VDO CD 01

Kabellose Übertragung von Leistungsdaten im Fahrradbereich war schon immer eine spannende Angelegenheit. Mit Freude erinnere ich mich an Herzferquenz-Daten von anderen, wenn ich jemanden überholt habe, die plötzlich auf meinem Vetta auftauchten oder an Anzeigen, die vor allem durch Hochspanungsleitungen erzeugt werden.

Umso gespannter war ich den digital übertragenden Fahrradcomputer CD 01 von VDO, den ich vor kurzem an Fred montiert hatte. Bei der ersten Testfahrt lief auch alles super. Die Geschwindigkeit schien zu stimmen und am Ende auch ungefähr die gefahrenen Kilometer.

Bei der zweiten Ausfahrt wurde es allerdings lustig. Denn hier meinte der kleine, er müsse nicht ständig irgendwelche Daten übertragen, es reicht, wenn er dies bei ca. 50 Prozent der Strecke tut.

Guter Rat war da erstmal gefragt und ich überlegte, woran es gelegen haben könnte? Vielleicht daran, daß ich ihn hinter und nicht vor der gabel angebaut hatte? Fred hat eine Noleen Proflex Parallelogrammgabel, bei der die Gabelscheiden vor der Nabe nach unten kommen und das Rad sozusagen gezogen wird.

Der Anbau vor der Gabel brachte aber richtig lustige Ergebnisse. Denn die Geschwindigkeit wurde ca. doppelt bis dreimal so hoch angezeigt und dementsprechend waren auch die gemessenen Kilometer wesentlich zu groß. Ursache könnte sein, daß der Magnet nicht auf kürzestem Weg am Sensor vorbei gezogen wurde? Hier half auch ein Verschieben weg von der Achse nicht.

Also doch wieder nach hinten montiert, jetzt klappte die Übertragung
allerdings wieder nicht optimal. Mir fiel beim Fahren jedoch auf, daß die Übertragung sehr oft wieder begann, nachdem die Gabel eingefedert hatte, vielleicht weil Sensor und Computer dann wieder Sichtkontakt hatten?

Daraufhin verdrehte ich den Computer so am Lenker, daß zwischen den beiden eine optische Verbindung besteht und seitdem geht es – sieht allerdings dämlich aus.

Platt

Die beiden letzten Tage lag ich etwas platt darnieder und war den ganzen Tag zu nichts zu gebrauchen. Und so konnte ich auch meinen heldenhaften Ausritt vom Sonnabend nicht wiederholen und den letzten Oktobertag des Jahres 2005 mit einem grandiosen Ausritt auf dem il.pompino krönen.

Meine Vermutung ist, daß mir der Grieche vom Sonnabend abend nicht bekommen ist. Vielleicht hätte ich meinen ausgezehrten Körper doch eher mit Nudeln beim Italiener statt mit Gyros füllen sollen?

Aber ich denke, Morgen geht es wieder!

505 Hunger Preis

Traditionell gibt es in Berlin immer im Herbst noch eine 505-Regatta auf dem Wannsee oder der Großen Breite. Die letzten Jahre war dies immer der Grand Slam, durchgeführt vom Deutsch-Britischen-Yachtclub in Berlin Gatow. Aber nachdem es nicht nur im letzten Jahr auf dem Wasser ziemlich durcheinander ging (letztes Jahr ein Kurs, der diverse Kenterungen provozierte, zudem nervten die vielen langsamen Einhandjollen auf dem Kurs), sollte dieses Jahr alles neu und anders werden.


Denn in diesem Jahr waren wir Teil des Joachim – Hunger – Gedächtnis – Preises, der alljährlich vom VSAW durchgeführt wird. Erstaunlich war in diesem Jahr auch die extrem hohe Teilnehmerzahl von 27 Schiffen. Beim Grand Slam waren es zuletzt immer um 15 Schiffe, die am Start waren. Neben uns waren noch Tornados, 470er, 29er und FDs am Start.

Ursachenforschung wäre in dem Zusammenhang mal interessant, denn es kam einiges zusammen. Zum einen ist die Klasse durch die WM im Aufwind, dann ist da auch der neue Ausrichter und dadurch ein etwas früherer Termin und dann war auch noch Holgi da! Ja wirklich der Moister hat sich auf Binnenrevier, noch dazu ein so eigenartiges wie den Wannsee getraut. Holgi segelte übrigens mit Jürgen W. der wohl sein bestes Jahresresultat einfuhr.

Die Starterliste war in diesem Jahr auch überaus interessant, neben den ganzen Berliner Teams kamen auch viele aus dem Norden, dazu Alex ganz weit aus dem Süden und ein polnisches Team aus Gdansk. Der Steuermann Piotr war auch bei der WM in Warnemünde dabei. Erschreckend war aber auch wieder die Alterskurve der Schiffe – neben dem polnischen und unserem Schiff gab es keinen unter 83!

Und die Bedingungen zum Segeln waren für Herbst optimal. Denn obwohl das Wetter überaus mäßig begann – die ganze Nacht und auch noch den Vormittag Dauerregen! – war es pünktlich zum Boote aufbauen regenfrei und wir gingen motiviert ins Rennen. Ich konnte mal wieder Ani überzeugen, mit mir zu fahren und wir wollten natürlich unsere Leistung vom letzten Jahr etwas toppen.

Auf dem Wasser hatte ich dafür ständig das Problem, daß der Oldtimer nicht schnell genug war. Zumindest auf der Kreuz lief es nicht so gut wie erhofft, dafür unter Spi umso besser. Gerade unter Spi haben wir, obwohl die Manöver ab und zu nicht so doll waren, das eine oder andere mal sehr geniale Dinge geleistet. So zum Beispiel in der ersten Wettfahrt, wo wir ewig immer so auf 22 / 23 rumlungerten, dann aber direkt vor der Boje X noch 4 Schiffe überholen konnten und dann auch so ins Ziel kamen! Ich denke, die anderen haben nicht schlecht gekuckt, als wir vor ihnen waren.

Bei der dritten Tageswettfahrt hatten wir allerdings mit dem auffrischenden Wind leichte Schwierigkeiten. Direkt zum Start ging es auf gut 4 Bft hoch und wir trimmten erstmaleine zeitlang herum, ehe wir den für uns optimalen – sprich zumindest gut fahrbaren – Bereich herausgefunden hatten. Da waren allerdings die ganzen schwereren Crews schon weit weg. Hier half uns auch das Spifahren wenig, Ani hatte ich inzwischen so kaputt gespielt, daß wir alles locker angehen mußten.

Etwas eklig war dann, daß kurz bevor wir den Verein wieder erreichten, satter Regen begann. Zudem nervte die Slipanlage im VSAW, da sie etwas kurz baut und entweder das Schiff auf den Trailer gezerrt werden mußte oder aber der Trailer samt Schiff wieder auf die Slipanlage. Dafür gab es am späteren Nachmittag ein umfangreiches Buffet und Freibier! Wer hätte das gedacht, obwohl alle schon beim ersten mal ordentlich zuschlugen, reichte es sogar für eine zweite Portion.

Der Sonntag begann dann völlig herbstmäßig. Und wir waren zuerst überhaupt nicht motiviert. Aber der Wind zum Glück auch nicht und so gab es ersteinmal eine Startverschiebung. Die schien gewirkt zu haben, denn Petrus schaltete den Regen ab und den Wind an und so konnten wir nochmal zwei schöne Läufe fahren. Der letzte war für uns wohl die Krönung. Wenig falsch gemacht und dann auch noch halbwegs schnell unterwegs schafften wir einen 15. Und besiegten dabei auch unseren Alex. Reichte aber leider am Ende nicht für eine Verbesserung in der Gesamtwertung und so war unser Streicher auch
gleich unserer Platzierung – 20!

Aber auch vorne ging bei allen Wettfahrten ganz schön was ab. Hier gab es heftige Kämpfe zwischen Lutz/Frank und Helen/Robert. Beide fuhren jeweils zwei 1. Plätze und hatten dadurch am Ende nur 1 Punkt Unterschied. Berliner Meister sind damit die Jungs aus Rostock.

Alle Ergebnisse unter: int505.de

Ausgelutscht – und wer das Pflaster nicht ehrt, ist die Mark nicht wert

Gestern war ich einmal mehr mit dem SSP nach der arbeit eine kleine runde unterwegs. Ich wollte vor allem, den vermutlich letzten trockenen tag einer langen trockenperiode nutzen, für heute und auch die folgenden tage sind sogar hier im nordosten regelmäßige niederschläge angekündigt. Der ekelige herbst scheint jetzt wirklich zu kommen.

Im gegensatz zu den letzten touren fühlte ich mich aber unmittelbar nach der tour und auch am abend ziemlich ausgelutscht oder platt. Dabei war die strecke garnicht so anspruchsvoll. Es ging zunächst wieder die breite straße in eberswalde hinauf, diesmal aber nicht richtung bad freienwalde, sondern richtung trampe/tiefensee. Diese richtung ist etwas fieser, da es auch nach dem abzweig noch weiter relativ steil bergauf geht. Zumindest steiler als in richtung FRW.

Dementsprechend habe ich mich dort auch gequält, obwohl ich zunächst mit 27 (also schneller als an den anderen tagen) sehr zügig und auch locker den berg hochgespult war, wurde es ab dem friedhof richtig zäh und ich schaffte nur noch ungefähr 22 bis zur kuppe. Am hochbehälter der wasserbetriebe ist die ja fast erreicht und dann liegt die tolle straße nach trampe vor mir.

Über die straße hört man sehr oft horrorgeschichten, gerade auch im zusammenhang mit radfahrern. Z.B. wurde einmal ein bekannter auf dem weg nach hause nachts von einem besoffenen autofahrer von hinten auf die motorhaube genommen. Zum glück ist dem radfahrer dabei relativ wenig passiert, nur das bike war schrott. Aber auch heute nerven die autofahrer, die mit teilweise weit über 100 an mir vorbeidonnern.

Aber ab trampe wird es ruhiger, dafür spielt hier der wind eine stärkere rolle. Denn er bremst doch ganz gut. Ich sehe auch an den ganzen windmühlen, daß er fast genau von vorne kommt. Die 3 km bis heckelberg, die im auto so schnell verfliegen, ziehen sich. Hinter heckelberg geht es dann noch etwas weiter richtung tiefensee, dann biege ich aber ab richtung beiersdorf-freudenberg.

Ich biege westwärts auf eine kleinere allee (L236) ab und schlagartig ist auch der verkehr vorbei. Zuerst komme ich nach freudenberg, für mich einer der wenigen orte der region, die ich bisher wirklich noch nie besucht hatte. Die straße bis zum ort ist zwar buckelig, fährt sich aber noch gut. Dann folgt aber bestes kopfsteinpflaster und ich bin mal wieder froh, daß ich keinen schmalen asphaltschneider unter dem hintern habe, sondern mein il.pompino mit 32mm-Reifen. Das pflaster ist so brutal, daß ich mich aber auch nur langsam durchtaste. In Freudenberg bin ich vor allem von der kirche fasziniert. Mal wieder ein beeindruckendes zeugnis märkischer baukunst.

Die weitere strecke kenne ich dann wieder von diversen anderen touren. Über schönfeld und wilmersdorf kämpfe ich mich mit kantenwind weiter nach bernau, von wo ich den radweg über ladeburg-lobethal-biesenthal benutze und so wieder mit sehr wenig verkehr nach hause komme. Denn richtung bernau schien der verkehr von dorf zu dorf immer mehr zuzunehmen, was sehr nervte. Vor allem weil die überholmnöver einiger autofahrer doch eher nach dem motto gingen – augen zu und durch!

unterwegs mit Fred

Nach einer kurzen tour am sonntag, bei der mich vor allem nervte, daß die kette immer wieder absprang (falsches ritzel mit schaltgasse montiert!) habe ich heute endlich eine etwas längere ausfahrt mit fred unternommen.

Der rahmen von fred ist ein on-one inbred, den ich vor ca. 14 tagen erhalten habe. Ich wollte den rahmen schon länger kaufen, aber irgendwie war er mir dann doch zu teuer. Aber bei on-one gibt es derzeit einen modellwechsel auf ein ssp mit verschiebbaren ausfallenden und so gab es den 20″ rahmen nochmal für günstig.

Den rahmen wollte ich aber auch haben, weil bei mir im keller schon ewig eine noleen-proflex-gabel (proflex gibt es nicht mehr, die reste wurden von k2 übernommen) rumliegt, die in meine anderen rahmen nicht paßt, weil dort das steuerrohr wesentlich länger ist. Das inbred ist niedriger gebaut und so paßte es hier erstmal.

Allerdings scheint die gabel auch für diesen rahmen nicht optimal zu passen, scheint alles etwas direkt von der lenkung und die winkel sehr steil. Aber erstmal egal. Die gabel selbst arbeitet perfekt, sie ist da ohne aufzufallen – so wie ich es mir von jeder gabel wünsche.

Was allerings nervt ist der VDO C1, den ich angebaut habe. Der fängt an zu senden und hört dann wieder auf und fängt wieder an!?! Versteh ich nicht so ganz, was er für ein problem hat. Aber er hat immerhin 5 jahre garantie, da kann ich noch etwas beobachten, ob er sich nicht doch zum regelmäßigen arbeiten überreden läßt.

Kona 2006


Auf der homepage von kona sind seit kurzem die neuen bikes für 2006 zu sehen. Viel hat sich nicht geändert, aber natürlich haben alle modelle wieder neue farben bekommen. Neben dem Explosiv hat mir auch das unit wieder sehr gefallen. Und der preis ist verglichen mit der austattung auch o.k. Das wäre eigentlich eine gute Grundlage für ein Rohloff-Bike

Auf den Spuren der Ahnen

Der grandiose herbst verleitet mich immer wieder zu kurzen ausflügen auf meinem drahtesel. Und wider alle vernunft siegt die freude am fahren über irgendwelche verpflichtungen oder arbeiten, die eigentlich zu erledigen wären.

Diesmal führt mich der After work ride nach osten. Nachdem ich beim letzten mal die steigung in bad freienwalde mit dem bike erkundet habe, willich nun den langen und gefährlich aussehenden anstieg von oderberg richtung norden erklimmen.

Aber bevor ich dort bin, muß ich mich wieder die breite straße in eberswalde hochkämpfen. Und diesmal ist es wirklich ein kampf. Denn im gegensatz zur letzten tour fällt es mir schon an der bruno-H-bürgel-schule schwer das tempo zu halten und ich spüre extrem meine beine beim weiterfahren. Und diesmal spüre ich auch, dass es eigentlich bis zum ende von eberswalde immerweiter bergauf geht!

In hohenfinow kommt dann auch herbstliches neuland auf mich zu. Hier bin ich lange zeit nicht mehr entlang gefahren und genieße den weiten blick ins niederoderbruch und auf das schiffshebewerk. Es ist für mich immer wieder faszinierend, wie sich dieses objekt, dass ja eigentlich ein fremdkörper in der landschaft ist, so perfekt einfügt. Und wie ich das gefühl bekomme -wenn es da nicht stehen würde, fehlt etwas.

Das schiffshebewerk soll in den nächsten jahren einen großen bruder bekommen. Näheres zu den planungen findet sich auf den seiten des wna berlin. Dort gibt es auch verschiedene abbildungen, die eine frontalansichtdarstellen, aber keine, die den blick von hier oben wiedergeben.

Ab liepe beginnt dann die arbeit. Wenn man so die karte betrachtet, erwartet hier niemand so richtige anstiege, schließlich geht die straße ja einfach nur parallel zu einem wasserlauf, der alten Oder bzw. dem Lieper und später dem Oderberger See. Aber nichtsdestotrotz geht es schon in liepe aufwärts und dann am ende des ortes nochmal richtig hoch und wieder runter und immerso weiter.

Die straße schlängelt sich durch die ausläufer des Chorin-joachimsthaler endmoränenbogens, der hier in die oderniederung abstürzt. Ich fahre über den teufelsberg und passiere schließlich den pimpinellenberg, an dem die schichtung der endmoräne richtig zu tage tritt. Und dann liegt oderberg, diese kleine stadt, die ihre enge bebauung fast direkt aus dem mittelalter mitgebracht zu haben scheint, direkt vor mir. Aber zunächst muß ich an der ampel am ortseingang noch kurz warten, hole so aber autos ein, die michbereits in liepe überholt hatten.

In Oderberg wende ich mein bike nach norden. Die straße verläßt hier in zwei stufen das niederoderbruch und schwingt sich von einer höhe knapp über dem meeresspiegel bis auf den kamm des Chorin-joachimsthaler endmoränenbogens, der etwas westlich von neuendorf eine höhe von gut 120m erreicht. In oderberg get es dabei erstmal kurz zur sache, noch im ort steigt die straße an und zieht knapp 30 höhenmeter nach oben. Das fährt sich aber alles relativ entspannt, denn ehe es richtig anstrengend wird, bin ich oben und rolle die 3 km bis neuendorf weiter.

Hinter neuendorf kommt allerdings ein zweiter sprung, der mich bis auf ca. 80m über dem meer führen wird. Diese steigung bin ich bisher nur mit dem auto gefahren und da kam sie mir lang und böse vor und so erwarte ich größere schwierigkeiten. Zunächst geht es aber nur gemächlich bergan, erst weit hinter dem ortsausgang von neuendorf beginnt die richtige steigung.

Die straße macht mit beginn des kleinen wäldchens einen kleinen knick nach oben und verharrt dann so. Allerdings scheint die steigung nicht sooo steil zu sein, denn ich kann mein bisheriges tempo fast halten und drücke das bike mit 25 km/h nach oben. Dann eine kleine linkskurve, die straße geht mit gleichmäßiger steigung weiter nach oben. Ich merke wie jetzt die beine beginnen schwer zu werden, sehe aber gleichzeitig auch das ende des waldes und damit auch das ende der steigung. Eine letzte kraftanstrengung und ich bin oben.

Plötzlich ist wieder der gesamte horizont zu erkennen, vorne links sehe ich den parsteinsee, wie er sich in der landschaft breit macht, rechts die dörfer parstein und parsteinsee. Der parsteinsee ist einer der größten seen brandenburgs und ebenso wie die gesamte landschaft ringsum in der letzten eiszeit entstanden. Vom typ ist er ein zungenbeckensee, weshalb seine ufer und auch der see selbst sehr flach sind.

Bis paarstein kann ich jetzt die straße locker hinab rollen und biege hier nach links, richtung pehlitzwerder / brodowin ab. Vorbei am zeltplatz komme ich fast direkt an das seeufer auf eine straße, die von 20.00 bis 5.00 Uhr gesperrt ist. Die temporäre sperrung ist ein kompromiss. Denn die straße zerschneidet ein feuchtgebiet, daß ein wichtiger laichplatz für alle möglichen reptilien ist. Deshalb ist auch der gesamt straßenverlauf von einem froschzaun eingerahmt.

Zum radfahren ist die straße deshalb aber auch ideal geeignet. Es gibt nur relativ wenig durchgangsverkehr und auch der soll sich an die maximalgeschwindigkeit von ___ ups, das war wohl nur ein traum, denn plötzlich bin ich von einer blechlawine förmlich überrollt worden. Auto an auto donnert über das pflaster, sogar ein 40-tonner und ich zweifel schon daran, ob ich hier wirklich richtig bin?

Aber dann kehrt wieder ruhe ein und ich rolle weiter durch die hügelige endmoränenlandschaft. Nur dieser kleine dusselige autofahrer nervt, dem nichts anderes einfällt, um seinen besitzanspruch an genau diesem stück asphalt zu dokumentieren, als mir aus der herunter gekurbelten seitenscheibe zuzurufen: Ey, da isn radweg! – ja, dann benutze ihn doch einfach!

In brodowin wage ich dann nochmal ein abendteuer. Denn schließlich soll mein bike ja ein „do-what-you-want„-Bike sein. Es gibt eine direkte verbindung vom dorf brodowin zum chloster chorin. Die straße ist gepflastert und führt geradewegs durch den wald, vorbei an feuchtgebieten und unter riesigen buchen hindurch. Hinter brodowin läuft es dann auch erstmal gut, denn neben der gepflasterten straße gibt es noch eine spur mit festgefahrenem sand. Aber schon an der steigung, die mich direkt in den wald führt, hört dieser streifen auf.

Ich muß jetzt mitten auf dem pflaster fahren und komme kaum noch vorwärts. Zum einen ist es relativ steil, zum anderen kann ich aber kaum beschleunigen, da die prall aufgepumpten reifen nur von stein zu stein springen und kaum halt haben. Jedesmal scheint ein riesiger teil meiner energie und damit auch meiner geschwindigkeit sich im wahrsten sinne des wortes in luft aufzulösen.

Ich wußte ja, daß die straße alt ist und daß sie geplastert ist. Aber das sie so alt und bucklig ist, hatte ich irgendwie nicht mehr in erinnerung. Sie scheint wohl dochnoch aus der zeit der zisterzienser zu stammen, die die region vor 700 jahren besiedelten, oder etwa nicht? Dann kommt ein kurzes stück, wo die straße nur noch geschottert, vielleicht eher gekieselt, ist. Aber auch hier läuft es nicht wesentlich besser. Immer wieder liegen einzelne größere steine im weg und so habe ich etwas angst um meine reifen und felgen.

So schaukel und stucker ich kilometer um kilometer weiter, immer tiefer in den wald hinein und habe kaum zeit, mich an der schönheit der natur zu erfrischen. Stattdessen halte ich mal den lenker krampfhaft mit beiden händen fest und hoffe, daß mir die finger nicht abfallen. Oder ich lasse den lenker einfach etwas lockerer, muß dann aber mit ansehen, wie das bike sich einen weg sucht, den ich nur bedingt beeinflussen kann. Ein mounty wäre hier vielleicht doch die bessere wahl?

Aber mein „do-what-you-want“-Bike führt mich dann doch wieder hinaus aus dem wald und direkt am amtssee komme ich wieder auf asphalt. Der entspannte blick auf das kloster entschädigt für all das geschaukel und geschuckel und ich bin froh, hier wohnen zu dürfen und die schönheit der märkischen lande jeden tag zu genießen. Und so rolle ich die letzten kilometer entspannt nach hause.