Das Laser-Dings

Mit der Marke Laser verbinden Segler in Deutschland im allgemeinen langsame, einfach ausgestattete Boote, die vor allem durch ihren Plastecharme "bestechen". Und richtig bekannt ist eigentlich nur "der Laser" – dieses Einmann-Hänge-Sportgerät, das es in den Ausführungen Standard, Radial und 4.7 gibt und das sogar olympische Ehren genießt.

Andere Ausflüge ins sportlichere Regattasegeln sind zumindest hier in Deutschland bisher gescheitert. Ich kann mich z.B. daran erinnern, bei einer Regatta Laser2 mit auf der Bahn gehabt zu haben und auch der Versuch mit dem Laser 5000 im Skiffbereich zu punkten ist wohl gescheitert, denn angeboten werden beide Typen nicht mehr.

Einen neuen Versuch, auch unter anspruchsvolleren Seglern Fuß zu fassen, unternimmt Laser seit mehreren Jahren mit dem Laser SB3. Laut Wikipedia (Laser SB3) wurde das Schiff bereits 2002 durch Tony Castro entworfen und entwickelt sich seitdem zu einer aktiven Regattaklasse. Als Erfolg auf diesem Weg kann sicher auch der Gewinn des Titels "Boat of the Year for 2008" der Sailingworld gewertet werden (Laser SB3: Review).

Inzwischen sind schon weit mehr als 600 Laser SB3 gebaut und es kommt zu Weltmeisterschaften mit mehr als 100 Teilnehmern wie in diesem Jahr am Gardasee. Segelreporter und Sailinganarchie haben darüber berichtet und im Web gibt es eine Reihe von Videos.

Bisher hatte ich alledings die Schiffe nur im Netz aber noch nie an Land oder auf dem Wasser gesehen und so freute ich mich sehr, als Axel im Frühjahr fragte, ich nicht mit ihm Laser SB3 segeln wollte, vielleicht sogar eine Regatta. Ein grober Plan war schnell geschmiedet und mit Christopher ein weiterer erfahrener Segler vom Werbellinsee gefunden.

Und nachdem alle Details abgestimmt waren, stand es fest, wir würden die Travemünder Woche gemeinsam fahren und dazu auf unserem See noch ein Paar Wochenenden trainieren.

So kam es, daß wir uns Anfang Juli in Altenhof zu einem ersten Training verabredeten, zu dem auch noch Axels Schwester Kerstin erschien, die sich derzeit mit dem Match Race Team Hamburg auf Olympia 2012 vorbereitet und uns ein Paar wertvolle Tips lieferte.

An unserem ersten Tag wehte eher wenig Wind, aber trotzdem konnten wir schon hier das Potential des Schiffes erkennen. Denn sowie der leiseste Hauch von Wind aufkam, fuhr der SB3 schon los, während alle anderen auf dem See herumdümpelten. Und unter Genaker ging es richtig los, vor allem wenn eine kleine Bö einsetzte.

Am letzten Wochenende auf dem See herrschten dann nochmal etwas windigere Bedingungen und mit wechselnden Crews testeten wir nochmal das Geschwindigkeitspotential – immerhin 28 km/h waren die Spitze bei ca. 6 Bft und glattem Wasser.

Nach 3 Wochen auf dem Werbellinsee ging es zur Travemünder Woche, wo wir leider nur auf 3 andere Teams stießen. Hier mußten wir zunächst bei der Welle und stetigen 5 bis 6 Bft Lehrgeld zahlen, so daß wir erst in der zweiten Hälfte der Regattaserie richtig angreifen konnten, es am Ende für den Führenden aber nochmal richtig eng machten. Leider gab es am 4. Tag keine Rennen mehr, so daß wir dann doch nicht nach der Krone greifen konnten.

In der Travemünder Bucht haben wir das Schiff aber noch weiter kennengelernt und auch die von uns maximal gefahrene Geschwindigkeit weiter erhöht. Am Sonnabend zeigt das GPS am Abend gut 30 km/h, was ca. 16 kn entspricht. (Ein kurzer Bericht zur Travemünder Woche aus Sicht der Segler vom Werbellinsee befindet sich hier: Travemünder Woche 2010)

Für den Vorschoter bleibt manchmal etwas Zeit und so konnte Axel dieses Bild während der Regatta aufnehmen:


bei der Travemünder Woche auf dem Raumschotgang, Speed ca. 12-13 kn

Danken möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal Ferdi Ziegelmayer (Laser Deutschland), der uns das Boot für die 4 Wochen zur Verfügung stellte und Axel, der alles einfädelte.

Würfelspiele

Der Sherry-Cup, veranstaltet vom Yachtclub Schorfheide aus Joachimsthal, ist für viele Segler vom Werbellinsee die letzte Regatta im Jahr und somit sind meist gute Felder zu erwarten. Bei den Jollenkreuzern bestand das Feld aus insgesamt 7 20ern und 15ern und gemeinsam mit den Jollen ging es in der ersten Startgruppe auf den Kurs.

Der Start war eine einzige Würfelei, da der Wind stark drehte oder einfach nicht vorhanden war. Und so wurde zunächst etwas gewürfelt. Mal waren die einen vorn, dann wieder ganz andere. Und am Ende war es Achim mit der XXL, der als erster richtigen Wind bekam und so die Führung übernahm. Zwei andere 20er folgten ihm dabei dicht auf den Fersen. Zu der Zeit hingen wir allerdings noch zwischen den 420ern fest und kamen nicht so richtig in Schwung.

Es war das perfekte Wetter für die XXL und so zog sie davon. Bei uns entwicklete sich mit Ecki und Fam. Schult ein recht spannendes Rennen, Ecki konnte ich dann vor Altenhof überholen, Fam. Schult am Barschberg. Danach sah für uns alles gut aus, Vorsprung um die 100 Meter und relativ gleichmäßiger Wind.

Am Ende der Wasserskibucht haben wir dann aber in irgendeiner Flaute abgeparkt, während die von hinten und dazu noch Lommel auf dem H-Boot ohne Unterbrechung näher kamen. Abstand dann nur noch wenige Bootslängen, ehe es bei uns wieder weiter ging. Den Abstand haben wir dann verteidigt bis kurz vor die Marina, wo wir bei einer Wende einen Überläufer auf der Winsch hatten und garnichts mehr ging. Da schwuppten dann alle vorbei und am Ende war es ein 4. Platz…

Lost in the Doldrums

Als Doldrums bezeichnet man eigentlich eine Region in Äquatornähe, in der meist wenig oder kein Wind weht und dies auch noch tagelang. Für die Entdecker und Handelsreisenden früherer Jahre stellten die Doldrums daher auch eine der größten Herausforderungen auf dem Weg über die Ozeane dar.

In der Zeit der allumfassenden Motorisierung der Handelsschifffahrt spielen die Doldrums jedoch höchstens noch eine Rolle für die Freizeitschiffer auf ihrem Weg um die Welt, wobei nur noch die Regattasegler (VOR: Doldrums, die Zweite) ausschließlich dem Wind vertrauen müssen, die anderen nehmen zur Not auch mal die Maschine.

Am Sonnabend hatte ich dagegen das Gefühl, in die Doldrums versetzt worden zu sein, denn bei der Herbstwettfahrt der Kielbootregatta auf dem Werbellinsee ging teilweise garnichts mehr.

Der See war spiegelglatt und die Segel hingen schlaff herunter. Unsere Geschwindigkeit sank minutenlang bis auf 0 Knoten.

Und zu allem Unglück ging unsere Taktik des späten Starts nicht auf. Da der Wind im Laufe des Tages nicht zunahm und wir außerdem den Kontakt zum Hauptfeld verloren und uns anschließend scheinbar von Windloch zu Windloch hangelten, waren wir am Ende allein auf dem Kurs und das Ziel wurde abgebaut, ehe wir es erreicht hatten.

So waren wir am Sonnabend 4 1/2 Stunden in der Wettfahrt und hatten am Ende einen Schnitt von 0,9 Knoten. Dazu wurde die Wettfahrt abgebrochen, ehe wir in Zielnähe waren.