Auf dem Unit durch den Schnee

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Nachdem ich am Donnerstag etwas auf ‚the brave‘ durch den Barnim gestolpert war, ging es heute nochmals auf die Piste. Ich hatte geplant, die klassische Werbellinseerunde zu fahren. Der Start erfolgt in Finowfurt, über den Oder-Havel-Kanal geht es auf der Steinfurther Brücke und dann weiter nach Norden durch diesen schönen Hohlweg.

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Die heutige Tour sollte auch ein Test für die Schwalbe Marathon Winter sein. Im Gegensatz zu den auf ‚the brave‘ montierten  NOKIAN HAKKA 300 WCS habe die Schwalbes nicht einmal halb so viele Spikes. Aber nach den recht guten Erfahrungen mit der 26″-Variante bei Oliver (Neue Schuhe für Oliver: Spikes) wollte ich sehen, wie die Trekkingradvariante funktioniert. Etwas mehr Breite hätte mir gefallen, aber die Reifen in der Dimension 42-622 standen zum Test gerade zur Verfügung.

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Für den Winter perfekt ist auch die Rohloff. Und auch die Scheibenbremsen machten sich gut.

Die klassische Werbellinseerunde fahre ich inzwischen seit mehr als 25 Jahren immer wieder einmal. Früher war es meine Standardausfahrt, heute komme ich leider nur noch selten dazu. Spannend ist es daher auch, wie sich alles im Lauf der Jahre verändert. Rund um den Großen Buckowsee zum Beispiel werden die Wege immer schlechter oder verschwinden in einigen Jahren wahrscheinlich.

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Der Blick bei der alten Schäferei Margaretenhof am Koppelpfuhl ist aber immer noch schön. Und die Windräder, die irgendwo kurz  vor dem Horizont dazugekommen sind, stören kaum.

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Im Wald zwischen Golzow und Altenhof verlieren sich die in meiner Erinnerung gepeicherten Wege dann völlig und ich stehe irgendwann im weiß-grünen Nichts. Ein Quad knattert durch den Wald und zeigt mir den nächsten Weg. Ich folge ihm einige Hundert Meter und bin dann plötzlich in unmittelbarer Nähe der A11.

Dabei entdecke ich diesen Durchlaß und beschließe auch Plan B sein zu lassen und die Runde weiter abzukürzen. Ich bin inzwischen weit über 1 Stunde unterwegs und habe gerade mal ein Drittel meiner ursprünglich geplanten Runde hinter mir.

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Von dem Durchlaß fahre ich direkt Richtung Altenhof, lege mich dabei noch mal kurz auf den Popo, fahre dann über Werbellin zum Großen Buckowsee und komplettiere dabei die Runde. Den Rest des Weges folge ich dann meinen eigenen Spuren bis zum Ausgangspunkt, wo nach einer Dusche schon ein warmes Mittag wartet.

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Der Screenshot zeigt die Route vom Großen Buckowsee bis zum Großen Buckowsee, den Track über A11 und L238 muß man sich allerdings wegdenken.

Abspulen

Stoisches Abspulen von Straßenkilometern mit schmalen Reifen auf dem Rennrad ist eigentlich nicht so mein Ding. Vielmehr zieht es mich weg vom Asphalt auf Feld- und Waldwege oder auf schmale Singletrails. Manchmal zieht es mich aber dann doch auf die schmalen Reifen, z.B. wenn ich einfach nur etwas entspannt rollen, die Geschwindigkeit oder einfach nur den kalten Fahrtwind im Gesicht spüren will.

Deshalb spannte ich heute auch das il.pompino an und machte mich auf die kleine Runde um den See. Das Wetter war nicht wirklich winterlich, obwohl wir Anfang Januar haben, allerdings war es auch nicht mehr ganz so frühlingshaft wie am Vortag. Vielmehr wehte mir ein kalter Nordwind ins Gesicht.

Den Nordwind spürte ich besonders, als ich nach einem kurzen mühsamen Anstieg das Plateau bei Buckow erklommen hatte und mich auf der immer weiter zerbröselnden Kapstraße nach Nordosten bewegte. Die Kapstraße hat inzwischen einen so schlechten Gesamtzustand, daß sie kaum noch als Geheimtip für richtig Schmalbereifte gelten kann. Für mein il.pompino ist das aber noch kein allzu großes Problem.

Nach Buckow kommt eine der schönsten Abfahrten der gesamten Runde. Leicht geschlängelt geht es durch eine Allee einige hundert Meter bergab, dann folgt aber der nicht sehr steile aber doch zähe Anstieg Richtung Altenhof. Von der Straße habe ich jetzt auch einen guten Blick auf die Baustelle für den neuen Radweg zwischen Buckow und Altenhof und frage mich wieder einmal, wer diese Radwege plant …

Der Nord- bis Nordostwind bremst noch bis Altenhof spürbar weiter, dann wird er gemildert durch den Wald. Dafür folgen ab Ortsmitte weitere zähe Meter bergauf. Nur langsam schiebe ich mich hoch und komme abgekämpft am höchsten Punkt der Runde an.

Nach einer holperigen Abfahrt lande ich am Ufer des Werbellinsees, rolle auf der Seerandstraße zuerst über Sand, dann Pflaster und schließlich wieder Asphalt und biege dann noch auf die Abkürzung zur Badewiese Michen, wo ich eine kurze Verschnaufpause einlege.

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Dies war wieder einmal ein Weg, für den das il.pompino nicht so geeignet ist, aber es war wohltuend, vom glatten Weg abgewichen zu sein und kurz darauf lockte ja auch noch der unverstellte Blick auf den finster wirkenden Werbellinsee.

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Ab hier wird die Fahrt dann so richtig zäh, nur selten rolle ich richtig entspannt dahin. Vielmehr fühle ich mich, als wäre ich schon die 3-fache Entfernung unterwegs gewesen. Die Beine sind schwer und kraftlos.

Irgendwann ist Wildau erreicht, wo ich die L220 wieder verlasse und bis Eichhorst am Werbellinkanal entlang rolle. Passanten werden mit quietschenden Reifen erschreckt und weiter geht es auf die letzten Kilometer.

Noch einmal eine kurze aber steile Steigung, die mich zum kurzen Anhalten zwingt. Ich fühle mich doppelt so alt und inzwischen so matt, als wären es 200 Kilometer ohne Nahrung und Trinken gewesen. Aber irgendwie geht es die letzten Meter hoch und auf der Ebene oben weiter.

Vor der Kaiserwegbrücke aber dochnoch einmal ab vom glatten Weg und entlang des Oder-Havel-Kanals nach Osten. Eine Strecke die ich kurz vor Ende gerne noch einbaue, vor allem da sie mit dem Bau der neuen B167 wohl verschwinden, zumindest aber ihren jetzigen verlieren wird.

Nach kurzem Fotostop wird das Ziel erreicht, auf den Weiterbau am aktuellen Bastelprojekt am späteren Nachmittag verzichte ich dann aber doch …

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