Helden und Letzte Helden

Es gibt Helden und es gibt Letzte Helden.

Ich weiß nicht genau, wo der Unterschied liegt, aber schon morgen sollte ich eine Ahnung davon haben, was er sein könnte. Denn morgen in aller Frühe werde ich mich aus den warmen Armen des Bettes befreien und mich dem Wind entgegen werfen und ein letztes mal in diesem Jahr meinen 505-race-Klassiker zu einer Regatta bewegen.

Die Letzten Helden in Hamburg haben inzwischen schon eine vieljährige Tradition als letztes 505-event im Norden. Und die Regatta erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Mein erster Besuch dort war noch überschattet vom Bau der Verlängerung der Startbahn für den A380 bei den Airbuswerken in Hamburg.

Denn die Verlängerung betraf direkt das Segelrevier Mühlenberger Loch und die Gerüchte gingen sogar so weit, daß das Segeln dort überhaupt nicht mehr möglich sein soll! Aber so schlimm kam es nicht und so wird fleißig jedes Jahr im Herbst die Werbetrommel gerührt und in diesem Jahr hat sie zwanzig 505 und diverse andere Jollen angelockt.

Und in diesem Jahr wird nichts dazwischen kommen, wie es im letzten Jahr passierte. Nur wenige Tage bevor es los gehen sollte, brach bei uns in Ost-Brandenburg der Winter herein, pulverte alles mit einer dicken weißen Pracht und schlug am heftigsten an dem Abend zu, als ich losfahren wollte. Die Straßen waren ein einziges Schneechaos und nachdem ich für die ersten 10 Kilometer fast 30 min benötigt hatte und auch noch zwei heftige LKW-Unfälle gesehen hatte, gab ich auf.

Der Wetterbericht ist dieses Jahr wesentlich milder aufgelegt. Vorhin habe ich noch in Ruhe bei gut 10°C das Schiff eingepackt und jetzt geht es nochmal in die Koje, fit werden für morgen, denn kurz vor 4.00 klingelt der Wecker.

VDO nervt

Nachdem ich am Wochenende dachte, den VDO endlich richtig eingestellt zu haben, nervte er heute früh wieder masiv. Nur die ersten 500 arbeitete er, dann jedoch hatte er keine Lust mehr und stellte den Dienst ein. Auch mehrfaches Verstellen der Halterung half nichts. Der Sensor sendete zwar irgendein Signal, oben kam aber nix an …

VDO CD 01

Kabellose Übertragung von Leistungsdaten im Fahrradbereich war schon immer eine spannende Angelegenheit. Mit Freude erinnere ich mich an Herzferquenz-Daten von anderen, wenn ich jemanden überholt habe, die plötzlich auf meinem Vetta auftauchten oder an Anzeigen, die vor allem durch Hochspanungsleitungen erzeugt werden.

Umso gespannter war ich den digital übertragenden Fahrradcomputer CD 01 von VDO, den ich vor kurzem an Fred montiert hatte. Bei der ersten Testfahrt lief auch alles super. Die Geschwindigkeit schien zu stimmen und am Ende auch ungefähr die gefahrenen Kilometer.

Bei der zweiten Ausfahrt wurde es allerdings lustig. Denn hier meinte der kleine, er müsse nicht ständig irgendwelche Daten übertragen, es reicht, wenn er dies bei ca. 50 Prozent der Strecke tut.

Guter Rat war da erstmal gefragt und ich überlegte, woran es gelegen haben könnte? Vielleicht daran, daß ich ihn hinter und nicht vor der gabel angebaut hatte? Fred hat eine Noleen Proflex Parallelogrammgabel, bei der die Gabelscheiden vor der Nabe nach unten kommen und das Rad sozusagen gezogen wird.

Der Anbau vor der Gabel brachte aber richtig lustige Ergebnisse. Denn die Geschwindigkeit wurde ca. doppelt bis dreimal so hoch angezeigt und dementsprechend waren auch die gemessenen Kilometer wesentlich zu groß. Ursache könnte sein, daß der Magnet nicht auf kürzestem Weg am Sensor vorbei gezogen wurde? Hier half auch ein Verschieben weg von der Achse nicht.

Also doch wieder nach hinten montiert, jetzt klappte die Übertragung
allerdings wieder nicht optimal. Mir fiel beim Fahren jedoch auf, daß die Übertragung sehr oft wieder begann, nachdem die Gabel eingefedert hatte, vielleicht weil Sensor und Computer dann wieder Sichtkontakt hatten?

Daraufhin verdrehte ich den Computer so am Lenker, daß zwischen den beiden eine optische Verbindung besteht und seitdem geht es – sieht allerdings dämlich aus.

Platt

Die beiden letzten Tage lag ich etwas platt darnieder und war den ganzen Tag zu nichts zu gebrauchen. Und so konnte ich auch meinen heldenhaften Ausritt vom Sonnabend nicht wiederholen und den letzten Oktobertag des Jahres 2005 mit einem grandiosen Ausritt auf dem il.pompino krönen.

Meine Vermutung ist, daß mir der Grieche vom Sonnabend abend nicht bekommen ist. Vielleicht hätte ich meinen ausgezehrten Körper doch eher mit Nudeln beim Italiener statt mit Gyros füllen sollen?

Aber ich denke, Morgen geht es wieder!

505 Hunger Preis

Traditionell gibt es in Berlin immer im Herbst noch eine 505-Regatta auf dem Wannsee oder der Großen Breite. Die letzten Jahre war dies immer der Grand Slam, durchgeführt vom Deutsch-Britischen-Yachtclub in Berlin Gatow. Aber nachdem es nicht nur im letzten Jahr auf dem Wasser ziemlich durcheinander ging (letztes Jahr ein Kurs, der diverse Kenterungen provozierte, zudem nervten die vielen langsamen Einhandjollen auf dem Kurs), sollte dieses Jahr alles neu und anders werden.


Denn in diesem Jahr waren wir Teil des Joachim – Hunger – Gedächtnis – Preises, der alljährlich vom VSAW durchgeführt wird. Erstaunlich war in diesem Jahr auch die extrem hohe Teilnehmerzahl von 27 Schiffen. Beim Grand Slam waren es zuletzt immer um 15 Schiffe, die am Start waren. Neben uns waren noch Tornados, 470er, 29er und FDs am Start.

Ursachenforschung wäre in dem Zusammenhang mal interessant, denn es kam einiges zusammen. Zum einen ist die Klasse durch die WM im Aufwind, dann ist da auch der neue Ausrichter und dadurch ein etwas früherer Termin und dann war auch noch Holgi da! Ja wirklich der Moister hat sich auf Binnenrevier, noch dazu ein so eigenartiges wie den Wannsee getraut. Holgi segelte übrigens mit Jürgen W. der wohl sein bestes Jahresresultat einfuhr.

Die Starterliste war in diesem Jahr auch überaus interessant, neben den ganzen Berliner Teams kamen auch viele aus dem Norden, dazu Alex ganz weit aus dem Süden und ein polnisches Team aus Gdansk. Der Steuermann Piotr war auch bei der WM in Warnemünde dabei. Erschreckend war aber auch wieder die Alterskurve der Schiffe – neben dem polnischen und unserem Schiff gab es keinen unter 83!

Und die Bedingungen zum Segeln waren für Herbst optimal. Denn obwohl das Wetter überaus mäßig begann – die ganze Nacht und auch noch den Vormittag Dauerregen! – war es pünktlich zum Boote aufbauen regenfrei und wir gingen motiviert ins Rennen. Ich konnte mal wieder Ani überzeugen, mit mir zu fahren und wir wollten natürlich unsere Leistung vom letzten Jahr etwas toppen.

Auf dem Wasser hatte ich dafür ständig das Problem, daß der Oldtimer nicht schnell genug war. Zumindest auf der Kreuz lief es nicht so gut wie erhofft, dafür unter Spi umso besser. Gerade unter Spi haben wir, obwohl die Manöver ab und zu nicht so doll waren, das eine oder andere mal sehr geniale Dinge geleistet. So zum Beispiel in der ersten Wettfahrt, wo wir ewig immer so auf 22 / 23 rumlungerten, dann aber direkt vor der Boje X noch 4 Schiffe überholen konnten und dann auch so ins Ziel kamen! Ich denke, die anderen haben nicht schlecht gekuckt, als wir vor ihnen waren.

Bei der dritten Tageswettfahrt hatten wir allerdings mit dem auffrischenden Wind leichte Schwierigkeiten. Direkt zum Start ging es auf gut 4 Bft hoch und wir trimmten erstmaleine zeitlang herum, ehe wir den für uns optimalen – sprich zumindest gut fahrbaren – Bereich herausgefunden hatten. Da waren allerdings die ganzen schwereren Crews schon weit weg. Hier half uns auch das Spifahren wenig, Ani hatte ich inzwischen so kaputt gespielt, daß wir alles locker angehen mußten.

Etwas eklig war dann, daß kurz bevor wir den Verein wieder erreichten, satter Regen begann. Zudem nervte die Slipanlage im VSAW, da sie etwas kurz baut und entweder das Schiff auf den Trailer gezerrt werden mußte oder aber der Trailer samt Schiff wieder auf die Slipanlage. Dafür gab es am späteren Nachmittag ein umfangreiches Buffet und Freibier! Wer hätte das gedacht, obwohl alle schon beim ersten mal ordentlich zuschlugen, reichte es sogar für eine zweite Portion.

Der Sonntag begann dann völlig herbstmäßig. Und wir waren zuerst überhaupt nicht motiviert. Aber der Wind zum Glück auch nicht und so gab es ersteinmal eine Startverschiebung. Die schien gewirkt zu haben, denn Petrus schaltete den Regen ab und den Wind an und so konnten wir nochmal zwei schöne Läufe fahren. Der letzte war für uns wohl die Krönung. Wenig falsch gemacht und dann auch noch halbwegs schnell unterwegs schafften wir einen 15. Und besiegten dabei auch unseren Alex. Reichte aber leider am Ende nicht für eine Verbesserung in der Gesamtwertung und so war unser Streicher auch
gleich unserer Platzierung – 20!

Aber auch vorne ging bei allen Wettfahrten ganz schön was ab. Hier gab es heftige Kämpfe zwischen Lutz/Frank und Helen/Robert. Beide fuhren jeweils zwei 1. Plätze und hatten dadurch am Ende nur 1 Punkt Unterschied. Berliner Meister sind damit die Jungs aus Rostock.

Alle Ergebnisse unter: int505.de

Ausgelutscht – und wer das Pflaster nicht ehrt, ist die Mark nicht wert

Gestern war ich einmal mehr mit dem SSP nach der arbeit eine kleine runde unterwegs. Ich wollte vor allem, den vermutlich letzten trockenen tag einer langen trockenperiode nutzen, für heute und auch die folgenden tage sind sogar hier im nordosten regelmäßige niederschläge angekündigt. Der ekelige herbst scheint jetzt wirklich zu kommen.

Im gegensatz zu den letzten touren fühlte ich mich aber unmittelbar nach der tour und auch am abend ziemlich ausgelutscht oder platt. Dabei war die strecke garnicht so anspruchsvoll. Es ging zunächst wieder die breite straße in eberswalde hinauf, diesmal aber nicht richtung bad freienwalde, sondern richtung trampe/tiefensee. Diese richtung ist etwas fieser, da es auch nach dem abzweig noch weiter relativ steil bergauf geht. Zumindest steiler als in richtung FRW.

Dementsprechend habe ich mich dort auch gequält, obwohl ich zunächst mit 27 (also schneller als an den anderen tagen) sehr zügig und auch locker den berg hochgespult war, wurde es ab dem friedhof richtig zäh und ich schaffte nur noch ungefähr 22 bis zur kuppe. Am hochbehälter der wasserbetriebe ist die ja fast erreicht und dann liegt die tolle straße nach trampe vor mir.

Über die straße hört man sehr oft horrorgeschichten, gerade auch im zusammenhang mit radfahrern. Z.B. wurde einmal ein bekannter auf dem weg nach hause nachts von einem besoffenen autofahrer von hinten auf die motorhaube genommen. Zum glück ist dem radfahrer dabei relativ wenig passiert, nur das bike war schrott. Aber auch heute nerven die autofahrer, die mit teilweise weit über 100 an mir vorbeidonnern.

Aber ab trampe wird es ruhiger, dafür spielt hier der wind eine stärkere rolle. Denn er bremst doch ganz gut. Ich sehe auch an den ganzen windmühlen, daß er fast genau von vorne kommt. Die 3 km bis heckelberg, die im auto so schnell verfliegen, ziehen sich. Hinter heckelberg geht es dann noch etwas weiter richtung tiefensee, dann biege ich aber ab richtung beiersdorf-freudenberg.

Ich biege westwärts auf eine kleinere allee (L236) ab und schlagartig ist auch der verkehr vorbei. Zuerst komme ich nach freudenberg, für mich einer der wenigen orte der region, die ich bisher wirklich noch nie besucht hatte. Die straße bis zum ort ist zwar buckelig, fährt sich aber noch gut. Dann folgt aber bestes kopfsteinpflaster und ich bin mal wieder froh, daß ich keinen schmalen asphaltschneider unter dem hintern habe, sondern mein il.pompino mit 32mm-Reifen. Das pflaster ist so brutal, daß ich mich aber auch nur langsam durchtaste. In Freudenberg bin ich vor allem von der kirche fasziniert. Mal wieder ein beeindruckendes zeugnis märkischer baukunst.

Die weitere strecke kenne ich dann wieder von diversen anderen touren. Über schönfeld und wilmersdorf kämpfe ich mich mit kantenwind weiter nach bernau, von wo ich den radweg über ladeburg-lobethal-biesenthal benutze und so wieder mit sehr wenig verkehr nach hause komme. Denn richtung bernau schien der verkehr von dorf zu dorf immer mehr zuzunehmen, was sehr nervte. Vor allem weil die überholmnöver einiger autofahrer doch eher nach dem motto gingen – augen zu und durch!