Fred

Mit dem heutigen Tag durchstößt Fred die 400-Kilometer-Marke uind erweist sich damit als mein Lieblingsherbstbike. Fred macht sich sowohl gut für den täglichen Weg zur Arbeit,als auch für kleinere eher entspannnte Erkundungstouren. Unsere Gegend scheint wohl das ideale Terrain für einen SSP zu sein.

Dabei ist Fred aber auch der bessere Oliver, denn er hat Oliver auf dem täglichen Weg komplett verdrängt. Denn Fred ist ähnlich robust und simpel aufgebaut wie Oliver, nur manchmal auch noch viel besser. So ist es immer wieder schön, mit der doch sehr komfortablen Noleen Proflex Gabel und den fetten Reifen durch die Gegend zu rollen und der Flite Gel Sattel ist trotz seiner eher geringen Breite so komfortabel, daß ich für die 10 km Arbeitsweg auch ohne Polster kein Sitzproblem habe.

Zuerst erschien mir Fred etwas kurz, trotz seiner 610 mm Oberrohrlänge. Denn durch die Verwendung eines gekröpften Koski-Lenkers und auch des mit 110mm doch eher kurzen Koski-Vorbaus ist die Sitzposition wesentlich kürzer als auf dem Kona Cinder Cone, bei dem der Vorbau etwas länger ist und auch ein gerader Lenker montiert ist. Zum entspannten Fahren ist das aber anscheinend genau die richtig Länge.

Was mir auch Spaß macht, sind die fetten Reifen. Hinten habe ich einen Nokian NBX Lite montiert, der trotz seiner scheinbar normalen Breite von 2,3″ mein fettester Reifen ist. Er ist breiter als der Specialized More Extrem Umma Gumma mit 2,5″ und auch als der MAXXIS Larsen TT mit 2,35″. Zudem hat er Grip ohne Ende und rollt auch noch ganz passabel. Vorne habe ich einen Continetal Vertical montiert, der ebenfalls mit 2,3″ angegeben ist und mit seinen relativ weit auseinander stehenden Stollen auch gut die Richtung hält.

Bei der Übersetzung war ich mir zuerst nicht sicher, welche ich wählen sollte. Derzeit fahre ich mit 42/18, was ein brauchbarer Kompromiss aus Geschwindigkeit in der Ebene und Steigfähigkeit bei unseren kleineren Hügeln ist. Gerade die Steigfähigkeit wird aber auch positiv durch den breiten Lenker beeinflußt. Ich kann wesentlich mehr Druck ausüben als mit meinem schmalen CC-Lenker am KCC und mich so manchmal auch noch irgendwo hochdrücken, wo es eigentlich garnicht mehr geht!

Was mich nur immer wieder nervte war der VDO-Computer. Ich dachte, ich gönne mir mal was gutes und kaufe einen mit digitaler Funkübertragung. Aber das Gute Stück wollte nie so richtig mit mir spielen. Es gab keine Tour, bei der er mal komplett durchlief und immer schön die Werte anzeigte. Normal war eher, daß er nur 50 – 70 Prozent der Strecke anzeigte.

Hier dachte ich, es könnte an der Montageposition liegen, die Proflex hat ja doch eine ungewöhnliche Geometrie, aber ich habe an der Gabel alle möglichen Varianten durchgespielt, doch es half nichts! Schließlich habe ich entnervt aufgegeben und werde das Ding mal an meinen Händler zurück schicken. Statt dessen habe ich mir jetzt einen Billigcomputer aus dem Baumarkt gekauft. Der ist zwar ultraprimitiv, funktioniert aber seit inzwischen mehr als 100 km sehr gut und sein Name „Profex“ läßt mich doch unweigerlich denken, da hat doch einer geklaut …

Und was noch nervt, ist die nagelneue Shimano-XT-Nabe. Denn die hat jetzt Spiel und ich muß sie erst einmal auseinander nehmen und das Lagerspiel nachstellen. Naja gut, dann nerven auch noch die verbogenen Kurbeln, aber da muß ich einfach nochmal etwas investieren.

Helden und Letzte Helden

Es gibt Helden und es gibt Letzte Helden.

Ich weiß nicht genau, wo der Unterschied liegt, aber schon morgen sollte ich eine Ahnung davon haben, was er sein könnte. Denn morgen in aller Frühe werde ich mich aus den warmen Armen des Bettes befreien und mich dem Wind entgegen werfen und ein letztes mal in diesem Jahr meinen 505-race-Klassiker zu einer Regatta bewegen.

Die Letzten Helden in Hamburg haben inzwischen schon eine vieljährige Tradition als letztes 505-event im Norden. Und die Regatta erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Mein erster Besuch dort war noch überschattet vom Bau der Verlängerung der Startbahn für den A380 bei den Airbuswerken in Hamburg.

Denn die Verlängerung betraf direkt das Segelrevier Mühlenberger Loch und die Gerüchte gingen sogar so weit, daß das Segeln dort überhaupt nicht mehr möglich sein soll! Aber so schlimm kam es nicht und so wird fleißig jedes Jahr im Herbst die Werbetrommel gerührt und in diesem Jahr hat sie zwanzig 505 und diverse andere Jollen angelockt.

Und in diesem Jahr wird nichts dazwischen kommen, wie es im letzten Jahr passierte. Nur wenige Tage bevor es los gehen sollte, brach bei uns in Ost-Brandenburg der Winter herein, pulverte alles mit einer dicken weißen Pracht und schlug am heftigsten an dem Abend zu, als ich losfahren wollte. Die Straßen waren ein einziges Schneechaos und nachdem ich für die ersten 10 Kilometer fast 30 min benötigt hatte und auch noch zwei heftige LKW-Unfälle gesehen hatte, gab ich auf.

Der Wetterbericht ist dieses Jahr wesentlich milder aufgelegt. Vorhin habe ich noch in Ruhe bei gut 10°C das Schiff eingepackt und jetzt geht es nochmal in die Koje, fit werden für morgen, denn kurz vor 4.00 klingelt der Wecker.

VDO CD 01

Kabellose Übertragung von Leistungsdaten im Fahrradbereich war schon immer eine spannende Angelegenheit. Mit Freude erinnere ich mich an Herzferquenz-Daten von anderen, wenn ich jemanden überholt habe, die plötzlich auf meinem Vetta auftauchten oder an Anzeigen, die vor allem durch Hochspanungsleitungen erzeugt werden.

Umso gespannter war ich den digital übertragenden Fahrradcomputer CD 01 von VDO, den ich vor kurzem an Fred montiert hatte. Bei der ersten Testfahrt lief auch alles super. Die Geschwindigkeit schien zu stimmen und am Ende auch ungefähr die gefahrenen Kilometer.

Bei der zweiten Ausfahrt wurde es allerdings lustig. Denn hier meinte der kleine, er müsse nicht ständig irgendwelche Daten übertragen, es reicht, wenn er dies bei ca. 50 Prozent der Strecke tut.

Guter Rat war da erstmal gefragt und ich überlegte, woran es gelegen haben könnte? Vielleicht daran, daß ich ihn hinter und nicht vor der gabel angebaut hatte? Fred hat eine Noleen Proflex Parallelogrammgabel, bei der die Gabelscheiden vor der Nabe nach unten kommen und das Rad sozusagen gezogen wird.

Der Anbau vor der Gabel brachte aber richtig lustige Ergebnisse. Denn die Geschwindigkeit wurde ca. doppelt bis dreimal so hoch angezeigt und dementsprechend waren auch die gemessenen Kilometer wesentlich zu groß. Ursache könnte sein, daß der Magnet nicht auf kürzestem Weg am Sensor vorbei gezogen wurde? Hier half auch ein Verschieben weg von der Achse nicht.

Also doch wieder nach hinten montiert, jetzt klappte die Übertragung
allerdings wieder nicht optimal. Mir fiel beim Fahren jedoch auf, daß die Übertragung sehr oft wieder begann, nachdem die Gabel eingefedert hatte, vielleicht weil Sensor und Computer dann wieder Sichtkontakt hatten?

Daraufhin verdrehte ich den Computer so am Lenker, daß zwischen den beiden eine optische Verbindung besteht und seitdem geht es – sieht allerdings dämlich aus.

Platt

Die beiden letzten Tage lag ich etwas platt darnieder und war den ganzen Tag zu nichts zu gebrauchen. Und so konnte ich auch meinen heldenhaften Ausritt vom Sonnabend nicht wiederholen und den letzten Oktobertag des Jahres 2005 mit einem grandiosen Ausritt auf dem il.pompino krönen.

Meine Vermutung ist, daß mir der Grieche vom Sonnabend abend nicht bekommen ist. Vielleicht hätte ich meinen ausgezehrten Körper doch eher mit Nudeln beim Italiener statt mit Gyros füllen sollen?

Aber ich denke, Morgen geht es wieder!

505 Hunger Preis

Traditionell gibt es in Berlin immer im Herbst noch eine 505-Regatta auf dem Wannsee oder der Großen Breite. Die letzten Jahre war dies immer der Grand Slam, durchgeführt vom Deutsch-Britischen-Yachtclub in Berlin Gatow. Aber nachdem es nicht nur im letzten Jahr auf dem Wasser ziemlich durcheinander ging (letztes Jahr ein Kurs, der diverse Kenterungen provozierte, zudem nervten die vielen langsamen Einhandjollen auf dem Kurs), sollte dieses Jahr alles neu und anders werden.


Denn in diesem Jahr waren wir Teil des Joachim – Hunger – Gedächtnis – Preises, der alljährlich vom VSAW durchgeführt wird. Erstaunlich war in diesem Jahr auch die extrem hohe Teilnehmerzahl von 27 Schiffen. Beim Grand Slam waren es zuletzt immer um 15 Schiffe, die am Start waren. Neben uns waren noch Tornados, 470er, 29er und FDs am Start.

Ursachenforschung wäre in dem Zusammenhang mal interessant, denn es kam einiges zusammen. Zum einen ist die Klasse durch die WM im Aufwind, dann ist da auch der neue Ausrichter und dadurch ein etwas früherer Termin und dann war auch noch Holgi da! Ja wirklich der Moister hat sich auf Binnenrevier, noch dazu ein so eigenartiges wie den Wannsee getraut. Holgi segelte übrigens mit Jürgen W. der wohl sein bestes Jahresresultat einfuhr.

Die Starterliste war in diesem Jahr auch überaus interessant, neben den ganzen Berliner Teams kamen auch viele aus dem Norden, dazu Alex ganz weit aus dem Süden und ein polnisches Team aus Gdansk. Der Steuermann Piotr war auch bei der WM in Warnemünde dabei. Erschreckend war aber auch wieder die Alterskurve der Schiffe – neben dem polnischen und unserem Schiff gab es keinen unter 83!

Und die Bedingungen zum Segeln waren für Herbst optimal. Denn obwohl das Wetter überaus mäßig begann – die ganze Nacht und auch noch den Vormittag Dauerregen! – war es pünktlich zum Boote aufbauen regenfrei und wir gingen motiviert ins Rennen. Ich konnte mal wieder Ani überzeugen, mit mir zu fahren und wir wollten natürlich unsere Leistung vom letzten Jahr etwas toppen.

Auf dem Wasser hatte ich dafür ständig das Problem, daß der Oldtimer nicht schnell genug war. Zumindest auf der Kreuz lief es nicht so gut wie erhofft, dafür unter Spi umso besser. Gerade unter Spi haben wir, obwohl die Manöver ab und zu nicht so doll waren, das eine oder andere mal sehr geniale Dinge geleistet. So zum Beispiel in der ersten Wettfahrt, wo wir ewig immer so auf 22 / 23 rumlungerten, dann aber direkt vor der Boje X noch 4 Schiffe überholen konnten und dann auch so ins Ziel kamen! Ich denke, die anderen haben nicht schlecht gekuckt, als wir vor ihnen waren.

Bei der dritten Tageswettfahrt hatten wir allerdings mit dem auffrischenden Wind leichte Schwierigkeiten. Direkt zum Start ging es auf gut 4 Bft hoch und wir trimmten erstmaleine zeitlang herum, ehe wir den für uns optimalen – sprich zumindest gut fahrbaren – Bereich herausgefunden hatten. Da waren allerdings die ganzen schwereren Crews schon weit weg. Hier half uns auch das Spifahren wenig, Ani hatte ich inzwischen so kaputt gespielt, daß wir alles locker angehen mußten.

Etwas eklig war dann, daß kurz bevor wir den Verein wieder erreichten, satter Regen begann. Zudem nervte die Slipanlage im VSAW, da sie etwas kurz baut und entweder das Schiff auf den Trailer gezerrt werden mußte oder aber der Trailer samt Schiff wieder auf die Slipanlage. Dafür gab es am späteren Nachmittag ein umfangreiches Buffet und Freibier! Wer hätte das gedacht, obwohl alle schon beim ersten mal ordentlich zuschlugen, reichte es sogar für eine zweite Portion.

Der Sonntag begann dann völlig herbstmäßig. Und wir waren zuerst überhaupt nicht motiviert. Aber der Wind zum Glück auch nicht und so gab es ersteinmal eine Startverschiebung. Die schien gewirkt zu haben, denn Petrus schaltete den Regen ab und den Wind an und so konnten wir nochmal zwei schöne Läufe fahren. Der letzte war für uns wohl die Krönung. Wenig falsch gemacht und dann auch noch halbwegs schnell unterwegs schafften wir einen 15. Und besiegten dabei auch unseren Alex. Reichte aber leider am Ende nicht für eine Verbesserung in der Gesamtwertung und so war unser Streicher auch
gleich unserer Platzierung – 20!

Aber auch vorne ging bei allen Wettfahrten ganz schön was ab. Hier gab es heftige Kämpfe zwischen Lutz/Frank und Helen/Robert. Beide fuhren jeweils zwei 1. Plätze und hatten dadurch am Ende nur 1 Punkt Unterschied. Berliner Meister sind damit die Jungs aus Rostock.

Alle Ergebnisse unter: int505.de