Üderheide

Nachdem ich die letzten Wochen kaum biken durfte, zog es mich jetzt wieder raus und ich habe zum Neustart eine kleine Tour durch die Üderheide und angrenzende Gebiete unternommen.

Die Üderheide ist ein kleines Waldgebiet südlich des Werbellinsees und gehört als Teil des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin zu den gut geschützten Gebieten der Region.

Zum Test und auch weil die Auswahl an MTB-Touren dort nicht so groß ist, habe ich die Tour noch bei bikemap (Link zur Tour: Üderheide) hochgeladen.

Die Seite verfolgt eigentlich eine ganz gute Idee, allerdings wurde schon das Laden dieses kurzen GPS-Tracks ein kleines Geduldsspiel. Zusätzlich meldete Firefox auch irgendeinen Scriptfehler, der aber scheinbar doch keine Auswirkungen hatte.

Wie auf dem letzten Bild zu erkennen, ist es auch nördlich der Elbe nicht immer nur flach und knapp 300 Höhenmeter auf 30 km stellen in etwa einen Durchschnittswert für Biketouren hier dar, bei geschickter Routenwahl kann es aber auch locker das doppelte werden. Und nicht vergessen – der Sand und derzeit auch der Schlamm sowie das fast ständige auch steile auf und ab zehren an manch einem mehr als ein langer Anstieg in den Bergen.

Profil:

Durch den Spätsommer

Nachdem Gregor von TripTracker vor kurzem einen Kommentar mit einigen Tips auf meiner Seite hinterlassen hatte, mußte ich natürlich auch die Möglichkeit, den Trip einfach in Blog oder homepage einzubauen, ausprobieren.

Und so gibt es hier noch einmal meinen Kurztrip von heute und in der Seitenleiste einige Bilder aus Australien zu sehen.

Wie es gemacht wird, steht hier: map-widgets-for-your-web-page-or-blog

Mostly Flat

Das Havelland und das Rhinland vernachlässige ich bei meinen Radtouren sehr oft und so nutzte ich die Gelegenheit eines Kostenlosen Lifts nach Berlin Westend für eine kleine Tour, die mich von dort nach Hause bringen sollte. In Ermangelung eines adäquaten MTBs derzeit, mußte ich jedoch mit dem schwarzen Asphaltschneider vorlieb nehmen, den ich ja zum Glück letztens repariert hatte.

Die Tour begann wie gesagt in Berlin Westend und so rollte ich zunächst den Spandauer Damm westwärts, dann unter dem Spandauer Bahnhof hindurch, um den Kreisel und weiter auf der Falkenseer Chaussee bis Falkensee, hier hatte ich die Stadtgrenze endlich überschritten und rollte auf einsamen Brandenburger Straßen nach Norden.

Nach Perwenitz profitiere ich von der modernen Zeit, denn obwohl ich es als Breitspurfahrer immer wieder hasse, wenn eigentlich schöne Waldwege von der Asphaltfraktion vereinnahmt werden, genieße ich es jetzt doch, auch mit dem Herkelmann einmal mitten durch Wald fahren zu dürfen.

Hinter Perwenitz dagegen kommen die alten Zeiten zurück, Pflaster wie es in der Gegend eigentlich ausgestorben scheint, bedeckt die Straße und der Asphalt hatte noch keine Chance. Selbige Straße fuhr ich vor zwei oder drei Jahren das letzte mal, damals allerdings in der Gegenrichtung, und hatte jetzt erwartet, auch hier ein perfektes Asphaltband vorzufinden.

Straße Perwenitz – Wolfslake

Hinter Wolflslake zieht es mich noch einmal auf einen Radweg, der eine Abkürzung Richtung Kremmen erwarten läßt. Der Weg kürzt auch zunächst, aber hinter Klein Ziethen wird er zur Plattentortur und an der Landstraße nach Schwante hört der Asphalt wirklich auf – sandiges MTB-Revier beginnt – ich muss heute aber einen Umweg fahren.

Kremmen ist dann schnell erreicht und durchquert. Im Ort herrscht gemächliche Sonntagsruhe. Ein frisches Stück Kuchen könnte mir jetzt munden, aber auch der Bäcker ruht.

Gearbeitet wurde dagegen (zumindest in der Woche) am Ruppiner Kanal, der kurz hinter Kremmen überquert wird. Ja, auch das Land Brandenburg hat eigene Wasserstraßen und sorgt dafür, daß die Touristen gut hindurchschippern können. Der Ruppiner Kanal dient zwar nicht mehr dem Gütertransport, aber noch immer sorgt er für eine Entwässerung des Rhinluchs und schafft eine schiffbare Verbindung zwischen Neuruppiner See und der Havel bei Oranienburg.

Am Ruppiner Kanal

Vorbei am Chausseehaus bei Sommerfeld geht es weiter nach Norden durch relativ dichten Wald bis Herzberg. Ich folge hier einer Straße, die ich bisher nur selten gefahren war, dafür geht es ab Herzberg auf der B167 auf langjährig bekanntem Weg nach Osten.

Obwohl die B167 Bundesstraße ist, ist der Verkehr doch so erträglich, daß das Fahren noch halbwegs Spaß macht. Allerdings weht mir ab hier ein südöstlicher Kantenwind entgegen und bremst mich gnadenlos aus. Bis Löwenberg geht alles noch ganz gut voran, aber dann schlägt es wie ein großer Hammer auf mich ein und ich fühle mich plötzlich unheimlich ausgelutscht und schlaff. Dazu kommen noch die leichten Erhebungen bei Liebenthal.

Hier merke ich auch, wie langweilig RR-Fahren auf langen Strecken eigentlich ist. Auf Grund der Konstruktion des Bikes geht es nur immer auf Asphalt voran und das Einzige, was zählt, ist Geschwindigkeit. Der kleine Freund am Lenker wird zum großen Quälgeist, sowie die magische Zahl nicht mehr auf dem Display aufleuchtet …

Wenig später eine unschöne Straßenranderscheinung. Ein Dachs liegt bei Falkenthal tot auf dem Grünstreifen:

und ein zweiter liegt dann bei Hammer.

Bis hierher habe ich mich irgendwie gequält, denn plötzlich mag auch mein linkes Knie nicht mehr so locker treten wie bisher und ich muss etwas Kraft rausnehmen und mich wieder mehr auf die Umdrehungszahl konzentrieren.

Direkt hinter dem Abzweig nach Hammer in den langgezogenen Kurven wird die Straße auch kurzzeitig zur Motorrennpiste, denn in hohem Tempo fahren zwei Reisbrenner dicht an mir vorbei und nicht nur mein Gegenverkehr ist etwas verstört. Motorradfahrer kommen ab hier noch mehr, aber keiner fuhr so rücksichtslos vorbei.

Hinter Zerpenschleuse sehe ich eine kleine Gruppe RR-Fahrer vor mir und ich denke mir, die könnten einen guten Windschatten abgeben. Natürlich muss ich erstmal an sie heran kommen und so trete ich ordentlich rein, mache mich lang auf dem Bike, lasse die Beine rotieren und merke, wie ich ihnen allmählich immer näher komme. Gut 3 Kilometer dauert die Hatz, aber als ich sie eingeholt habe, ist eigenartige Unruhe in der Gruppe. Die Erste diskutiert mit der Letzten und der Mann dazwischen schaut nur unscharf.

Also nix mit Windschattenlutschen, denn die Gruppe hält an und ich rolle alleine weiter nach Osten. Aber an der Kaiserwegbrücke habe ich mein „hartes“ Tagesziel erreicht, ich will mir hier die Baustelle ansehen und dann entspannt die letzten Kilometer bis nach Hause ausrollen.

Neubau der Kaiserwegbrücke (Nähe Finowfurt) über den Oder-Havel-Kanal

Die Bauarbeiten für die Brücke laufen jetzt und die Maschinen zum Setzen der Pfahlgründung sind vor Ort.

treuer Begleiter

Von hier geht es ruhig bis nach Finowfurt zur Schleuse. Auch hier baut das WSA Eberswalde. Die Schleuse sollte eigentlich zum 1. Mai 2007 eröffnet werden, aber daraus wird wohl nichts, denn noch fehlen die Tore und eine Woche ist verdammt knapp fürs Einbauen, Einpassen und den Probebetrieb.

Neubau der Schleuse Schöpfurth

Und wie gesagt, flach war es durchweg, auch wenn das Höhenprofil auf den ersten Blick etwas anderes besagt:

aber es ging auch durch den flachsten Teil Brandenburgs, ähnlich wenige Steigungen gibt es wohl fast nur noch im Spreewald.

Unterwegs im Auftrag des ESK

Der Morgen in Berlin verheißt erstmal nichts gutes, denn als ich ca. 40 min vor der entscheidenden Zeit am Gesundbrunnen eintreffe, verdichten sich die bis dahin nur mittelgrauen Wolken noch weiter und spucken urplötzlich Unmengen an Wasser aus, so daß meine Lust auf eine 150-km Tour mit diesen Verrückten mächtig sinkt!

Andererseits glaube ich natürlich an mein eigenes Wetterorakel, das ja sagt – weiter im Norden wird es nur leicht regnen und zum Abend sogar aufhören. Also warte ich noch etwas, aber nach 20 Minuten muß doch etwas passieren, noch immer pladdert es, als ob Babelsberg mitten in Berlin einen tropischen Regenguß simuliert und mein Esel liegt noch immer in Teilen verstreut im Auto.

Unter großen Verrenkungen baue ich alles zusammen, stürze mich todesmutig in den Wasserfall und eile mit Riesenschritten die 50 m bis zum Eingang. Treppe runter, kurze Orientierung und kurz darauf entdecke ich Rifli, der sich wohl auch denkt, was für’n Scheiß, jetzt kommt dochnoch einer! Kurz darauf kommen noch zwei weitere Recken in der Uniform des ESK und unser Zustiegskommando ist komplett.

Der Zug ist pünktlich und im letzten Waggon treffen auf den Rest der Horde. Es werden Vorbereitungen auf den großen Sturm getroffen und bei Jockel kreist ne Streußelschnecke und er erklärt kurz die Route. Dazu wird übers Wetter gefachsimpelt.

In Flotter Fahrt werden Bernau und dann auch schon Eberswalde passiert. Und siehe da, der Regen hat aufgehört und in Chorin besteigen wir bei mildem feuchtem Wetter die Esel.

Durch mir bekannte Gegenden geht es zunächst nordwärts und hinein in den Grumsiner Forst. Nachdem „Toni – Parole Erni und Bert“ schon ausführlichen Kontakt mit den Brandenburger Pflasterstraßen genommen hatte und somit ein Teil des Mottos der Tour erfüllt war mußte auch der andere der heldenhaften liteville-Fahrer checkb nach einer kleinen Pause und einem Mechaniker rufen und so kamen wir mitten im Grumsiner Forst, einer der größeren Erhebungen des Joachimsthal-Choriner Endmoränenbogens zu einer kleinen Pause.

Eine der höchsten Erhebungen (Blocksberg mit knapp 140m über dem Meer) passieren wir östlich und verlassen dann den Wald um aber kurz nach Lusienhof gleich wieder im Angermünder Stadtwald zu verschwinden.

In rasanter Abfahrt geht es hinunter zum Wolletzsee, vorbei am Zeltplatz und einigen Datschen, aus denen uns leicht verdutzte Eingeborene hinterher sehen und auf einen kleinen aber feinen Singletrail, der das Feld mächtig auseinander zieht. Ein weiteres landschaftliches Highlight erreichen wir mit dem Bruchwald, der sich am Ausfluss der Welse aus dem Wolletzsee am Nordufer gebildet hat.

Ab hier geht es zunächst durch den Wald und das Tempo steigt im vorderen Teil wieder, während es weiter hinten, verdammt nachläßt – Rifli hat seine Schwäche jetzt vollends eingeholt, er faselt nur noch was von: „Dann fahr ich mal nach Anklam“ und uns allen wird klar, daß es so nicht weiter gehen kann. Schweren Herzens wird der Kamerad auf den nächsten Asphaltweg gesetzt und ihm der Weg nach Angermünde gewiesen, was sicher leichter zu erreichen sein wird als Anklam.


Der Oberst

Weiter geht es durch den nördlichen Teil des Biosphärenerservates Schorfheide-Chorin und kurz vor Neuhaus passieren wir die erste Wildbrücke Brandenburgs und überqueren gleichzeitig die A11. Unten rauscht die Blechlavine Richtung Ostsee und oben stehen Überwachungskameras.


Wildbrücke


Immer wieder mal ein Regenschauer läßt den Wegen keine Chance zum Abtrocknen

Irgendwo im Nirgendwo zaubert Jockel plötzlich eine Scheune in den Wald und in der Scheune zaubert er auch noch eine alte Bierflasche. Zeit für eine kleine Riegelpause.

Bald schon verlassen wir den Wald und fahren durch herrliches Uckermärker Hügelland. Langsam aber beständig schrauben wir uns immer höher. Dazu sind die Wege teilweise so zäh, als hätten wir noch 10 Prozent Steigung mehr.

Groß Fredenwalde taucht wie aus dem Nichts auf und mich beschleicht das Gefühl, aus meinem Reifen schleicht die Luft. Und ich mache mich ans Nachpumpen. Wechseln wäre vielleicht auch nicht schlecht, aber cleverer Weise habe ich noch den RR-Schlauch im Rucksack.


Weg nördlich von Groß Fredenwalde

Nördlich von Gerswalde werden die Wege noch schmieriger und nicht nur bei mir beginnen die Reifen ein gewisses Eigenleben. Jeder ist derzeit nur mit seinem Vortrieb beschäftigt, der Oberst macht vorne Druck und hinten reißt allmählich alles ab.

Kurz vor Fleet ergibt sich nochmals die Möglichkeit eine kleine Pause einzulegen und vor allem die Ketten, die inzwischen alle einen sehr erbärmlichen Zustand angenommen hatten, mit neuem Öl zu versorgen.

Hinter Flieth geht es kurz hinab in Richtung Fergitzer Mühle, wobei die Ruine der Mühle nicht besucht wird und dann lang gezogen wieder hinauf und hinein in einen kleinen Wald. Als wir den Wald verlassen haben reicht die Zeit leider nicht (der Oberst hat es eilig ;-)) um den Blick auf den Oberuckersee zu genießen, schön war es trotzdem fast 40 Meter über dem See auf einem Hügel zu stehen und den Blick weit ins Land schweifen zu lassen.

Nachdem wir wieder einmal den Wald erreicht haben, wird es überaus spannend und der Trail vollkommen anders, als es in Brandenburg zu erwarten war. Wir überqueren zunächst unbehellicht die B109 und anschließend die Eisenbahnbrücke der alten Bahnstrecke von Templin nach Prenzlau.

Die Strecke ist leider schon einige Jahre geschlossen, bereits zu DDR-Zeiten „glänzte“ sie wohl mit geringem Personenverkehr und wurde Mitte der 90er (?) aus dem Netz genommen. Letzter Höhepunkt war der Abtransport von Castor-Behältern aus dem KKW Rheinsberg zum Zwischenlager in Lubmin bei Greifswald.

Was danach kam, war der Hammer an Sich und ich bin mir nicht sicher, ob ich, wenn ich die Gegend kennen würde, freiwillig diesen Weg nehmen würde. Unser Guide führte uns tief hinein in den Prenzlauer Stadtforst über überaus ausgefahrene Waldwege, die noch dazu von fast schon Kleinwagengroßen Schlammlöchern übersäht waren. Treffenderweise wurde hier angeordnet, die Bikes tauchfähig zu machen und das Sehrohr auszufahren.

Vom Prenzlauer Stadtforst war es bis Boitzenburg nicht mehr weit, hier gab es nochmals schöne Trails und kurz vor dem Kloster einen Knüppeldamm, bei dem unsere Fullyfahrer eindeutig im Vorteil waren.

Vorbei an den Ruinen des Klosters ging es hinein nach Boitzenburg wo wir von den Zeichen einer einstmals glorreichen Zeit der Chemieindustrie begrüßt wurden. Der Weg bis zum Schloß Boitzenburg war nicht mehr so weit, gleichzeitig drängte doch bei der Mehrzahl der Teilnehmer der Hunger, so daß beschlossen wurde, das Schloß zu belagern und die Herausgabe einer Stärkung zu fordern.

Die Karte ist sehr abwechslungsreich, aber trotzdem scheint die Meinung des ESK und seiner Freunde zu sein, daß die Orangen-Ingwer-Penne mit Nudeln das Beste wäre, um den kleinen Hunger zu stillen. Dazu gab es wahlweise alkoholfreies Weizen, Alster oder sogar richtiges Pils.

Das Schloß Boitzenburg ist übrigens für fast jede Aktivität bereit und bietet neben dem nicht nur gut aussehenden sondern auch gut schmeckendem Essen auch den Komfort eines Hotels, Kinderfreizeiten und den angemessenen Rahmen für eine Hochzeit.

Die Geschichte des Schlosses beginnt bereits im 13. Jahrhundert und ist wie die Geschichte vieler Orte östlich der Elbe sowohl von der früheren slawischen Besiedlung als auch der später erfolgten Neubesiedlung durch Germanen geprägt.

Die Ableitung des Namens „Boitzenburg“ ist sowohl slawisch als auch germanisch möglich.

Slawisch lässt sich der Name wie folgt erklären: Boitzenburg hat das Wort „Boi“ zur Wurzel, was mit „Kampf, Sieg, Kampfstätte“ übersetzt werden kann. Und die letzte Silbe ~burg ist die verdeutschte Form des slawisch ähnlich klingenden „Borju“ – besiegen, überwinden. (Schloss Boitzenburg)

Nach der ausgiebigen Mahlzeit, die zwar wie immer unter dem gewissen Druck der Zeit stattfand, aber trotzdem noch durch ein Stück Kuchen beendet wurde, ging es zurück in den Wald und südlich an Küchenteich, Krienkowsee und Hausse vorbei.

Hier gelingt es Jockel auch, die Strecke sehr abwechslungsreich aber auch so verwinkelt zu wählen, daß plötzlich zwei der Teilnehmer (ein Kader und einer der Freunde – Namen werden hier einmal nicht genannt) verschwunden waren.

Oder wollten die Kerle die günstige Gelegenheit nutzen und sich aus dem Staub machen, um dem, was Jockel noch alles mit uns vorhatte zu entgehen? Zumindest wurde später geäußert, einer von beiden hätte sträflicherwiese eine eigene Karte dabei und wollte diese auch noch benutzen!

Das half den Jungs jedoch wenig, denn der Oberst hatte wenig Gnade, fing die beiden ein und führte sie zurück auf den gelobten Weg. Der Rest der Truppe mußte inzwischen in Front dieser Eisenbahnbrücke (ehem. Strecke Templin-Fürstenwerder) die Zeit oder besser die ungezählten Angreifer totschlagen. Checkb holte da schon mal die chemische Keule heraus, was die Übrigen ihrer Verantwortung gegenüber unserer heimischen Fauna ablehnten.

Nachdem alle Schäfchen wieder auf dem richtigen Weg und in der richtigen Richtung unterwegs waren, zog der Oberst ein weiteres seiner vielen Asse aus dem Ärmel und scheuchte uns auf nicht gar zu einfach zu fahrendem Trail um den Carwitzer See. Die inzwischen gut 100 zurückgelegten Kilometer forderten Opfer und so legte ich mich einmal zwischen die Steine, weil ich einfach fand, so viel Gleichgewicht schaffe ich nicht mehr.

In Carwitz wurden dann neben Jockel auch von Ackebua Geschichten aus der Vergangenheit aufgetischt, die zumindest eine Ahnung davon entstehen ließen, wie man in einem doch so kurzen Leben zu solch garndioser Ortskenntnis kommen kann.

Nach einer weiteren Serie von überaus genialen Trails, wie sie nur die wenigsten in McPom erwarten würden (ja, inzwischen hatten wir durch Fahrt über die legendäre Blechbrücke unsere heimischen Gefilde verlassen), erreichen wir Feldberg bzw. die Außenbezirke davon. Ein letzter Trail über den Schloßberg und wir wenden die Pferdchen nach Westen und verlassen den Wald.

Das Tagesziel rückt langsam näher, aber noch immer kann der Oberst kleine feine Schmankerl aus der Tasche ziehen – da wären zum Einen die Durchfahrt durch einen kleinen verwilderten Schloßpark, dann zum anderen die Vorbeifahrt an der Bredenfelder Mühle mit anschließender Grasabfahrt. Hier scheuchte ich noch ein Reh vor mir her, daß gut für das Abendmahl geeignet gewesen wäre.


Hier sehen wir checkb, wie er etwas macht, was man nicht macht, weils großen Ärger bringt: siehe das Beispiel von proper

Die zurückzulegenden Kilometer werden immer weniger, aber gleichzeitig schwinden auch die Kräfte der Freunde des ESK. Denn der ESK selbst zieht ohne Gnade seine Spur. Tino trifft es ja schon lange, daß er immer der ist, der die kürzesten Pausen hat, aber nun sind auch checkb und ich betroffen. Sind wir solche Würmer, daß wir mit dem legendären ESK nicht Schritt halten können?

Inzwischen ist auch temporär die Sonne heraus gekommen und wir genießen Feldwegtrails, saftige Schotterabfahrten, die uns wieder die geologische Geschichte der Region näher bringen. Und wir lernen sie hassen, diese kleinen aber fiesen Anstiege. Immer gerade dann, wenn es wieder gut rollt.

Dann ein letztes kurzes Waldstück und noch einmal all das, was wir den ganzen Tag geliebt hatten. Wege triefend von Wasser und dabei so zerfurcht und schlammig, daß der Supermoto wohl seine liebe Not hatte. Ein letzter fieser Anstieg an dem ich gerade in Schwung kam, Carl aber dann doch meinte, er muß stoppen – und irgendwie waren bei mir dann die Pedalen zu fest (?!) oder sie hatten eine eingebaute Verzögerung und ich lag erneut unter dem Bike, dazu eine Pedale schmerzhaft gegen den Knöchel. In meinem Kopf kurz der Gedanke, was für ein Glück, daß Du keine klassichen Pedalen hast …

Die bevorstehende Eroberung der Burg von Stargard raffte mich aber doch schnell wieder hoch und ich stürmte den Kameraden hinterher, wollte ich ihnen doch schließlich nach erfolgreich vollendetem Feldzug die letzte Schlacht nicht alleine überlassen.


Es gab erneut das übliche Getränk, im Angesicht des nahenden Zuges glich es jedoch eher einer Druckbetankung. Die Knappen waren jedoch willens uns schnell den labenden Trank zu reichen und so reichte es sogar noch für eine Nachspeise, die einen gewissen Vitaminausgleich versprach.

Eine letzte Abfahrt hinab in die schnell genommene Altstadt von Burg Stargard, Schleichwege und schon standen wir vor dem … ach nein, zuerst mußten die Vorräte für die Fahrt mit original Mecklenburger Hopfenkaltschale aufgefüllt werden und rein gings in den Zug.

Aus dem Gedächtnis habe ich dann heute versucht, die Route nachzuzeichnen, aber irgendwo habe ich den einen oder anderen Haken wohl vergessen, denn ich komme nur auf ca. 135 km und 1440 Höhenmeter. In Wirklichkeit haben wir ca. 155 km und gut 1500 Höhenmeter absolviert und dazu reine Fahrzeit nur gut 8 Stunden benötigt (19er Schnitt)

Fazit:
Das ist für mich Mountainbiken, der Asphaltanteil lag nach subjektiver Schätzung weit unter 5 Prozent, Stimmung super, tolle Truppe und ein Guide, der den Blick für die schönen Strecken hat.

Dank an alle, vor allem an J-coop für den Schlauch – kriegste demnächst wieder und Jockel für die geniale Tour!

Mehr zu der Tour auf den Seiten des ESK

Ausgelutscht – und wer das Pflaster nicht ehrt, ist die Mark nicht wert

Gestern war ich einmal mehr mit dem SSP nach der arbeit eine kleine runde unterwegs. Ich wollte vor allem, den vermutlich letzten trockenen tag einer langen trockenperiode nutzen, für heute und auch die folgenden tage sind sogar hier im nordosten regelmäßige niederschläge angekündigt. Der ekelige herbst scheint jetzt wirklich zu kommen.

Im gegensatz zu den letzten touren fühlte ich mich aber unmittelbar nach der tour und auch am abend ziemlich ausgelutscht oder platt. Dabei war die strecke garnicht so anspruchsvoll. Es ging zunächst wieder die breite straße in eberswalde hinauf, diesmal aber nicht richtung bad freienwalde, sondern richtung trampe/tiefensee. Diese richtung ist etwas fieser, da es auch nach dem abzweig noch weiter relativ steil bergauf geht. Zumindest steiler als in richtung FRW.

Dementsprechend habe ich mich dort auch gequält, obwohl ich zunächst mit 27 (also schneller als an den anderen tagen) sehr zügig und auch locker den berg hochgespult war, wurde es ab dem friedhof richtig zäh und ich schaffte nur noch ungefähr 22 bis zur kuppe. Am hochbehälter der wasserbetriebe ist die ja fast erreicht und dann liegt die tolle straße nach trampe vor mir.

Über die straße hört man sehr oft horrorgeschichten, gerade auch im zusammenhang mit radfahrern. Z.B. wurde einmal ein bekannter auf dem weg nach hause nachts von einem besoffenen autofahrer von hinten auf die motorhaube genommen. Zum glück ist dem radfahrer dabei relativ wenig passiert, nur das bike war schrott. Aber auch heute nerven die autofahrer, die mit teilweise weit über 100 an mir vorbeidonnern.

Aber ab trampe wird es ruhiger, dafür spielt hier der wind eine stärkere rolle. Denn er bremst doch ganz gut. Ich sehe auch an den ganzen windmühlen, daß er fast genau von vorne kommt. Die 3 km bis heckelberg, die im auto so schnell verfliegen, ziehen sich. Hinter heckelberg geht es dann noch etwas weiter richtung tiefensee, dann biege ich aber ab richtung beiersdorf-freudenberg.

Ich biege westwärts auf eine kleinere allee (L236) ab und schlagartig ist auch der verkehr vorbei. Zuerst komme ich nach freudenberg, für mich einer der wenigen orte der region, die ich bisher wirklich noch nie besucht hatte. Die straße bis zum ort ist zwar buckelig, fährt sich aber noch gut. Dann folgt aber bestes kopfsteinpflaster und ich bin mal wieder froh, daß ich keinen schmalen asphaltschneider unter dem hintern habe, sondern mein il.pompino mit 32mm-Reifen. Das pflaster ist so brutal, daß ich mich aber auch nur langsam durchtaste. In Freudenberg bin ich vor allem von der kirche fasziniert. Mal wieder ein beeindruckendes zeugnis märkischer baukunst.

Die weitere strecke kenne ich dann wieder von diversen anderen touren. Über schönfeld und wilmersdorf kämpfe ich mich mit kantenwind weiter nach bernau, von wo ich den radweg über ladeburg-lobethal-biesenthal benutze und so wieder mit sehr wenig verkehr nach hause komme. Denn richtung bernau schien der verkehr von dorf zu dorf immer mehr zuzunehmen, was sehr nervte. Vor allem weil die überholmnöver einiger autofahrer doch eher nach dem motto gingen – augen zu und durch!