Verloren im Wald?

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Ich war heute noch einmal nördlich des Flughafens unterwegs und probierte dabei neue alte Wege. Der erste zu dem kleinen See endete in einer Sackgasse am Ufer. Das Wasser war klar und irgendwie einladend, aber so fremden zugewachsenen Gewässern traue ich immer nicht sofort. Ein sauberer Sandstrand ist mir irgendwie lieber.

Auf dem weiteren Weg nahm ich dann nicht den Trail über den Hügel sondern den etwas weiter nördlich verlaufenden, der den Hügel fast eben umschifft. Dabei kam ich mir aber etwas verloren vor. Der Weg wächst immer weiter zu. Bäume liegen quer und die Brücke über das Menningfließ macht auch nicht mehr den besten Eindruck. Nicht mehr lange und der Weg wird verschwunden sein.

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Dabei war das früher der wichtigste Weg quer durch diesen kleinen Wald. Er war problemlos von PKW nutzbar. Vor einigen Jahren wurde allerdings die Ausfahrt in Finow versperrt und spätestens seitdem die Gemeinde Schorfheide diese komische Straße quer durch den Wald zu den Solarfeldern baute (bzw. genehmigte), ist es aus mit der Zufahrt für doppelspurige KFZ.

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Strichnavigation

Seit ungefähr einem halben Jahr benutze ich einen Garmin Edge 205 als Fahrradkomputer und auch zum aufzeichnen von Tracks, um gefahrene Routen nachzuvollziehen oder Fotos zu geotaggen. Aber der Edge erlaubt es auch zu fahrende Routen aufzuladen und diese dann nachzufahren und hilft somit unbekanntes Terrain zu erkunden.

Einen ersten Test dieser Möglichkeit habe ich am vergangenen Wochenende durchgeführt, wo ich mit einem Freund von Fürstenberg an der Havel zum Stechlinsee und von da weiter zum Stolpsee und entlang der Havel bis in den Barnim fuhr. Bevor man die Tour aber abfahren konnte, mußte ersteinmal eine Route her und diese auf den Edge übertragen werden. Routen können im Internet in allen möglichen Formaten gefunden werden. Ich plane sie dagegen oft mit einer digitalen Top50-Karte. Die Route liegt dann als Overlay vor.

Overlaydaten müssen vor der Nutzung auf dem Edge in das Garmin Course-Format umgewandelt werden. Dies kann zum einen online z.B. mit gpsies.com erfolgen oder aber auf dem Rechner mit kleinen Programmen wie Ovl2Crs von hapepo. Bei Ovl2Crs ist es allerdings erforderlich, das Overlay als ASCII zu speichern.

Die Vorarbeiten waren recht schnell erledigt. Spannender wurde allerdings das abfahren der gewählten Route, denn sie liegt beim Edge 205 nur als dicke Linie auf grauem Untergrund vor. Die eigene Position wird dabei durch einen kleinen schwarzen Pfeil angezeigt.

Dem Kurs zu folgen ist in eindeutigem Gelände kein Problem, solange der Knick in der Kurslinie ausreichend groß ist. Schwierig wurde es erst, als Entscheidungen zu treffen waren, wie z.B. an Weggabelungen, wenn die Wege nur ca. 20° Richtungsunterschied oder weniger hatten. Hier passierte es uns öfter, daß wir erst nach einer kurzen Strecke merkten, daß wir falsch waren. Und hier hätte vielleicht eine hintergelegte Karte, wie sie inzwischen bei fast allen neueren Geräten ladbar ist, hilfreich sein können.

Die Strichnavigation hat uns so den einen oder anderen Umweg beschert, aber die meisten bargen solch schöne Kleinode wie dieses Feuchtgebiet in der Nähe der Havel bei der Schleuse Schorfheide:

Insgesamt war es aber doch eine ganz witzige Sache, denn zusammen mit einer sowieso mitzuführenden Karte kann doch etwas flüssiger gefahren werden, als wenn man ur mit der Karte fahren würde. Weitere Strichnavigationsversuche werden also folgen.

Nichts ist, wie es war …

Das herrliche Wetter am heutigen Nachmittag zog mich direkt nach der Arbeit aufs Bike zu einer kleinen Feierabendrunde. Dabei stellte ich allerdings fest, daß ich diese Wege ewig nicht gefahren sein mußte, denn vieles war neu und ungewohnt, obwohl die Strecke zum größten Teil über mir bekannte Wege ging:

Schöne Neuigkeiten gibt es aus Werbellin. Die Gaststätte, die im letzten Jahr abgebrannt war, wird wieder aufgebaut.

Einen eigenartigen Eindruck hinterläßt dagegen der Weg südlich um den Buckowsee herum. Angler sitzen mit riesigen Zelten am Ufer und haben aggressiv bellende Hunde bei sich. Und sie müssen mit dem Auto bis direkt zu ihrem Angelplatz vorfahren.

Ein Pärchen sitzt am Ufer und raucht.

Der Uferweg ist im westlichen Teil schon so durch Autos ausgefahren, daß von einem Pfad nicht mehr gesprochen werden kann. Ganz im Westen liegt ein Baum quer über den alten Weg, ein neuer ist aber schon getrampelt.

Neues auch in Finowfurt, als ich das letzte Mal hier vorbeifuhr, war noch nicht einmal etwas von einer Grundstückseingrenzung zu sehen, jetzt steht schon ein Haus im Weg. Und ich dachte immer, dieser Weg wäre ein Offizieller. Schade eigentlich, denn so geht wieder ein schönes Stück unbefestigter Weg verloren.

Aber eines ist leider doch so geblieben: das Schloßgut in Finowfurt wartet weiter auf jemanden, der das nötige Kleingeld übrig hat und macht einen sehr traurigen Eindruck, …

… nur die moderne Zeit steht schon unmittelbar vor der Tür bereit.

Der ganze Trip ist bei Triptracker anzuschauen: Durch den Spätsommer