Frühjahrsregatta 2013

DSC07059

Die Bedingungen für die Regatta waren eher mäßig, Regen drohte, der Wind kam mal von hier mal von da und 3 Windstärken waren schon die Krönung. Dazu gab es vom Start weg einen Anlieger über die erste zur zweiten Tonne. Wenig Platz also auch noch für taktische Raffinessen. Der Start erfolgte dazu noch in einem Zeitfenster von 30 Minuten, was aber für die erste 505-Regatta nach einer Saison Pause ganz o.k. war.

Auf Grund der Vorhersage überlegten wir, den Start hinauszuzögern. Schließlich war für irgendwann noch stärkerer Wind angesagt. Nachdem es kurz nach eins aber halbwegs vernünftigen Wind gab und die Konkurrenz für das Blaue Band schon unterwegs war, beschlossen wir, einfach hinterher zu fahren, sowie wir ein freies Fenster zwischen den Dickschiffen fanden.

Unsere größte Konkurrenz für’s Blaue Band war die Streamline von Paul, der wenig vor uns gestartet war. Dadurch hatten wir immer guten Blickkontakt. Die Streamline schien an der Kreuz aber einfach immer einen Tick schneller zu sein und Paul entfernte sich langsam von uns.

Vor Altenhof nach der zweiten Wendemarke zogen wir den Spi und es lief mit Axel an den Schoten wie bei unseren letzten 505-Regatten. Der Spikurs half uns auch wieder, den Abstand nach vorne zu verringern und an der 3. Wendemarke hatten wir nur noch die Streamline und einen 20er Jollenkreuzer vor uns.

Wieder ein Anlieger und zurück nach Altenhof zur vierten Tonne. Die vierte Tonne ligt jetzt in der Flaute. Und nun ist es Christopher, der mit seiner Dehler 29 am Zug ist. Länge läuft einfach und mit dem langen Mast greift er nach den Höhenwinden, an die wir nicht kommen. Trotzdem runden wir noch gut vor ihm die Tonne.

Dann geht der Spi wieder hoch, wir fahren einen relativ tiefen Kurs auf die Ecke gegenüber von Altenhof zu. Der Wind ist wieder nicht besonders stark, es läuft aber. Ab der Ecke wird es kurz spitzer, ehe der Wind weiter rechtsrum dreht und wir irgendwann fast platt vorm Laken Richtung Wildau fahren.

Jetzt liegt nur noch Paul mit der Streamline vor uns, als bei ihm plötzlich alles steht, der Spi runter geht und wir grübeln, was da wohl passiert. Das Ziel hat er nämlich noch nicht erreicht. Aber plötzlich hatten wir auch keinen Druck mehr im Schiff und der Restwind kam eher von vorne. Die letzten Meter bis zum Ziel wurden so noch einmal zur Qual und wir waren froh, als wir die Linie endlich überquert hatten.

Die Jollenwertung gewannen wir problemlos, sowohl nach gesegelter als auch gerechneter Zeit. Und nach gerechneter Zeit hätten wir auch die Gesamtwertung mit ca. 4 Minuten Vorsprung gewonnen. Fürs Blaue Band hat es am Ende aber doch nicht gereicht, denn nach absolut gesegelter Zeit war Paul mit seiner Streamline 1:40 schneller als wir. Glückwunsch!

Die kompletten Ergebnisse und auch einen kleinen Bericht aus Veranstaltersicht gibt es auf der Seite von Stahl Finow: Frühjahrsregatta 2013

Vielleicht noch eine Bemerkung am Rand. Vor 5 Jahren hatten wir mit der Dochnoch die Wertung bei den Jollenkreuzern und auch das Blaue Band gewonnen.

Berliner Meisterschaft 2011 im 505

Schon witzig, wenn man nach 4 Jahren Pause wieder einmal beschließt, eine Rangliste auf der fife zu fahren und es hat sich in der Zwischenzeit eigentlich kaum etwas getan. Klar, es gibt ein Paar neue Gesichter, es gibt neue Schiffe zu bestaunen, aber gleichzeitig treffen wir auch viele der Segelgegner der letzten Jahre und diese erkennen uns sogar wieder.

Grund für diesen Wiedereinstieg waren Ecki und Christopher, die sich ein „neues“ Schiff zugelegt hatten und die uns motivierten die alte Kiste doch auch wieder herauszuholen. Der Parker mit Nummer 6786 ist inzwischen über 30 Jahre alt und eigentlich auch schon seit Jahren nur noch bedingt konkurrenzfähig. Aber wie auch bei früheren Regatten nahmen wir diesen Nachteil recht gelassen hin, denn eigentlich wollten wir vor allem sehen, wie gut die Konkurrenz mit den neuen Schiffen inzwischen geworden ist oder sie einfach nur neuere Schiffe fährt, sonst aber alles wie bekannt geblieben ist.

Die Wettervorhersage versprach ruhiges Herbstwetter – morgens etwas frostig, den Tag über aber sonnig und dazu schwachen Wind, Sonnabend 2 Bft, Sonntag vielleicht sogar 3. Insgesamt 30 Fiven (davon 3 aus Polen) versprachen auch im Mittelfeld spannendes Segeln und bei den auf dem Wannsee üblichen kleinen Kursen sollte das Feld durch den regelmäßigen Wechsel zwischen Up- und Down-Wind recht dicht beisammen bleiben.

Unser Einstieg verlief etwas schleppend, da wir beim ersten Start kein gutes Timing hatten und somit an der Luvtonne recht weit hinten im Feld lagen. Aber der Rest der Wettfahrt lief wesentlich besser und so schoben wir uns immer weiter nach vorne. Ärgerlich war dann nur, dass wir auf dem wirklich kurzen Stück zwischen der letzten Bahnmarke und dem Ziel zwei Gegner ziehen lassen mussten, da wir einfach nicht beschleunigten. Trotzdem wurde dies mit einem 15. Platz unsere beste Wettfahrt.

Die zweite Wettfahrt lief auf den ersten Blick besser. Der Start war ordentlich, die erste Kreuz auch, aber danach verhedderten wir uns in den Optionen, die der Wannsee bot und es ging immer wieder ordentlich nach hinten und nur wenig nach vorne. Ein 18. war das Resultat.

Die dritte Wettfahrt begann wieder sehr gut, aber die Spigänge liefen nicht wirklich. Nicht nur, dass wir durch taktische Entscheidungen verloren. Nein auch die Technik spielte nicht mit. Es fing damit an, dass der Spi nach gut der Hälfte beim hoch ziehen einfach hängen blieb und nur mit grober Gewalt weiter nach oben zu ziehen war, nein beim Bergen wollte er dann auch nicht wieder richtig runter. Auch hier half nur die Anwendung von Gewalt, aber an der Boje waren wir trotzdem inzwischen einige Meter vorbei gesegelt. Wir sahen dann, dass sich das Spifall auflöste und beschlossen, den Tag mit dieser Wettfahrt zu beenden. Die Wettfahrtleitung meinte aber auch, dass es für heute reicht und so hatten wir keinen größeren Nachteil daraus.

Der Sonntag begann vom Wetter dann vergleichbar zum Sonnabend. Es wehte nur geringer Wind am Morgen und die Schiffe waren oberflächlich komplett bereift. Die Wettfahrtleitung verkündete auch eine Startverschiebung und so warteten wir ca. 1h bis zum 1. Start und konnten dabei noch etwas sinnlos rumschnacken.

Der Start erfolgte wieder gegen 11.00 Uhr und sogar mit etwas mehr Wind als am Sonnabend und Axel stand den ganzen Tag häufiger im Trapez. Obwohl wir inzwischen wieder etwas eingespielter waren, gab es aber doch die eine oder andere relativ hektische Szene an Bord. Es war einfach zu merken, dass der Wind einen Tick stärker wehte und die Five Fehler gnadenlos bestraft. Und so liefen gerade die Spistrecken etwas holprig. Hier verloren wir aber noch viel mehr wegen einiger taktischer Fehler. Besser liefen dagegen die meisten Kreuzkurse, hier konnten wir trotz des alten Bootes oft sehr gut mitspielen und hatten eine Menge Spaß.

Am Ende kamen wir als 18. und 17. ins Ziel und belegten insgesamt bei dieser Regatta den 18. Platz unter den 30 Schiffen und dies noch dazu mit dem ältesten Boot.

Wer Interesse hat, kann sich unter folgenden Links unsere Tracks auf einer Googlemap ansehen:

Berliner Meisterschaft – Sonnabend / Berliner Meisterschaft – Sonntag

Beim Sonnabendtrack ist auch gut die flache Stelle sehen, bei der wir am Haveleck einen Tiefentest vorgenommen haben.

Die genauen Ergebnisse sind hier: Joachim-Hunger-Gedächtnis-Preis – mit BM für 470er und 505er Fr. 21.10.11 – So. 23.10.11 und hier Berliner Meisterschaft Berlin (int505.de) zu finden.

Alternde Männer in fliegenden Kisten

Das kommt dabei heraus, wenn zwei sich treffen, um etwas zu tun, dass sie zwar irgendwann sehr gut konnten, es aber lange nicht mehr probiert hatten.

Am Wochenende war Fruehrjahrsregatta auf dem Werbellinsee und wir hatten das Ziel, das Blaue Band der schnellsten Jacht zu gewinnen. Die Voraussetzungen dafuer waren gut, aber wir hatten den Wetterfaktor nicht komplett unter Kontrolle und bei Boen bis 7 Bft waren wir einfach mit der alten Kiste, den ausgelutschten Segeln und unserem schlechten Trainingszustand nicht in der Lage, den 505er heil nach Hause zu bringen.

Das Bild hat mir Maik, der mit Eckis Kamera unterwegs war, gesponsort.

Letzte Helden 2007

Bei den letzten Helden ist die Startzeit ab und zu zu ungewöhnlich früher Stunde. So auch in diesem Jahr, wo die Tide um 10.22 Uhr ihren höchsten Stand hat und der Start demzufolge schon gegen 8.30 stattfinden sollte. Das hieß für uns vor allem früh treffen und das Boot noch im Dunklen aufbauen und dann bald nach 7.00 fürs Slippen bereit machen.

Aber es sollte anders kommen, denn Christophers Wecker hatte wohl im Rahmen der Zeitumstellung von letzter Woche komplett die Orientierung verloren und so war er erst wach, kurz bevor ich ihn anrief. Der Schlaf muss anschließend aber noch etwas nachgewirkt haben, denn er fuhr erst einmal aufs falsche Elbufer und sah von dort die Schiffchen vor sich auf dem Wasser schippern und fragte sich, wie er wohl am besten hinüber kommen sollte.

Als er dann endlich da war, hieß es für uns noch etwas bauen. Das Gelenk des Pinnenauslegers war zu ersetzen, wofür Christopher das Teil besorgt hatte. Die Demontage hatte ich zu Hause schon vorbereitet, damit es jetzt schneller gehen sollte – wollte es aber nicht. Der kleine Gummifreund stellte sich überaus widerspenstig an und wollte auf keinen Fall weit genug in das Rohr des Pinnenauslegers rutschen. Unsere Bordmittel halfen uns hier nicht, aber zum Glück gab es einen Helfer im Verein, der uns schnell und unproblematisch aushalf und so konnten wir mit einiger Verzögerung ablegen, als die ersten schon wieder vom Wasser kamen.

Als wir dann endlich auf dem Wasser waren, war der Tag dann auch schon fast gelaufen, denn es gab nur noch ein Rennen, ehe das Wasser aus dem Mühlenberger Loch wieder weitgehend verschwinden sollte. Dieses Rennen lief aber ganz gut, wir hatten uns schnell wieder aufeinander eingestellt und konnten uns mehr den Gegnern als unserem Schiff widmen und wurden so 15.

Der Tag hatte eigentlich noch gar nicht richtig begonnen, als wir gegen halb Zwölf schon wieder an Land waren. Aber zum Glück gab es zu unserer Meldung auch noch ein Ticket für die Bootsmesse und so machten wir uns am Nachmittag auf zu einem Besuch in den Hamburger Messehallen.

Da trafen wir dann unseren halben Verein, waren von der Messe aber doch eher enttäuscht. Es standen zwar einige Schiffe herum, diese stammten aber nur von relativ wenigen Herstellern und es gab kaum etwas unter 10 Metern Länge. Die Beneteau 25 kannte ich schon vom Segeln und die polnischen Wohnschiffe sind nicht so mein Ding und so erregte am ehesten noch die Biehl 8.8 mein Interesse – ein Daysailor mit knapp 9 Metern Länge und einem sehr klassischen Aussehen.

Richtig spannend wurde es aber erst bei bartels.eu, Ronstan und Harken, wo Beschläge, Blöcke und sonstiger Technikkram herumlag und die eine oder andere Idee für die nächsten Modifikationen an der Dochnoch gebaren. Abends ging es noch zu Freunden und dann immerhin schon gegen Mitternacht in die Koje, denn auch am Sonntag sollte es relativ früh losgehen.

Der Start war diesmal allerdings eine Stunde später angesetzt und außerdem alles schon aufgebaut und so konnten wir den Tag ruhiger beginnen. Erst auf dem Wasser drehten wir richtig auf, legten einen sehr guten Start und Startkreuz hin, kamen unter den ersten zehn an die Luvtonne und lagen im Ziel nachher auch auf dem 10. Platz – das hieß nur knapp das Erste Drittel verpasst für den Klassiker!

Im zweiten Rennen am Sonntag läuft es dann zunächst noch wesentlich besser. Wir starten wieder mittig auf der Linie und ziehen mit freiem Wind weit nach links hoch bis zur Fahrrinne. Da umgelegt und wir können die Boje fast anliegen. Der Wind dreht ähnlich wie im vorherigen Rennen leicht nach links und so machen wir richtig viel gut, kommen als zweiter an die Boje.

Spi hoch und vorwärts, dem ersten hinterher. Dann wieder die Entscheidung: links oder rechts? Ich entscheide rechts zu fahren, was ich aber nach einigen Metern bereue, denn alle, die links oder einfach nur geradeaus gefahren waren, sind an uns vorbei… Egal, auch auf der zweiten Kreuz halten wir uns wieder eher links und können noch einmal einiges gut machen, kommen wieder vor bis ungefähr zum 8. Platz und runden so die Boje.

Zum dritten Sonntagsrennen verschwand der Wind langsam und wir bekamen Probleme mit dem Schiff – es lief mehr Wasser durch die Lenzer rein, als wir irgendwie wieder herausbekamen und so sanken wir langsam. Nur auf ganz wenigen Abschnitten wurden wir die braune Brühe wieder los.

Aber auch seglerisch lief es in diesem Rennen nicht. Auf der Startkreuz fuhren wir nicht weit genug nach links, unter Spi lief es auch nur so lala und dann war es auch schon fast unmöglich, noch mal weiter nach vorne zu fahren.

Am Ende lagen wir in der Gesamtwertung doch wieder hinter der Mitte, aber wie soll das auch viel anders sein, wenn man von vornherein zwei Streicher produziert … Nach dem ruhigen Einpacken und etwas dösen in der Sonne, wollten wir eigentlich noch bis zur Siegerehrung bleiben. Aber als es um drei noch nicht so weit ist, packt mich die Unruhe und wir fahren los, einige Stunden mit 80 km/h lagen da ja noch vor mir.

Helden und Letzte Helden

Es gibt Helden und es gibt Letzte Helden.

Ich weiß nicht genau, wo der Unterschied liegt, aber schon morgen sollte ich eine Ahnung davon haben, was er sein könnte. Denn morgen in aller Frühe werde ich mich aus den warmen Armen des Bettes befreien und mich dem Wind entgegen werfen und ein letztes mal in diesem Jahr meinen 505-race-Klassiker zu einer Regatta bewegen.

Die Letzten Helden in Hamburg haben inzwischen schon eine vieljährige Tradition als letztes 505-event im Norden. Und die Regatta erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Mein erster Besuch dort war noch überschattet vom Bau der Verlängerung der Startbahn für den A380 bei den Airbuswerken in Hamburg.

Denn die Verlängerung betraf direkt das Segelrevier Mühlenberger Loch und die Gerüchte gingen sogar so weit, daß das Segeln dort überhaupt nicht mehr möglich sein soll! Aber so schlimm kam es nicht und so wird fleißig jedes Jahr im Herbst die Werbetrommel gerührt und in diesem Jahr hat sie zwanzig 505 und diverse andere Jollen angelockt.

Und in diesem Jahr wird nichts dazwischen kommen, wie es im letzten Jahr passierte. Nur wenige Tage bevor es los gehen sollte, brach bei uns in Ost-Brandenburg der Winter herein, pulverte alles mit einer dicken weißen Pracht und schlug am heftigsten an dem Abend zu, als ich losfahren wollte. Die Straßen waren ein einziges Schneechaos und nachdem ich für die ersten 10 Kilometer fast 30 min benötigt hatte und auch noch zwei heftige LKW-Unfälle gesehen hatte, gab ich auf.

Der Wetterbericht ist dieses Jahr wesentlich milder aufgelegt. Vorhin habe ich noch in Ruhe bei gut 10°C das Schiff eingepackt und jetzt geht es nochmal in die Koje, fit werden für morgen, denn kurz vor 4.00 klingelt der Wecker.