Herbstsegen

Am Wochenende hatte ich noch einmal so richtig Glück. Anfang Oktober kann das Wetter auch ganz anders sein. Ich kann mich an Regatten am Tag der Republik erinnern, bei denen es geschüttet und gestürmt hat. Meistens waren wir an dem Termin auf dem Storkower See und es war die letzte Regatta im Opti oder Cadet im Jahr.

In den ersten Jahren fuhren wir immer noch auf den Großen Storkower See. Dazu mussten wir immer durch eine Enge, in der dann auch noch Reusen standen und hier drehte der Wind furchtbar. Durch die Düsenwirkung war er dann auch noch stärker als auf dem See und so habe ich gleich bei meiner ersten Optiregatta dort gekostet, wie das Wasser schmeckt.

Und in einem anderen Jahr stürmte es wieder. Diesmal waren wir mit dem Cadet unterwegs. Dem legendären 151, der schon so Manchem das Schrecken lehrte. Der 151 hatte ein sehr sensibles Ruderblatt aus Aluminium, dass an diesem Wochenende auch seinen schwärzesten Tag hatte, denn es knickte bei stärkerem
Ruderlegen einfach weg und brach dann sogar! Das führte natürlich jedes mal zu einer Kenterung. Aber es kümmerte mich nicht, dass wir mit unserem Ölzeug triefend nass wieder ins Schiff stiegen, ich wollte weiter segeln, wollte es den Gegnern zeigen.

Aber darum soll es hier ja auch gar nicht gehen. Denn in diesem Herbst bin ich schon wieder fremd gegangen, nachdem ich schon vor 14 Tagen die Klasse gewechselt hatte und mit Schmidti in Prenzlau auf dem Langlaufboot und schon am letzten Montag im Kielboot unterwegs war, wollte ich nun erneut Kielboot fahren.

Beneteau 25 heißt das Teil und entstammt der Feder von Bruce Farr. Ich würde sagen, ihm ist dabei ein großer Wurf gelungen, denn das Ding sieht schnell aus und segelt auch sehr schnell. Da kriegen viele 33″ und 35″, sogar mache 42″-Schiffe Angst, wenn so eine kleine Beneteau am Horizont auftaucht.

Da das Schiff so eine gelungene Konstruktion ist, hat es auch schon eine gute Verbreitung gefunden und kann im Gegensatz zu diversen anderen Sportsbooten in eigenen Feldern starten. Nach Berlin kamen dann auch 17 Schiffe. Eine Zahl, über die sich jede Jollenklasse freuen würde. Die Schiffe kamen dabei nicht nur aus Berlin, sondern z.B. auch aus Kiel. Einige fast direkt von der WM, die gerade vor ein Paar Tagen auf Sardinien beendet wurde.

Ganz so professionell waren wir nicht aufgestellt. An Bord vertreten waren Heike die Piratenseglerin, Christian vom H-Boot, Stefan der sonst Banner 23 segelt, dann natürlich Peter, dem das Schiff gehört und ich – sonst steuere ich ja was kleineres, wie z.B. 505 oder Contender. Hier war dann auch nur der Spi mein Aufgabenbereich – 70 m² Tuch.

Das Wetter war perfekt für Oktober, bis zu 20°C, Wind zwei bis drei Beaufort am Freitag, bis vier am Sonnabend. Nur am Sonntag schlief er dann ein und nach einem Lauf wurde abgebrochen. Und wir schlugen uns Tapfer 10. und 11. Plätze an Freitag und Sonnabend, nur der 14. vom Sonntag fällt da etwas raus. Und mit dem 11. in der Gesamtwertung bei 17 gestarteten Schiffen waren wir auch ganz zufrieden.

Werbellinseecup 2001

Um die Jahrtausendwende erlebte der 505 einen ersten Boom auch im Osten Deutschlands. Resultat waren u.a. 3 505 auf dem Werbellinsee und vor allem eine eigene Regatta – Werbellinseecup.

Die Bilder zeigen den Zweikampf unmittelbar vor dem Runden der Leetonne. Das linke Boot fährt eher defensiv und läßt den ursprünglich von hinten kommenden olivgrünen 505 fast ungestört passieren.

Werbellinseecup 2001