Plötzlich war der Winter da

Plötzlich war der Winter da. Diesen Eindruck kann man zumindest gewinnen, wenn man den aktuellen Meldungen zum Bahngeschehen lauscht. Aber so plötzlich war es doch nicht, schließlich ist schon der 04. Dezember und bis Weihnachten dauert es nur noch 3 Wochen.

Für mich war der hereingebrochene Winter eine Freude und ich nutzte den halbfreien Sonnabend für eine Winter-Willkommenstour. Es war am Ende jedoch ein ziemliches Gewühle auf dem Bike und ich hätte vielleicht doch die Ski wählen können. Die Höhe der Schneedecke betrug im Schnitt 10 Zentimeter und auf dem ‚fred‘ ging es meist nur mit ca. 10 km/h voran, teilweise auch noch langsamer. Aber auf Ski wäre ich wohl meist noch langsamer und so war das Bike doch die bessere Wahl.

Vom Heim ging es zunächst nach Norden zum Finowkanal und weiter zum Oder-Havel-Kanal, wo ich mir die Baustelle der neuen Steinfurther Brücke genauer ansah und einen Blick hinab auf die Schollen des Kanals fallen ließ.


(Finowkanal unterhalb der Schleuse Schöpfurth)


(an der Schleuse Schöpfurth findet derzeit eine Trockenlegung statt)


(Eis auf dem Oder-Havel-Kanal, links der Abz. Finowfurt, hinten die neuen Brücken der A11)

Durch den geliebten Hohlweg und den anschließenden Ackerweg fahre ich weiter Richtung Großer Buckowsee. Auf dem Weg durchquere ich erste „Tiefschneefelder“ mit weit mehr als 10 cm zusammengewehter Schneehöhe, am See entlang rollt aber alles schön locker und der See selber ist auch nur zu einem kleinen Teil mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, der Rest atmet ruhig.

Blick zurück zur neuen Steinfurther Brücke
(auf dem Hohlweg mit Blick zurück zur neuen Steinfurther Brücke)

Fred auf dem Hohlweg
(Fred auf dem Hohlweg, es geht mit einer leichten Steigung zur Autobahn)


(erster „Tiefschnee“)


(die Sonne kommt hier fast heraus)

Vom alten BEVAG-Heim am Großen Buckowsee nach Werbellin ist der Weg geschoben und so rolle ich hier wieder einmal etwas schneller. Aber schon ab dem Friedhof geht es weiter durch von sehr groben Stollen festgefahrenen Schnee und dann beginnt die Plackerei.

Der Verbindungsweg zwischen Werbellin und Altenhof, der mich zügig ans Ufer des Werbellinsees bringen sollte, ist tief verschneit und verweht. Der Schnee liegt hier teilweise 20 cm hoch und nur mit äußerster Kraftanstrengung geht es vorwärts.

Um etwas besser voran zu kommen, weiche ich manchmal auf den Acker rechts von mir aus. Der Schnee liegt hier wesentlich niedriger, dafür ist der Untergrund aber nicht mehr glatt und ich rumpel über die Ackerfurchen. Mehrfach wechsle ich hin und zurück, aber es will einfach nicht voran gehen und ich habe das Gefühl, daß ich hier meine letzten Körner verschieße.

Irgendwie bin ich dann aber doch nach Altenhof geschaukelt und es geht wieder besser voran. Hier eine Kuriosität am Rande: mir kommt auf einem Sandweg ein Schneeräumfahzeug entgegen, das auf den frei geschobenen Sandweg neuen Sand streut …

In Altenhof rutsche ich fast ausschließlich über den Rollwiderstand des Schnees gebremst zum Ufer des Werbellinsees hinab – Scheibenbremsen hätten es hier vielleicht gebracht, aber so etwas hat mein ‚fred‘ nicht und die Maguras tun sich wirklich schwer mit den vereisten Felgen.

Irgendwie bin ich aber runtergekommen, ohne mich hinzulegen und kann jetzt entspannt am Südufer des Sees entlang fahren. Hier kann ich sogar behaupten, daß es rollt, denn der Schnee liegt zwar relativ hoch aber noch ziemlich locker. Gerade hier treffe ich aber noch auf Fußgänger, die mich fragen, wie ich denn so vorankomme, Schneeketten oder so. Allerdings komme ich eigentlich kaum voran, denn ständig muss ich anhalten und die Eiszapfen an Uferbäumen, Schilf oder Wurzeln bestaunen.


(Eisgebilde am Werbellinsee)


(auf dem Uferwanderweg am Südufer des Werbellinsees)

Am Süßen Winkel dann noch eine leicht nervige Begegnung. Ein Mann mit einem jungen neugierigen leinenlosen Hund kommt mir entgegen, als der Untergrund wieder schwieriger wird und ich komme genau wegen des Hundes, der an mir schnuppern will, vom Rad. Eigentlich nix weiter passiert, aber doch irgendwie nervig.

Bis hier bin ich jetzt schon knapp 2 Stunden unterwegs und so langsam merke ich, daß ich beginne auszukühlen. Daher beschließe ich, einen eher direkteren Weg nach Hause zu wählen und rolle zunächst am Werbellinkanal entlang und dann weiter auf den Radweg zwischen Eichhorst und Finowfurt. Hier rollt es sehr gut, da am Werbellinkanal frisch geschoben wurde und auf dem Radweg auch nur die 2 cm Neuschnee lagen, die über Nacht frisch gefallen waren.


(Schleuse Eichhorst)


(Unterwasser Schleuse Eichhorst)

Am Ende waren es 25 km in gut 2 1/2 und irgendwie habe ich das Gefühl, es könnte die letzte Offroad-Wintertour für 2010 im Barnim gewesen sein? Aber der Dezember hat ja noch 4 Wochen.

Nachtfahrtsaison

Die Nachtfahrtsaison hat begonnen und inzwischen ist es schwierig, so früh das Büro zu verlassen, daß es mehr als meine Lampe ist, was den Weg da vor mir erleuchtet.

Ärgerlich ist es da aber, daß mein MTB-Standart-Licht in Form einer Sigma Power-LED und einer Karma auf einmal anfängt zu mucken. Denn die Karma gab schon nach 5 Minuten kein Licht mehr und die Power-LED fing schon nach 30 Minuten auf Stufe 2 an, mit der Warnleuchte zu drohen. Zum Glück hielt sie noch genau bis zur Haustür, sonst hätte ich mit meinen Lichtfunzeln aus der Urzeit, die ich immer noch als Notfallreserve mit mir herumschleppe, den Weg aus dem Wald suchen müssen.

Ärgerlich ist dies vor allem, da ich die Sigma erst vorgestern geladen hatte und die Karma vorletzte Woche.

Die Tour selbst war relativ entspannt. Zudem war es nach den letzten Touren knapp über dem Gefrierpunkt mit 10°C recht warm und ich konnte ohne Windstopper und Winterschuhe durch die Gegend rollen.

Frostiger Barnim


am Großen Buckowsee

Als ich heute morgen aufs Thermometer schaute und sah, daß die Temperatur über Nacht bis auf ca. 15°C gesunken war, war mir klar, daß keiner der eventuell angekündigten Mitfahrer erscheinen würde. Unabhängig davon pellte ich mich aber doch pünktlich in meine vielen Hüllen und machte mich auf zum Lidl-Parkplatz in Finowfurt. Hier kam ich fast pünktlich an, drehte noch bis 9:07 GPS-Zeit ein Paar Runden und machte mich auf den Weg, den Norden des Barnims zu erkunden.

Über die Steinfurther Brücke, in deren Schatten bereits die Baustelle für den Neubau zu erkennen ist, fahre ich den leichten Anstieg durch den Hohlweg in Richtung Üdersee, biege aber noch vor der Autobahn nach rechts und fahre über die Felder bis hinab zum Großen Buckowsee. Der Buckowsee beginnt bereits eine dünne Eisdecke auszubilden, der See selber atmet aber noch (wie es alle Seen heute taten). Den Großen Buckowsee umrunde ich und komme dann wieder über offenes Land mit Blick bis zum Horizont bis zum Hausberg.

Am Hausberg merke ich, wie spät es inzwischen geworden ist und ändere die Route. Über Altenhof geht es hinunter zum Werbellinsee, dann weiter bis Eichhorst, am Werbellinkanal bis Rosenbeck und von hier zum Oder-Havel-Kanal, der mich wieder nach Finowfurt führt. Als ich wieder vor der Haustür stehe, ist das Thermometer auf gut -12°C gestiegen, die Sonne scheint und für mich waren es 35 herrliche Kilometer durch den Barnimer Winter.

KONA vs ON-ONE

Den gesamten Sommer hatte ich das on-one inbred (Fred) nicht als Singlespeed, so wie es sein ursprünglicher Zweck war, sondern als Bike mit der einmaligen Rohloff-Nabenschaltung bewegt.

Nun kam es aber leider so, daß die fast wartungsfreie Nabe doch einmal eine Wartung verdient (mir war eine Speiche gebrochen und vor allem kommt aus der linken Seite immer wieder Öl gekrochen) und so wurde Fred
kurzerhand wieder zum Singlespeed zurück verwandelt und ihm wurde auch noch ein anderer Reifen spendiert.

Diese Veränderung von Fred verhalf dem Cinder Cone zu einer Renaissance und so wird es zum ersten mal seit unserem famosen Australientrip wieder ausführlicher auf den heimischen Trails bewegt.

Mich irritierte dabei aber zunächst eine gewisse Schwammigkeit an der Front. Erste Diagnose: die Speichen am Vorderrad sind zu lose und auch der Steuersatz könnte etwas nachgestellt werden.

Nachdem alle Arbeiten erledigt waren, ging es heute also wieder auf den Trail.
Aber die Schwammigkeit blieb! O.k. sie ist nicht mehr ganz so ausgeprägt wie noch am letzten WE, aber sie ist da. Freds Kombi aus Rahmen und Gabel scheint also doch etwas steifer zu sein, als beim Kona Cinder Cone.

Positiv bei dem Tausch ist aber, daß alles wieder leichter zu laufen scheint. Lag es an der Rohloff oder an den auf Fred montierten MAXXIS Larsen TT in 2,35 Zoll?

Die Idee ist nicht neu …

… aber shimano will jetzt wohl auch den markt hochwertiger bikes mit nabenschaltungen aufmischen. Da man aber anscheinend nicht in der lage ist, der rohloff-nabenschaltung etwas annähernd gleichwertiges entgegen zu setzen, soll es eine 8-fach-nabenschaltung kombiniert mit einem umwerfer und zweifach-kettenblatt sein.

Auch die idee ist nicht wirklich neu, denn so hat z.b. cesur schon vor einigen jahren derartige konfigurationen auf den markt gebracht und auch mit dem seit vielen jahren erhältlichen schlumpfgetriebe wäre so etwas denkbar.

Die gruppe heißt alfine und soll ab oktober 2006 zu haben sein. Gesehen habe ich es übrigens hier: alfine

Steppenwind

Mein Projekt des Langliegers geht endlich richtig in die nächste Runde. Begonnen hatte ich mit dem Teil ja schon 2003, es dann 2004 ca. 600 Kilometer gefahren, dann aber gemerkt, daß es mir so, wie es jetzt dastand nicht richtig paßte.

Speziell die Neigung der Rückenlehne war etwas steil. Es gibt eine Reihe von Liegerädern mit steilen Lehnen, aber diese haben dann meist auch ein niedriges Tretlager. Ich wollte hingegen ein eher hohes Tretlager erreichen, vor allem wegen der dadurch möglichen geringeren Bauhöhe.

Ein Problem was mir aber erst beim Fahren bzw. aus Kommentaren im Liegerdaforum bewußt wurde, war das des recumbent but. Dieser entsteht wohl gerade durch die Kombination aus hohem Tretlager und steiler Rücklehne. Genaueres konnte oder wollte mir im Forum aber niemand sagen und so suchte ich Vorbilder bei anderen Bikes.

Hier fiel mir dann auch auf, daß Liegeräder mit großer Überhöhung eine eher flache Lehnenneigung haben. Also beschloß ich, das Liegerad zumzubauen und darüber verging erst einmal der Winter. Im Frühjahr und Sommer hatte viel mit Segelbooten zu tun und so hat es wirklich bis Anfang September gedauert, ehe ich weitermachen
konnte.

Und heute nun der erste Klebeschritt, beim Steppenwind muß ich ja auch noch den Rahmen verlängern, wenn ich die Lehnenneigung verändern will.

Also vorwärts.