tagen unterwegs
  • Elise: 15,62 kg – ein einfaches Damenrad mit allem, was dran war, als ich es vor Jahren im Wald fand (Elise steht hinten)

Dazu gibt es noch einige weitere Räder in unserem Stall, die mir aber zu klein sind:

  • Kona Kapu: 9,53 kg – ein oranger Retrorenner mit schön gemufftem Stahlrahmen
  • Centurion Backfire LRS: 12,58 kg – schönes Touren-MTB-Fully
  • Mrs. Black: 12,6 kg – was schnelles für die Stadt, Gepäckträger, Schutzbleche, Klingel
  • Herkules: 16,2 kg – etwas für die sportliche Dame
  • Montpelier: 16,54 kg – ein altes Teil, um mal schnell zum Bahnhof zu fahren – ein einfaches Schloß genügt!

Und natürlich gibt es auch noch mein Liegerad, welches zur Zeit allerdings nicht einsatzbereiot ist. In der letzten Ausbaustufe wog es satte 19,5 kg.

3 über die Hügel

3 Freunde machten sich am letzten Sonnabend auf den Weg, die Hügel der Uckermark zu durchfahren – der Hügelmarathon stand auf dem Programm. Die Voraussetzungen und auch die Kondition waren verschieden und so wagten sie sich an die Bewältigung der mittleren Strecken. Ein altes Herkelmann und das Nishiki wollten die 111er Runde drehen, das schöne orange leuchtende Kona wagte sich auf die 75er Runde.


Bild von Mr. Brennabor

Es war eine Premiere für die 3 Freunde, denn zwei von ihnen hatten noch nie so einer Veranstaltung beigewohnt und auch der dritte kannte die Region noch nicht so genau. Der Tag begann mit wolkenlosem Himmel, an den Scheiben mußte gekratzt werden, aber es wehte auch kein Wind. Beste Bedingungen schienen es zu werden. Aber es sollte anders kommen …

Der Start erfolgte kurz nach 9.00 Ortszeit im Herzen der Uckermark in Prenzlau. Zunächst mußten sich unsere 3 tapferen Gesellen durch das Gewühl der Packtaschen- und Geradelenkerbewaffneten kämpfen, ehe sie sich im Feld der Krummhörner bewegten.

Das Tempo zog kurz darauf stark an und das Herkelmann verlor das schöne Kona aus den Augen, nur das Nishiki hatte sich im Windschatten gehalten. Gemeinsam versuchten die beiden, sich der Spitze mehr zu nähern, denn nur diese versprach eine klar strukturierte Gruppe. Dahinter zerfiel alles schnell.

Schnell mußten die Freunde jedoch erkennen, daß es aussichtslos war und so versuchten sie ihr eigenes Tempo zu finden. Der Gegenwind begann sie auszubremsen und immer wieder fanden sich auch vereinzelte Mitfahrer. Aber führen bei dem Wind wollte keiner von ihnen.

Dann zeigte sich, daß das Nishiki heute nicht so in Form war und so bat es wiederholt das Herkelmann, doch endlich alleine weiter zu fahren und nicht immer wieder zu warten. Nach ewigen Bitten hatte dann das Herkelmann ein Einsehen und zog von dannen:


Bild von Mr. Brennabor, wie es dem Nishiki weiter ergangen ist, wird hier erzählt: Hügel, Wind und hoher Puls

Das Herkelmann machte nun erstmal Dampf und zog an dem einen oder anderen Krummhörnigen vorbei und hoffte irgendwo vielleicht dochnoch einen Mitstreiter zu finden. Und richtig, kurz nachdem es wieder eine Gruppe hinter sich gelassen hatte, weil sie ihm zu langsam war, gesellte sich dochnoch einer aus ebendieser Gruppe zu ihm und so mußte es nicht mehr allein durch die Gegend rollen.

Andere Krummhörner trafen die beiden erst wieder in Kuhz, wo es eine Tränke und Futterstelle für alle gab. Hier hielten sie sich aber nicht lange auf, denn inzwischen war die Sonne verschwunden und statt dessen wehte ein eiskalter Wind durch die hier nur spärlich stehenden Bäume.

Nach dieser Pause haben sich plötzlich zwei weitere Mitfahrer hinzugesellt und so fahren neben dem Herkelmann ein Canyon, ein TrengaD und ein Bergamont. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten arbeiteten die vier auch gut zusammen, das Canyon kam gut die Berge hoch, das Bergamont und das TrengaD machten ganz brauchbaren Windschatten und immer wenn es dem Herkelmann nicht schnell genug ging, setzte es sich an die Spitze und versuchte Dampf zu machen.

Kilometer um Kilometer zogen sie so gemeinsam durch die Uckermark und auch durch Randgebiete von Mecklenburg-Strelitz. In Wrechen jedoch zerplatzte die Gruppe, das Canyon setzte sich auf der immer schlechter werdenden Straße durch sein Leichtgewicht ab und die 3 schwereren Brocken blieben zurück.

Erst in Fürstenwerder beim nächsten Kontrollposten kamen sie wieder zusammen. Ab hier schien das Canyon auch wieder Gesellschaft zu suchen, denn es wartete auf das Herkelmann und so zogen sie gemeinsam dem Ziel entgegen. Mal führte der eine mal der andere.

Die Straße nach Schönermark forderte noch einmal alles von den beiden. Ein eisiger Wind wehte über die fast baumlosen Hügel, kühlte die beiden aus und bremste sie ab. Und nur mit gutem Teamwork erreichen sie den Ort.

Ab hier rollt es zum Glück wieder besser, denn die Kälte, der Wind und auch die Paar Hügel gepaart mit dem für das Herkelmann hohen Tempo haben doch ganz schön an den Kräften gesaugt. Und am Ende werden ca. 3.45 Stunden vergangen sein, als das Ziel erreicht ist.

Epilog: Am Ende sind alle 3 angekommen und hatten an ihrer Fahrt auch Spaß. Allerdings bemerkten alle auch, daß der letzte Teil der Tour eher monoton bis langweilig war. Es wirkte fast so, als wären die längeren Touren auf möglichst direktem Wege abgeschnitten worden um die geplante Streckenlänge zu erreichen. Dabei wurde aber offensichtlich vergessen, eine schöne Route zu wählen. Mehr Informationen zur Veranstaltung: Hügelmarathon.

Herkelmann

Irgendwie ist es schon komisch, wenn ein Bike ewig in der Ecke steht und man garnicht so genau weiß, warum eigentlich und dann nimmt man es an die Hand, setzt sich drauf und es rollt richtig schön und die Fahrt macht sehr viel Spaß.

So ging es mir mit dem Herkelmann, daß ich inzwischen fast 10 Jahre fahre, vor zwei Jahren aber, als ich zwei Platten an einem Tag hatte (vorne und hinten gleichzeitig) und deshalb etwas frustriert war, einfach in die Ecke stellte und seitdem nur noch hin und her trug. Dazu kam, daß ich einige der Teile auch woanders brauchen konnte und so wurde es langsam zum abgenagten Gerippe.

Ostern dann kam der Entschluß, es doch endlich wieder zusammen zu bauen und dann auch zu fahren und so kam es, daß ich heute nach der Arbeit eine kleine Tour unternahm, die sonst vielleicht auf dem il.pompino stattgefunden hätte.

Es ging direkt vom Büro los und so hatte ich auch noch schweres Marschgepäck. Aber egal, die Route führte mich zunächst am Markplatz in Eberswalde vorbei, der ausgerechnet heute (warum eigentlich am Freitag? – aber warum eigentlich nicht – denn der Markt war so voll, daß man von einem Erfolg ausgehen kann) nach längerer Bauzeit eröffnet wurde.

Hinter dem Markt geht es wie schon so oft die Breite hinauf. Die Steigung ist sicher nicht so herausfordernd wie die berühmte in Bad Freienwalde, aber auch hier sind Kurbelqualitäten gefordert. Denn es geht zunächst eher flach bis zur Ampel an der Eichwerderstraße, dann aber sehr konsequent nach oben bis zum Abzweig der Straße nach Trampe. Auf diesem steilen Abschnitt bin ich ziemlich am kämpfen, um mich dann aber auf dem ewig langen, eigentlich garnicht mehr steilen Stück bis zur Stadtgrenze noch zu quälen.

Hier fängt es zum Glück trotz des relativ starken Gegenwinds an zu rollen und so pendelt der Schnitt um 32-33 km/h. Sommerfelde und Tornow fliegen vorbei und die kleinen Hügel bis Hohenfinow fordern noch einmal.

In Hohenfinow biege ich Richtung Niederfinow ab und erreiche bald den Rand des Barnimplateaus. Unter mir erstreckt sich die Ebene des Niederoderbruchs und vor mir sehe ich das Wahrzeichen der ganzen Region: das Schiffshebewerk. Auch wenn ich hier schon oft entlang gefahren bin, fasziniert mich dieser Anblick immer wieder aufs neue.

Am Hebewerk ist der übliche Touristentrubel, sicher auch wegen der Ferien. Vor dem Ortseingang von Liepe wende ich das Bike scharf nach links und erklimme die Ausläufer des Chorin-Joachimsthaler Endmoränenbogens. Der Asphalt ist hier besonders rau und ich spüre das Gewicht meines Rucksacks. Meine Geschwindigkeit sinkt immer mehr und so bin ich froh, endlich oben zu sein.

Dann ein kleiner Schreck, gerade als ein Golf im Gegenverkehr kommt, werde ich von einem VW-Transporter überholt, der relativ weit auf die Gegenspur gefahren war. Das erschrockene Hupen des Golfs zeigt, wie knapp es war.

Die Abfahrt an der Ragöse bringt mich wieder hinab ins Finowtal und zurück nach Eberswalde. Aber von hier mache ich noch einen kleinen Schlenker und fahre hinter der Landesnervenklinik nach Norden. Erneut geht es leicht hoch, aber verglichen mit den anderen, ist diese Steigung winzig.

Als ich oben in Nordend bin, sehe ich einen RR-Fahrer, der gerade umdreht und dann in meiner Richtung weiter rollt. Ich trete etwas rein, komme ihm aber nicht näher und so fährt er immer vor mir her.

Hinter dem Oder-Havel-Kanal, auf dem noch immer rege Bautätigkeit herrscht, biege ich nach Britz. Auch der Andere fährt hier, aber unser Abstand ändert sich kaum und unbedingt zu ihm aufschließen will ich auch nicht unbedingt.

In Britz ist am Bahnhof dann mal wieder die Schranke runter und so müssen wir warten, bis der Zug durch ist. Ein Triebwagen der ODEG rollt aus Joachimsthal kommend in den Bahnhof, dann gehen die Schranken hoch.

Von Britz Siedlung nach Britz Dorf geht es die zähe Steigung hinauf, hier heißt es aber nur: Drücken und aufpassen, daß das Tempo nicht sinkt. Dann hinter dem Dorf auf die Straße nach Blütenberg.

Normalerweise ist auf dieser Straße wenig Verkehr, heute aber ist Rushhour – die Landstraße hoch nach Golzow ist wegen einer Baustelle gesperrt und alles will über den Feldweg nach Golzow fahren.

Hinter dem Abzweig wird es aber ruhiger und kurz darauf rausche ich durch Blütenberg. Hier steht wie immer einer der Fans, aber er winkt nicht. Gleich hinter Blütenberg geht es diesen fiesen Stich hinauf und dann oben auf der Ebene weiter.

Plötzlich heftiger und aggressiver Autoverkehr. Der erste muß mir per Hupe und Handzeichen unbedingt weis machen, daß da rechts auch noch so etwas wie ein Rad-Fuß-Weg ist und ich nicht hier auf der Straße fahren soll. Der Zweite ist noch krasser drauf – er brettert mit mächtiger Staubwolke über den für ihn zu schmalen Weg rechts von mir und der Gegenverkehr schaut verwirrt.

Ab Buckow habe ich die Straße dann endlich fast für mich allein. Denn die alte KAP-Straße ist den Autofahrern inzwischen wohl zu löchrig. Ich finde aber zwischen all den Schlaglöchern einen Weg, auf dem ich das Herkelmann sicher hindurch manörvieren kann und lande schließlich am Oder-Havel-Kanal und luller von hier nach Hause.

Am Ende waren es 45 Kilometer mit einem 29er Schnitt. Dafür, daß ich mich nach ungefähr der Hälfte ziemlich schlapp gefühlt hatte und auch den Anderen nicht gekriegt habe, ist es o.k. – aber das Jahr hat ja sicher auch noch ein weitere schöne Tage und Abende, ich freue mich drauf.